Fuß mit und ohne Leine! :: Hundeerziehung + Soziales

Fuß mit und ohne Leine!

von veronika(YCH) am 16. Juni 1998 19:07

Meist ist es ja so, daß ein Hund an der Leine besser folgt und selbstbewußter ist. Bei meiner Wicki (Mittelschnauzerhündin, 2 Jahre alt) ist es genau anders rum.
Ohne Leine macht sie recht gut "Fuß", mit Leine hat man das Gefühl, daß sie den Befehl noch nie gehört hat. Ohne Leine geht sie ganz ruhig an allen Leuten vorbei, mit Leine versucht sie immer, um alle Leute einen riesigen Bogen zu machen. Ohne Leine läßt sie sich von Leuten leichter streicheln, allerdings dauert es sehr lange, mit Leine haben sie so gut wie gar keine Chance.
Wie kann man diese Probleme, vor allem die des "Fuß" gehen an der Leine lösen??
Schöne Grüße

Veronika


von mecki(YCH) am 17. Juni 1998 08:58

Guten Morgen Veronika,

hast Du Deine Wicki schon ab Welpenalter, so daß Du Negativerlebnisse mit Leine ausschließen kannst ?

Ich habe mit meinem jetzt ca. 2 1/2jährigen Border-Mix-Rüden "Janosch" nämlich ähnliche Probleme.
Er läuft bei Fuß ohne Leine bzw. wenn sie auf dem Boden schleift. Nehme ich sie hoch zieht er los, als wollte er ihr entrinnen. Nach unzähligen vergeblichen Versuchen, bin ich auf´s Geschirr umgestiegen. Damit klapp´s wesentlich besser, aber an lockerer Leine bei Fuß laufen ist trotzdem nicht drinn.

Nachdem seine Haare am Hals abgebrochen und die ersten Ansätze zur Verfilzung zeigte, als ich ihn aus dem Tierheim bekam, gehe ich davon aus, daß er in seinem früheren Leben einen Stachelwürger oder etwas ähnlich getragen hatte, was wohl sein Negativerlebnis mit Leine erklärt.
Ebenso reagiert er an der Leine irgendwo angebunden sehr aggressiv und war auch ein Angstbeisser. Deshalb denke ich mir, daß er vielleicht mal angebunden geschlagen wurde.
So ist er wohl immer auf der Flucht vor dem "an der Leine hängen".
Jedenfalls ist er ohne Leine viel umgänglicher als mit. Zum Glück brauchen wir im Alltag die Leine für ihn kaum.

Leider wird Dir dies wohl nicht viel helfen, trotzdem wollte ich Dir sagen, es geht mir auch so ähnlich.

liebe grüße aus dem Kleinen Saarland sendet mecki

Deshalb bin ich mal gespannt auf die Antworten der anderen hier.

von Dagmar & Lena(YCH) am 17. Juni 1998 08:42

Hallo Veronika !

So selten ist Dein Problem gar nicht. Ich und viele meiner Freunde mit Hund kenne das Problem und sind total erstaunt. Mit Leine ziehen sie wie die Irren, ohne Leine klappt es gut. Lena z.B. läuft in der Feldmark immer ohne Leine (auch jetzt beim gesetzlichen Leinenzwang) weil sie null Jagdtrieb hat. Erst gestern haben wir ein kleine Maus auf dem Weg gefunden, die von meinem Hund erst mal "abgeschnuddelt" wurde. Vor Rehen hat sie Angst (die sind so groß ....), Hasen kennt sie, mein Freund hat Kanninchen (total uninteressant), Katzen habe ich selber (werden geliebt ob sie wollen oder nicht).
In Ortschaften leine ich sie an, schon weil es mir zu gefährlich ist wegen des Verkehrs. Also will ich, daß sie anständig an der Leine geht. Ich habe das so gemacht:
Ich merkte, daß mein Hund an der Leine total unaufmerksam ist. Frauchen war ja an der Leine und man braucht nicht aufpassen daß sie abhaut. Ich habe also angefangen meinen aufmerksam zu machen. Ich habe Lena ignoriert und bin meiner Wege gegangen. Um Autos rum, auf die andere Seite der Straße, ich habe ständig kehrt gemacht, so als hätte ich was vergessen. Für den Hund war das ein ziemliches gerucke und gezerre, ich habe sie aber weder mit einem Befehl Fuß aufmerksam gemacht, noch war ich irgendwie böse oder verägert wenn sie gezogen hat. Viele halten das wahrscheinlich für unmöglich, zumal die Diskussion über Schäden hier im Gange war wenn der Hund am Halsband gezogen wird.
Tatsache ist, daß es keine 2 Wochen gedauert hat und der Hund (wenn er denn überhaupt mal an der LEine geht) jetzt schön aufpaßt wor Frauchen läuft. Sie geht nicht besonders dicht bei mir, da lege ich auch keinen Wert drauf, aber sie zieht nicht mehr. Wenn ich die Straßenseite wechsle dann kommt mein Hund mit ohne geziehe und gezerre. Das war es was ich wollte.
Auch auf die Gefahr hin, wilde Meldungen zu erhalten, mir ist es lieber mein Hund kapiert was in 14 Tagen und hat den Rest seines Lebens Ruhe, als das ich ein Leben lang an ihr rumziehe.


Viele Grüße Dagmar & Lena (die die 14 Tage gut überstanden, hat sagt der Tierarzt)

von veronika(YCH) am 17. Juni 1998 18:21

Hallo Mecki,
eigentlich kann ich Negativerlebnisse in der Welpenzeit schon ausschließen, denke ich. Daß heißt, was für Negativerlebnisse können an der Leine denn passiert sein? Also geschlagen ist sie nicht worden, und wild herumgezerrt haben wir sie auch nicht (wir haben sie mit 8 Wochen bekommen).
Deine Meldung hat mir richtig aus der Seele gesprochen, ich dachte schon, mein Hund wäre total annormal. Bei uns ist es leider so, daß Leinenzwang besteht, also nichts mit freilaufen, spielen etc.
Was mich irritiert ist, daß sie bei der Hundeprüfung tadellos Fuß an der Leine machte, so richtig mit durchhängen und aufmerksam zu mir aufschauen. Dafür haben wir ein dickes Lob bekommen - und jetzt weiß sie nur noch ohne Leine die Bedeutung von Fuß.

schöne Grüße aus dem regnerischen Regensburg
Veronika
Auch ich bin gespannt auf die Antworten der anderen.

von veronika(YCH) am 17. Juni 1998 18:50

Hallo Dagmar!
Mein Tierarzt sagt auch immer "Zuckerbrot und Peitsche" braucht man bei einem Schnauzer, da er sehr eigenwillig ist und einem bei seiner Klugheit sonst auf der Nase herumtanzt. Und wenn ich dann meine, daß man doch nicht zu grob mit einem Hund umgehen darf, er meint nämlich, daß einem Hund ein Klaps gar nichts ausmacht, sagt er daraufhin nur: entweder setzt man sich beim Hund durch oder der Hund muß mit 2 Jahren eingeschläfert werden, weil er so dominant geworden ist, daß er nicht mehr zu vermitteln ist. Und glauben sie mir, lieber hauen Sie dem Hund mal eine drauf, damit er weiß, woran er ist und er darf dann bei Ihnen bleiben als daß er immer mit Samthandschuhen angefaßt wird und schließlich eingeschläfert werden muß. Davon hat der Hund (und Sie) sehr wenig. - Ich möchte noch schnell sagen, daß mein Tierarzt kein brutaler Mensch ist, aber er kennt unsere Schwierigkeiten mit dem Hund und sagte, daß wir ihm auf keinen Fall irgendetwas durchgehen lassen sollen, daß wäre auf Dauer untragbar und für den Hund gar nicht gut. Meine Mutter hat dem Hund dann auch mal eine hintendrauf gegeben und seitdem ist er zwar nicht unterwürfig, handscheu oder ängstlich, aber er folgt meiner Mutter doch viel besser und erwartet natürlich immer ein Leckerli.
Aber nun zu deiner Antwort.
Das ist nämlich auch mein großes Problem. Meine Wicki ist total unaufmerksam, egal ob beim Spielen oder beim Spazierengehen. Wenn ich sie an der Leine habe, geht es mir genauso wie dir. Eher fühle ich mich an der Leine und von ihr dirigiert. Beim normalen Gehen zieht sie dank Geschirr nicht mehr ständig. Ich habe da auch den Befehl langsam eingeführt - mit dem Erfolg, daß sie wenn ich "langsam" sage, sich umdreht und im Rückwärtsgang immer zwei Schritte vor mir läuft, um ja nicht eine mögliche Belohnung zu verpassen. Aber jedenfalls zieht sie nicht mehr. Nur wenn ich "Fuß" sage, dann zieht sie, und ich bin Luft für sie. Sie schaut mich nicht an und jault auf und schaut mich ganz vorwurfsvoll an, wenn ich bei einer Wendung auf ihre Pfoten trete. Naja, ich werde es mal mit dem hin und herlaufen probieren, wenn das wirklich die Aufmerksamkeit steigert.

Vielen Dank und schöne Grüße an Lena

Veronika

von Anja S.(YCH) am 18. Juni 1998 14:57

Hallo Veronika,

wir haben mit Sheiba und Donar von vornherein eigentlich etwas ähnliches gemacht wie Dagmar und Lena, nur das wir das ganze auf dem Feld gemacht haben: wir sind mit Hund (jeweils einzeln) auf ein Feld gegangen und sind dann immer ca. 15 Meter gelaufen und haben dann plötzlich die Richtung gewechselt. Das haben wir ziemlich häufig gemacht. Anfangs haben sie sich natürlich eher für die Maulwurfhaufen interessiert und sonstige leckere Gerüche, aber nachdem sie ein paar mal unsanft herumgezerrt wurden, sind sie dann doch aufmerksamer geworden.

Besonders mit Donar waren die ersten zwei, drei Monate besonders nervig - er hat immer irgendwo hin gezerrt und du kannst dir vorstellen was ich manchmal bei seinem hohen Gewicht selbst schon als Welpe für einen Muskelkater im Arm hatte. Aber Gott sei dank, er hat es auch endlich kapiert, wenn Herrchen oder Frauchen an der Leine rucken, hat man besser sofort aufmerksam neben Herrchen/Frauchen zugehen.

Versuch doch mal eine Zeit lang, Wicki hauptsächlich an der Leine zu führen und dabei sie immer streng bei Fuß zu führen. Wenn sie nicht hört, dann gibt's eben mal einen Ruck. Donar hat ein paar Mal nach einem solchen Ruck einen regelrechten Purzelbaum geschlagen und war dann ziemlich verdutzt. Das klingt zwar brutal, hat aber schnell gewirkt.

Viele Grüße
Anja

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