Antiautoritäre Hundeerziehung? :: Hundeerziehung + Soziales

Antiautoritäre Hundeerziehung?

von Thomas(YCH) am 17. Februar 2002 10:28

: vergiß einfach die "sarkastischen Randbemerkungen" in Th. postings

weil die absolut unwichtig sind....

: Du verwendest den Begriff "antiautoritär" falsch.

das ist das problem. und noch nicht mal ein einzelproblem. die
wenigsten wissen, was sich wirklich dahinter verbirgt und erkennen
dadurch die fehler, warum das damals gescheitert ist. und das
das gar nix mit dem urgedanken dieses modells zu tun hat.

grinning smileyas geht daraus (und aus meinen Antworten) eindeutig hervor. Bei jeder Diskussion ist es sinnvoll, dass man die Begriffe die man verwendet aufeinander "abstimmt" sonst redet man aneinander immer vorbei.

da hilft aber keine eigeninterpretation, denn die würde nie zur
wahrheit führen, sondern nur zur verteidigung der eigenen inter-
pretation.... aber die ist ja erwiesenermassen falsch. insofern kann
eine solche diskussion nie zu einem sinnvollen ergebnis führen.

: Wenn du allerdings die Begriffsdefinition im ursprünglichen Sinne verwendest (wie thomas und ich es tun), dann habe ich eine gegenteilige Auffassung.

aber allein dieses ist legitim. man darf doch nicht an einem irrtum
festhalten, nur weil er eine volksweisheit ist. ist ja genau dasselbe,
wie das festhalten an der volksweisheit, dass die erde eine scheibe ist.

: "antiautoritäre Hunderziehung" könnte man dann mit Erziehung mittels "Positiver Bestärkung" gleichsetzen.

nicht unbedingt. positive bestärkung ist ein prozess aus dem lernverhalten.
auch das muss abegrenzt werden. du hasst zwei ziele, das eine ist
erziehung, also im wesentlichen regeln, grenzen, realtiv konfliktfrei
anpassung an unsere zivilen, gesellschaftlichen regeln. das andere
ist ausbildung, das erlernen von kunststückchen wie "sitz", "platz",
"bring", "voraus". die kunsstückchen sind für den hund gimmicks.

wobei natürlich auch klar ist, dass es überschneidungen gibt. und
das eine vom anderen unterschiedlich stark beeinflusst wird.

aber allein aus der unterschiedlichen bestimmung der ziele resultiert
schon eine unterschiedliche vorgehensweise. die regeln und verbote
beinhalten schon irgendwie ein mehr (!?!) an aversive reizen, die
ausbildung aber verbietet genau dieses.

um wirklich zielgerichtet, art- und verhaltensgerecht und mit einem
optimalen ergebnis vorzugehen, ist es imho schon sehr wichtig,
in allen belangen zu differenzieren. aus dem bauch heraus, mit mehr
oder weniger vorhandenem halbwissen geht zumeist zu lasten des hundes.

: Nochmal: "Kompetenz" unterstützt Autorität! Autorität muss man sich erarbeiten, bzw. wird sie akzeptiert, wenn diese Kompetenz ersichtlich ist.

yep!

Übertragen auf das Rudel kann man sagen. Der Alpha hat die beste Kompetenz dieses zu führen UND er muss diese auch immer wieder unter Beweis stellen, sonst wird er seine Autorität verlieren.

damit ist im wesentlichen soziale kompetenz gemeint. und zwar insbesondere
die fähigkeit bei konflikten deeskalierend auf die anderen einzuwirken.

das ist der knackpunkt! nicht die autoritäre gewalt ist auschlaggebend,
sondern die autoritative überlegenheit. körperliche begünstigungen
bei aggressiven ausseinandersetzungen gegünstigen lediglich das
erreichen einer dominanten position, sie halten sie aber nur sekundär
aufrecht.

: Versuch nochmal meine Begriffsdefinition nachzuvollziehen!

es ist nicht *deine*, es ist einfach nur dir korrekte

:Viellecht sind wir dann gar nicht anderer Meinung

unterschiedliche meinung beruht in diesem fall auf fehlinterpretation

vg, T

von Thomas(YCH) am 17. Februar 2002 10:50

: Da gebe ich dir recht und Autorität heißt für mich:
:
: Autorität [lateinisch, Urheberschaft], Ansehen, Einfluss, Geltung; ursprünglich der Ausdruck sachlicher Überlegenheit und persönlicher Größe.

ja ja ja ja ja, du hast recht, das ist es.

das eigenschaftswort von Autorität ist "autoritativ". das bedeutet,
eine Autorität handelt autoritativ.

das gegenteil von Autorität, ist hier im übertagenen sinne NICHT
antiautoritär, sondern antiautoritativ.

das gegenteil von autoritär ist antiautoritär. aber autoritär und
Autorität haben nix miteinander zu tun.

autoritär bedeutet: diktarorisch, tolitär, gehorsam erzwingend.
antiautoritär bedeutet: auf das obige zu verzichten.

autoritativ zu sein bedeutet: eine persönlichkeit von hohem ansehen, mit hohem fachlicher kompetenz
antiautoritativ bedeutet: verlust der anerkennung, des respektes, des hohen ansehens, verzicht auf soziale oder fachliche kompetenz.

Fazit:
autoritär ist nicht das adjektiv von Autorität. Das adjektiv von Autorität ist autoritativ.

: anti ... [griechisch], Vorsilbe mit der Bedeutung „gegen”;

ja, aber du verzwechselt die eigenschaftswörter zwei absolut unter-
schiedlicher begriffe. das ist aber ein allgemeines problem.

deswegen wird die antiautoritäre erziehung so vollkommen zu unrecht
verteufelt und als unbrauchbar angesehen.

: :eine anti-antiautoritäre aber genau so gut wie eine autoritäre?

ja, das ist es auch.

: Was meint er bloß mit anti-antiautoritäre? Für mich heißt das, gegen eine antiautoritäre.

ich meine damit, *gegen* eine autoriäre, *aber* für eine autoritative.
die antiautoritäre erziehung muss (!!!) also eine autoritative
beeinhalten, sonst scheitert es genauso wie in den 70'ern

besser kann ichs nicht erklären.

: Aufgrund dieser Frage windet er sich nun heraus und schreibt immer wie weiter und weiter.

ich winde mich nicht heraus. aber wir kommen uns näher, weil du einige
lücken schliesst.

: Wenn Autorität heißt: Autorität eine Form der Macht, die nicht auf Gewalt, sondern auf der Anerkennung von Werten oder Funktionen beruht; Wieso heißt dann antiautoritär Verzicht auf Gewalt?

weil antiautoritär nix mit Autorität zu tun hat!!!!!!!

: Da habe ich mühe, vielleicht kannst Du mir weiter helfen.

wir kriegen das schon hin... du bist auf dem richtigen weg. zumindst
erkenne ich nun, dass du selber um aufklärung bemüht bist.

weiter so
Thomas

von P.H(YCH) am 17. Februar 2002 10:47

Tschau Thomas,

Autorität [lateinisch, Urheberschaft], Ansehen, Einfluss, Geltung; ursprünglich der Ausdruck sachlicher Überlegenheit und persönlicher Größe. Soziologisch gesehen, ist Autorität eine Form der Macht, die nicht auf Gewalt, sondern auf der Anerkennung von Werten oder Funktionen beruht. Autorität besitzt die Persönlichkeit im ganzen oder auf einzelnen Gebieten (daher Autorität auch: maßgeblicher Fachmann). Zu unterscheiden ist zwischen Autorität und Prestige.

anti ... [griechisch], Vorsilbe mit der Bedeutung „gegen”;

Du schreibst:
:eine anti-antiautoritäre aber genau so gut wie eine autoritäre?

Was meint du bloß mit anti-antiautoritäre? Für mich heißt das, gegen eine antiautoritäre.


Du definiert anscheinend antiautoritär nach Freuds Psychoanalyse.

Aber wieso schreibst Du dann:

:anti-autoritär heißt nichts anderes, als anti-tolalitär, anto-
:diktatorisch, anti-macho-boss-gehabe, anti-regime-über-vermittelter-
:angst.

Und mit dem verstehe ich beim Hund, dass er meint keine Erziehung zu haben.

Wenn ich nicht autoritär bin, wie soll denn die Erziehung funktionieren? Ein Rudel ist ja auch autoritär aufgebaut. Autoritär heißt doch nicht dass ich Gewalt anwende. Ich erziehe meinen Hund eben nicht antiautoritär, weil das Gewalt nach sich zieht, sondern autoritär und somit meine ich das im Sinn des Wortes wie oben übersetzt.

Du schreibst:

: antiautoritär heißt "verzicht auf gewalt"... nichts mehr und nichts
:weniger

Wenn Autorität heißt: Autorität eine Form der Macht, die nicht auf Gewalt, sondern auf der Anerkennung von Werten oder Funktionen beruht; Wieso heißt dann antiautoritär Verzicht auf Gewalt?

Könntest Du das erklären?

Gruß P.H

von Konny(YCH) am 17. Februar 2002 11:02

Hallo P.H.

So etwas ähnliches ist mir auch passiert.
Vor ca.einem 3/4 Jahr bekam ich einen Notruf.Hund zu vermitteln.
Ich fuhr hin ,er gefiel mir auf Anhieb gut.Vertrug sich mit meinen Hunden auch ganz toll,so nahm ich ihn mit.Nachdem ich dann zu Hause war,ging er gegen mich an(ca.10 Bisswunden und diverse Schrammen) an beiden Hände und Armen.Ich konnte dann in Erfahrung bringen,wer die Vorbesitzer waren.Diese versicherte mir am Tel.der Hund sei GANZ LIEB,habe noch NIE gebissen.Naja ich erzählte ihr nichts von unserem "Kampf".Dachte mir nur meinen Teil.Am Anfang war er Hypernervös und lies sich von keinem ausser unserer Familie streicheln.Mittlerweile geht er dem Besuch nicht mehr von der Pelle und liebt es verwöhnt zu werden,da er in unserem Familienrudel incl.der beiden anderen Hunde nicht mehr die Alpharolle übernehmen muß sondern das letzte Glied ist.
Hätte ich diesen Hund machen lassen sollen und Beissereien vorprogammieren?Oder war es doch richtig ihn zusammenzustupfen?
Es war das erste und letzte Mal,das es einen ernsthaften Zwischenfall gegeben hat.Mittlerweile kann sich sogar mein 11 jähr.Sohn gegen ihn durchsetzen,was am Anfang mit Zähnefletschen und Schnappern begleitet war.
Ich bin nicht für Erziehung mit Gewalt,nur wer einmal einen "Hundekampf"miterlebt hat,der weiß das Hunde auch nicht immer Gewaltfrei miteinander umgehen.Sondern das es dor sehr hart zur Sache geht.
Ich hätte an Deiner Stelle auch nicht anders gehandelt!!!!!!!
Weiter so.

Gruß Konny

von Thomas(YCH) am 17. Februar 2002 11:01

Hi Alex

: Ich kann dich da nur bestätigen!

prima... und es ist hier an dieser stelle das gleiche, wie vor einigen
mit den trieben, der instinkthierarchie, dem psychohydraulischen trieb-
modell.

nun und hier, an dieser stelle, siehst du selber die notwendigkeit, das
übel an den wurzeln zu packen, die irrtümer an der wurzel heraus-
zureissen.
das heisst, die anitautoritäre erziehung funktioniert nur, wenn man es
richtig verstanden hat. nur dann befindet man sich in der lage, die
begangenen fehler nicht noch einmal zu wiederholen.

das, was mit den hunden getan wird, wie man bei der ausbildung, der
erzieheung vorgeht, basiert meist auf irrtümern, auf wunschdenken.
man muss die irrtümer immer an der wurzel beseitigen. bei den "trieben"
ist es genau das gleiche.

ich hoffe, du verstehst mich jetzt besser, weil du nun aus gleicher
motivation argumentierst, wie ich es tue.

vg, T.

von P.H(YCH) am 17. Februar 2002 11:06

Tschau Thomas

Danke für die Aufklärung.

Ich gehe jetzt eine antiautoritäre Fährte machen, dass mein Hund schön voll in seinen Trieben arbeitet.

Zudem wenn es keine Triebe gibt, wie gibt es dann eine antiautoritäre Erziehung nach Freud.

Gruß P.H

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