Mit der Angst umgehen ! :: Hundeerziehung + Soziales

Mit der Angst umgehen !

von Petra(YCH) am 13. Februar 2002 09:46


Hallo liebe Hundefreunde!

Ich habe ein Problem und hoffe sehr, dass Ihr mir helfen könnt.

Wir haben seit drei Monaten eine ganz liebe Border-Hündin und gehen
mit Ihr zwei Mal in der Woche in eine Hundeschule. Sie ist eine
wunderhüpsche Kleine und wir lieben Sie sehr. Jetzt mein Problem:
Ich habe "tierische" Angst, wenn ein fremder Hund beim Spazierengehen
auf einmal auf uns zurast, da ich gehört habe, dass es schon öfters bei
Weibchen vorgekommen ist, dass sich diese totgebissen haben. Unser
Mädchen ist relativ dominant, da sie die erste vom Wurf ist und sich
nur selten "unterwirft" und sich nicht gefallen lässt, wenn sie
"angemacht" wird. Wie kann ich mit der Angst umgehen? Wie kann man Hunde
trennen, wenn das "fremde" Herrchen weit und breit nicht zu sehen ist
oder einfach zu weit weg ist um einzuschreiten ? Sollte man für solche
Fälle ein Pfefferspray oder ähnliches dabei haben ???? Nützt so etwas
oder steigert es nur die Aggressivität???
Hat irgendwer schon ähnliche Situationen erlebt?
Ich habe einfach Bedenken, dass sich die Angst auf meinen Hund überträgt
und ich alles nur noch schlimmer mache !

Wäre lieb von Euch zu hören !

Gruß
Petra

von Connie(YCH) am 13. Februar 2002 10:31

Hallo Petra,

ich kann Deine Angst gut verstehen und ich muss zugeben ich habe genauso Angst, wenn plötzlich scheinbar herrenlose Hunde auf unsere beiden Hunde "zustürzen". Zu oft sind unsere Hunde schon gebissen worden, so dass ich jetzt sehr vorsichtig bin. Für den Notfall habe ich ein Pfefferspray einstecken, das ich aber glücklicherweise noch nicht einsetzen mußte, es täte mir auch leid um die Hunde, dabei können diese Hunde gar nichts dafür, sondern nur !! ihre Besitzer, die ihre Tiere nicht im Griff haben. Das ärgert mich sehr und ich gehe daher meist in Gegenden spazieren, wo wir auf wenig Hunde treffen, welche dann ebenso an der Leine sind, bzw. hergerufen werden, wenn andere Vierbeiner in der Nähe sind.
Das Problem ist, dass ein Hund ganz genau die Unsicherheit seiner Besitzer spürt und entsprechend ängstlich oder aggressiv anderen Hunden gegenüber reagiert. Durch diese Angst ist praktisch schon vorprogrammiert, dass auch mal etwas passieren könnte, darum kann ich Dir nur empfehlen, die Angst langsam abzubauen oder entsprechend einsame Wege gehen. Mache aber bitte nicht den Fehler, dass Du Deine Borderin gar nicht mehr zu anderen Hunden hinläßt, dadurch könnte sie schwere Probleme mit anderen Hunden bekommen, da sie, wie Du schreibst, sowiso schon sehr dominant reagiert. Am besten ist einmal eine Hundeschule, wo man Dir sicherlich helfen kann, mit Deinem Problem umzugehen. Borders sind ja sowiso schon nicht allzu kontaktfreundlich anderen Hunden gegenüber und es wäre wichtig, dass sie jetzt im jugendlichen Alter positive Erfahrungen mit freundlichen Hunden macht.

Viel Erfolg mit Deinem Border-Mädchen (vielleicht möchtest Du mir einmal privat über deren Entwicklung berichten?)

Liebe Grüße
Connie

von Dodo(YCH) am 13. Februar 2002 10:32

Hallo Petra
Ist das dein erster Hund? Ich glaube du machst dich zu sehr selbst verrückt. Also das sich Hündinnen schon öfter totgebissen haben, glaube ich nicht. Bei Pfefferspray solltest du bedenken, das du deinen eigenen Hund treffen könntest. Wenn mir ein Hund entgegen kommt, lege ich ihn ins Platz ,damit die Situation schon ein wenig entschärft wird, viele Hunde sehen das als unterwerfen an, schleichen drumrum, und wenn mein Hund keine Reaktion zeigt, schleichen sie davon . Im Vorfeld versuche ich natürlich, den anderen Hund wegzulocken. In 7 Jahren hatte ich nur einmal eine Beißerei, aber auch nur, weil der andere verkappt war, der ließ auch nicht ab, als meiner sich schon unterworfen hatte. Wenn du irgendwann einmal dazwischen gehen mußt, versuche immer einen an den Hinterpfoten zu packen, damit du nicht getroffen wirst und weil die meisten vorne loslassen, damit sie nicht auf die Schnauze fallen. Leine oder ähnliches schmeißen bringt meist auch was, damit der Hund sich erschreckt und abläst. Mach dich doch nicht verrückt, solche Zwischenfälle passieren doch eher selten, meine Erfahrung und die anderer Hundehalter, die ich kenne.
Dodo und Richy

von Petra(YCH) am 13. Februar 2002 12:01


Hallo Connie,

vielen Dank zunächst Mal über Deine rasche Meldung - Gott-sei-Dank-
bin ich mit meinem Problem nicht allein.
Ich dachte mir ehrlich nicht, daß Hündinnen so reagieren "könnten"!
Wir meinten das währ mehr ein Problem von Rüden... na ja, so kann
man sich täuschen. Unsere Border Hündin ist ehrlich ein "Prachtstück".
Sie ist der "Vorzeige-Hund" in beiden Hundeschulen und kann schon
etliche Kunststücke (wobei ich wirklich nicht übertreiben möchte!!!!)
denn ich glaube es ist bei den Hunden, ähnlich wie bei Kleinkindern....
schau mal, er kann sprechen, schau mal, es hat schon alle Zähne.....
bla bla bla...

Ich muss dazu sagen, daß wir uns täglich mit Ihr 3 Stunden beschäftigen.

Vielleicht willst du mir ja mal über Deine Hunde schreiben ??
Viele Grüße
Petra

von Jenny(YCH) am 13. Februar 2002 13:39

Hallo Petra,

es ist schon richtig, dass ein Ernstkampf unter Hündinnen wesentlich härter ausgetragen wird als unter Rüden. Letztere begnügen sich oftmals mit Schaukämpfen mit viel Wirbel und nichts dahinter. Allerdings kommen diese Kämpfe bei Hündinnen dafür seltener vor und enden auch nur in Ausnahmefällen mit dem Tod der Hunde. Das heisst absolut nicht, dass Du jetzt ständig mit dem Gedanken herumlaufen solltest, dass Dein Hund totgebissen wird!!! Genausogut müßtest Du dann täglich Angst haben, dass Dir ein Flugzeug auf den Kopf fällt.

Alleine zwei Hunde zu trennen halte ich für sehr gefährlich; mit ziemlicher Sicherheit wirst Du auch nicht in eine solche Situation kommen. Versuche auf jeden Fall Deine Angst unter Kontrolle zu bekommen sonst beeinlusst Du womöglich das Verhalten Deines Hundes nicht gerade positiv! Wenn Deine Hündin wirklich so dominant ist, wie Du schreibst wird sie so schnell auch keiner angreifen. Ich vermute allerdings eher, dass sie unsicher ist, da wirklich selbstsichere Tiere selten in Kämpfchen verwickelt sind und bei einer Provokation dem Gegner die kalte Schulter zeigen würden.

Von Pfefferspray würde ich abraten, dann lieber eine alte Shampooflasche mit Wasser füllen, das tut nicht weh, erschreckt die meisten Hunde aber. Solche Eingriffe sind aber wirklich sehr selten nötig. Immer cool bleiben - auch wenns schwerfällt. Du nimmst Deinem Hund sonst die Möglichkeit artgerecht zu kommunizieren und machst alles nur schlimmer.

Nur Mut!

von Christine(YCH) am 13. Februar 2002 14:18

:
:Hallo Petra,
Dein Problem kann ich sehr gut nachvollziehen - hatte ich nach einem ganz unangenehmen Erlebnis auch. Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir selbst etwas Zeit läßt und Dir klar zu machen versuchst, dass es doch eher selten ist, dass Beißereien ganz schlimm ausarten. Vielleicht suchst Du Dir zunächst eine Spaziergeh-Gegend, wo Du nicht so viele Hunde triffst. Mit der Zeit wirst Du die Hunde und Halter dort kennen, denn die meisten Halter haben feste Zeiten und Wege. Ruhig aus Entfernung erst anfragen, ob der andere Hund freundlich ist - das beruhigt Dich vielleicht und Du kannst lockerer weiter gehen. Und wenn es Dir ganz unheimlich ist, dann genier Dich nicht, den anderen um Anleinung zu bitten (Dein eigener Hund muss dann natürlich auch an die Leine). Laufen beide Hunde frei, dann geh forsch weiter und bleib zunächst nicht stehen. Die Hunde werden sich sicher beschnüffeln und Deine Hündin Dir dann folgen. Mit der Zeit wirst Du bestimmt sicherer werden und dann kannst Du alles weiter ausbauen. Das weitergehen ist nach meiner Erfahrung vor allem dann hilfreich, wenn zwei Hunde sich nicht mögen. Gehen beide Halter weiter, folgen die Hunde meist anstandslos und trennen sich - so jedenfalls meine Erfahrung (ich habe allerdings einen Rüden). Mir hat auch geholfen, das mein Mann mich oft begleitet hat. Ich fühlte mich sicherer und konnte streßfrei die Erfahrung machen, dass alles meistens nur lautes Theater ist. Soziale Kontakte sind für den Hund ganz wichtig - such Dir eine Bekannte mit einem netten Hund und geh viel mit den beiden. Auch das übt die Sicherheit für Dich und Deinen Hund.
Nur Mut und liebe Grüße
Christine

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