Hundefeindschaft auf Leben und Tod :: Hundeerziehung + Soziales

Hundefeindschaft auf Leben und Tod

von Babs+Gina(YCH) am 25. Oktober 2001 12:56

Hallo!

Ich brauche bitte dringend Euren Rat.

In unserer Nachbarschaft wohnt ein Rüde, der meine Hündin regelrecht hasst. Angefangen hat das Ganze sehr unglücklich. Weil ich mein Fahrrad abschließen wollte, hatte ich Gina an einem Laternenpfahl in ca. 2 m Entfernung angebunden. Kaum hatte ich mich umgedreht, stürzte ein frei laufender Rüde auf meine Kleine und biss sie total zusammen (wir mußten wegen der großen Bisswunden am Rücken zum Tierarzt und sie nähen lassen). Der Hundebesitzer hatte nicht eingegriffen, sondern sich mit den Worten: "Da kann man eh nichts machen" umgedreht und ist weggegangen. Der Rüde hat nur losgelassen, weil ich ihm ... ja, es tut mir sehr leid, das sagen zu müssen, aber ich wußte mir nicht anders zu helfen ... also ich habe ihm in die Schnauze getreten, er hat nämlich auf nichts anders reagiert (Hinterläufe wegziehen, schreien usw.) Er hat aber keine Verletzungen davon getragen, sondern war wohl nur geschockt wegen meiner heftigen Reaktion.

Jedesmal, wenn wir diesen Hund nun treffen, geht er auf meine Hündin los. Und das ist kein Kommentkampf mehr, sondern absoluter Ernst, hier geht es um Leben und Tod und endet immer mit bösen Wunden. Ich gehe nur noch mit Pfefferspray spazieren (das mußte ich gegen diesen Hund auch schon einsetzen) und habe auch dem Besitzer schon mit einer Anzeige gedroht, abgesehen davon, dass er die Tierarztrechnungen immer bezahlen muss. Doch den interessiert das gar nicht. Der ist völlig überfordert und sein Hund macht mit ihm, was er will. Deshalb meint der Hund wohl, er sei Alpha-Rüde und hat ein völlig überzogenes Selbstbewußtsein.

Das Problem, warum ich das hier alles schreibe ist, dass meine Hündin seit einiger Zeit nun immer wegläuft, wenn sie Hunde in gleicher Größe und Fellfarbe sieht. Und das macht mir große Angst, denn wenn sie in meiner Nähe bliebe, könnte ich sie versuchen zu beschützen, wenn es denn dann wieder dieser Rüde ist, aber wenn Gina wegrennt, kann ich das nicht! Aber ich kann sie doch deshalb nicht immer anleinen.

Was soll ich denn bloß jetzt machen? Und warum läuft Gina überhaupt fort. Bisher hat sie mich doch als Retterin in großer Not erlebt, aber die Angst vor einem erneuten Zusammentreffen muss wohl einfach zu groß sein. Was macht man mit solchen neurotischen Hunden und ihren völlig inkompetenten Haltern? Ich hab so eine Wut auf die!

Völlig ratlose Grüße senden euch
Babs + Gina, die schon überlegen wegzuziehen, aber das ist ja wohl auch nicht die Lösung

von Andreas(YCH) am 25. Oktober 2001 13:05

Hallo,

ein Rüde, der eine Hündin ernsthaft verletzt ist krank!
Insofern würde ich da keine Rücksicht mehr nehmen und eine Anzeige nach der anderen machen bei jedem Zwischenfall bei Polizei und Ordnungsamt. Alles dokumentieren, fotografieren, tierärztliche Atteste, Zeugen besorgen.
Der Halter hat komplett versagt und der Hund gehört eingeschläfert.
Wende dich an die Presse, versuche, andere Opfer zu finden.
Wie siehts mit eurer Hundeverordnung aus? In den meisten Bundesländern müssen solche Hunde zum Wesenstest oder bekommen Maulkorb-und Leinenzwang, in diesem Fall völlig berechtigt.

Gruß
Andreas

von Babs+Gina(YCH) am 25. Oktober 2001 13:19

Danke, Andreas! Daran habe ich auch schon gedacht. Die Zwischen- bzw. Ausfälle habe ich auch schon alle dokumentiert. Du bestärkst mich daran, jetzt wirklich jeden Zwischenfall beim Ordnungsamt zu melden. Es reicht! Ich habe totale Angst um meinen Hund und ich gehöre nicht zu den Hysteriker/-innen, die bei jedem kleinen Gekabbel zwischen Hunden gleich um Hilfe schreit. Aber das hier ist nicht normal!
Nochmals danke für deinen Rat!

von Meike(YCH) am 25. Oktober 2001 13:37

Hallo Babs,

traurige Geschichte. Meiner Hündin ist vor zwei Jahren etwas Änhliches passiert. Ich habe damals den Hundelhalter beim Ordnungsamt angezeigt, er bekam Leinen- und Maulkorbpflicht für seinen Hund, die er aber nie eingehalten hat. Nachdem sein Rüde meine Hündin ein zweites Mal angefallen und wieder schlimm verletzt hatte, wurde der Hund eingezogen und ist jetzt im TH.
Normalerweise gehe ich eigentlich den bequemen Weg, d. h. Anzeige beim Ordnungsamt eher nicht. Aber es war für uns das beste und Du solltest das auch tun. Nach nunmehr zwei Jahren hat meine Hündin noch immer Angst vor Hunden, die diesem Rüden ähnlich sehen. Ich hatte eine so liebe, zutrauliche Hündin und heute hat sie soviel Angst und tut mir so oft leid. Trotz viel Geduld, viel Zuneigung, vielen Hundebegegnungen. Sie bekommt von mir in Abständen, wenn die Angst wieder zu groß wird, ein homöopathisches Mittel.
Zeig den Typ beim Ordnungsamt an und vielleicht findet Du Leute, die diesen Rüden auch schon ausgerastet gesehen haben. Mitleid ist in dem Fall falsch. Denk an Deine Gina und tu es für sie.

Liebe Grüße,
Meike

von Babs+Gina(YCH) am 25. Oktober 2001 13:56

Hallo Meike!

Lieben Dank für deine bewegende Geschichte. Genau das, was deine Hündin durchmachen mußte, passiert uns hier momentan auch. Und es ist wieder mal nicht der Hund, der dafür verantwortlich ist, sondern der Mensch, der gravierende Fehler macht!

Auch wenn ich Mitleid mit dem Rüden habe, meine Gina kommt an allererster Stelle, zumal sie nicht der Aggressor ist und auch dein Rat bestärkt mich daran, nun rechtliche Schritte gegen den Halter einzuleiten. Mehr noch als Maulkorb- und Leinenzwang würde ich einen mindestens 20-Std.-Kurs bei einer wirklich guten Hundeschule befürworten, schade, dass man das nicht zur Auflage machen kann.

Ich wünsche dir und deiner Hündin alles Gute und hoffe für unsere beiden, dass wir in kleinen, kontinuierlichen Schritten wieder selbstbewußte, fröhliche Weggefährtinnen aus ihnen machen können.

Liebe Grüße
Babs

von Meike(YCH) am 25. Oktober 2001 14:07

Hallo Babs,

jetzt hast Du mich getröstet, dabei sollte es doch umgekehrt sein. Aber ich denke, daß Du genau verstanden hast, worum es geht. Natürlich trifft es den Rüden, aber doch besser ihn, als Deine Gina. Und mit viel Geduld bekommst Du sie auch wieder hin. Meine lacht ja auch wieder und freut sich. Aber, es ist eben noch ein langer Weg zu dem Hund, der sie einmal war. Du hast aber recht, es ist zu schaffen.

Alles Gute für Euch,
Meike

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