Braucht es Dominanz? :: Hundeerziehung + Soziales

Braucht es Dominanz?

von ChristineHd(YCH) am 02. September 2001 09:52

Hallo,

meine Gedanken:
Problem Nr. 1: Dominanz wird fast immer irgendwie negativ betrachtet, oder aber eben verherrlicht (der dominante souveräne Hund)
Dominanz ist für mich: Jemand hat eine Momentane Situation unter seiner Kontrolle, ob im Positiven wie im Negativen.
Dominant ist für mich nicht automatisch souverän. Ein Angstbeißer, der hysterisch seinen Knochen verteidigt, ist in dieser Situation dominant (weil keiner sich mehr hintraut), aber weder autoritär noch souverän.

jedes Lebewesen ist immer irgendwann auch einmal dominant in best. Situationen.

Deswegen ist aber diese situative Dominanz noch lange nicht rudelgefährdend und auf das will ich hinaus.
klar, ein hund denkt über seine Dominanz oder Autorität nicht nach. Er ist es oder ist es nicht.
Wir Menschen wollen aber im Umgang mit dem Hund schlauer sein als der Hund selbst.
Siehe Alphawurf, ich will da keine Diskussion anzetteln, aber: Ein Welpe nähert sich respektlos Jabberwocky und springt ihn an. JW drückt ihn kurz und schmerzlos runter. Und was passiert dann? Dem Welpen gehen die Äuglein auf und schon hat JW einen neuen "Fan". Damit will ich jetzt bitte nicht sagen, man braucht nur drücken, dann klappts. Es gehört immer noch mehr dazu. Aber den "Alphawurf" (welch blödes Wort) gibt es in der Hundewelt und es ist nicht automatisch Vertrauensbruch. Der Mensch macht das Schlechte daraus, weil er wie so vieles, halt einfach nicht umsetzen kann und nur mechanisch ausübt.


:Wenn ein Hund bei Hundebegegnungen absolut souverän auftritt und ohne großes Gehabe sofort als Chef anerkannt wird- dann ist das für mich Dominanz.

.Das bezeichne ich als Autorität.

Was ist "Chef". Berry war souverän-ignorant. Einmal hing ihm ein Foxl im Schenkel:-( Berry hat es komplett ignoriert, schnüffelte weiter und hob dann sein Bein. Der Foxl ließ los, wirkte verwirrt und griff dann JW an, JW kann da nicht mehr souverän sein und der Foxl hatte anschließend ein Loch im Ohr und für den Rest seines Lebens einen Riesenrespekt vor Jabberwocky.
War Berry aber massiv bedroht, wußte auch er, daß er Zähne hatte.

Der Mensch stellt Regeln auf, was nun dominantes Verhalten sein soll und was nicht - und ich denke eben, genau deswegen gibt es tw. solche Probleme. Weil der Mensch verbietend seinem Hund hinterherhechtet, ohne zu begreifen, daß er dadurch dem hund erst "begehrenswerte" Objekte zuweist.
Wenn Bambuli auf dem Tisch herumturnt - ja und? Dominant? Weswegen, weil erhöht? Wenn sie da den Rest Kuchen findet und frißt - dominant? Nein, mich stört es nicht und Jabberwocky auch nicht.
Dominant wäre es doch erst, wenn ich sage - mein Tisch, mein Kuchen, Bambuli ginge dann hin und ich muß meine Ansprüche verteidigen. Denn dann erst hat sie die Situation bzw. mich unter Kontrolle (meine Aufmerksamkeit widmet sich ihrem Geschehen). Dann erst könnte sie ein "Verbot" übertreten. Solange es keins gibt - weswegen soll sie dominant sein, nur weil sich ein paar Schlaue Regeln ausgedacht haben, an denen man sowas festmachen kann?

Ist verstehbar, was ich meine?

Rudel, das heißt für mich "Zusammen", ich lebe nicht über meinen Hunden, sondern mit meinen Hunden. Und da jeder Hund ein individuelles Verhalten aufweist, werde ich mich auch in Zukunft nicht an äußeren Regeln festhängen, sondern die Grenzen des Tuns meiner Hunde individuell bestimmen. Und deshalb darf Bambuli mehr als JW und durfte JW mehr als Berry.

Liebe grüße
Christine + JW + Bambuli

von Steffi(YCH) am 02. September 2001 11:38

Hallo Christine
Was mich immer am meisten ärgert ist, das die "Dominanz" für die meisten Probleme die Menschen mit ihren Hunden haben , herhalten muss.
Ob jetzt unausgelastet, schlecht erzogen, mieses Sozialverhalten oder wie bei meinem Kaspar angst-agressiv - die Lösung die man vorgelegt bekommt ist immer: "Der ist dominant, zeigen sie dem mal, wer der Chef ist!"
Und für viele Leute ist die angebliche Dominanz dann auch die Entschuldigung für das schlechte Verhalten ihrer Hunde.
Viele Grüsse
Steffi

von Susanne(YCH) am 02. September 2001 13:10

Hi Eva, Rio und alle Anderensmiling smiley)

Ich gestehe dass ich mit dem Wort "Dominanz" nicht so recht was anfangen kann!
ICH bin der Boss im Rudel aber bin ich deswegen dominant? Meine Kröten betteln sabbernd auf den Tisch, liegen genauso immer und überall im Weg herum, haben meistens Tomaten auf den Ohren wenn es abends heisst Gassi gehen, hören sehr wohl aber den "Griff ins Wunderladel" wenn ich nach den Keksis fische und stehen sofort danach habt acht zum Pieseln gehen.
Sie liegen selbstverständlich auf der Couch, im Bett und machen sich so breit wie möglich, wir verrenken uns halb das Kreuz wenn wir die plötzlich zu überdimensionalen Stofftieren mutierten Viecher ins Eck ziehen um auch Platz zu finden.

Den meisten fremden Hunden gegenüber sind sie grosszügig, tolerant und fangen von selber keinen Zoff an. Man erkennt es gleich ob der Gegenüber sympathisch ist oder nicht, bei NICHT ein ernstgemeintes "Lass ihn/sie" von mir und das reicht.

Sie folgen nicht immer auf den ersten Ruf, aber meistens auf den 2. und ganz sicher auf den 3. und ich muss Dir Eva zustimmen, das Zusammenleben mit ihnen ist total einfach, stressfrei und angenehm!!

Vielleicht ist es falsch zu sagen dass wir "Kompromisse" geschlossen haben. Ich weiss es nicht, kann man wahrscheinlich auch nicht mit jeder Rasse machen, aber unsere Mäuse wissen haargenau wann sie taube Ohren haben können und wann es besser ist sofort zu hören - ohne dass wir brüllen müssen, ist wahrscheinlich einfach ein unbewusster Ton dabei denn manchmal staune ich WIE die Mäuse folgen können obwohl wir natürlich die Begleithundeprüfung ablegten bei dem Kurs wir die am meisten belächelten Teilnehmer waren....

Ich habe keine Ahnung ob mein Rüde ein "dominantes" Auftreten hat. Mit Seinesgleichen kommt er nie zusammen, alle Rüden sind kleiner als er. Aber ich habe bemerkt dass andere grosse Rüden, die sich auf Kleinere stürzen und sie unterdrücken und beissen, sich nicht zu Meinem hintrauen und ihm aus dem Wege gehen. Ich lasse ihn nicht hinlaufen weil ich ihn schon knurren hörte. So gesehen wird er manchmal als "Securitydog" für Kleinehundesmiling smiley), die benehmen sich nämlich ganz zwanglos neben ihm.
Andererseits, halbhohe Rüden die unserem Mädel zu sehr Avancen machen brummelt er schon mal seine Meinung, schupft sie um, steht knurrend über ihnen (sieht entsetzlich aus) und krümmt ihnen aber kein Haar.
Dann ist die Sache meist gegessensmiling smiley)
Zu alten Rüden ist er höflich und vorsichtig, zu Babies hilflos hingerissen, wohl auch nicht ganz typisch für einen erwachsenen Rüden.
So gesehen mache ich mir eben nicht allzuviel Gedanken über Dominanzsmiling smiley)
Liebe Grüsse,
Susanne


von andreas(YCH) am 02. September 2001 14:25

Hallo Christine,

einen Satz möchte ich noch aufgreifen:
:
: Deswegen ist aber diese situative Dominanz noch lange nicht rudelgefährdend und auf das will ich hinaus.

Das ist entscheidend: wer sagt denn, dass ein situativ dominantes Verhalten gleichbedeutend mit einem Problem ist?

Wenn festgestellt wird: "Der Hund ist dominant", dann kann ich bestenfalls anmerken: so what?

Wenn es denn so ist, was resultiert denn daraus? An diesem Punkt ist doch überwiegend das Nachdenken schon wieder vorbei. Ob und wie ich mit der Sitaution umgehe, kann sich doch nicht darin erschöpfen, dass ich mal mit Gewalt klarmache, wer der Stärkere ist.

Wenn ich meine Überlegenheit beweisen will, dann sollte ich das dort tun, wo ich es bin, nämlich mit dem Kopf. Wer bekommt denn eine sauberen Alphawurf hin, der auch nur annäherdn dem nahe kommt, was der Hund praktziziert? Ein Schnauzgriff ist bei meiner Hündin nur die Einleitung eines munteren Gerangels.

Um auf das Beispiel mit den drei von einem Hund beanspruchten Knochen zu kommen: Wenn die sich nicht untereinander fetzen, dann kann die Hündin meinetwegen auch alle drei Knochen vor sich aufstapeln. Solange die anderen das akzeptiren, habeich doch kein Problem damit, dass die HUnde nicht den von mir auserkorenen Knochenverteilungsplan einhalten.

Wenn es Ärger gibt, dann bin ich eben dominant - und kontrolliere über die Ressourcen, in dem ich sie einfach einsammle. Da lernen die dann ganz schnell, dass sie an das Begehrte nur herankommen, wenn sie kooperieren, statt Konfrontation zu suchen.

Viele Grüße,

andreas

von ChristineHd(YCH) am 02. September 2001 21:18

Hallo,

: darf ich raten- Du hast mein Posting gelesen, oder aber Stephanies? ;o)

Ja, auch, das war jetzt aber nicht der Grund.


: Jedes Verhalten mit Dominanz zu begründen ist zugegebenermaßen wunderbar einfach und würde mir auch gefallen- erziehen kann man einen Hund mit solchen vereinfachten Erkenntnissen jedenfalls nicht!!!
:
nein, kann man sicher nicht. Ansonsten, siehe posting an Andreas.

Liebe Grüße
Christine + JW + Bambuli

von Sabine + Oscar(YCH) am 03. September 2001 12:50

Hallo, Christine,

ich habe da etwas nachdenken müssen, weil - ich habe es eigentlich vergessen, dieses Wort. Nun halte ich per Zufall ein (neues) Buch in der Hand von (oh- rate mal von wem, von) Sabine Winkler, also, ich kann nix dafür, die Frau bringt einfach nur die Sache auf den Punkt. Und es tut gut, wenn man eigene Gedanken in einem Buch so gut formuliert findet.

Also, jetzt zum Thema :

Ich (persönlich) habe den Begriff DOMINANZ ganz aus meinem Wortschatz gestrichen, wenn es um die Mensch - hund Beziehung geht. Betrachtet man die Probleme nämlich GENAUER, mangelt es a) an Vertrauen (Hund knurrt, wenn Mensch ihm Knochen wegnehmen will) b) an Erziehung ( Hund Fordert Spiel / Streicheleinheiten) und c) der Mensch ist einfach nur langweilig für den Hund ( Hund orientiert sich nicht am Menschen).

Da ist irgendwie kein Platz für DOMINANZ.

Wenn ich will, dass mein Hund sich an mir orientiert, dass er gerne und freiwillig Ressourcen hergibt, dann fange ich doch einfach an : mit vertrauensbildenden Maßnahmen, mit Kontrolle der für einen Hund erstrebenswerten Dinge, machen wir uns für den Hund berechenbar und - fangen an, mit dem Training (oder Erziehung oder wie es auch immer heißen mag) Und dann löst sich das angebliche Dominanzproblem wie von selbst ...

Und lassen wir unsere Hunde, wo sie sind : Bambuli auf dem Tisch und Oscar beim essen unter dem Selbigen ( weil es sich lohnt, wenn die Kinder essen wie die ... hmmm)

Wen stört es ?
Wie schreibt Andreas : so what ?

Sabine + oscar


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