ängstlicher Hund - fehtl das Vertrauen? :: Hundeerziehung + Soziales

ängstlicher Hund - fehtl das Vertrauen?

von Ilse(YCH) am 14. Dezember 2001 19:51

Hallo,
ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen. Mein überaus ängstliche Dalmihündin wurde vor zwei Wochen von zwei B.Sennenhunden gebissen und jetzt hat sich ihre Angst vor anderen Hunden potenziert. Gestern war die Situation in einem Gasthaus diese, daß sie sich nicht einmal an zwei liegenden Hunden (einer davon war ein Welpe,die Hunde waren beide ruhig) vorbeigehen traute, obwohl ich sie an der Leine geführt habe. Sie steht dann da wie ein störrischer Esel und macht keine Anstalten mir zu folgen. Würde ich sie in so einer Situation ableinen, würde sie alleine das Restaurant verlassen, zumindest bis zur Haustüre gehen.
Ich bin dabei auch überfordert, ich möchte sie nämlich nicht mehr in solchen Situation täscheln oder streicheln, damit bestätige ich doch ihre Angst, oder? Ich kann sie auch in ihrem Streß nicht mehr mit Leckerli locken (auch nicht mal mit einem Steak), sie blockiert total.
Eigentlich trennen uns in solchen Situation Welten, ich finde keinen Zugang mehr zu ihr. Ich habe sie dann mehr oder weniger zu unserem Sitzplatz hingeschoben und ein paar Minuten später mit Feder-Touches ein bißchen herunterholen können. Mir kommt vor, ihre Ängstlichkeit nimmt mit zunehmendem Alter auch zu (sie ist jetzt fast 4), wo soll das noch hinführen? Werden solche Hunde später mal zu Angstbeißer?
Vielleicht geht oder erging es jemandem ähnlich und kann mir wer einen guten Tipp geben?
Fragende Grüße
Ilse

von Marianne(YCH) am 14. Dezember 2001 19:57

Liebe Ilse,
die Erstarrung ist eigentlich nur durch Bewegung zu lösen....
Wäre es möglich, mit einem HALTI (Kopfhalfter) ganz sanft den Kopf zu drehen, dass sie die andern Hunde nicht mehr sieht. Wäre es möglich, dass sie dann wieder ein paar Schritte machen würde. Denn, sobald sie sich bewegt, löst sich die Starre. Wäre es möglich, dass Du dabei auch erstarrst? Und Deinen Hund anstarrst? Und dann geht nichts mehr.
Versuch irgend etwas, damit ihr in Bewegung bleibt und sie die andern Hunde nicht anschauen kann.
Viel Erfolg
Marianne

von ChristineHd(YCH) am 14. Dezember 2001 20:02

Hallo Marianne,

ein erstarren auf Grund einer psychischen Blockade löst man nicht unbedingt durch das mechanische Manipulieren des Körpers.
Liebe Grüße
Christine

von ChristineHd(YCH) am 14. Dezember 2001 20:07

Hallo,

mein Ratschlag: Such Dir jemanden, der sich speziell mit Ängsten auskennt und evtl auch mit Clicker arbeitet.

Gestern war die Situation in einem Gasthaus diese, daß sie sich nicht einmal an zwei liegenden Hunden (einer davon war ein Welpe,die Hunde waren beide ruhig) vorbeigehen traute,

vermeide erstmal enge Situationen

: Ich bin dabei auch überfordert, ich möchte sie nämlich nicht mehr in solchen Situation täscheln oder streicheln, damit bestätige ich doch ihre Angst, oder?

Kann man so pauschal nicht sagen, kann auch sein, daß gar nichts mehr ankommt beim Hund

: Eigentlich trennen uns in solchen Situation Welten, ich finde keinen Zugang mehr zu ihr.

:Mir kommt vor, ihre Ängstlichkeit nimmt mit zunehmendem Alter auch zu (sie ist jetzt fast 4), wo soll das noch hinführen?

Wer weiß, wohin Du sie führst? Die Zunahme hat nicht unbedingt was mit dem älter werden zu tun, sondern mit dem Sammeln wiederholter negativer Erfahrungen.

: Vielleicht geht oder erging es jemandem ähnlich und kann mir wer einen guten Tipp geben?

wenn Du magst, geh auf meine HP, ich habe auch ein "Blockier"Hündin, die inzwischen nicht mehr bzw. höchst seltenst blockiert.

Liebe Grüße und viel Geduld
Christine

von Marianne(YCH) am 14. Dezember 2001 20:44

Liebe Christine,

nicht nur, aber es hilft AUCH. Ein Hund, der bei Schüssen und Feuerwerk zusammen mit seiner Meisterin erstarrte, wurde langsam dran gewöhnt, dabei wurden beide immer in Bewegung gehalten. Solange beide in Bewegung blieben, war der Hund ansprechbar und konnte abgelenkt werden.
Liebe Grüsse
Marianne

von Bianca(YCH) am 14. Dezember 2001 21:40

Hallo zurück,

Gestern war die Situation in einem Gasthaus diese, daß sie sich nicht einmal an zwei liegenden Hunden (einer davon war ein Welpe,die Hunde waren beide ruhig) vorbeigehen traute, obwohl ich sie an der Leine geführt habe. Sie steht dann da wie ein störrischer Esel und macht keine Anstalten mir zu folgen. Würde ich sie in so einer Situation ableinen, würde sie alleine das Restaurant verlassen, zumindest bis zur Haustüre gehen.

*Mmmh, so untypisch ist die Situation nun auch nicht, denn in einem Gasthaus ist es nun einmal sehr eng. Selbst wenn die Hunde ruhig waren, heißt das nicht, dass sie Deinen Hund nicht angeschaut oder angestarrt haben. Will nur sagen, dass auch manch selbstbewusster Hund nicht unbedingt aufgrund der Signale der anderen direkt daran vorbeigehen würde. Es gibt nun auch einmal einige Hunde, die gerade unter Tischen sehr schnell hervorschiessen und im Endeffekt doch Theater machen.

Ich würde mit Deiner Hündin noch einmal ganz von vorne anfangen und mit Situationen/Hunden üben, von denen Du weisst, dass nicht unvorhergesehen doch etwas passiert, womit Du nicht gerechnet hast und sich Deine Hündin dadurch bestätigt fühlt. Lass sie vorerst Dinge meistern, die sie bewältigen kann, das gibt wieder Selbstvertrauen. Dies würde ich zuerst einmal im Freien beginnen mit Hundebegegnungen, die Du einschätzen kannst und die Du im Vorfeld instruierst. Wenn Deine Hündin Schutz benötigt, dann gib Ihr diesen. Gehe IMMER zwischen Deiner Hündin und dem anderen, damit Sie lernt, dass Du "Beschützer" bist und gehe demonstrativ einen großen Bogen mit ihr. Versuche Ihr in anderen Belangen mehr Selbstvertrauen zu geben, indem Du sie Dinge "erarbeiten" lässt, die sie selber "meistern" muß und wo sie von sich aus den ersten Schritt gehen sollte. Wenn sie in den Situationen so blockiert, dann gehe erst einmal viele Schritte zurück uns suche Situationen, von denen Du weisst, dass sie diese meistern kann, denn wenn Dein Hund so im Stress ist, ist er sowieso nicht aufnahmefähig.
.
Ich habe sie dann mehr oder weniger zu unserem Sitzplatz hingeschoben und ein paar Minuten später mit Feder-Touches ein bißchen herunterholen können. Mir kommt vor, ihre Ängstlichkeit nimmt mit zunehmendem Alter auch zu (sie ist jetzt fast 4), wo soll das noch hinführen? Werden solche Hunde später mal zu Angstbeißer?

Versuche das Problem so zu sehen, wie es ist und mache selber kein Drama draus und denke nicht daran, was werden könnte, sondern versuche, Deiner Hündin zur Seite zu stehen, sie zu festigen, Situationen zu suchen, um zu üben und sie für die gemeisterten Situation zu loben. Es ist ganz klar, dass etwaige Erfahrungen wie die Gemachten vor 14 Tagen immer wieder Rückschritte bedeuten und das Nervenkostüm Deiner Hündin natürlich nicht besser macht, zudem sind solche Hunde oftmals auch regelrechte Opfer für Hunde, die sich starkmachen wollen. Vielleicht wäre auch eine ausgesuchte Spielgruppe etwas für Dich und Deine Hündin, oder vielleicht Agility? Jeder Hund ist anders, das ist nun einmal so, aber mit gewissen Problematiken lernt man auch für sich selber auch wieder etwas dazu, also sieh es positiv! Gib Deiner Hündin klare Regeln, vorerst einfache Herausforderungen und habe eines nicht: Mitleid, denn das hilft Ihr und Dir nicht weiter!

Viele Grüße und viel Erfolg weiterhin wünscht
Bianca

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