Dobi sieht Katze und knallt durch ! :: Hundeerziehung + Soziales

Dobi sieht Katze und knallt durch !

von Martin(YCH) am 09. Juli 2001 08:47


Hallo Gemeinde !

Mein Problem ist nicht ganz alltäglich und ich hoffe, dass jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat und diese lösen konnte.

Wir wohnen in einem Bauernhaus mit fast 800 m2 eingezäuntem Grundstück für unsere Hunde. Wir haben 2 Dobis im Alter von 5 Jahren. Mit unseren 2 funktioniert Alles super und wir leben als EINE FAMILIE. Da wir den Platz und die Zeit haben, überlegten wir uns vor 6 Monaten einen 3. Hund anzuschaffen. Wobei ich an dieser Stelle erwähnen muss, dass auch unsere 2 NICHT von einem Züchter erworben wurden. Das Weibchen haben wir aus dem Tierheim und das Männchen haben wir mit ca. 10 Monaten von einem Vorbesitzer geholt, der offensichtlich überfordert war mit ihm. Entgegen aller Vorwarnungen der "Klugscheisser die sowieso immer alles besser wissen" leben wir nun seit über 4 Jahren glücklich mit unserern 2 Hunden zusammen.
Nun stellten wir uns die Frage, ob wir einem 3. armen Kerl helfen könnten. In einem Tierheim wurden wir dann auch fündig: Eine 5.5 Jahre altes Dobi-Weibchen war seit 6 Monaten in einer Box. Die Chance, dass so ein Hund vermittelt werden kann sind ja in Anbetracht der Rasse und des Alters praktisch bei NULL. Die Tatsache, dass der Hund "angeblich beim sehen einer Kazte um sich schnappt" förderte seine Chancen vermittelt zu werden ins Gegenteil. Jedenfalls war sie kurz davor eingeschläfert zu werden.
So haben wir uns entschieden ihr eine Chance zu geben.
Wir wussten, dass es nicht ganz einfach wäre in unsere Familie einen weiteren Hund aufzunehmen. Es hat dann Anfangs auch mal geknallt zwischen den Frauen, aber das Beschränkte sich auf den ersten Monat. Der Besitzer des Tierheims konnte das "umsichschnappen" gemäss Aussage der Vorbesitzerin nicht bestätigen. Jedenfalls haben wir uns nach ein paar Tagen Eingewöhnungsphase mit der Neuen auf die Strasse gewagt. Gewagt deshalb, weil es von Katzen wimmelt in unserer Nachbarschaft. Die ersten paar Begegnungen sind dann auch problemlos verlaufen: Sie sichtete die Katze, und wollte starten. Ich rupfte sie an der Leine zurück und nahm sie gleich bei Fuss, wo ich sie jeweils erfolgreich ablenken konnte. So meisterten wir bestimmt 5 Situationen in Folge. Dem Tierheimbesitzer gab ich dann auch Entwarnung, dass die Sache gar nicht so schlimm sei..........dachten wir!
Bis ich eines Abends an einem Gebüsch vorbeispazierte, in dem sich ein weisser Plastiksack verfangen hatte. Sie erblickte den Plastiksack sofort, nachdem dieser von einer Windböhe erfasst wurde. Dann passierte es: Ohne Vorwarnung packte sie mich an meinem Linken Hosenbund und zerriss meine Hose in einer Agression, wie ich sie noch nie gesehen habe. In meinem Reflex packte ich sie von hinten am Halsband und schwang sie auf die Seite zu Boden, wo ich sie dann auch ca. 30 Sekunden lang festhielt. Mit dem hätte ich nicht gerechnet!! Was wohl passiert, wenn ich sie nun loslasse? Meine Freundin holte den Sack aus dem Gebüsch und zeigt ihn ihr. Dann liess ich sie vorsichtig los und sie sass vor mir als ob nichts passiert wäre. Ca. 1 Minute später leckte sie sogar wieder mein Gesicht ab...........

Mittlerweile hat sie mir 3 und meiner Freundin 1 Hose zerrissen. Ausser ein paar Kratzern ist nichts passiert. Sämtliche Einwirkungen sind erfolglos geblieben, was dazu führte, dass wir sie nur noch mit einer "Maultasche" ausführten. Im Garten kann sie sich dann frei bewegen........dachten wir:

Nach nun fast 3 Monaten ruhe ist es dieses Wochenende passiert. Sie stand im Garten und beobachtete ein ca. 10 Meter von ihr entferntes Gestrüpp. Sie knurrte und ich bemerkte das. Als ich sie dann rief hörte Sie auf zu knurren und ihr Blick schien sich auch nicht mehr aufs Gebüsch zu konzentrieren. Sie stand dann noch ca. 1 Minute dort. Dann lief mein Bruder nichts ahnend vom Haus vor ihr durch. Als er ihr die Sicht versperrte, machte sie einen Satz zu ihm und biss ihn in die linke Wade! Wir hatten zuvor das Glück jeweils lange Hosen angehabt zu haben, er hatte kurze Hosen an..........
Schlimm war die Wunde ausser 2 Löchern in der Wade nicht.

Nun stellen sich uns diverse Fragen:
-Bringt man diese Reaktionen noch weg ?
Offenbar gelingt es der Schulmedizin nicht menschliche Triebtäter zu heilen. Warum sollte uns dies bei ihr gelingen.
-Ist es ein Leben für einen Hund, wenn er nur noch mit dem Maulkorb im Freien sein kann?
-Müsste man einen solchen Hund einschläfern? ....oder was muss passieren bis man es macht?

Sie hat eine gespaltene Persönlichkeit. Im Haus ist es der liebste Hund. Vermutet sie aber eine Katze dreht sie für etwa 5 Sekunden völlig druch. Beschreiben kann man das nicht: Man muss es gesehen haben, um es zu glauben!!

Zur Zeit sind wir ziemlich verzweifelt und ich bin froh um jede Hilfe!


Danke!

PS.
Auf Tipps wie "man hat auch nicht 3 Hunde" oder "Bachblütentherapie" kann ich verzichten

von Luke(YCH) am 09. Juli 2001 09:42

:
: Hallo Martin!
:
Mein Problem ist nicht ganz alltäglich und ich hoffe, dass jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat und diese lösen konnte.
:
Ein Freund von mir hat einen Hund der sich ähnlich verhielt, nur dass sich sein Problem auf Fahrräder bezog. Der Hund hatte wohl beim Vorbesitzer öfters Fahrradfahrer gejagt und dabei auch mal einen böse zu Boden gestreckt. Sobald der Hund eine Rad auch nur anschaute bekam er ,seit diesem Vorfall, ein paar drüber. Das ging am Ende so weit, dass wenn er ein Fahrrad (oder ähnliches) nur hörte, voller Panik um sich schnappte, da er ja wusste dass er gleich wieder den Stiefel im Bauch hatte. Naja, eins hatte der Besitzer erreicht, Fahrräder jagte dieser Hund nie wieder. (ich vermute mal dass es bei eurem wohl auch so war)
Mein Freund übernahm ihn dann von diesem Mann. Zu erst ging er mit dem Hund an stehenden Fahrrädern so lange vorbei, bis der Hund sich nicht mehr drum kümmerte (dauerte bestimmt einen Monat). Dann wurde dass Fahrrad geschoben, später richtig gefahren. (das ganze hat über 6 Monate gedaurt)

Nun stellen sich uns diverse Fragen:
-Bringt man diese Reaktionen noch weg ?
Ja bestimmt ihr müsst nur einen Weg finden (was bei Katzen sicherlich nicht so "einfach" wie bei Fahrrädern ist). Vielleich habt ihr in der Nähe einen guten Hundepsyschologen.
Offenbar gelingt es der Schulmedizin nicht menschliche Triebtäter zu heilen. Warum sollte uns dies bei ihr gelingen. Weil dein Hund es sicherlich nicht as "Spaß" macht. Vielleich könnt ihr ja noch etwas über die Vorgeschichte rausfinden
-Ist es ein Leben für einen Hund, wenn er nur noch mit dem Maulkorb im Freien sein kann?
Meiner Meinung nach Nein!
-Müsste man einen solchen Hund einschläfern? ....oder was muss passieren bis man es macht?
Wenn ihr alles versucht habt und es zeigt sich keine Besserung, ist es sicherlich besser den Hunden einschläfern zu lassen
:
Vielleicht hat es dir ein bisschen geholfen

von Wilma u. Arno(YCH) am 09. Juli 2001 09:38

Hallo Martin,

puh, das ist wirklich heftig. Ich frage mich allerdings, ob der Hund wirklich nur überreagiert also triebhaft.
Mich erinnert das ein bißchen an einen Schäferhund, den eine Bekannte mal als Pflegehund hatte. Ein friedliches Tier, das ein gutes Zuhause fand. Und dann zurückgegeben wurde, weil sie ohne Anlass schnappte. Wir konnten es zuerst nicht glauben, aber dann nahm es auch auf der Pflegestelle immer mehr zu. Bei ihr war es aber so, als sähe sie Fliegen o. ä. Also keine echten Angriffe.
Nun des Rätsels Lösung war eine Störung im vegetativen Nervensystem. Unheilbar, wir mußten den Hund einschläfern lassen. Als Einzelhund wäre es vielleicht gegangen, aber Du kannst Dir vorstellen wie die anderen Hunde auf ihr Verhalten reagierten. Und ruhigen Gewissens vermitteln konnte man ihn auch nicht, weil nicht absehbar war, wie sich das weiterentwickelt hätte.
Ich würde insofern auf jeden Fall abklären lassen ob Eure Hündin evtl. eine gesundheitliche Störung hat, vielleicht einen Gehirntumor.
Auch das würde wohl das Todesurteil bedeuten, aber ihr hättet alles getan und wüßtet, ob ihr etwas ändern könnt.
Falls es "nur" ein Verhaltensproblem ist, es liegt an Euch inwieweit Ihr damit leben könnt. Es wäre sicher einen Versuch wert den Hund nur noch mit Maulkorb nach draußen zu lassen. Ihr werdet ja sehen, ob sie damit klarkommt oder sich quält.
Allerdings fürchte ich, daß sich die Vorfälle häufen werden und vielleicht auch irgendwann im Haus auftreten. Grade weil zumindest die erste Attacke ja nicht wg. einer Katze sondern wg. einem Plastiksack auftrat. Daher auch meine Vermutung, daß das evtl. ein Hirnproblem (falsche Wahrnehmung) vorliegt.
Insgesamt finde ich es sehr gut, daß Ihr dem Hund diese Chance gegeben habt, aber ich denke man muß auch wirklich die Risiken abschätzen. Auch grade im Zusammenhang mit den anderen beiden Hunden. Wie würden denn die reagieren wenn sie bei einem Angriff dabei wären (ich gehe mal davon aus, daß das bisher nicht der Fall war)?
Viele Grüße
Wilma u. Arno

von Barbara F.(YCH) am 09. Juli 2001 09:55

Hallo Martin,
ich glaube, Du hast da einen schwierigen Fall und bezweifle, ob Du durch das Forum die richtige Hilfe bekommen kannst. Ich an Deiner Stelle würde mich an einen GUTEN FACHMANN wenden, der die Situation beurteilen soll, und zwar in der gewohnten Umgebung. Wie Du ja richtig sagst, man muss das erlebt haben um es zu glauben und es richtig zu beurteilen. Dass dies kein Dauerzustand bleiben darf, ist wohl klar.Die Frage ist, wie belastbar Du und Deine Familie ist, in Sachen Bisse und zerrissene Hosen, wie gross ist das Risiko für euch, und wieviel seid ihr bereit zu investieren, an Zeit und Geld, um den Hund zu korrigieren, wenn er sich überhaupt "umerziehen" lässt.
Zu Eurem Schutz würde ich ihn zur Zeit wirklich nur mit Maulkorb ins Freie lassen.
Für mich wäre das weitere Vorgehen so: Beurteilung durch Fachmann, wenn Korrektur möglich dann ja, sonst würde ich diesen Hund wohl einschläfern lassen, das Risiko wäre mir zu gross.

Viele Grüsse Barbara F.

Hundeforum Login

  • Bitte geben Sie für die Anmeldung Ihren Teilnehmernamen und das Kennwort ein.
    Keinen Account? Jetzt Registrieren!





Hundeshop: WWW.ZOOBIO.CH

Aus dem Hundeforum Archiv

  • Panik vor Feuerwerk/Silvester

    Hi Genau darum geht es, um deine Einstellung. Wie Sue es schreibt müssen aber alle an einem Strang ...

  • Dominanzproblem

    Hallo, : Ja, wär schon ne Möglichkeit, und weisst Du, die Waage, Kopf und Bauch... Ich fürchte, ich ...

  • Welche Rasse?

    : Der Auslauf müßte sich auf das Grundstück beschränken. : Der Hundehalter ist ein alleinstehender ...

  • Hund knurrt, bellt und springt Leute an

    Hallo Dany, ein paar Tipps für Dein Problem hast Du ja bereits bekommen, die Hundeschule kann Dir ...

  • Rinti

    hallo michaela! : : Also so wie es auf der Dose bei Zooplus zu sehen ist, steht da +Huhn drauf. ...

  • Hundebegegnung mit Folgen Anzeige?

    Hallo, Heike, : Jetzt kommt ja das verzwickte. Aaron wurde mit knapp 1, 5 Jahren kastriert. Kimba mit ...

Hundebilder aus dem Hundeforum

Aktive Hundebesitzer


Hundeforum Yorkie - Statistiken

Alle Hundeforen
Themen: 43.416, Beiträge: 285.515, Hundebesitzer: 11.344.
Neuester Hundebesitzer: joshuan.stevens.

Aktuelles Hundeforum
Themen: 4.385, Beiträge: 44.175.

Startseite | Hundeforum | Hundefotos | Neueste Beiträge | | Registrieren