3 jährige Briardhündin ist überängstlich :: Hundeerziehung + Soziales

3 jährige Briardhündin ist überängstlich

von suki und maxi(YCH) am 16. Juni 1999 13:52

Nochmal Hi!

: ich glaube hier hast Du was grundsätzlich falsch verstanden.

Ne, ich hab schon verstanden, was Du meinst.

: Mit klatschen meine ich nicht wahrlos auf den Hund einschlagen.

Ich weiß.

: Wenn Du in dieser Situation gezielt auf den Hund einwirkst, dann
: verknüpft er die Dinge. Aber, wie gesagt, es muß gezielt in dieser
: Situation erfolgen.

Meine ich auch.

: Wenn Du Dich in solchen Situationen beruhigend zum Hund hinwendest,
: lernt er genau gar nichts.

Meine ich auch.

: Außerdem ist Klatschen auslegungssache:
: Für mich ist es ein einmaliges Ohrenzwicken oder ein einmaliger kurzer Griff
: in den Nacken.

Finde ich nach wie vor beides nicht optimal.
Aber wie gesagt, jeder muß schließlich tun, was er für richtig hält.

Liebe Grüße senden
suki und maxi

von Franziska(YCH) am 16. Juni 1999 14:31

Hi Kathrin,

es ist leider immer nicht so einfach, aus Meldungen, wie deiner herauszufinden, woran solches Verhalten eigentlich liegt. Ohne dir jetzt was unterstellen zu wollen: Wie Daniel schon sagte, denke ich auch, daß viele hunde, die in ihrem Menschenrudel keine klaren Grenzen gesetzt bekommen, und somit in der Rangordnung ziemlich hoch (gezwungenermassen aus sicht des hundes) aufsteigen, oft extrem unsicher bei begegnungen mit Artgenossen und/oder fremden Menschen wirken und sind, was dann oft fälschlicherweise als angstaggression ausgelegt wird.
Was auch immer der Grund sein mag...Ich denke, die einfachste Lösung wäre, dem Hund ,
beizubringen, auf Befehl an seinem Platz liegenzubleiben (erst ohne Ablenkung, dann mit bekannten Menschen als Besuch, u.s.w.), und dem Besuch zu sagen, er möge bitte den Hund völlig links liegen lassen (im wahrsten Sinne). Wenn deine Hündin das (wirklich in jeder Situation) beherrscht, kannst du sie ja, nachdem sie, wenn Besuch da war, und sie eine Weile an ihrem Platz liegengeblieben ist, aufstehen lassen und den Besuch begutachten lassen (wobei der Besuch oder sonst irgendjemand sie wieder nicht beachten darf). Danach wird sie wieder auf ihren Platz geschickt. Das hilft zumindest, was die vermeintliche Angst gegenüber Menschen angeht.

Bis dann

Franziska

von Kathrin(YCH) am 16. Juni 1999 21:17

Hallo Klaus,
ein gesundes Mißtrauen gegenüber Fremden ist bestimmt gut, klar, aber wenn das zu weit geht, macht es ganz schöne Probleme. Ich bin z.B. täglich 4 Stunden nicht Zuhause, in dieser Zeit bleibt Shari allein, ohne Probleme. Manchmal denke ich mir aber, es wäre schön, wenn jemand in der Zeit mit ihr spazieren gehen würde oder sich mit ihr beschäftigen würde. Das alles geht aber nicht, sie läßt ja keinen an sich heran.
Auf der anderen Seite hat sich aber auch noch keiner meiner Freunde getraut, sich mit ihr anzufreunden, da sie jede Ansprache abwehrt. Leckerchen nimmt sie auch nicht von Bekannten an und angesprochen werden will sie schon gar nicht. Ihr ist es am liebsten, man läßt sie in Ruhe. Ich kann damit leben, nur wenn Besuch kommt, ist es schwierig. Meine Gäste möchten ja auch mal aufstehen, was dann von Shari mit Knurren begleitet wird.
Ich denke, meine Shari ist von Natur aus ein sehr ängstlicher Hund, sie kennt ihre Grenzen, kann aber in manchen Situationen nicht aus ihrer "Haut". Ich merke, daß sie sich bemüht, das richtige zu tun, was auch immer mit entsprechendem Lob bedacht wird, aber irgendwie kann sie manchmal einfach nicht anders und wird zickig.Ich suche nach Lösungswegen, ihr das Leben angenehm zu machen, trozt ihrer, angeborenen?, Ängstlichkeit. Agility haben wir auch
schon probiert, aufgrund ihrer Größe aber nicht weiter gemacht, dafür sind wir jeden Tag 2-3 Stunden Stunden auf freiem Feld und spielen mit ihrem geliebten Stöckchen, welches sie auch immer wieder findet.
Gruß Kathrin
: der Briard ..ein gewisses Mißtrauen gegenüber Fremden völlig normal.

von Kathrin(YCH) am 16. Juni 1999 21:30

Hallo Alex,
: Hast Du sie jemals gerügt oder angepflaumt, wenn sie ein solches Verhalten
: zeigte ?
Ja, allerdings, und sie weiß auch genau, daß sie Mist gebaut hat.
: Hast Du sie vielleicht beruhigend gestreichelt und Dich beschützend über sie gebeugt?
Nein, habe ich nicht, auch Streitigkeiten mit anderen Hunden mußte sie schon als Welpe alleine ausbaden und ihre Grenzen kennenlernen.
: Das nächste mal, wenn Ihr Besuch kriegt und sie macht so einen Affentanz,
: dann klatsch ihr eine (aber so, daß sie es auch merkt (meistens dann,
: wenn sie einen kurzen Johler losläßt)und sag laut
: fauchend "pfui ist das"winking smiley.
Nacken schütteln, anfauchen usw habe ich alles schon hinter mir, und ihr eine klatschen werde ich bestimmt nicht. Soll der Hund denn Angst vor meiner eigenen hand bekommen?
Ins Ohr zwicken, ok, das merkt sie auch ganz deutlich, damit ist aber ihr wahrscheinlich angeborenes, nicht anerzogenes, ängstliches Verhalten aber nicht abgestellt.
: Hast Du das ein paar wenige Male sehr energisch gemacht, dann wird sie
: verstehen, daß dieses Verhalten unerwünscht ist und läßt es.
Sie weiß, daß ihr Verhalten unerwünscht ist, reagiert aber trotzdem mißtrauisch und abweisend .
Eine klatschen wird da bestimmt keine lösung sein.
Gruß Kathrin

P.S. Der Maulkorb ist in erster Linie dafür, daß sie nicht meine Gäste doch mal richtig beißt.

von Elke & Anhang(YCH) am 17. Juni 1999 10:41

Hallo Kathrin,

in früheren Zeiten hatten die Schäfer,Hüte- und Wachhunde bei der Herde. Die Aufgaben waren geteilt, der eine hat die Herde vorwärts gebracht und der andere hat sie gegen Feinde verteidigt. Irgendwann hat man aus Rentabilitätsgründen(ich nenne es mal so) einen Hund mit beiden Eigenschaften gezüchtet. Der Hund mußte leichtfüßig sein um die Schafe vorwärts zu bewegen aber er mußte auch eine gewisse Größe haben, damit er auch Angreifer abwehren konnte. Außerdem mußte der Hund selbst entscheiden wann er eingreifen mußte und wann nicht.
Also wird auf alles Fremde mit einem riesen Gebrüll zugerannt, um den Eindringling zu vertreiben und wenn der nicht Leine zieht, dann geht man zum Angriff über. Das zur Türestürzen mit viel Gebell wirst du sicher auch bei Deinem Hund beobachten.
Im Grunde ist das Verhalten Deiner Hündin, bedenkt man wozu sie mal gezüchtet worden ist, ganz normal. Briards lassen sich auch nicht von Fremden mitlocken, das ist auch eine ihrer Charakterstärken. Aus diesem Grund wurden die Briards auch im Krieg als Meldegänger zu den einzelen Posten gebraucht, denn man konnte sicher sein, daß sie sich nicht fangen ließen. Man sagte ihnen soviel Instinkt nach,daß die Hunde auf den Schlachtfeldern nach Überleben gesucht haben und die herausgefunden haben, die wirkliche Überlebenschancen hatten.
Dann ist es so, daß die Briards zu den Spätentwicklern gehören und mit 3 Jahren erst mental erwachsen sind, daher hat sich das Verhalten jetzt nochmal verändert. Auf grund Deiner Schilderung kann ich Dir nicht genau sagen warum sich deine Hündin so verhält. Aber mit Druck und Drill erreichst Du das Gegenteil von dem was Du willst. So wie ich das sehe, solltest Du mit Deinem Hund sehr viel spielen und ganz wenig erziehen. Man kann durch die Spielerei den Hund aufbauen und ihm gleichzeitig seine Grenzen aufzeigen. Zwischen den Spielzeiten baust Du die Bleib Platz-Übungen ein. Du mußt daruf bestehen, daß der Hund auch liegen bleibt, also mit wenigen Sekunden anfangen und bis zu 3 Minuten steigern, den Abstand vom Hund und die Zeit. Bitte nicht vergessen, daß Du das Komando zum Aufstehen gibst, denn die Briards sind clever und merken wenn Du unaufmerksam bist.

2 Übungen täglich sind ausreichend, denn alles was ständig wiederholt wird ist langweilig. Wenn er zuverlässig liegenbleibt, dann versuche das Liegenbleiben nochmal mit Menschen. Bitte bei jedem Komando das Du gibst auch auf der Ausführung bestehen und immer viel Lob und Leckerchen, die Du nach und nach abbauen kannst. Mache diese Übungen mit Deinem Hund allein, nicht auf einen Hundeplatz, denn da warst Du schon und event. hat Dein Hund keinen Spaß an der Hundeplatzarbeit. Nicht jeder Hund mag Agility aber Du kannst Deinem Hund beibringen Deine Einkäufe mit ins Haus zu bringen oder die Zeitung aus dem Briefkasten zu holen oder eine Einkaufstasche zu tragen. Finde heraus was ihm Spaß macht und gib ihm was zu tun. Du mußt Vertauen zu Deinem Hund haben, denn er spürt Deine Unsicherheit und so wie das hier schon erwähnt ist, wird er vorsichtig und dann kommen seine Vorfahren wieder durch.
Da sich unser erster Briard, es war ein Rüde, genauso verhalten hat wie Deine Hündin kann ich verstehen, was Du mitmachst. Wenn Du noch mehr wissen willst, dann schick mir eine Mail ich helfe Dir gerne weiter.

Viele Grüße

Elke & Anhang


von Yvonne & Hexe(YCH) am 17. Juni 1999 13:19

Hallo Kathrin, hallo Franziska,

:Ich denke, die einfachste Lösung wäre, dem Hund , beizubringen, auf Befehl an seinem Platz liegenzubleiben (erst ohne Ablenkung, dann mit bekannten Menschen als Besuch, u.s.w.), und dem Besuch zu sagen, er möge bitte den Hund völlig links liegen lassen (im wahrsten Sinne). Wenn deine Hündin das (wirklich in jeder Situation) beherrscht, kannst du sie ja, nachdem sie, wenn Besuch da war, und sie eine Weile an ihrem Platz liegengeblieben ist, aufstehen lassen und den Besuch begutachten lassen (wobei der Besuch oder sonst irgendjemand sie wieder nicht beachten darf). Danach wird sie wieder auf ihren Platz geschickt. Das hilft zumindest, was die vermeintliche Angst gegenüber Menschen angeht.

Das ist genau das, was ich geschrieben habe, was Aldington in seinem Buch schrieb. Nur hätte ich es wohl so kurz nicht so klar hinbekommen, deshalb habe ich nur auf das Buch verwiesen.

Viele Grüße

Yvonne und Hexe

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