Halti :: Hundeerziehung + Soziales

Halti

von Thomas(YCH) am 12. Oktober 2001 06:50


: okay, ich hätte es verfeinern sollen: Traust Du Dir diese Kontrolle
: auch zu, wenn Du außer Sichtweite bist? Dieses Thema diskutierten wir
: jüngst auf dem Platz.

wie kann sich bei intakter sozialbindung und beim verlassen des
heimatterritoriums ein individuum soweit entfernen, dass es ausser sichtweite ist???? das versteh ich überhaupt nicht...

ich kenne das nur von hunden, die schnell aufgrund gewohnter hoher
aversiver einwirkungen (z.b. beim hundesport) eine hohe individual
distanz zum hundeführer aufbauen (so etwa wie "nix wie weg"winking smiley und eben
von hunden, die überhaupt keine bindung haben.
Hund mit bindung, mit kommunikation, mit abstimmung des gemeinsamen
verhaltens, z.b. durch eigeninitiierten blickkontakt, usw. würden
sich nie soweit entfernen... ich habs zumindest bei diesen hunden
noch nie erlebt.

btw: ich behaupte auch, meinen hund sogar auf distanz unter kontrolle
zu haben. ich kann sie sogar noch abrufen in der angefangenen jagd
auf katzen.... und katzen sind für sie wohl der inbegriff einer
absoluten beute... *lacht*... ich habe häufig die orientierungsphase
bemerkt und dann bewusst abgewartet. ich habe sie durchstarten lassen
und sich sogar 20, 30 m entfernen lassen... und sie dann einfach
zurückgerufen... es geht...

T.

von Marion u. Janusch(YCH) am 12. Oktober 2001 07:09

Hallo Attila,
:
: Dieses "in jeder Situation" halte ich für eine Selbsttäuschung. Es gibt keine totale Kontrolle. Oder traust Du Dir Kontrolle über einen Rüden zu, wenn fünf Meter vor ihm eine heiße Hündin vorbeiläuft? Es handelt sich um Tiere und nicht um Maschinen.
:
Ja, diese Kontrolle traue ich mir mittlerweile zu ! Dafür übe ich ja nun schon eine ganze Weile und habe die Schwierigkeiten (Ablenkung) kontinuierlich gesteigert. Ich dachte immer so etwas lernt man bei euch auf dem Hundeplatz (soweit ich es in Erinnerung habe bist du da oft?)auch? Und wenn der "gezupfte" Stachler (entschuldige aber an das zupfen, kann ich nicht so ganz glauben - ein aversiver Reiz muß relativ stark erfolgen um eine unerwünschte Reaktion möglichst vollständig zu unterdrücken - an schwache Reize gewöhnt sich das Tier)wirlich besser ist als das Halti (um beim Thema zu bleiben ;-)) müßste dein Hund ja nun wirklich in den häufig auftauchenden Alltagssituationen (Katze, kleine Hunde) problemlos gehorchen (ich rede immer noch vom Thema Leinenführigkeit und nicht was ist wenn der Hund alleine ist, oder frei läuft - dies ist ja ein anderes Thema). Wenn er das nicht tut, hat er meiner Meinung nach nicht begriffen, das es an der Leine unerwünscht ist zu ziehen, oder in die selbe "reinzupreschen".
Natürlich bin ich der selben Ansicht wie du, das ein Lebewesen keine Maschine ist (und daher natürlich auch nie völlig berechenbar), aber trotzdem kann ein Hund problemlos und so gar freudig lernen was ich von ihm erwarte. Dies geht natürlich nicht von heute auf morgen (Zeitfaktor!), aber wenn man es richtig macht und vor allem konsequent!!! ist dann wird man in den Jahren zu deinem tollen Team, das sich gegenseitig genau kennt (Stärken und Schwächen) und daher auch berechenbar wird.
Zum Thema Jagd, kann ich nur sagen: ich könnte es nicht verantworten, wenn du es kannst, mußt du das mit dir selbst ausmachen, ich finde allerdings, das man in der heutigen Zeit in Bezug auf die Hundehaltung Vorbild seinen sollte (und du bist ja wahrscheinlich kein Jäger ;-))
Viele Grüße
Marion

von Thomas(YCH) am 12. Oktober 2001 06:55


: JAGENDE HUNDE, DAS IST JETZT DOCH DAS ALLERLETZTE!!!!!!!!!!!!!!!!

möglicherweise hast du vergesssen, das hunde von ihrer natur
her beutejäger sind.... und noch viel schlimmer, sie töten
ihre beute und fressen sie auf....
ich finde das viel ehrlicher, als das steak welches du dir
aus der kühltruhe nimmst

btw: ich finde jagende hunde absolut ästhetisch und bestaune
diese unglaublichen fähigkeiten eine perfekten rautieres.

: Sag mal, spinnst Du eigentlich??????

das frag ich mich auch... es gibt schon viele spinner.....
... sogar solche, die glauben hunde sind keine beutejäger
und hunde hätten nicht mehr diese veranlagung.

T. (...der seinen Hund natürlich nicht jagen lässt, aber
ab und zu mal einen karnickel hetzen lässt, und sogar dazu
noch selber die jagd initiiert, so wie es eben ein Boss tut.. *lacht)

von Dogman(YCH) am 12. Oktober 2001 07:09

Hallo Attila,

in der rauen Wirklichkeit lege ich als verantwortungsbewusster HF den Hund nie unangeleint z.B. vor einem Bäckerladen ab. So oder so, d.h. ob er liegen bleiben würde oder nicht.

Theoretisch sehe ich aber dein Beispiel als reine Übungssache, denn wenn ich meinem Hund schon beibringen kann, auf dem Hundeplatz Gehorsam, also hier das Ablegen, zu zeigen, warum dann auch nicht in der Stadt?
Ich bin in dieser Beziehung eh der Meinung dass die Ausbildung eines SchH nicht am Tor eines Übungsplatzes aufhört, wie es viele meinen. Deshalb verderbe ich auch meine Hunde mit Teamtest, BH uns Ausbildung ausserhalb des Übungsplatzes ;-)

Für mich muss ein Hund in jeder Situation Gehorsam bzw. Erziehung zeigen, sei es auf dem Übungsplatz, in der freien Natur, oder eben in der Stadt.

Zum Halti:

Ich persönlich halte von diesem Hilfsmittel nicht viel, da mich bis jetzt noch keiner bei wirklichen Problemhunden von dessen Wirksamkeit hat überzeugen können. Ich habe da bis jetzt eher Nachteile als Vorteile bei der Benutzung gesehen. Eher eben, dass der Hund dadurch noch mehr versaut wurde.

Das Halti ist für mich eben ein Hilfsmittel, wie viele andere auch, die den Benützer eher Unfähigkeit in der Hundeerziehung anlastet, als umgekehrt.

Es ist halt heutzutage modern fehlende Fähigkeit zum Kommunizieren mit dem Hund mit solchen Hilfsmittel zu überbrücken, wozu hauptsächlich unsre Damenwelt dazu neigt, da ihnen zum grössten Teil die nötige Härte dazu fehlt. Dazu übersetze ich Härte mit Durchsetzungsvermögen und Konsequenz.

Und zum Anderen besteht im Wesen und in der Art für mich noch ein Unterschied zwischen einem Pferd und einem Hund ;-)

Die meisten Problemhunde bekommt man nicht als solche, sonder zieht man sich so heran.

Dogman

von Dogman(YCH) am 12. Oktober 2001 07:15

Hi T

: btw: ich behaupte auch, meinen hund sogar auf distanz unter kontrolle
: zu haben. ich kann sie sogar noch abrufen in der angefangenen jagd
: auf katzen.... und katzen sind für sie wohl der inbegriff einer
: absoluten beute... *lacht*... ich habe häufig die orientierungsphase
: bemerkt und dann bewusst abgewartet. ich habe sie durchstarten lassen
: und sich sogar 20, 30 m entfernen lassen... und sie dann einfach
: zurückgerufen... es geht...

Ein guter Ausbilder lässt es erst garnicht dazu kommen :-)
Zeugt doch dein Vorgehen davon, was die umwelt von uns HF da denkt, denn ein die Jagd beginnender Hund ist schon ein jagender Hund!
Und das sollte so nicht sein.

Dogman

von Thomas(YCH) am 12. Oktober 2001 08:00


:Und wenn der "gezupfte" Stachler (entschuldige aber an das zupfen, kann
:ich nicht so ganz glauben - ein aversiver Reiz muß relativ stark
:erfolgen um eine unerwünschte Reaktion möglichst vollständig zu
:unterdrücken -

absolut... du hast absolut recht... mit einer ausnahme.

das zupfen fungiert als konkrete warnung. der effekt ist der, dass
der hund sofort eine schadensvermeidungsstrategie aufbaut... er pariert.

aber dazu muss er in der vergangenheit deutlich erfahren haben, wie
schmerzhaft ein echter ruck ist. er muss es aus der erinnerung
wissen, die angst davor muss so gross sein, dass das zupen als
warnung ausreichend assozieert ist...

:an schwache Reize gewöhnt sich das Tier)wirlich besser

und sie bewirken überhaupt nix, sie werden allenfals als
belästigung ignoriert... wenn er sie dauerhaft überhaupt wahrnimmt.

sobald die "information" irrelvant ist, und auch nicht als ernst-
zunehmende bedrohung oder zu vermeidende konsequenz eingestuft wird,
wird sie einfach aus dem gehirn "rausgerechnet".

Fazit: Wenn heute ein Zupfen ausreicht, hat der Hund sehr schmerz-
haft erfahren müssen, was passiert wenn er diese warnung ignoriert.
mir tut das in der seele weh...... zudem ist es immer (!) ein spiel
mit einer aufrechtgehaltenen angst... es ist für den hund immer (!)
die angst vor strafe im spiel, bloss nichts verkehrtes machen :-(

T.

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