Halti :: Hundeerziehung + Soziales

Halti

von Thomas(YCH) am 11. Oktober 2001 08:40

Hi

:nur weil ich in der Ausbildung auf einen gewissen Zwangsanteil setze,
:bin ich noch lange kein Tierquäler,

das weiss ich. das würde ich auch *so* nicht behaupten. wenn das
so rübergekommen ist..... sorry....

die einwirkung geschieht ja nicht wegen der einwirkung, das ziel
der einwirkung ist ja nicht die einwirkung selber... und die einwirkung
hört dann auf, wenn der hund sich fügt.

also... in gewisser weise kontrolliert der hund die einwirkung selbst,
so wie der gefangene seine folter selber kontrolliert, wenn er endlich
gesteht doch ein Hexer zu sein....
... wobei den folterknecht gar nicht interessiert, dass es gar keine
hexen gibt.....aber egal...

nein, du bist kein tierquäler in dem sinne, dass das tier vorsätzlich
gequält wird.... du hast eine klare zielsetzung ... und fertig...

aber... um zu lernerfolgen zu kommen ist diese körperliche zwangsein-
wirkung definitiv nicht erforderlich.... alle deine ziele sind auch
ohne schmerz zu ereichen... und die zeit dauert definitiv nicht
länger.

fini
T.


von Attila(YCH) am 11. Oktober 2001 08:56

Hi Carmen,

: ***Unsere Hunde laufen grundsätzlich unangeleint und gehorchen auch wenn sie Kommandos bekommen, dazu müssen sie nicht an die Leine, deswegen halten wir keine Hunde, wir möchten, dass sie immer in der Lage sind frei zu laufen, dazu gehört ein Gehorsam.

Schon richtig. Aber ich glaube nicht an einen lückenlosen Gehorsam und führe die Hunde, solange ich Straßen passieren muß (wohne glücklicherweise am Ortsrand) grundsätzlich an der Leine.

: Aha, wenn Du den Hund frei hast jagd er also auch etwas - bist Du jetzt ein schlechter Hundeführer, wenn Du den Trieb des Hundes nicht 100% in den Griff bekommst?!? Normalerweise müsste er absitzen, auch ohne Leine.

Ich bekam ihn dreieinhalbjährig, und er kannte keine Züge, keine Straßenbahnen, keine Autos, keine Busse - sein Verhalten hat sich enorm angepaßt, nur Eisenbahnzüge mag er nach wie vor nicht. Es gelang mir eine Zeit, ihn angesichts eines nahenden Zuges abzulegen; es klappte fast hunderprozentig, bis er irgendwann doch aus dem "platz" aufsprang und dem Zug hinterherraste. Und seitdem war alles verdorben, auch durch Gewöhnung, Ablenkung oder Kommandos ist er nicht mehr zu beeinflussen - er muß dem Zug hinterher, koste es was es wolle. Ich bin dann irgendwann umgezogen und habe das Problem "hinter mir gelassen" - hier gibt's keine Gleisanlagen.

: Sie ist ihm nicht gewachsen? Dass ist Hohn pur, denn dieser Hund in anderen Händen wäre sicherlich eine Waffe geworden. Dass sie immer auf der Hut ist ist selbstverständlich, nur so ist man befähigt, die Hunde frei laufen zu lassen. Überfordert sind nur die, die sich keinen Kopf drum machen.

Ich kenne den Hund nicht, es kann also natürlich sein, daß Deine Freundin Großes geleistet hat. Ich sehe es trotzdem mit gemischten Gefühlen, wenn zarte Persönchen oder alte Leute mit mächtigen Bellos unterwegs sind (oder gar mit zweien). Im Zweifelsfalle - und es gibt den lückenlosen Gehorsam nicht - werden sie mitgerissen. Erst vergangene Woche begegnete ich einer hochgeschminkten Tante auf hohen Schuhen mit zwei sehr kräftigen Staffords an der Leine; die Hunde tobten wie verrückt, als sie mich mit meinen Schäferhunden sahen, und die Frau zerrte sie in Ausfallschritt-Haltung und unter Aufbietung sämtlicher Kräfte hinter ein Auto, damit sie bloß meine Hunde nicht mehr wahrnehmen konnten, aber von Kontrolle konnte keine Rede sein: wäre der Abstand geringer gewesen, hätte es eine böse Beißerei gegeben.

Gruß, Attila

von Karin Exi+Rony(YCH) am 11. Oktober 2001 08:55

Hallo Attila

: Kurzum, an netten Haushunden, Freunden sämtlicher Kinder und Nachbarn, die mit der Katze spielend in ihrem Korb liegen, bin ich nicht interessiert

Ich kenne viele Schutz und Diensthunde, die in der Familie die totalen Haushunde und auch sonst total lieb sind. Wenn der Hund richtig ausgebildet wird, ist er auch als Familienhund ideal.

: wird's zuviel, bremse ich sie mit Zwangsmitteln aus (einfaches "sitz" reicht).

Was ist beim Kommando "Sitz" ein Zwangsmittel?????

: Der Stachel hat nur in der Übung der Leinenführigkeit seinen Platz und sonst nirgends - ich bitte mich da richtig zu verstehen.

Wer für die Leinenführigkeit einen Stachel braucht, hat schon am Anfang sehr viel falsch gemacht.

: Dann darfst Du aber keinen Schutzdienst machen. Wenn der Hund einerseits "voll im Trieb" steht und gar "gestaut" wurde, sollte er anderseits eine Unterordnung leisten, die auf "gegenseitiger Willenserklärung zur Zusammenarbeit" beruht? Ich habe so etwas, wie gesagt, noch nie gesehen - aber vom Schutzdienst wirst Du vermutlich ohnehin nichts halten, ihn als "mittelalterlich" brandmarken, weil da (scheinbar) der Partner Hund auf einen Menschen gehetzt wird, anstatt daß diese beiden Wesen sich in "gegenseitigem Respekt..." usw. üben.

Ich mache auch Schutzdienst. Aber mein Hund hat noch nie Schläge oder Zwangsmittel gebraucht. Nicht für die Unterordnung und nicht für den Schutzdienst.

Gruss
Karin

von Thomas(YCH) am 11. Oktober 2001 09:07

mist... ich wollte es beenden... muss aber jetzt doch noch
eben etwas loswerden.

:Innerhalb einer Übungseinheit darf nicht mehr als eine Übung mit Zwang
:korrigiert werden;

es gibt keinen grund einen übung mit zwang zu korrigieren, weil der hund
sie also noch gar nicht eindeutig gelernt hat. genausowenig wie es
einen grund gibt, dir vors schienenbei zu treten, um den walzer
abzusichern, den du noch gar nicht richtig beherrscht, wenn du einen
falschen schritt getan hast.....

einfaches beispiel: "Brings"

der hund lernt üblicherweise, das Bringholz auf dem platz zu bringen.
das bdeutet aber, dass er nicht unbedingt wissen muss, was das
Signal "brings" überhaupt bedeudet. er weiss nur, dass er dieses teil
auf dem übungsplatz bringen muss.

ein hund der das bringen richtig gelernt und verstanden hat, bringt
einen schuhanzieher, den er vorher noch nie gesehen hat und den ich
einfach ins treppenhaus werfe. ich schicke meine hund runter, sage
ihm die richtung an, korigiere ihn mit einem freundlichen "Falsch"
und sage "brings" wenn er am schuanzieher ist.
ich leihe mir drausen beim spaziergang von irgendwem irgendetwas,
lege das irgendwo hin, ohne das mein hudn das sieht, schicke ihn
hin und lasse ihn das teil bringen. Ich werfe irgendein teil,
was ich draussen so sehe, schicke meinen hund und sage "brings"

es gibt nie die notwendigkeit und gab es auch nie, diese übung
mit zwang abzusichern, weil mein hund das "brings" wirklich und
tief gelernt hat.

: Dann darfst Du aber keinen Schutzdienst machen. Wenn der Hund
: einerseits "voll im Trieb" steht und gar "gestaut" wurde,

sorry... dieses instinkt-hierarchie-modell ist hoffnungslos
überholt... genauso wie dieser psycho-hydraulische-triebstau-irrtum.

du solltest dich mal mit motivation, bedarfsdeckung, schadensvermeidungs
strategien beschäftigen, mit lernverhalten, lernbiologie, operatem
verhalten... du solltest mal wissen, welchen preis an sozial-deprivation
der hund beim "stauen" zahlen muss..... :-(((

:sollte er anderseits eine Unterordnung leisten, die auf
:"gegenseitiger :Willenserklärung zur Zusammenarbeit" beruht?

wieso muss der hund auf dem platz untergeordnet sein? ich sehe
die notwendigkeit einer unterordnung nur im bereich der sozialen
interaktion, beim allgemeinen zusammenleben.

gerade im schutzdienst ist eine hohe partnerschaft, eine hohe
gleichberechtigte teambereitschaft notwendig... ähnlich wie bei
der jagd... der boss initiiert, dan arbeitet das team optimal
zusammen um eben für die aufgabe gemeinsam erfolgreich zu sein.

:Ich habe so etwas, wie gesagt, noch nie gesehen - aber vom
: Schutzdienst wirst Du vermutlich ohnehin nichts halten,

nein, ich halte sehr viel davon

:ihn als "mittelalterlich" brandmarken,

nein, lediglich einige schutzdienstler sind mittelalterliche
gesellen, einige ausbilder.

:weil da (scheinbar) der Partner Hund auf einen Menschen gehetzt wird,

unsinn...


: So ist das also! Nicht die Hundefreunde verfehlen das Ziel, die ihren
:Hund nur herumliegen lassen, sondern die Hundesportler, die nur aus
:Egoismus ausbilden! Lieber Thomas, jetzt hast Du aber danebengegriffen

nein, nur weil du dinge verdrehst und darstellst, wie ich sie nie
gesagt habe. hier gehts allein um das halti für nicht-erzogene
hunde und menschen, die ihre hunde eben nicht bereit sind zu erziehen.

du hast zunächst den stachel in die diskussion eingebracht, dann den
schutzdienst. das war nie mein thema und ich möchte mir nicht eine
einstellung andichten lassen, die nicht meine einstellung ist.

1. ich bin gegen stachel und E-geräte in der hundeausbildung
2. ich bin nicht gegen körperliche einwirkung im rahmen sozialer
interaktion
3. ich bin nicht gegen den schutzdienst.
4. ich bin davon überzeugt, das im rahmen sozialer interaktion
etablierte strafreize konditioniert auf konkrete signale als
einwirkung in der ausbildung zu 100% ausreichen.
5. das halti ist imho ausschlielich eine führhilfe

noch fragen?

ansonsten ist das für mich hier zu ende... weils zu nix führt.

T.



Selbstverständlich gibt es die perverse Entwicklung, daß der Hund zum Sportgerät wird. Aber wer zwanzig Jahre Hundesport betreibt, tut das doch nicht, weil er "wegen der Probleme längst überzeugt ist, daß die Hundeanschaffung ein Fehler war", sondern weil's ihm Spaß macht. Wenn Du dabei an "Schnauzbart und Säbel, Stank und Flitter" denkst, hast Du ein Feindbild errichtet, das natürlich den durchschnittlichen Hunde"besitzer" mit seinem Desinteresse ungemein aufwertet.
:
: Gruß, Attila
:
:

von Marion u. Janusch(YCH) am 11. Oktober 2001 09:19

Das bin ich garantiert nicht, aber ich habe keine Lust, auf so etwas wie Leinenführigkeit (auf dem Platz und in Wald und Feld) Monate zu verwenden; Leinenführigkeit sichere ich IMMER über Zwang ab, wenn es nötig ist. Manche Hunde laufen aber so schön mit, daß man eigentlich gar nichts mehr tun muß, als sie lobend zu bestätigen.
:
Hallo Attilla,
bin etwas "irritiert", las ich doch gerade in einem anderen Thread von dir, das deine Hündin im freien mit deiner Zustimmung (oder habe ich da etwas falsch verstanden) bei Sichtung eines Kleinhundes oder einer Katze in die Leine preschen darf. Also ich verstehe da etwas anderes unter Leinenführigkeit. Mein sehr lebhafter Rüde hat dies übrigens auch gemacht, wobei ich mir des öfteren dann fast die Schulter ausgerenkt habe (weil zu spät reagiert). Habe daraufhin mit einer hundeerfahrenen Katze (wir haben keine eigenen und Janusch ist auch nicht mit ihnen aufgewachsen)mittels clickern geübt und jetzt ist das Thema Katze erlegigt :-))). Man freut sich sogar wenn man eine Katze sieht, denn dann gibt es bestimmt ein feines Leckerli!
Zum Thema Halti kann ich nur sagen, da es mir bei meinem damals äußerst lebhaften und hektischen Rüden bei Stadtbesuchen (dies hatte ich aus Unerfahrenheit in der Prägezeit leider zu üben versäumt)sehr geholfen hat. Ohne Halti war er kaum zu händeln, da er versucht hat in jedes! Geschäft oder Gebäude zu kommen und durch seine Aufregung war er überhaupt nicht mehr ansprechbar (auch nicht mit Leinenruck - bewirkte nur Meideverhalten und seine Lernfähigkeit war aufgrund des Streßzustandes gleich Null). Mittels des Kopfhalter (nur für diese Situation) wurde er ruhiger und für meine Signale ansprechbar. Für andere Probleme hatte ich allerdings weniger Erfolg (bei Rüdenbegegnungen machte er sich einfach im Hals fest und so konnte er immer noch "stänkern"winking smiley mit dem Halti. Da bin ich andere Wege (Clicker) mit Erfolg gegangen.
:
Viele Grüße
Marion u. Janusch

von Karin Exi+Rony(YCH) am 11. Oktober 2001 09:14

Hallo Thomas
:
: 1. ich bin gegen stachel und E-geräte in der hundeausbildung
: 2. ich bin nicht gegen körperliche einwirkung im rahmen sozialer
: interaktion
: 3. ich bin nicht gegen den schutzdienst.
: 4. ich bin davon überzeugt, das im rahmen sozialer interaktion
: etablierte strafreize konditioniert auf konkrete signale als
: einwirkung in der ausbildung zu 100% ausreichen.
: 5. das halti ist imho ausschlielich eine führhilfe
:
: noch fragen?
:
.
:
: T.
:
Gibt hier nur eins zu sagen BRAVO

Grüessli
Karin
: Selbstverständlich gibt es die perverse Entwicklung, daß der Hund zum Sportgerät wird. Aber wer zwanzig Jahre Hundesport betreibt, tut das doch nicht, weil er "wegen der Probleme längst überzeugt ist, daß die Hundeanschaffung ein Fehler war", sondern weil's ihm Spaß macht. Wenn Du dabei an "Schnauzbart und Säbel, Stank und Flitter" denkst, hast Du ein Feindbild errichtet, das natürlich den durchschnittlichen Hunde"besitzer" mit seinem Desinteresse ungemein aufwertet.
: :
: : Gruß, Attila
: :
: :
:

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