Problemhund (Beiser) :: Hundeerziehung + Soziales

Problemhund (Beiser)

von Moni(YCH) am 08. Mai 1999 22:43

:
: Was mich persönlich sehr bewegt hat, war der Plural: "Verwandte"!
: Grit hat dem Hund die Möglichkeit gegeben, ein zweites oder gar ein
: drittes mal zu beissen.
:

Ich denke mal das war eher so gemeint, daß sog. "Verwandte" ehrer Ver-
ständnis aufbringen in solch einer Situation als Fremde.

Wie willst Du dem Hund die Möglichkeit nehmen jemanden zu beißen?
Wird er jedesmal weggesperrt wirds sicherlich nicht besser.


: Meine Einstellung ist, dass man nach dem ersten Vorfall erkennen muß:
:
: Hier muß ich Personen schützen !
:


: Gebe ich dem Hund danach nochmal die Möglichkeit, so ein Verhalten
: durchzuführen, dann zeige ich doch deutlich meine Unfähigkeit im Umgang
: mit verhaltensgestörten Hunden.
:
: Wenn du in meinen Schreiben nur Kritik erlesen konntest, dann sollte es
: auch so sein. Für mich ist eine freundliche situationsbezogene Kritik
: immer wertvoll und informativ.

Stimmt, aber ein Ratschlag wäre noch wertvoller!

: Vielleicht öffnet es auch im nachhinein Grit die Augen und sie stellt
: für sich selbst fest: Man.... sowas darf mir wirklich nicht mehrfach passieren.
:
: Kritik hält wachsam !
:
:
:
: : Viele Grüße
: : Elke und Anhang
: : PS: Keiner ist als perfekter Hundehalter auf die Welt gekommen. Alle haben Erfahrungen sammeln müssen und das meiste über Hundeverhalten lern man am schwierigen Hund.
: : :
:
: Wer zahlt den Preis für diese Form des Lernens ?

Man gewinnt im Leben halt nur Preise indem man aus Fehlern lernt.

:
: Antwort: Der Hund und jene Personen (Erwachsene/Kinder)
: die gebissen werden.


Unser Hund (Dalmatiner) wird im Biergarten regelrecht umringt von Kinder
die ihn streicheln wollen. Gestern haben wir auf die Frage: "dürfen wir ihn
streicheln?" verneint, er ist müde und würde evtl. beißen....

Stimmt natürlich nicht, aber keinem Hund (obwohl der Sozialkontakt mit Kindern
sehr wichtig ist) gefällt es STÄNDIG angetatscht zu werden.

FAZIT: Kinder und vor allem die Eltern interessieren sich nicht dafür, daß der
Hund beißen könnte,
ER WIRD EINFACH GESTREICHELT!!!!!!!!!!!!!

:
: Grit war natürlich sehr froh, dass der Hund nur Verwandte gebissen hat,
: weil er sonst evtl. eingeschläfert worden wäre. Das alles nur, weil
: ich solches Beissverhalten mehrfach zulasse als Hundehalter.

Eingeschläfert? Du übertreibst wohl ein bißchen...(ha,ha).
Bist Du nun ein Hundeliebhaber oder möchtest Du nur sarkastische Bemerkungen
abgeben? So ein Hund muß halt erst Vertrauen zum Menschen gewinnen!


Viele Grüße
Moni und Balu

von Daniel(YCH) am 09. Mai 1999 07:47

Hallo Grit,

vorab mal, laß Dich nicht entmutigen oder verrückt machen.
Es gibt viele Halter mit ähnlichen Problemen, die sich im Gegensatz zu Dir, jedoch nicht damit auseinandersetzen, sondern einfach permanent wegsperren, bzw. dauernd Maulkorb auferlegen. Du bist doch schon mal auf dem besten Weg, indem Du externen Rat und eine Lösung suchst. Schade nur, wenn daraufhin unqualifizierte Vorwürfe und sinnleere Worthülsen im Forum als Antwort geschrieben werden.
Es gibt zwei Möglichkeiten, mit dieser Problematik umzugehen.
Die Erste, ist die Unterdrückung der Reizsituationen durch entsprechenden Gehorsam.
Hierzu müßtest Du jedoch bestimmte Kommandos sehr konsequent vermitteln und sukzessive reizsteigern.
Nach dem Motto: "Wenn Du Angst hast, oder unsicher bist, ist das OK - beißen aber ist verboten - und wenn ich sage, Du bleibst liegen, dann bleibst Du auch liegen.

Die Zweite, ist, dem Hund die ursächliche Angst zu nehmen, womit dem Fehlverhalten der Nährboden entzogen ist. Daß dies im therapeutischen Ansatz sehr schwer ist, hast Du selbst ja schon erfahren, da Du die Außenreize nie vollständig im Griff haben kannst. Bestimmte irrationale Ängste lassen sich nur medikamentös lösen, da hierdurch erst eine Konfrontationstherapie ermöglicht wird.

Ideal ist es, wenn Du beides miteinander kombinierst.

Die Tatsache, daß Dein Hund seine Unsicherheit mit Aggressivität kompensiert und sich durch Deine Einwirkungen überhaupt nicht beeindrucken läßt, läßt auch darauf schließen, daß er Dich als Führungspersönlichkeit nicht in vollem Maße anerkannt hat. Schlußendlich entscheidet der Rudelführer, welche Situation eine Gegenmaßnahme erfordert, und nicht ein "Untergebener", weshalb Du ihm auch unmißverständlich klarmachen mußt, daß Du diese Rolle übernommen hast. Auch das gibt Deinem Hund Sicherheit, da es ihn von vermeintlicher Verantwortung entbindet.
Fang doch einfach mal mit ein paar Ablegeübungen an, die Du auf Stunden ausdehnen kannst und steigere dann langsam die Konfrontation mit Reizen während des Abliegens. Das ist ein erster Schritt, ihn zu kontrollieren.

Viele Grüße

Daniel

von Dipl.Tzt.Sabine Schroll(YCH) am 09. Mai 1999 07:39

: Hallo Grit

Ich bin der Ansicht, daß das Erfragen kurzer "Kochrezepte" im
Zusammenhang mit so einem potentiell gefährlichen Hund zuwenig ist.
Mein Rat: Suche einen Tierarzt, der sich mit Verhaltenstherapie beschäftigt,
auf, der Deinen Hund gesundheitlich
abcheckt (auch Schmerzen oder Behinderung machen "bissig"winking smiley und eine
entsprechende Therapie anleitet.
Ich betrachte Hundehalter, die ihre Umwelt gefährden als fahrlässig (der
Gesetzgeber im übrigen auch !.
Falls Du keinen verhaltentherapeutisch versierten Tierarzt in
Deiner Nähe weißt, mail mir privat Deine Wohngegend, dann kann ich
vielleicht einen kompetenten Kollegen vermitteln !

Liebe Grüße
Dipl.Tzt. Sabine Schroll

von Elke & Anhang(YCH) am 09. Mai 1999 08:03

Liebe Moni,

: Wie willst Du dem Hund die Möglichkeit nehmen jemanden zu beißen?
: Wird er jedesmal weggesperrt wirds sicherlich nicht besser.

Hier wäre ich der verantwortungsvolle Hundehalter, der KEIN RISIKO eingehen würde.
Denn dein eigenes Verhalten ist nicht entspannt und weil du selbst nicht "normal" reagierst,
gibst du deinem Hund erst recht die Veranlassung zu seinem Verhalten.
Es könnt aber insofern helfen, daß der Hund hört was los ist und daraus entnehmen kann, daß für ihn
kein Anlaß zum Aufpassen oder Ängstigen besteht.
Das mit der Hundestreichelei kann ich verstehen, aber was ich nicht verstehe ist die Einstellung von vielen Erwachsenen.
Meine Cotons sind kleine wuschelige Hund die jeder gern auf dem Arm haben will. Eine meiner Hündinnen findet nichts schöner als bei irgendjemand
auf dem Schoß zu sitzen und sich streicheln zu lassen. Kann mir mal jemand erklären, warum man einem Hund dauernd ins Gesicht pusten muß?
Cotonwelpen ab dr 7. Lebenswoche sehen aus wie Steiff Tierchen und wenn ich den Welpenbesuchern sage,sie möchten doch den Hund auf den Boden setzen
dann werde ich verständnislos angeschaut. Toll finde ich auch die Typen, die gebückt auf einen Hund mit einem lauten BUU, losstürzen und sich dann wundern
wenn der Hund knurrt und von einem weniger friedliches Exemplar in die Nase gebissen werden.
Die drei anderen mögen es nicht und ich sage das auch ganz deutlich.
Wir haben schon erlebt, daß jemand unseren Perry,Briard und unser Aufpasshund, der sich hinter dem Zaun NICHT freundlich gebärdet, trotz Warnung streicheln mußte.
Als das erste Mal die Hand über den Zaun kam, war er so verdattert, daß es jemand gewagt hatte ihn anzufassen, daß er nur zurückgegangen ist.
Aber dann hat er aufgepasst und als nach kurzer Zeit die Hand nochmal kam, gabs blaue Flecke.
Wer hat sich hie Artgerecht verhalten, doch ganz bestimmt nicht der Mensch.

Eigentlich wollte ich nur verdeutlichen, was ich mit wegsperren meine und habe mich schon wieder verschwätzt.

Schönen Sonntag in der Sonne
Grüß dich Elke & Anhang

von Tom(YCH) am 09. Mai 1999 08:57

Hallo Grit !

Wenn jemand hier ein Problem vorstellt, dann muß er auch damit rechnen,
dass evtl. ein Antwortenschreiber einen Kritikpunkt in den Vordergrund
stellt. Das beinhaltet schon das Wort "Diskussionsforum Archiv".

Deine Erwartungshaltung ist bestimmt auf Hilfestellungen ausgelegt,
aber auch eine Kritik kann hilfreich sein, bezogen auf das was noch
kommen wird.

Natürlich kann Kritik an der richtigen Stelle auch sehr schmerzhaft sein, ähnlich wie der Biss eines Hundes.

Zu deinem Problem:

Aus meiner Sichtweise, handelt es sich hier um einen deutlich verhaltensgestörten Hund mit einer extrem niedrigen Auslösbarkeit
für das Wehrverhalten. Aus Unkenntnis (Haltungsbedingungen) wurde der Hund in seinen gestörten Verhaltensweisen bestätigt (die Kerbe vergrößert).
Der Hund zeigt ein Angstbeissen, bezogen auf fremde Personen. Die
Hund-Hund-Interaktion ist ohne Probleme behaftet.

Eine Umsetzung von Tips und Tricks von anderen Hundehaltern, sollte
mit Vorsicht angegangen werden.

Der Weg einer langfristigen Verhaltensänderung könnte wie folgt aussehen:

Beseitigung der aversiven Reaktion (Beisen von Personen) durch eine systematische Desensibilisierung (Gewöhnung an fremde Personen).
Da die Verhaltensstörung bereits vertieft ist, wäre es sinnvoller,
den Hund ermal über einen kurzfristigen Zeitraum medikamentös
einzustellen.
Dieses mit dem Ziel, die Schwelle der Auslösbarkeit für das Wehrverhalten zu erhöhen. Gleichzeitig wird der Weg für ein besseres
Lernverhalten geebnet. Der psychische Druck ist nicht mehr so ausgeprägt und der Hund ist nicht mehr im Lernen gehemmt.
Aus der medikamentösen Einstellung heraus, erfolgt die systematische
Desensibilisierung mit dem Ziel der Verhaltensumstellung. Mit Beendigung der Umstellung erfolgt das Ausschleichen des Medikaments.

Für die medikamentöse Einstellung benötigs du einen Tierarzt, der den Hund auf das richtige Medikament einstellt und für die konservative
Therapie muß die ein Fachman (Psychologe/tierpsychologische Berater)
zur Seite stehen, mit dem du gemeinsam das Konditionierungsverfahren durchläufst.

Ein Ausprobieren von Tips halte ich für unzureichend. Ein selbständiges Durchführen der o.g. Therapie, ohne jegliches Basiswissen und Erfahrungswerten wäre auch nicht sinnvoll bzw. erfolgsversprechend.

Im Sinne des Hundes verbleibe ich mit freundlichem Gruß,

Tom.






: Hi,
:
: ich hoffe mir kann jemand helfen. Seit 1 1/2 Jahren haben wir einen nun
: schon 6 jährigen Schnauzer-Mix aus dem Tierheim. Sie wurde Früher
: schwer mißhandelt (aufgrund dessen auch auf einem Auge blind) und ist
: somit sehr mißtrauisch Fremden gegenüber. Jeden den sie nich kennt,
: und der sich ihr näher greift sie sofort an. Nach nun inzwischen 1 1/2
: Jahren haben wir sie endlich soweit, daß sie Passanten auf der Straße
: ignoriert und man sich auch mit Hundehaltern unterhalten kann (mit anderen
: Hunden hat sie keinerlei Probleme). Nun zu meinem Problem:
: In der Wohnung oder auf engem Raum ignoriert sie die Leute leider
: immernoch nicht. Eine Falsche Bewegung (z.B. austrecken einer Hand oder
: ähnliches) und sie beißt zu (meist in den Bauch). Zum Glück
: (mehr oder weniger) hat es bisher nur Verwande getroffen.
: Ich denke, daß sie nur aus Angst so aggressiv ist und ich weiß nicht mehr
: wie ich ihr noch helfen kann. Ich dacht, daß wenn sie mehr Fremde kennenlernt
: sie mit der Zeit merkt, daß ihr nichts geschieht, aber das hilft nicht,
: denn nach gewisser Zeit vertraut sie den "Neuen", aber jeder Neuling wird
: genauso wieder angegangen.
: Ich hab' schon mit Leckerlie, ablenken, an der Leine in der Ecke neben
: ihr sitzend, jedesmal rausschmeißen wenn sie mit bellen anfängt oder ähnlichem
: probiert. Auch ignorieren oder so half nichts.
: Wer kann mir noch andere Tips geben ? Meine e-mail ist:
: grka@gmx.de
:
: Grit
:
:

von Sonja und Nero(YCH) am 09. Mai 1999 10:57

Liebe Grit,

ich habe weder eine "Ferndiagnose" noch ein "Patentrezept" fuer Dich parat.
Aber ich moechte Dir sagen, dass ich Deine Einstellung wirklich ganz toll finde.
Schwere Misshandlungen hinterlassen boese Wunden, bei Hunden genauso wie bei Menschen.

Das Du Deinem Hund helfen willst damit er seine "inneren" Wunden ueberwindet
ist wirklich toll von Dir. Manch anderer haette sich dieses Hundes sicher schon "entledigt".

Ich denke ein professioneller Tierarzt/Tiertherapeut in Deiner Naehe waere wirklich ein guter Weg.
Du hast schon viel geschafft mit Deinem Hund, ich wuensche Euch, dass Ihr auch die restlichen Barrieren ueberwindet.

Lass Dich nicht entmutigen !

Liebe Gruesse
Sonja und Nero

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