Einmischung bei Spiel bzw. Raufen :: Hundeerziehung + Soziales

Einmischung bei Spiel bzw. Raufen

von Petra(YCH) am 19. November 2001 11:41

Unsere 3jährige Mischlingshündin zeigt immer wieder ein Verhalten, von dem ich nicht genau weiß, wie ich es deuten soll. Da sie unser 1. Hund ist verfüge ich auch noch nicht über große Erfahrungswerte. Sicher kann mir der eine oder andere Experte hier weiterhelfen.

Also: Unsere Hera ist 3 Jahre alt, Mischling (ziemlich sicher aber Border Collie enthalten), kastriert. Sie ist gut folgsam und im großen und ganzen verträglich mit anderen Hunden (bei größeren Hunden manchmal ängstlich - steht starr, eingeklemmte Rute, lässt sich beschnuffeln und hofft, dass die Sache bald vorbei ist.) Manche Hündinnen kann sie nicht leiden - bzw. hassen diese dann unsere Muffy. Das Ängstliche bzw. das nicht leiden können bezieht sich aber wirklich nur auf einige wenige und ist daher wohl im Rahmen des Normalen.

Nun aber meine Frage: Treffen wir andere Hunde oder z. B. beim Freilauf in der Hundeschule, so hält sie sich meistens etwas abseits und "beobachtet" die anderen interessiert beim Spiel oder auch mal beim Raufen. Es ist selten, dass sie selbst mit einem anderen Hund ins Spiel vertieft ist. Wenn dann aber zwei andere miteinander spielen, kann es sein, dass sie ihre "Beobachterposition" aufgibt und bellend auf das spielende "Knäul" Hunde zuläuft. Gleiche Reaktion bei Raufereien (kürzlich hatten sich zwei riesige Rüden echt ernst in der Wolle - auch da meinte sie, sich einmischen zu müssen, ich konnte sie aber noch abrufen).

Kann mir jemand diese Reaktion erklären. Will sie schlichten? (Kann es sein, dass sie in diesem Fall das Spiel der anderen eben nicht als Spiel erkennt?). Oder erkennt sie das Spiel und will mitspielen? Ist es vielleicht auch ein Border-Collie-typisches Verhalten (Hütehund)??

Fragen, über Fragen. Vielleicht wisst Ihr mehr. Vielen Dank schonmal für die Antworten.

von Marion(YCH) am 20. November 2001 09:21

Hallo Petra,

ich kann nur sagen das eine Freundin von mir einen Staffordsher-Terrier hat und der das auch macht. Wenn meine kleine mit nem anderen Hund spielt und es wird zu heftig im Spiel dann rennt er auch bellend auf die beiden los. Ich vermute mal das das ein Schlichtversuch ist oder Dominanzverhalten aber sich bin ich mir auch nicht.

Liebe Grüße, Marion & Luna

von Ralf(YCH) am 20. November 2001 17:31

Hallo Petra,
aus eigener Erfahrung, zumindestens was dominante Hunde angeht, bzw. Beobachtungen von Border Collie`s bei uns im Verein, gibt es eigentlich nur zwei mögliche Deutungen für das Verhalten:
1. Muffy ist relativ dominant. Dann will sie aber nicht "schlichten", sondern einfach die Situation kontrollieren. (Habe selber einen "Dominanzbolzen" der bei uns auf dem Platz der "beste Beobachter" und "Kontrolleur" ist).
2. Bei Muffy kommt der Border stark durch und sie hat einen starken Hütetrieb. Den leben Border je nach Veranlagung und Möglichkeit sehr unterschiedlich aus.

Gegen Version 1 sprich ihr Verhalten gegenüber "größeren" Hunden, da die Größe eines Hundes das Dominanzverhalten anderer Hunde eigentlich nicht beeinflußt.

Gruß Ralf + "Kontrolleur" Charly

von P.H(YCH) am 22. November 2001 11:26

Tschau Petra

Das zu deuten ist schwierig, aber ich könnte eine Vermutung haben, aber es ist eine Vermutung.

Ich glaube dass deine Hündin das Spiel erkennt. Ich glaube sie ist unsicher und in der Sozialisierungsphase ist nicht alles so gelaufen wie es sollte.

Also, sie steht abseits und schaut dem ganzen zu. Dann kribbelt es sie und sie möchte mitmachen. Aber sie getraut sich irgendwie nicht und fällt in den Wehr. Dort wechselt sie die Triebe von Wehrtrieb zum Spieltrieb und zurück, ganz nach Situation. Mit dem ist sie überfordert und sie verschafft sich Luft mit bellen.

Wenn ich zum Beispiel einen Ball unter einen Wasserfall werfe und die Hündin meiner Nachbarin getraut sich nicht diesen zu holen, dann bellt sie am Schluss auch. Sie hat den Trieb, sie möchte unbedingt diesen Ball, aber sie getraut sich nicht. In dieser Zwickmühle fängt sie dann an zu bellen. Und ich bin natürlich noch so böse und plage die ganze Zeit den Hund mit dem Spiel. Aber sie war schon nahe daran und vielleicht muss ich irgendwann nicht einen von meinen schicken, die dann den Ball holen.

Es könnte so sein, muss aber nicht.
Ich würde einfach schauen, dass sie nur positive Erfahrungen macht. Das heißt nie mit einem aggressiven Hund zusammen lassen. Trotzdem schadet es ihr nichts, wenn sie Kontakt mit Hunden hat. Dann lässt Du sie mit Hunden spielen, vor denen sie keine Angst hat und steigerst das. Aber wichtig ist, dass es wenn möglich nie zu einer Rauferei kommt und dass sie auch nicht in Dominanz gedrückt wird.

Erst gestern fragte mich ein Kollege, ob wir die Hunde zusammen lassen. Seiner hatte das Nackenfell gestellt und ich sagte ihm nein, meine Hündin ist leicht läufig und der Rüde hat es dann nicht so gerne, wenn ihr jemand zu nahe kommt. Natürlich war meine Hündin nicht läufig. Aber eine Rauferei ist immer schlecht, ob der eigene Hund gewinnt oder verliert und sie ist sehr schlecht bei unsicheren Hunden, da diese noch unsicherer werden.

Gruß P.H

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