Hund aus dem Tierheim :: Hundeerziehung + Soziales

Hund aus dem Tierheim

von Claudia(YCH) am 05. September 2001 08:57

Wir haben 3 Kinder von 8-13 Jahren. Vor fast 3 Wochen haben wir uns
einen 1 1/2jähringen Mischling (Border-Mix) , Rüde aus dem Tierheim zu
uns geholt. Er war ein Abgabehund. Von Anfang an hat er sich voll auf
mich konzentriert. Das heißt er geht nur mit mir Gassi. Mit den Kindern
geht er nicht mal allein in den Garten. Woodstock ist ein lieber Hund.
Er läßt sich gerne von den Kindern streicheln und verwöhnen. Trotzdem
knurrt er sie in bestimmten Situationen an. Meistens wenn er bei mir im Zimmer liegt und ein Kind den Raum betritt. Oder nachts ein Kind vorbei
an unser Schlafzimmer (er schläft bei uns) zur Toilette geht. Auch bei
direktem Blickkontakt von den Kindern, knurrt er ab und zu. Ich schimpfe
mit ihm und die Kinder können ihn auch gleich ohne Probleme streicheln.
Er ist nicht aggressiv nur Anknurren. Ich glaube, daß er bis jetzt kein
engen Kontakt zu Kindern hatte. Glaubt ihr, daß ändert sich noch?
Welche Erfahrungen habt ihr mit einem Heimhund gemacht? Wie lange
schätzt ihr, daß eine Eingewöhnung daurert?.


ein Kind

von Wilma u. Arno(YCH) am 05. September 2001 11:51

Hallo Claudia,

wenn der Hund nach der kurzen Zeit sich schon so auf Dich fixiert, daß die Kinder angeknurrt werden wenn sie vorbeilaufen oder ihn ansehen, dann würde ich ernsthaft überlegen, ob es sinnvoll ist den Hund in der Familie zu behalten.
Ich sehe da sehr ernste Probleme auf Euch zukommen, vor allem da mind. eins Deiner Kinder doch noch recht jung ist.
Wenn überhaupt etwas machbar ist an seiner Einstellung dann mit sicherheit nur mit professioneler Hilfe, also ein Hundetrainer der ins Haus kommt und sich gründlich das Verhalten von Hund u. Familie ansehen.
Ich muß dazu sagen, daß ich selber in einem Tierheim arbeite, Vermittlung von Hunden in eine Familie mit Kindern ist aber immer so eine Sache, es sei denn, man weiß ganz genau, daß er positiv mit ihnen aufgewachsen ist.
Wenn er aus einer bestimmten Situation heraus knurren würde, also wenn er z. B. frißt, wäre das anders. Aber das Verhalten, das Du schilderst, kann leicht außer Kontrolle geraten.
Wenn Du den Hund von uns hättest und mir das so schildern würdest, würde ich es selber in Augenschein nehmen aber wahrscheinlich eher zu einer Trennung raten bevor ein Drama passiert.
Dazu kommt noch das Alter des Hundes, er würde jetzt so oder so seine Grenzen austesten. Vielleicht ist er auch deswegen abgegeben worden ?? Ein bis 2 Jahre ist das häufigste Abgabealter grade bei Rüden.
Was wurde denn überhaupt über ihn erzählt v. Tierheim/ehemaligen Halter aus ?
Ich nehme im übrigen an, Du hast bisher keine oder kaum Erfahrung mit Hunden ??
Viele Grüße
Wilma u. Arno

von Claudia S.(YCH) am 05. September 2001 12:34

Vielen Dank für Deinen Rat. Ich werde mich nochmals beim Tierheim kundig
machen. Ich glaube aber nicht, daß er beissen würde. Er bleibt liegen,
knurrt und wedelt mit dem Schwanz. wenn sie das Knurren mißachten
und streicheln hört er mit dem Knurren auf. Aus diesem Grund glaube ich
daß er, weil er so auf mich fixiert ist, mit der Zusammensetzung 2 Erw. und 3 Kinder noch nicht zurecht kommt. Ansonsten können die Kinder ihn umarmen, streicheln etc. da knurrt er nie. Auffallend war beim Besuch im Tierheim, wo Gruppenhaltung herrscht, daß er die für ihm fremde Kinder verteidigt hat. D.h. sobald sie von anderen Hunde angebellt wurden, kam er angerannt, stellte sich dazwischen und verjagte die Hunden mit Bellen und Knurren. Auch da, hat er nicht versucht einen anderen Hund zu beißen. Wenn fremde Kinder ins Haus kommen, knurrt er
zuerst, läßt sich dann aber streicheln. Danach gibts keine Probleme mehr. Hundeerfahrung habe ich. War früher aktiv im Hundeverein und hatte
in den letzten Jahren immer Pflegehunde. Trotzdem verwirrt mich, daß
zweideutige Verhalten von Woodstock. Ich habe einfach das Gefühl, das
er sich noch nicht richtig eingelebt hat.

von Margot + Benni(YCH) am 05. September 2001 12:52

Hallo claudia,

ich kann Wilma nur zustimmen.


: Er ist nicht aggressiv nur Anknurren.

Doch, Dein Hund ist aggressiv gegenüber den Kindern. Anknurren in den von Dir beschriebenen Situationen ist aggressiv und durchaus ernst zu nehmen.


Wie lange
: schätzt ihr, daß eine Eingewöhnung daurert?.
Keine Ahnung, das ist von Hund zu Hund sehr unterschiedlich. Aber bei Deinem Hund geht es nicht nur ums Eingewöhnen, sondern darum, dass Ihr ein echtes Problem habt. Von alleine wird sich das sicher nicht bessern, eher noch aufschaukeln.
Such Dir professionelle Hilfe. Wende Dich dabei auch ruhig an das Tierheim, aus dem Ihr ihn habt. Werde schnell tätig, bevor sich das Verhalten verfestigt und/oder gar verschlimmert.

Und vor allen Dingen: Lass den Hund NIEMALS mit einem oder mehreren Kindern alleine!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Viel Glück und viele Grüße,
Margot mit Benni






von Claudia aus Buchholz(YCH) am 05. September 2001 12:45

Hallo Claudia,
ich schließe mich Wilmas Meinung an, auch wenn ich nicht "schwarzmalen" will.
Ich hatte im letzten Jahr (April/Mai) einen 5jährigen SH-Eurasier-Mix (Boomer) aus dem Tierheim bekommen (nach langer Kennenlern-Phase). Näheres findest Du dazu, wenn Du meine Fragen hier im Forum liest (z.B. "Tierheimhund akzeptiert Tochter nicht"winking smiley.
Bitte prüfe genau, weshalb der Hund sich so genüber Deinen Kindern verhält (meine Tochter war damals auch 13 Jahre alt). Wenn es um Dominanz geht, dann dürfte das ein echtes Problem werden. Auch Boomer schloß sich damals fast ausschließlich mir an und alles begann damit, dass er meine Tochter anknurrte... Bis er dann bei meiner Tochter zubiß. Körperlich war es nicht sehr schlimm, aber seelisch... Das Ende vom Lied war, dass wir ihn wieder ins Tierheim brachten. Zum Glück ist er jetzt im letzten Monat (also über ein Jahr später) vermittelt worden. Wenn ein Hund erstmal als "Beisser" bekannt ist und im Tierheim sitzt, erhöht das nicht seine Chancen auf Vermittlung.
Ich drücke Euch ganz fest die Daumen und hoffe, dass alles gut wird!!!
Liebe Grüße
Claudia

von Wilma u. Arno(YCH) am 05. September 2001 12:48

hallo Claudia,

ich finde es sehr gut, daß Du nicht gleich aufgeben willst. Ich denke aber, daß Du die Situation nicht unterschätzen solltest.
Für mich klingt das nicht (nur) nach Eingewöhnungsproblem.
Ich würde Dir aber noch den Tip geben, Gesa mal anzumailen, vielleicht kann die Dir noch weiterhelfen, möglicherweise hat sie Erfahrung mit exakt diesem Verhalten.
Ich denke, daß bei dem Hund wirklich einiges zusammenkommt, fehlgeleiteter Hütetrieb, eine gewisse Unsicherheit, neue Situation u. das Alter. Ich hoffe, das Euer Tierheim Euch vielleicht da auch weiterhelfen kann.
Es ist natürlich immer schade, wenn eine Vermittlung schiefgeht, aber manchmal muß man doch sehr genau abwägen.
Viele Grüße
Wilma u. Arno

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