Hovawart wird immer schwieriger :: Hundeerziehung + Soziales

Hovawart wird immer schwieriger

von Eva und rio(YCH) am 16. Mai 1999 22:55

Hallo,
in diesem Fall erkundige ich mich für den Hund von Bekannten, bzw würde ich mich über Meinungen und tips freuen, die ich an diese Bekannten weitergeben kann.
Also, die besagte Familie hat einen 2,5 Jahre alten Hovawart-Rüden, kastriert und mit abgeschliffenen Reißzähnen, weil er schon im Alter von einem Jahr sein Herrchen gebissen hat. Dieser Hund hat nie richtig gelernt, wo seine Grenzen liegen. Eigentlich würde ich eher sagen, daß er im Rudel sehr weit unten stehen würde, weil er erher unsicher ist. Seine Familie hat ihm aber nie das Gefühl dafür gegeben, eine richtige rangfolge, an der der Hund an letzter Stelle steht, gibt es nicht. Zusätzlich kommt hinzu, daß der Hund praktisch zwei Herrchen hat, während der Woche den Vater, und am Wochenende die Tochter, die in einer anderen Stadt studiert hat. Beide sind sehr weich und haben dem Hund extrem viel durchgehen lassen, konsequente Erziehung wurde nicht betrieben. Bald war es so, daß der Vater angeknurrt wurde, wenn die Tochter daheim war, ans futter durfte keiner mehr, etc...
Mittlerweile wird eine Hundeschule besucht, allerdings mit mässigem Erfolg, gehorchen tut der Hund nur, wenn er will. Die Tochter arbeitet nur mit einer Beißwurst, wenn der Hund kommen soll, ruft sie:"Stöckchen", und der Hund kommt, weil er einen sehr starken Beutetrieb hat. Das klappt hlabwegs, um alle "gefährlichen Dinge", wie z.B., andere rüden oder auch Leute, die der Hund nicht leiden kann, oder die er anknurren könnte wird ein Bogen gemacht. Man arangiert sich eben.
Der Vater hat aber immer wieder Probleme, nicht mit Aggressivität ihm gegenüber, sondern mit dem extremen Ungehorsam, der besonders in letzter Zeit auch schlimmer wird. Er kann ihn kaum noch von der Leine lassen, der Hund stürzt sofort los und kläfft Pferde an oder beißt sich mit Rüden, die ganz friedlich in bestimmt 500 Meter entfernung vorbeigehen.
Zumindest dieses Verhalten muß er ablegen, man kann isch ja mit vielem arrangieren, aber bald ist es soweit, daß er nur noch an der Leine gehen kann, und das ist besonders für diesen Hund schlimm, weil er sehr wild ist.
Ist es sinnvoll, es mit einem Master-Plus zu versuchen, um ihn wenigstens von seinem Abhauen abzuhalten? Ich weiß selbst, daß das im Prinzip keine Lösung ist, aber in der Hundeschule wurde das jetzt vorgeschlagen, um wenigstens dieses Symptom zu beheben. Oder gibt es Alternativen? Ich glaube, es wird beinahe unmöglich sein, der Familie beizubringen, wie sie sich ihrem Hund gegenüber so verhalten, daß er sie als rudelführer akteptiert, deshalb kann man nur versuchen, wenigstens die Symptome in den griff zu bekommen, damit sie halbwegs friedlich zusammenleben können.
Woran kann es liegen, daß jetzt, mit 2,5 Jahren wieder solche Probleme entstehen, der Rüde ist doch kastriert, Pubertät kann es doch nicht sein?! Und ist das Master Plus ein geeignetes Mittel, um dem Hund beizubringen, daß er zumindest nicht auf alles zustürzen kann, was ihm in die Quere kommt?
Vielleicht könnt ihr mir ein paar Tips geben, was ich der Familie raten könnte, sie lieben ihren Hund sehr und würden ihn niemals hergeben, trotzdem sind sie im Moment etwas ratlos. Als richtig dominant würde ich den Rüden auf keinen Fall bezeichnen, als er sich mit meiner Hündin in der Wolle hatte (sie war läufig, wollte ihn aber nicht ranlassen), reichte ein richtiger Schrei meinerseits und der Rüde wich mir den ganzen weg nicht mehr von der seite!
So, ein langes Anliegen, und eetwas schwierig, ich gebe es zu, aber vielleicht könnt ihr mir ja helfen,
Eva und rio

von daniela(YCH) am 17. Mai 1999 08:24

Hallo Eva!
Meine Eltern wohnen in der Nähe von Bielefeld, dort ist ein sehr engagierter Hovavart-Club. Die Hunde werden mit viel Liebe aber auch sehr konsequent erzogen, ich habe einige Male zugesehen und hatte das Gefühl, daß diese Leute mit ihren Hunden sehr gut umgehen können. Vielleicht sollten sich Deine Bekannten mal an einen solchen Club wenden? Denn ein Hovavart ist ja net gerade klein und sollte schon gehorchen, es gibt zu viele Leute, die vor Hunden panische Angst haben. Ich fürchte, wenn Deine Bekannten nicht härter durchgreifen, wird der Hund (vielleicht aus Unsicherheit heraus?) noch aggressiver...
Viel Glück!
Daniela

von sabine &simbär(YCH) am 17. Mai 1999 12:23

: Hallo Eva,
ich sehe ziemlich schwarz. Wenn der Halter nicht bereit ist, sein Verhalten und dem Umgang mit dem Hund zu ändern, kannst Du raten was Du willst, es wird zum Scheitern verurteilt sein.

Eine Erziehungshilfe ohne Änderung des Halterverhaltens kannst Du ebenfalls vergessen, da vor dem "auf dem Knopf drücken, der Kopf einzuschalten" ist. :-) Wenn ich mich nicht mit dem Problem in allen Bereichen (Rangordnung etc.) auseinandersetzen kann/will, werden Deine Bekannten schlechte Karten haben.
Der Hund nutzt je nach Veranlagung jede Schwäche seines menschlichen Rudels aus.

Der Hovi ist kein Hund für "Möchtegernhunde-Halter", sondern verlangt meist von Anfang sehr viel Konsequenz, Einfühlungsvermögen, Geduld und Hintergrundwissen.

Für Hilfe ist es nie zu spät. Allerdings muß der Mensch diese Hilfe auch wollen, solange er noch nicht ganz unten ist (lieben ihren Hund immer noch - obwohl schon mehrmals angeknurrt...) wird es sehr, sehr schwer, da von außen was zu machen.

Ich kann Dir gerne einmal meine Telenon-Nummer mailen. Mehr kann und möchte ich nich schreiben, da es den Rahmen sprengt.

Sabine & simbär (ein Neufi-Hovi-Mix und ein Berner-Rüden...)


von Franziska(YCH) am 17. Mai 1999 12:51

Hi Eva,

das ist wirklich ganz schön kompliziert. Ich kann mich eigentlich den anderen nur anschließen: Ich glaube kaum, daß man die Symptome dauerhaft bekämpfen kann, wenn die Grundlage nicht stimmt. Daß ein Hund in so einem Fall nicht auf Kommandos hört, hat nämlich einen ganz einfachen Grund: Wenn der Hund ständig "verhätschelt" wird, wird er weder Futter, noch Körperkontakt, noch sonst irgendwas als "belohnung" für das Befolgen des Kommandos ansehen. Er denkt sich sozusagen: Ich bekomme ja eh, was ich will, also wozu soll ich mich anstrengen.
Was das Master Plus angeht, kann ich nicht genau beurteilen, ob es was hilft. Das einzige, was du tun kannst, ist denke ich, den Leuten weiter vorsichtig ins gewissen zu reden (evtl. nicht so offensichtlich, daß sie merken, du gibts ihnen erziehungstips yawning smiley)). Ansonsten müssen die leute halt selbst merken, daß es an der zeit ist, umzudenken...man kann schließlich niemanden zwingen (leider).

Bis dann

Franzi

von Eva und Rio(YCH) am 17. Mai 1999 21:34

Hallo, Daniela,
sicher wäre ein Hovi-Platz ideal, aber der nächste ist in Frankfurt, und das ist etwa zwei stunden Fahrt entfernt, hat also keinen Sinn. Ich weiß, daß es ziemlich schwierig ist, aber den idealen Hundeplatz haben wir noch nicht gefunden, und für einen so schwierigen Hund wie besagten Hovawart schon gar nicht yawning smiley((
Na ja, ich danke Dir auf jeden Fall,
Tschüß,
Eva und rio

von Eva und rio(YCH) am 17. Mai 1999 21:43

Hallo, Sabine,

: ich sehe ziemlich schwarz. Wenn der Halter nicht bereit ist, sein Verhalten und dem Umgang mit dem Hund zu ändern, kannst Du raten was Du willst, es wird zum Scheitern verurteilt sein.
eigentlich sehe ich das genauso. Ich würde aber halt trotzdem versuchen, zu helfen, weil mir sowohl der Hund als auch die Besitzer sehr lieb geworden sind.

: Eine Erziehungshilfe ohne Änderung des Halterverhaltens kannst Du ebenfalls vergessen, da vor dem "auf dem Knopf drücken, der Kopf einzuschalten" ist.
Ich hatte nur an das Master Plus gedacht, weil man damit den hund vielleicht wenigstens davon abhalten kann, auf so weite strecken auf andere Tiere etc loszugehen. Vielleicht sehe ich das auch falsch, und ich weiß, daß damit nichts behoben ist, aber es wöre zumindest ein teilerfolg, etwas Kosmetik yawning smiley((

: Der Hund nutzt je nach Veranlagung jede Schwäche seines menschlichen Rudels aus.
Dieser Hund nutzt praktisch alles aus, er hat es ja nicht anders gelernt, Ich bin eigentlich überzeugt, daß er sich jemanden wünscht, der ihm zeigt, daß er nicht Chef ist, aber darauf besteht nicht so viel Hoffnung yawning smiley((

: Der Hovi ist kein Hund für "Möchtegernhunde-Halter", sondern verlangt meist von Anfang sehr viel Konsequenz, Einfühlungsvermögen, Geduld und Hintergrundwissen.
Hmmm, sehe ich genauso. Allerdings war meine Hündin nicht so schwierig, Rüden sind da doch entschieden anspruchsvoller.


: (ein Neufi-Hovi-Mix )
Wie sieht er denn aus, kommt er nach dem Hovi? Ich bin da ziemlich neugierig, weil ich diese Rasse sehr liebe und mich auch ziemlich ausgiebig damit beschäftigt habe, vielleicht hast Du ja mal Lust, mit privat zu mailen.

Tschüß, alles Liebe, Eva und Rio

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