Rüde kontra Rüde :: Hundeerziehung + Soziales

Rüde kontra Rüde

von Anne(YCH) am 22. Juni 2001 16:03


: Dabei gibt es im Prinzip zwei Dinge, die vorher sitzen müssen. Der Hund darf nicht einfach ungefragt zu einem andern hinbrettern, sondern erst, nachdem Du ihn mit einem Freigabesignal das O.K. gegeben hast. Dein Hund muss auch bei Interaktion mit Artgenossen jederzeit abrufbar sein. Diese Dinge sollten schon sein, damit man die Sache einigermaßen problemlos abblasen kann, wenn es zu brenzlig wird.
: Liebe Grüße
: Conny
Wäre dies gegeben hätte Sie wohl kein Problem
Liebe Grüße Anne

von Barbara F.(YCH) am 22. Juni 2001 16:42

Hallo Conny,
dass er selber zu Hunden geht, ohne zu "fragen" haben wir gut im Griff, wir machen das Spielchen auch bei allen Begegnungen, auch bei Hunden die er gut kennt.
Das mit dem jederzeit abrufbar ist im Moment bei Begegnungen mit Rüden eben nicht realistisch. Er ist erst abrufbar, wenn sich der andere unterwirft. Nur rumrüpeln ist so eine Sache, von mir aus geht es eben schon zu weit, wenn beide leichte Schrammen oder ein Loch im Ohr haben. Nicht das meiner das nicht verkraften würde, es stört ihn nicht weiter, ich desinfiziere das und das war`s dann.
Es ist nur so, dass er immer der Stärkere ist und dadurch noch einen Zahn zulegt. Sollte er einmal an eine Rüden geraten, der es genau so wissen will wie er, wie gesagt, er wird sich kaum unterwerfen. Und Schwächere, die eigentlich keinen Streit suchen und "nur" etwas Imponiergehabe anzetteln wollen, sollen von ihm eben auch nicht rutergebuttert werden. Erstens wegen dem anderen Hund, der auf die Heftigkeit seiner Ataken meist nicht gefasst ist und zweitens, damit er sich nicht noch durch den Erfolg steigert. Darum unterlasse ich es im Moment, ihn bei diesen Begegnungen freizulassen, mindestens bis das Abrufen in derartigen Situationen sitzt. Einmal werde ich es wieder versuchen müssen.
Er hat noch nie einen Hund ernsthaft verletzt, und ich möchte es auf keinen Fall so weit kommen lassen, denn ich denke, kein Hund hat das Recht, einen andern wirklich zu beschädigen, dafür fühle ich mich verantwortlich. Bei vielen Hundehaltern ist halt eine Schramme oder ein kleines Loch von einem Eckzahn schon eine krasse Verletzung.

Mein Ziel ist es, mit ihm , angeleint oder bei Fuss, Rüden zu kreuzen, ohne dass es ihn zu kümmern hat, also ohne Stress. Daraufhin werden wir arbeiten, und ich werde deinen Vorschlag in nächster Zeit in die Tat umsetzen und über meine Erfolge (hoffentlich) berichten.
Viele Grüsse Barbara F.


von Doris(YCH) am 22. Juni 2001 17:57

Hi,
kann ich voll und ganz zustimmen.
Allerdings ist es in der Praxis manchmal unmöglich Situationen auszuweichen. (Rüde von vorne und hinten :-))
Wir sind dann an einem vorbei und ich habe sein manchmal noch aufkeimendes Agressionsverhalten komplett ignoriert und nicht bestärkt. Haben wir eine Distanz erreicht, in der er wieder "ansprechbar" ist : Alternativverhalten= agieren statt reagieren.
Funktioniert auch und letztens sind wir sogar am "Ertzfeind" unter zuhilfe von SUPERLECKERLI vorbeigekommen.
GRüße Doris

von Conny Jule Taiba(YCH) am 22. Juni 2001 20:54

Hallo Barbara,

ich sehe das genauso wie Du, Schrammen und ein Loch im Ohr sind eigentlich schon zuviel.

:ich denke, kein Hund hat das Recht, einen anderen wirklich zu beschädigen, dafür fühle ich mich verantwortlich.

Ich denke, dass man das prinzipiell nicht sagen kann, ob der Hund ein Recht dazu hätte, weil Hunde ein Rechtssystem nach unseren moralischen Maßstäben ja nicht kennen. Auf jeden Fall aber hat kein Hundehalter das Recht, so etwas mutwillig zuzulassen. Auch ich fühle mich dafür verantwortlich, dass meine Hunde niemanden, weder Mensch noch Tier, verletzen und ich finde, dass das eigentlich eine Selbstverständlichkeit eines jeden Hundehalters gegenüber seiner Umwelt sein sollte. Leider ist dem ja eben nicht immer so. Nach Texten wie "die regeln das schon unter sich" liegt dann nicht selten der Dackel des Nachbarn auf dem OP-Tisch und da braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Stimmung in Zukunft schlecht ist.

Das Spielchen, erst zu anderen Hunden hinzurennen, nachdem man z.B. Platz gemacht hat und frei gegeben wurde, machen wir auch. Bei allen Hundebegegnungen, grundsätzlich. Spiel mit Artgenossen gibts nur auf diese Weise, ansonsten "leider verloren" muss eben darauf verzichtet werden. Durch diese absolute Konsequenz klappt es prima und wie viel einfacher macht man sich Spaziergänge dadurch. Aber das brauche ich Dir ja nicht zu erzählen.

Das Abrufen eines rüpelhaften Rüden, der gerade dabei ist, mit einem anderen das Macho-Spielchen zu beginnen, ist da schon eine wesentlich anspruchsvollere Übung. Aber nach dem, was Du mir bis jetzt über Euch geschrieben hast, bin ich mir sicher, dass Ihr auch das mit ausreichendem Training zusammen schafft. So lange man das Niveau und die Abkenkung nur laaaaaaaangsam genug steigert und sich immer lohnenswerte Bestärkungen raussucht, ist man eigentlich immer auf der sicheren Seite. Man muss halt nur die nötige Selbstdisziplin und die Geduld, in Minischritten zu arbeiten, aufbringen.

Viel Spaß beim Üben und ausreichendes Sitzfleisch wünschen Dir

Conny, Jule und Taiba (die unrüpeligen aber dafür zickenhaften Weiber)

von Conny Jule Taiba(YCH) am 22. Juni 2001 21:03

Hallo Doris,

jaja, das Leben verläuft halt nicht immer nach Drehbuch. Situationen, in denen man gar nicht mehr ausweichen kann, sind zwar bei geeigneter Wahl des Spazierweges und bei immer offenen Augen selten, aber solche Fälle wie Du sie beschreibst "Rüde von vorn und von hinten" kommen halt auch mal vor. Und wenn sich dann auch noch links ein Bach und rechts ein sorgfältig gepflegtes Spargelfeld (auf dem dummerweise auch noch der Bauer gerade beschäftigt ist) befinden, schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Dann muss man dran vorbei und dann ist die von Dir beschriebene Methode "ich werde zu einem blinden, tauben, stummen und emotionslosen Wesen, beiße die Zähne zusammen und durch" das einzig Wahre, was man machen kann, um den Rückschritt so klein wie möglich zu halten.
Schicksalshafte Grüße
Conny und die Weibertruppe

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