Absolute Dominanz im Familienrudel? :: Hundeerziehung + Soziales

Absolute Dominanz im Familienrudel?

von Katja + Indy(YCH) am 07. April 2001 08:40

Guten MOrgen allerseits!

Ich habe nun diese "Wurfgeschwister"-Diskussion (wobei die Tatsache, daß sie Geschwiser sind, m.E. für die Hunde total unerheblich ist, wenn sie sich monatelang nicht gesehen haben) durchgepflügt. Dabei stellte ich mir die Frage, ob ich irgendein zwei oder mehr Hunde umfassendes Rudel kenne, in den die "Ich Chef - du nix"-Situation zwischen den beiden Hunden besteht. Die Antwort: Nein, kenne ich so nirgends!
Ein paar Beispiele: Goldirudel, Vater und zwei Söhne. Papa (8 1/2) ist der absolute (und manchmal auch absolutistische) Herrscher. Beide Söhne (fast sechs und ein Jahr) geben Spielzeug, Futter, Liegeplätze etc. sofort ab, wenn er "höflich anfragt". Aber: Sohn eins ist der Initiator der Jagd (inzwischen dank Erziehung nicht mehr), weil er die Nase und die Lauffreude hat. Ansonsten hat Sohn eins wenig zu sagen und wird binnen jahrespflicht sich unter Sohn zwei unterordnen, wenn ich das richtig einschätze.

Bei uns: Indy und meine Schwiegerhündin sind zwar kein permanent zusammenlebendes Rudel, haben aber durchaus klare Strukturen. Indy ist drei Jahre älter und der Chef - Ronja würde ihn aber nie an ihren Futternapf lassen und er akzeptiert das klaglos. Ich kann sie zusammen füttern, kein Problem, aber sie teilt ihr Futter nicht. Wenn ich mit beiden Ball spiele, läßt er ihr den Vortritt, weil sie total Ballverrückt ist und er nicht. Läßt sie den Ball fallen, ist es seiner, hat sie ihn im Maul, rückt sie ihn nicht (mehr) raus. BEi allen anderen Sachen (Hundebegegnungen, Tobespiele, Jagdsequenzen, "seltsame" Gegenstände wie Mülltonnen ;-)) orientiert sie sich völlig an ihm.

NOch eins: Zwei Hündinnen, Neufimix (9) und Landseer (sechs). Die Mixhündin ist die Chefin. Aber die Landseerdame ist ein totaler Frauchenhund und hat den Vorrang, wenn es um "in Frauchens Nähe sein" geht. Das beinhaltet in dem Fall sogar das Ablagern im Körbchen der Chefin, was sie sonst nicht dürfe.

Ist bei uns ja auch so: Ich habe das Markieren an meinen Hund deligiert ;-) weil es ihm wichtiger ist als mir...

Meine Frage also: Gibt es irgendwo eine Hundegruppe, in der der Chefhund tatsächlich den anderen alles verbietet? Oder ist es nicht doch (wie ja auch in der Diskussion beschrieben) so, daß jeder Hund auch Prioritäten setzt und in irgendeinem Punkt, der für ihn wichtig ist, ein "kleiner König" sein darf? Erfolgserlebnisse sind ja wichtig für den Seelenfrieden, hält sowas nicht auch die soziale Hygiene im Rudel intakt?

Freue mich auf Antworten aus anderen Rudeln :-)

Katja

von Eva und Rio(YCH) am 07. April 2001 12:59

Hallo Ihr yawning smiley)
Meine Beobachtung beim eigenen Hund war bisher folgender Maßen:
Situation a) Ich habe eine 9monate alte Schäferhündin gehütet für etwa 3 Wochen. Obwohl die Hündin eindeutig die untere Rangposition hatte, durfte sie einiges, was für Rio... sagen wir mal nicht so wichtig war: Spielzeug zerstören, Gießkannen rumtragen, was Jungspunde halt so machen. Auch Schmusen mit mir oder meiner Family war okay. Allerdings gab es dann auch so Phasen, wo Rio das ganze Spielzeug auf einen Haufen getragen hat und sich 5 Meter entfernt plaziert hat. Wollte die Hündin dran, gab es ein lautes Gefauche- und alles war wieder klar.
Tabus waren eindeutig Rios Napf, wenn was drin war, Leckernchen dagegen durfte die HÜndin ruhig haben.
ich hatte das Gefühl, daß die Schäferhündin im Laufe der Zeit eher MEHR als weniger durfte, weil sie mittlerweile wußte, auf was Rio Wert legt, und wo sie auch mal den Chef raushängen lassen durfte.

Bei Rio und Paddy, die mittlerweile zwar wie Indy und Ronja kein festes Rudel aber eben eine Gemeinschaft bilden, weil sie so oft zusammen sind, orientiert sich Paddy ziemlich an Rio, weil die oft flotter ist, selten Angst hat und allgemein den Ton angibt. Trotzdem darf er ihr das Spielzeug klauen ohne daß es Ärger gibt, neben mir auf der Chouch liegen und die Nase in ihre Leckerchen-Kiste stecken. Wehe allerdings, er kommt in die NÄhe ihres gefüllten Napfes! Aus seinem Napf fressen die beiden dagegen sogar gemeinsam.

Änliches hab ich bisher bei den "Rudeln" von Bekannten beobachtet: Meist ist schon einer da, der den Ton angibt, in den meisten Fällen der ältere Hund. Trotzdem dürfen die anderen Sachen, die eigentlich dem Chef zustehen- allerdings bin ich ziemlich sicher, daß der Chef ihnen diese Privilegien auch wieder aberkennen könnte.
Ein Rudel, wo die ranghöhere Hündin der rangniedrigeren wirklich jedes Recht auf Eigeninitiative aberkennt, habe ich auch schon erlebt bei zwei Dalmatiner-Hündinnen. Allerdings verstehen sich die beiden Damen sowieso sehr schlecht und in meinen Augen sind auch Herrchen und Frauchen nicht unbedingt geeignet, ein Rudel zu leiten. Trotzdem ist dieser Fall eher die Ausnahme, meist arrangieren sich die Hunde scheinbar und jeder hat bestimmte Privilegien- wobei der ranghöhere bestimmt, welche Privilegien das sein dürfen.
Liebe Grüße an Deinen Wunderwedel,
Eva und Schmuddelwart

von Barbara u. Cavaliere(YCH) am 07. April 2001 15:29

Hallo Katja,
in unserem Rudel gibt zwar die älteste Hündin( 7 Jahre ) den Ton an und besonders achtet sie auf Respekt bei den 2 jüngeren Hündinnen(2 Jahre).
Beim Ballspielen z.B.hat sie absolutes Vorrecht, auch dem Dicken mit
seinen 7 Jahren gegenüber.Das ist aber ein offenes Verhältnis,denn bei
Besuch setzt sich dann wieder der Dicke durch und verlangt zuerst
Streicheleinheiten.Da gibt sie nach, scheint nicht so wichtig zu sein.
Der jüngere Rüde ( 3 Jahre )läßt wieder beim Mäusebuddeln niemand an
seine Ausgrabungen.Beim Füttern herrscht Waffenstillstand-ich bin der
Boß!Beim Leckerchen verteilen siegt die Schnellste und das ist die jüngste Hündin.Wenn es Welpen gibt müssen sie der Chefin vorgeführt werden und sie hat bei der Erziehung das Sagen-die Jungs haben dabei
keine Nummer.Allerdings legt sie Wert darauf vor den jüngeren Hündinnen aus der Tür zu gehen und da gab es jetzt mal Ärger, weil Meggi schneller sein wollte.Meistens ist aber Familienleben mit gemeinsamen Putzen und
auf dem Sessel sitzen angesagt.
Ich denke, die Rudelordnung ist eine Notwendigkeit aber keine starre
Doktrin.Auch sind die lieben Vierbeiner durchaus Individuen und keine
Instinktmaschinen-sie haben gute und schlechte Stimmungen und Sinn
für Humor.

liebe Grüße
Barbara u. Cavaliere

von Katja + Indy(YCH) am 07. April 2001 15:23

Hallo Ihr zurück :-)

: ich hatte das Gefühl, daß die Schäferhündin im Laufe der Zeit eher MEHR als weniger durfte, weil sie mittlerweile wußte, auf was Rio Wert legt, und wo sie auch mal den Chef raushängen lassen durfte.
Ja, das kenne ich - am Anfang gibt es schon für tiefes EInatmen was zwischen die Hörner, aber das läßt dann nach, wenn man sich geeinigt hat. Ist ja auch für den Chef streßfreier, wenn er nicht dauernd bei allen darauf achten muß, was der Untergebene tut. Ökonomie sozusagen :-)
: allerdings bin ich ziemlich sicher, daß der Chef ihnen diese Privilegien auch wieder aberkennen könnte.
Wahrscheinlich ja; ich weiß nur nicht, ob sie diese Privilegien kampflos wieder räumen würden?

: Ein Rudel, wo die ranghöhere Hündin der rangniedrigeren wirklich jedes Recht auf Eigeninitiative aberkennt, habe ich auch schon erlebt bei zwei Dalmatiner-Hündinnen. Allerdings verstehen sich die beiden Damen sowieso sehr schlecht und in meinen Augen sind auch Herrchen und Frauchen nicht unbedingt geeignet, ein Rudel zu leiten.
Ich kenne nur vom Erzählen so einen Fall, wo die Tochterhündin dann abgegeben wurde, weil Mutter und Schwester (aber bei zwei anderen Hunden gibt es vielleicht noch mehr Eigendynamik?) sie total unterdrückten und schwer verletzt haben. Andererseits war die Hündin, als sie mit anderthalb abgegeben wurde, auch nicht einen Deut erzogen... ich würde mal behaupten, daß weder Schwester noch Mutter besser hörten und das mit ein Auslöser des Problems war.

Liebe Grüße von Schmuddelwawart an Schmuddelwawart,

Katja und besagter


von Katja + Indy(YCH) am 07. April 2001 15:34

Hallo BArbara!

Danke für Deine Rudelbeschreibung. Ich denke auch, daß die Rangordnung bei Hunden keine starre Hackordnung ist und nur von oben nach unten geht - ein Rudel könnte so ja gar nicht überleben, wenn sich alle nur nach dem Chef richten und keinerlei Eigeninitiative mehr gefragt ist, denke ich.

: Ich denke, die Rudelordnung ist eine Notwendigkeit aber keine starre
: Doktrin.Auch sind die lieben Vierbeiner durchaus Individuen und keine
: Instinktmaschinen-sie haben gute und schlechte Stimmungen und Sinn
: für Humor.
Humor - oh ja, wer ist noch nie von seinem Hund vorgeführt worden??? ;-)

Liebe Grüße,

Katja

von Barbara u. Cavaliere(YCH) am 07. April 2001 18:19

Liebe Katja,
zum Thema vorgeführt werden noch eins drauf,mein Rüde Drops liebt
Ausstellungen, ja er ist eitel!Er weiß auch genau, wann er seine gepflegten Feindschaften ausleben kann-auf jedenfall nicht im Ring,da
existiert die Konkurenz nicht.Sonst wird er schnell mal zur Furie beim
Nahen eines Rüden seiner Rasse.
So etwas kann man mit reinem Instinkhandeln nicht mehr erklären.

liebe Grüße
Barbara u. Cavaliere

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