Beziehungsproblem :: Hundeerziehung + Soziales

Beziehungsproblem

von G + J(YCH) am 01. Juli 2001 21:50

: Hallo ihr 2,
: reagiert er bei anderen auch eifersüchtig? bei deinem freund davor, oder anderen leuten?
:
:
: tanja

Hallo Tanja

Nein gegenüber Anderen ist Janosch der liebste Hund der Welt, er dreht nur bei meinem neuen Freund völlig durch.

Liebe Grüsse
Gina und Janosch

von Eva und Rio(YCH) am 01. Juli 2001 22:04

Hallo Gina,
ich frage mich ehrlich gesagt, warum Du eigentlich fragst. Woran, meinst Du, liegt es, daß Janosch Deinen Freund anpinkelt? Weil ihm etwas nicht paßt, und er sich von Dir nichts verbieten läßt.
Ein Hund ist sicher ein Lebewesen. Und: Ja, er verdient Respekt. Aber Respekt heißt einem Hund gegenüber nicht, daß er machen darf, was er will (und dann auch noch mit der Begründung, daß Du ja auch nicht alles tust, was man Dir sagt)! Ein Hund ist ein Rudeltier, daß (wie die anderen schon geschrieben haben) klare Strukturen braucht. Würde jeder Hund in einem Rudel "seine Lebensart" haben würde, wäre eine gemeinsame Jagd absolut unmöglich. Es gehört also auch dazu, daß er Dich als ranghöher anerkennt und grundsätzliche Dinge (wie: man pinkelt Frauchens Freund nicht an) auch akzeptiert.
Eigentlich ist genau das Gegenteil von dem der Fall, was Du schreibst: Ein Hund fühlt sich sehr viel wohler, wenn DU ihm sagst, wo es lang geht und er klare Rudelstrukturen vorfindet.
Ohne grundsätzliche Änderungen wirst Du nur Kosmetik betreiben können. Den Hund wegsperren, wenn Dein Freund kommt, die Schlafzimmertür schließen, ihm per Wasserpistole das Jaulen verleiden... Und wenn Du einmal nicht außpaßt, wird Janosch erst Recht hergehen, und Deinen Freund markieren. Gewonnen hast Du dadurch wenig! yawning smiley(
Ich kann Dir nur empfehlen, wirklich ein Buch wie "Was tu ich nur mit diesem Hund" zu lesen! Sicher ist es ein Bißchen Arbeit, grundsätzliches zu ändern und umzudenken. Aber ein Hund kann und WILL auch nicht wie ein Mensch behandelt werden, auch wenn es unserem Gerechtigkeitssinn manchmal ein Bißchen zuwider geht.
Liebe Grüße und sei mir bitte nicht böse,
Eva & Rio


von G + J(YCH) am 01. Juli 2001 22:01

Hallo Moni

Janosch tyrannisiert mich nicht. Ich akzeptiere ihn als eigenständiges Lebewesen, das seine Rechte hat.
Er ist allgemein auch sehr umgänglich, nur eben bei meinem Freund rastet er total aus.

Auch zu Kindern ist er sehr lieb und spielt mit ihnen ohne wenn und aber.

Liebe Grüsse
Gina und Janosch


von Jenny(YCH) am 02. Juli 2001 07:25

Hallo Gina und Janosch,

Auch wenn es die anderen eigentlich schon gesagt haben, ich möchte es doch noch einmal etwas anders formulieren.

Es gibt etwas ganz grundsätzliches bei Hunden, das für uns Menschen sehr schwierig ist zu verstehen und manchmal auch zu akzeptieren. Und zwar: ein Hund kennt KEINE Demokratie. Sondern nur die HIERARCHIE. Glaube mir (und wenn nicht mir, dann halt den Experten ;-) ).

Das heisst, wenn ein Hund in seiner Familie keine deutliche Struktur erkennen kann und auch nicht so genau weiss, wo sein Platz ist, kann er ganz schön verwirrt werden. Denn für den Hund bedeutet das, dass er ja dann den Chef sein muss, wenn es sonst schon niemand ist. Bei den einen Hunden führt das zu grossem Stress, weil sie sich überfordert fühlen. Die anderen (wie wahrscheinlich dein Kleiner) werden dann die Obermacker und haben das Gefühl sie bestimmen, wer nun in das Haus darf, wer auf den Sessel darf, wer mit Frauchen schmusen darf...etc. Er ist jetzt 14 Monate (wahrscheinlich etwa im zweiten Pubertätsschub) und "beschränkt" sich aufs anknurren und anpinkeln. Aber ich bin mir sicher, dass wenn er nicht in seine Schranken verwiesen wird, es nicht dabei bleiben lässt...

Dass du der Chef bist, heisst nicht, dass du deinen Hund ständig anbrüllst, ihn an der Leine über den Hundeplatz schleifst oder was auch immer. Der Hund wird dich dadurch nicht mehr respektieren, sondern bekommt nur Angst vor dir, also eine negative Art des Respekts. Das sind veraltete Methoden, heute weiss man viel mehr über Hunde und Hundeerziehung und hat ganz andere Möglichkeiten.

Das Ziel ist, dass dein Hund dich so respektiert, dass es für ihn ganz natürlich ist, das zu machen was du von ihm wünschst und er es auch GERNE macht. Ja, das geht! Er wird sich auch viel wohler fühlen.

Natürlich ist es schwierig so virtuelle Ferndiagnosen und -rezepte zu geben. Besser wäre es, wenn du eine wirklich kompetente Person in deiner Umgebung finden würdest, evtl kann dir jemand aus dem Forum eine empfehlen, wenn du deine Umgebung angibst. Diese Person kann dann auch die ganze Situation unabhängig und besser einschätzen, als wir es tun.

Trotzdem noch ein paar Tipps:

- Probiere nicht nur zu überlegen, wie kann ich dem Hund dieses und jenes verbieten, sondern versuche ihm ein gewünschtes Alternativverhalten zu zeigen, dass dann auch ausgiebig belohnt wird. So weiss, aha, wenn ich z.B. ins Platz gehe, dann bekomme ich etwas feines, dann spielt sie mit mir, dann bekomme ich Aufmerksamkeit etc.

- Ignorieren kann eine äusserst wirksame Strafe sein.

- Manchmal ist es auch sehr hilfreich, den Hund über eine Zeitlang nur von der Hand zu füttern und ihn kleine Übungen vorher zu machen. z.B. schliesst du die Hand und er darf es erst nehmen, wenn er Sitz gemacht hat (geht ganz ohne herumdrücken und zerren). Oder er muss warten, wenn du die Hand öffnest, bis du ihm ausdrücklich erlaubst das Futter zu nehmen, sonst verschliesst sich die Hand gleich wieder. Gut wäre, wenn auch dein Freund da miteinbezogen wird.



Viele Grüsse
Jenny


von Carmen(YCH) am 02. Juli 2001 10:45

Hallo Gina,

grundsätzlich möchte ich Dir noch einmal die Frage zu Deiner Ausssage stellen:

:das sehe ich nicht ganz so, ich lasse mir auch nicht immer alles
:Befehlen und das sollte man einem Hund gegenüber respektieren, dass er
:auch ein Recht auf seine Lebensart hat.

hast Du Dir eigentlich einmal Gedanken darüber gemacht, WAS SEINE LEBENSART ist? Ich meine, die armen Leute hier versuchen Dir zu helfen und Du wiedersprichst dauernd mit "er ist sons soooo lieb, er mag alle usw. Er ist jetzt gerade mal 14 Monate und ich hoffe für Dich und Deinen Hund, dass Du endlich mal Fachliteratur zur Hand nimmst oder auf einen guten Hundeplatz gehst, oder einen privaten Trainer zulegst, der Dir alles einmal in Ruhe zeigt. Weißt Du eigentlich, dass gerade Westies, verhätschelt und verpeppelt völlig falsch behandelt sind? Terrier sind keine Schoßhunde und deswegen hat man sie mit den (ich sage mal) "lieben, nervenstarken" Molossern gekreuzt, damit diese "Kampfundefunktionsfähig" werden.

Wir versuchen Dir NICHT beizubringen, dass Du Deinen Hund Mißhandeln sollst, die Leute versuchen Dir zu helfen, die Informationen über Hunde zu vermitteln, die Du noch nicht hast.
Sorry, ich möchte Dich nicht angreifen, aber ich habe leider immer gegen Westibesitzer zu kämpfen, die meinen Großen als Kampfhund abtun wärend er ganz teilnahmslos an den keifenden Kleinen vorbeigeht (das heißt nicht, dass es nicht auch gut sozialisierte Westies gibt - ich kenne nur leider keine). Es ist hier noch nicht so erwähnt, aber es kann durchaus sein, dass Dein süßer Janosch sich auch noch im laufe seiner Persönlichkeitsentwicklung gegen andere wie Deinen Freund stellt.

Und außerdem zu dem posting mit PH möchte ich auch noch etwas sagen:


: Deine Einstellung ist ein wenig falsch
Dem gebe ich recht.
:Warum ist die denn so falsch? Immerhin ist Janosch ein Lebewesen, das
:Recht auf Anerkennung hat.
Annerkennung als Mensch?

: Du solltest er sagen, es wird so gemacht, Janosch muß, er darf erst wenn, usw.
:Wie soll ich das nun verstehen?
RudelORDNUNG

: Also anpinkeln lassen würde ich mich von keinem Hund und anknurren
:lassen auch nicht. Janosch nimmt sich ziemlich viele Frechheiten
:heraus. Zeige dem Hund, dass er ein Hund ist und stelle ihn nicht über
grinning smileyich und die andern. Nicht dein Freund oder andere sollen sich deinem
:Hund anpassen, sondern Janosch den anderen.

:Klar weiss Janosch dass er ein Hund ist, ein Mensch würde ja andere
:nicht anknurren oder anpinkeln, oder sehe ich das falsch?
Ich glaube das siehst Du falsch, Hunde an sich "wissen" doch gar nichts (Instinkt nennt man sowas und ist nicht zu vergleichen, mit den anerzogenen Verhaltensmustern), sie können auch keine Vergleiche anstellen. Vermenschliche ihn doch nicht so.

:Und solange soll wohl mein armer Janosch hungern?
Meinst Du das bei einem Hund in freier Natur jeden Tag um die selbe Zeit ein Kaninchen vorbeirennt um von ihm gefressen zu werden? Ein Hund verträgt durchaus eine gewisse Hungerzeit.

:Nein in diese Brüllanstalten bringt mich keiner.
Dann tust Du Dir, Deiner Umwelt und Deinem Hund keinen Gefallen. Diese Brüllanstalten lernen den wissbergierigen Herrchen den Umgang mit Hund und Umwelt, Sozialisierung nennt man das. Da der Hund eben kein Mensch ist, bedarf es einiger Informationen, die diese Hundeschulen DEN HERRCHEN/FRAUCHEN beibringen möchten.


Wo wohnst Du? Vielleicht möchtest Du mir privat schreiben und wir versuchen irgend jemand zu finden, der Dir helfen kann.
Viele Grüße, Carmen

von Dacota(YCH) am 02. Juli 2001 11:50

Hallo !!

:Ich akzeptiere ihn als eigenständiges Lebewesen, das seine Rechte hat.
Das sollst du auch!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Aber ein Hund WILL ein geordnetes Leben! Die allermeisten Hunde sind froh, wenn sich ihr herrchen (bzw. Frauchen) durchsetzt und sie nicht mehr in einer Ungewissheit leben müssen "wer ist jetzt der Chef, muss ich jetzt doch das Rudel anfrühen oder schafft mein frauchen das etc."

: Auch zu Kindern ist er sehr lieb und spielt mit ihnen ohne wenn und aber.
Darum gehts hier auch nicht! Es geht darum, ob dein Hund sicher weiß, dass du der Rudelanfüher bist!! (was ich nicht glaube)

Mach dir bewusst, dass ein Hund vom Wolf abstammt und ein bisschen Wolf steckt auch in deinem Janosch! Du vermenschlichst deinen Hund zu sehr mit deinem "eigenes Lebewesen mit Rechten" und so. Natürlich hat ein Hund rechte und es ist ein Lebewesen, aber deshalb muss es noch lange nicht der Rudelanführer sein! Wenn du denkst, dass du seinen "Willen brechen" müsstest oder ihn zu Tode betrüben und tief verletzen würdest, wenn du der Rudelanführer bist, dann hast du dich getäuscht, Janosch wird zufrieden sein, wenn er endlich weiß, dass du in der Lage bist, ein guter leiter zu sein und er sich darum keine "Sorgen" machen braucht.

Um es nochmal zu sagen - ein Hund will nicht unbedingt der Anführer sein! nur wenn sie merken, dass das herrchen wohl nicht in der Lage dazu ist, dann wird er es wohl übernehmen müssen (nach seiner Denkweise), wenn er weiß, dass du das Rudel leitest, wird er sich auch zufrieden dem unterordnen.

Gruß, Dacota

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