Beisshemmung, Levels :: Hundeerziehung + Soziales

Beisshemmung, Levels

von Gabrielle(YCH) am 02. Januar 2002 00:13

Hallo Katja

: Gebe Dir völlig recht - im Schock, vor Schreck oder aus sonstwelchen Gründen können ganz andere Verletzungen vorkommen als im "alltäglichen Leben".

Gerade darum geht es Dunbar (verstand ich). Ein Hund, dessen Beisshemmung ok ist, bringt in so einer Situation keine ernsthafte Verletzung an.

Liebe Gruesse
Gabrielle

von Gabrielle(YCH) am 02. Januar 2002 00:23

Hallo Christine

: Ein Hund darf nicht beißen, weil Mensch das so will. Hm.
Ja und nein denke ich. Wenn der Hund im Rudel aufwaechst, lernt er von alleine Beisshemmung, da ihm die anderen Hunde Rueckmeldungen geben und sein Beissen Konsequenzen hat.
Lebt er im Rudel "Menschen", ist es dann nicht "natuerlich", dass auch ich ihm Rueckmeldungen geben und sein Beissen Konsequenzen (Abbruch des Spiels....) hat?
:
: Ich denke da zB an schmerzbedingte Aggression.
Da verstand ich Dunbar so, dass wenn die Beisshemmung ok ist, der Hund auch dann keine Verletzung anbringt, ja gerade wegen solchen Situationen die Beisshemmung so wichtig ist.
:
: Wohin kommen dann die Level 4 Hunde?? gearbeitet wird nicht mehr mit ihnen, einschläfern wird noch nicht empfohlen.
Ian selbst moechte mit Level 4 Hunden nicht arbeiten, weil sie ihm zu gefaehrlich sind (er sich dazu zu wenig kompetent fuehlt??). Ich meine, Jean Donaldson arbeitet in San Francisco in "ihrem" Tierheim mit allen Levels.
Dunbar moechte solche Level 4 Hunde nur an der Leine und mit Maulkorb an der Oeffentlichkeit.
Ich bin gerade dabei mich durch einen laaangen Vortrag von John Rogerson durchzuarbeiten - er hat konstruktivere Loesungen, interessante, oft banal einfach.

Liebe Gruesse
Gabrielle

von Marianne(YCH) am 02. Januar 2002 12:53

"das Loechern schnell als Strategie zulegt, wenn es Erfolg zeigt, so wie du das bei deiner Sechsjaehrigen beschreibst.
:
: Liebe Gabrielle
"Löchern als Strategie", das ist die kürzeste Beschreibung, um das Verhalten von Lianka zu beschreiben....

Mir gegenüber schnappt sie nur noch in die Luft, hat sich ENORM gebessert.
Andern Hunden gegenüber geschieht es immer seltener, kommt immer sooooo unerwartet und wird nur wahrgenommen, wenn man sowieso hinschaut, geht gaaaaaanz schnell und stumm. Kriege das meistens gar nicht mit, kann also nicht eingreifen. Verfehlt aber die Wirkung NIE. Sehe es meistens im Nachhinain an der Reaktion der Hunde.
Niemand traut ihr ein solches Verhalten zu, da sie top-sozialisiert ist, lässt sich z.B. von einem Welpen einen Ball wegnehmen und unterwirft sich den EINDEUTIG überlegenen. Die Löcher-Strategie wird etwas gleichrangigen und leicht untergebenen Hunden gegenüber angewandt und kann überfallsmässig aus dem Spiel heraus geschehen. Mesitens müssen sich beide nachher schütteln. Deswegen habe ich es auch mitgekriegt. Sonst hätte ich nämlich gedacht, meine Alte sei halt wieder einmal einem Stacheldraht-Weidezaun zu nahe gekommen. Zu Hause geschah das ums Auto herum, in Türen und engen Passagen. Als ich endlich mitgekriegt hatte, wann und wo es gescah, konnte ich es auch gut unterbinden: Alle beide SITZ, ich gehe vor und rufe beide EINZELN ab, nicht immer in der gleichen Reihenfolge. Da wurde mir wieder einmal klar, wie MÜHSAM KONSEQUENZ ist. Habe 2 volle Einkaufstaschen und 2 (folgsame) Hunde und plötzlich wieder eine Beissattacke. Aber nicht IMMER.
Ist John Rogerson schwierig zu lesen? Englisch ist zwar vorhanden, aber Sachbücher sind ja meist nicht als Gute-Nacht-Lektüre geeignet!!
Oder kannst Du mir ein "Kochrezept" gegen "Loch-Strategie" zukommen lassen, wenn Du das Buch durchgeackert hast? Wäre enorm lieb von Dir.
Liebe Grüsse
Marianne
+ Lianka (die "Strategin"winking smiley
+ Diane (das alte, liebe Mädel, das nie versteht, was ihr wieder geschehen ist)

von Gabrielle(YCH) am 02. Januar 2002 13:05

Hallo Marianne

: Ist John Rogerson schwierig zu lesen?

Ich kenne seine Buecher gar nicht. Ich schaue mich durch verschiedene Vortraege durch, die er an den jaehrlichen APDT-Konferenzen in USA gehalten hat.

:Englisch ist zwar vorhanden, aber Sachbücher sind ja meist nicht als :Gute-Nacht-Lektüre geeignet!!
Dem ist schon so. Aber wenn du englisch lesen kannst, ist dies schon ein sehr grosser Vorteil finde ich.

: Oder kannst Du mir ein "Kochrezept" gegen "Loch-Strategie" zukommen lassen, wenn Du das Buch durchgeackert hast? Wäre enorm lieb von Dir.

Mail mich mal privat an deswegen, bitte.

Liebe Gruesse
Gabrielle

von Katja + Indy(YCH) am 02. Januar 2002 14:58

Hallo Gabrielle!

: : Gebe Dir völlig recht - im Schock, vor Schreck oder aus sonstwelchen Gründen können ganz andere Verletzungen vorkommen als im "alltäglichen Leben".
:
: Gerade darum geht es Dunbar (verstand ich). Ein Hund, dessen Beisshemmung ok ist, bringt in so einer Situation keine ernsthafte Verletzung an.

Ist das realistisch? Schließlich ist die Reaktion im Affekt auch strafrechtlich nur begrenzt zu verfolgen.
Ein Hund in Panik (Verkehrsunfall, jetzt bei der Knallerei in die Enge getrieben usw. wird unter Umständen zubeißen (deswegen gibt es ja immer den Hinweis mit der Mullbinde um die Schnauze bei Unfallhunden), auch wenn er in tausend kleinen Raufereien vorher nie Löcher gemacht hat. Eine vitale BEdrohung (oder etwas, das so empfunden wird), zieht außergewöhnliche Reaktionen nach sich. Das ist ja nicht das Gleiche als wenn ihm einer an der Ampel auf dem Schwanz tritt.

Viele Grüße,
Katja

von Simone mit Oso/Luna(YCH) am 02. Januar 2002 15:56

Hallo Gabrielle,

ich finde die ganze Theorie wirklich sehr interessant, aber ich finde nicht, dass man Hunde so pauschalisieren kann. Ich kenne z.B. einen sehr großen Hund, der einen Kleinen tot gebissen hat. Der Kleine hatte aber keinen einzigen Kratzer. Und laut der Angaben müßte nun der Große eingeschläfert werden. Ich kenne ihn aber als wirklich lieben Hund und auch wenn ich das alles nicht schön reden will, denke ich nicht, dass er umgebracht gehört. Ich halte ihn auch trotz der Geschichte nicht für aggressiv.

Dann kenne ich Hunde, die haben schon in Level 0, aber auch in Level 4 gebissen. Also auch höchst gefährlich? Glaube ich auch nicht. Ich denke, dass man eine Beisserei immer Situations- und Hundebedingt beurteilen muß. Ich bin auch der Meinung, dass alle Tiere als Individuen zu sehen und zu erziehen sind. Da kann man nicht sagen, dass alle die so sind, oder dass gemacht haben, so oder so behandelt werden müßten.

Zudem sehe ich wirklich nichts positives daran, wenn mein Hund sich 50 mal gebissen hat, nur nie was passiert ist. Der Hund ist für mich nicht gut erzogen und daran müßte dann gearbeitet werden. Und wann beißt ein Hund zu? Ich lege meine Hand nicht dafür ins Feuer, dass mein Oso, laut der Tabelle Level 0, nie richtig zubeißen würde. Was denn, wenn ein anderer Hund ihm wirklich weh tut? Ich denke schon, dass er ab einem gewissen Punkt beißen würde. So ist es doch wichtig zu beurteilen, WIESO es zu einer Beißerei und WIESO es zu einer Verletzung kam. Zudem beißen Hündinnen natürlicherweise eher zu als Rüden. Das finde ich sicherlich nicht gut, aber trotzdem ist es in der Hundewelt so. Ebenso der Welpenschutz. Ein Welpe geniest einer fremden Hündin gegenüber KEINEN Welpenschutz. Einem Rüden gegenüber schon.
Gruß, Simone

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