Hündin scheucht ängstliche Nachbarshündi :: Hundeerziehung + Soziales

Hündin scheucht ängstliche Nachbarshündi

von Suse(YCH) am 25. März 2001 14:06

Ich danke euch für eure Antworten, fühle mich auch schon besser.
Ich habe nicht das geringste Interesse der ängstlichen Hündin zu schaden, sie tut mir auch gehörig leid. Ich muss aber zugeben, dass es mich schon ärgert, daß die großen schwarzen Hunde,die womöglich auch tatsächlich und berechtigterweise selbstsicher sind, erst mal die " Schuldigen" sind. In unserem Dorf ist überhaupt die übliche Betrachtungsweise bei einem Konflikt unter HUnden, wer ist schuld?
Mir scheint, daß diese Sichtweise nicht dazu geeignet ist Probleme zu lösen, sondern lediglich Fronten aufzubauen.
Gruß suse
:

von Heidrun(YCH) am 25. März 2001 15:44

:In unserem Dorf ist überhaupt die übliche Betrachtungsweise bei einem Konflikt unter HUnden, wer ist schuld?
: Mir scheint, daß diese Sichtweise nicht dazu geeignet ist Probleme zu lösen, sondern lediglich Fronten aufzubauen.

Recht hast Du, Suse,

aber leider ist das ein allgemeines Problem, das wir nur in unserem nächsten Umfeld ein klein wenig beeinflussen können, in dem wir auf Anschuldigungen nicht mehr eingehen.

Wenn Du jetzt wirklich Deinen Hund immer rechtzeitig heranrufst und die Gefahr unterbindest, dann kommt die Frau vielleicht nach einer Weile auf Dich zu und ist wieder freundlich - sicher hat sie gerade auch fürchterlich Angst um ihre Hündin und ist deshalb so irrational (was eine Erklärung aber keine Entschuldigung ist).

Liebe Suse, nimm es aber vielleicht doch als Herausforderung, in der Erziehung Deines Hundes noch etwas aufzubauen und sie zu lehren auch aus dem Nachjagen (egal ob Ball, Wild oder Hund) zu Dir zurückzukommen. Es kann auch ihr das Leben retten (z.B. wenn etwas auf die Straße rollt/flüchtet....).

Alles Gute
Heidrun

von Barbara(YCH) am 25. März 2001 20:58

Hallo Suse,

Dein Verhalten war bestimmt richtig. Auch Deine Hündin kann nichts dafür.
Ich kenne und kann mich in Dich wie auch gut in die Kleinhundebesitzerin reinversetzen. Meine kl. Zwergspitzhündin wurde einmal ohne jeglichen Grund fast zu Tode gebissen obwohl sie sich grundsätzlich jedem Hund egal welcher größe unterwirft.
Seit dem Unfall hatte sie natürlich auch eine panische Angst vor großen Hunden. Wollte immer aus und davon (konnte aber nicht weil ich sie aus Schutz anleinte - was mehr als nötig war.) Es hat viel gebraucht ihr klarzumachen das nicht jeder große Hund (vor allem Schäferhund) böse ist. So endlich hatte ich es geschafft. Meine kleine war wieder zugänglich zu jedem Hund. Ging auch ohne Leine ganz brav an großen Hunden vorbei - sie machte zwar einen Umweg aber doch - ich war zufrieden und stolz auf meine kleine. Selbst bei solchen Hunden die wie wild an der Leine zogen ging sie ruhiger und gelassener wieder vorbei.
So nun vor kurzem wieder ein ähnlicher Vorfall - ein gr. Hund (übrigends wieder eine dt. Schäferhund) stürzt sich ohne jeglichen Grund auf sie. :-((
Jetzt kann ich ganz von vorne wieder mit ihr beginnen :-((. Und aufpassen das ich "meinen Freunden" nicht wieder begegne.

Was ich Dir damit sagen wollte ..
Ich wäre froh wenn bei uns mehr so verantwortungsvolle Halter wie Du wären. Keiner der beiden Besitzer hat es sonderlich gekümmert und geschweige denn mir das Angebot je gemacht die Hunde doch langsam (angeleinter) aneinanderzuführen und es so zu versuchen (im Gegenteil).
:-(((

Liebe, traurige Grüße
Barbara und 16 Pfoten

von Tania(YCH) am 26. März 2001 16:45

Hallo Suse!

In Deiner Beschreibung habe ich meine 2jährige Ridgeback-Hündin wiedererkannt! Genau dieses Verhalten zeigte sie auch schon des öfteren (immer mehr oder weniger "dramatisch" in der Ausführung) und hat mich schon mehrfach zum Schwitzen gebracht. Numa ist ebenfalls eine recht dominante Hündin, typ "Rudelchefin", die noch in ihrer Rest-Pubertät steckt. Psychisch ist sie keinesfalls völlig ausgereift. Trifft sie ältere, dominante Hunde, egal ob Rüde oder Hündin, reagiert sie mit unterwürfiger Haltung, Schwanzwedeln, Schnauze lecken. Ggf. legt sie sich auf den Rücken. Scheinbar "ebenbürtige" Hunde werden von ihr als Spielkameraden gesehen, mit denen sie tobt und oft nach RR-Art ein "Rudel" eröffnet, mit dem sie dann gerne Neuankömmlnge mobbt. Trifft sie allerdings auf Hunde, die Angst oder Unterwürfigkeit zeigen (manchmal von mir gar nicht so schnell klar erkennbar, da reichen anscheinend schon feinste Signale), bekommt sie eine Bürste. Wenn ich dann nicht eingreife, reicht eine kleine Ausweichbewegung des anderen Hundes, daß Numa ihn zur Unterwerfung bringen will. Meist laufen die anderen Hunde aber weg (eine klare Unterwerfung habe ich auch kaum gesehen in diesen Situationen), was Numa sofort zum Hinterherhetzen veranlaßt - eben so lange, bis der andere Hund auf dem Rücken liegt. Dann läßt Numa zwar von ihm ab (vorher natürlich viel Geknurre und dramatische Szenen), hat aber immer ein waches Auge auf diesen Hund: stellt sich ihm in den Weg, scheucht ihn von Schnupperplätzen weg, zwingt zwischendurch zur Unterwerfung. Dieses Verhalten bringt natürlich andere Hundebesitzer auf die Palme, da ist Numa dann ein "Kampfhund" und ich verantwortungslos, obwohl ich ständig dazwischengehe und Numa von diesem Verhalten abrufe. Ich kann jederzeit dazwischengehen, und wenn ich sie ermahne, läßt sie auch mit motzigen Seitenblicken von dem unterwürfigen Hund ab, aber ich habe das Gefühl, daß ich dadurch ihr Verhalten auch verstärke.
Oftmals laufen diese ersten Begegnungen so ab, daß ich nicht schnell genug erkennen kann, was gleich passieren wird: entweder die Hunde sind außerhalb der direkten Reichweite, die Signale sind zu fein als daß ich sie so schnell erkennen könnte oder ich unterhalte mich gerade oder bin sonstwie abgelenkt. Dieses Verhalten zeigt Numa bei etwa 5% aller Hunde, denen wir begegnen, so daß ich meinen Hund natürlich nicht bei jedem Kontakt hochkonzentriert anstarre. Mit Welpen und Junghunden ist es so, daß Numa sich äußerst dominant zeigt, ständig unterwirft und keine halben Sachen duldet. Sieht sehr gefährlich aus, geht immer ohne den kleinsten Kratzer aus, aber aufgrund der Entsetzensschreie (und Schirmschläge - alles schon passiert) halte ich Numa nur noch von Hnden fern, die jünger als etwa 6 Monate sind.
Ich habe schon diverse Kommentare darüber gehört. Die, mit denen ich etwas anfangen konnte, waren die meiner Züchterin, die ich aus diesem Grund anrief. Sie sagte, Numa sei von klein auf eine dominante Hündin gewesen (hat sie mir beim ersten Besuch, Numa 3,5 Wochen, schon gesagt!) und das sei eben das Verhalten, mit dem man dann rechnen muß. Das sagt sich aber so leicht. Auf der einen Seite soll das ein natürliches Verhalten einer sehr dominanten Hündin sein (Menschen gegenüber ist sie widerum extrem freundlich/unterwürfig, bei Kindern kann sie schon mal ihre Grenzen durch Knurren bzw. Weggehen zeigen, da sie leider wenig Kontakt zu Kindern hatte), auf der anderen Seite gerät man von einer Sekunde zur anderen in eine unangenehme Situation.
Ich habe da auch noch keinen wirklich guten Weg gefunden, zumal ich wie gesagt auch nie 100% abschätzen kann, wie der andere Hund sich verhalten wird. Für mich war immer die Hauptsache, daß ich Numa in diesen Situationen im Griff habe, d.h. abrufen kann (allerdings nie in dem Moment, wo sie hetzt, da hat sie anscheinend ihr Gehirn abgeschaltet) und daß ich ruhig und verständnisvoll auf die besorgten Hundebesitzer reagiere (Gespräche sind allerdings kaum möglich, da man immer der "Böse" ist und sich eigentlich nur entschuldigen darf für den eigenen "mißratenen und gestörten" Hund). Die andere Seite kenne ich übrigens auch gut, ich hatte vorher eine überängstliche Zwergdackelhündin. Nur - die Position ist schlechter, wenn man auf der "bösen" Seite steht...
Ich würde mich freuen, wenn Du mal berichten würdest, wie es bei Deiner Hovihündin weitergeht!

Bis dann,

Tania&Numa

von dagmar(YCH) am 27. März 2001 08:37

hallo tanja,

habe mit großem interesse dein bereicht über deine rr-hündin gelesen, und glaube fast meine rr-hündin 14 mon. drin zu erkennen. sie zeigt
aber diese agressive verhalten bei ganz bestimmten hauptsächlich ängstlich hündinnen. wenn sie an der leine terror macht, bei eben diese
hündinnen, denke ich ich habe ein monster an der leine, lege ich zu unangeleint ab, muß ich meine volle konsentration einbringen um sie zum
bleiben ohne gebrumme zu bringen. ich versuche jetzt in solchen fällen mit einer mit schrauben gefüllten colabüchse, wenn sie angeleint in platzposition ist, sanft wirklich sanft vor die brust zu klopfen, und dabei mit wirklich ruhiger stimme meine weiteres kommando ruhig zu geben.
wir haben das gestern das erste mal ausprobiert, und wir bleide waren über die wirkung verblüfft. es ist nun mal so wie du ja auch sagst, ich habe den hund der bei manchen anderen terror macht, und dieses verhalten nervt mich total ab, ich hoffe und glaube mit der büchse ein harmloses und wirkungsvolles mittel in der hand zu haben. und probieren und berichten weiter.
viele grüße
dagmar und bahati

von Tania(YCH) am 27. März 2001 19:42

Hallo Dagmar!

Auch wenn das Thema nicht wirklich lustig ist, freue ich mich, daß es andere mit dem gleichen Problem gibt. Ich habe mir schon sonst welche Sorgen gemacht, meine Hündin sei extrem agressiv, ich hätte sie nicht im Griff oder etwas falsch gemacht. Allerdings habe ich genau dieses Verhalten schon öfters von RR-Besitzern bzw. von Besitzern sehr dominanter Hündinnen gehört. Und das RR-Hündinnen sich oftmals sehr dominant zeigen habe ich schon öfters erlebt.
Daß dieses Dominanzverhalten durch die Leine noch verstärkt wird, habe ich mit Numa auch erlebt. Aber das ist ja ein bekanntes Problem, an der Leine ist der Hund in dem Fall "stärker" durch seine Verbundenheit mit dem Rudelchef. Ich lasse Numa nach wie vor frei laufen solange ich mir sicher sein kann, daß ich jederzeit in der Lage bin, eingreifen zu können. Daß ich der Rudelchef bin, der bestimmt, ob und wie lange Numa einem anderen Hund gegenüber Dominazverhalten egal welcher Art zeigt, das weiß sie. Ich kann nur nicht immer und überall unmittelbar dabei sein, wenn sie mit anderen Hunden Kontakt aufnimmt, so daß solche Situationen nicht zu vermeiden sind. Und ich lasse Numa in einem gewissen Maß andere Hunde dominieren, genauso wie sie sich anderen Hunden gegenüber unterwerfen bzw. gleich stellen darf. Das gehört nun mal zu ihrem Verhalten dazu und ich werde es nicht unterdrücken. Viele Hundebesitzer beruhigen MICH meist noch und sagen: "Lassen Sie ruhig, das macht meiner bei anderen Hunden auch manchmal." o.ä.
Ich passe eben nur auf bei deutlich kleineren Hunden, da dort die Verletzungsgefahr auch größer ist wenn Numa mal mit der Pfote schlägt (RR!), den anderen Hund anrempelt oder ihn hetzt. Und bei Welpen, da die Besitzer meist Amok laufen, wenn ihr "Baby" von Numa zurechtgestutzt wird wenn "Baby" ausprobieren will, wie es ist, sich mal nicht zu unterwerfen. Ansonsten "darf" Numa auch mal dominieren, da sie sich größtenteils bei Hundebegegnungen selbst unterwürfig zeigt bzw. gleich stellt und spielt.
Vielleicht bewertet man es auch oft über, wenn Hunde sich mal nicht von ihrer "Lassie und Komissar Rex - Seite" zeigen sondern auch mal Seiten aus ihrem natürlichen Verhaltensrepertoire zeigen, die viel gefährlicher für uns Menschen aussehen als sie tatsächlich sind. Wie gesagt, bei Numas thaetralischten, lautesten Unterwerfungen ist nicht einmal Blut geflossen, nie sieht man auch nur eine Schramme.
Aber auf jeden Fall ist man für die anderen Hundebesitzer oft genug der Böse, weil man eben den größeren und kräftigeren Hund hat, der "angreift". Und dann wird man eben zur Zielscheibe.
Aber ich denke, wenn man weiß, daß die eigene Hündin keine seltsame Ausnahme ist und wenn man darauf achtet, in den Augen des eigenen Hundes immer Rudelchef zu bleiben, dann kann man solche Situationen viel ruhiger und gelassener angehen.

Da Du schreibst, Deine Bahati sei 14 Monate alt fällt mir ein, daß Numa in diesem Alter diese agressive Verhalten noch viel stärker und öfter gezeigt hat, was sicherlich mit der Pubertät zusammenhängt. Durch 2 Dinge ist Numa deutlich gelassener, ruhiger und friedlicher geworden: mit zunehmendem Alter (sie ist jetzt 2Jahre,3Monate) und durch ihre Kastration im Alter von 18 Monaten. Wir mußten sie kastrieren lassen, damit sie ihre OCD (Gelenkerkrankung) nicht weiter vererbt (ich hatte Angst, daß mal "was" passiert und man dann einen Wurf gelenkkranker Hunde in die Welt setzt), und der Tierarzt sagte damals schon, daß dadurch ihre Agression gemindert würde. Inzwischen habe ich auch schon gehört, daß agressive Hündinnen durch Kastration noch schlimmer werden können, aber bei Numa war das nicht der Fall. Sie ist fast schlagartig friedlicher geworden, ich kann jetzt auch viel besser auf sie einwirken. Ob das eine 100%ige Lösung ist, weiß ich nicht, bei Numa hat es gewirkt. Auch wenn Du sie nicht kastrieren lassen wirst, wird Bahati mit jedem Monat nach ihrer schlimmsten Pubertätsphase ruhiger und gelassener werden.

Freue mich schon auf weitere Berichte von Dir und Bahati und halte Dich natürlich auch auf dem Laufenden.
Bis dann,

Tania und Numa

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