Angst- Antwort bis morgen früh? :: Hundeerziehung + Soziales

Angst- Antwort bis morgen früh?

von Kerstin und Skipper(YCH) am 26. Februar 2002 20:51

Hallo liebe Nacht-Forumler,
es wäre sehr nett, wenn mir noch jemand einen Tip gibt, wie ich den Tag mit unserem Hund morgenfrüh taktisch am Besten beginnen kann.
Also wir haben seit Freitag einen sehr ängstlichen Griechen (8 Monate alt), aber wir sind erst seit heute in unserer Wohnung.
Gerade eben waren wir im Park spazieren und er war sehr ängstlich. Klar ist ja auch alles fremd. Dann kam ein anderer Hund des Weges, unserer wollte flüchten, war aber an der langen Leine und fing nun den Großen anzuknurren und zu bellen (gleichzeitig mit eingeklemmten Schwanz, also angst-aggressive Tendenzen). Der ging auch gleich auf ihn los, mein Freund hat die Leine losgelassen, und er konnte flüchten....dannach war er sehr verstört.

nun meine Frage:
Eigentlich wollte ich morgen mit ihm in ein Freilaufgebiet fahren das komplett eingezäunt ist, aber kann ich ihn in diesem Zustand da rein lassen? Wenn ich im Park mit ihm spazieren gehe ist, er immer an der Leine und die anderen frei und wenn er dann wieder anfängt zu knurren, wird er noch mehr einstecken, bevor er sich überhaupt eingewöhnt hat.
Was meint ihr, kann ich mich ins Freilaufgebiet wagen? Da kann er immerhin flüchten (er ist sehr schnell *grins*).

liebe Grüße Kerstin und Skipper

von Elke(YCH) am 26. Februar 2002 21:15

Hallo Kerstin,

wir sind zwar auch noch nicht die ewigen Hundebesitzer,
aber ich würde empfehlen erst einmal in ein Gebiet zu gehen
in dem Ihr nicht sehr viele Hunde trefft. (falls das bei Euch
möglich ist)
Euer Kleiner Grieche muß ja auch erstmal wissen wo er hin gehört, bzw. bei wem er Schutz suchen darf.
Das heißt eigentlich für Euch und Euren Hund eine Eingewöhnungszeit und viel Geduld.
Er sollte wissen das er bei Euch Schutz bekommt und von daher nicht weg, sondern zu Euch laufen kann.

Ich würde ihn vorerst auch mehr an der Leine laufen lassen, das er vielleicht dadurch das Gefühl der Verbundenheit zu Euch bekommt.
Das heißt aber auch ihm den Rücken zu stärken, falls er Angst zeigt.

Ich weiß zwar nicht ob ich helfen konnte, aber ich hoffe es.
Ist ja acuh schon spät ;-))

Elke

von Annette(YCH) am 26. Februar 2002 21:36

Hallo Kerstin

Ich finde, Euer Hund sollte sich zuerst mal an Euch und die neue Umgebung an sich gewöhnen. Damit hat er eigentlich schon genug Stress und es nützt Eurer Bindung überhaupt nichts, wenn er nun gleich am Anfang lernt, dass Weglaufen der einfachste Weg ist. Auch für einen selbstsicheren Hund ist eine neue Umgebung und ein neues Rudel erst mal was, an was man sich gewöhnen muss - für einen eher ängstlichen Hund ist die ganze Situation noch um ein vielfaches schwieriger. Ich würde zuerst mal mit ihm wohin fahren, wo es nicht so viele Leute und Hunde hat und dann könnt ihr Beiden Euch (erstmal an der Leine) richtig kennenlernen, mit Leckerchen und Spiel und vor allem Spass. So lernt er nach und nach das die Welt da draussen o.k. und Du ein Chef bist, auf den man sich verlassen kann. Und erst dann kommen so nach und nach die anderen Sachen wie in die Stadt gehen, mit anderen Hunden spazierengehen usw. dran. Wir haben mit unseren Beiden als wir sie erst vom Züchter geholt haben(wir hatten unsere Hunde als Welpen und sie waren auch nicht ängstlich) auch oft einfach irgendwo gesessen, auf einer Bank, in einem Cafe usw. und haben dem ganzen Treiben einfach zugesehen. So konnten sie etwas erleben und es war kein grosser Stress für sie und so nach und nach konnten sie dann auch aktiv an allem teilnehmen und uns überall hin begleiten. Es muss ja nicht gleich am zweiten Tag ein Sprung ins kalte Wasser sein.

Viele Grüsse
Annette

von Petra B.(YCH) am 26. Februar 2002 22:52

Hallo Kerstin,
ich bin nicht der Meinung meiner Vorredner: ich würde ihn gerade, wenn er so reagiert, nicht soviele Begegnungen an der Leine machen lassen. Wenn Du morgen früh in ein Freilaufgebiet gehst (vielleicht am späten Vormittag, so zwischen 9.30 und 11.00 ist z.B. bei uns am wenigsten "Betrieb"winking smiley, dann sollten nicht so viele Hunde unterwegs sein.

Außerdem gehe ich davon aus, dass in einem Freilaufgebiet die meisten Hunde normales Sozialverhalten aufweisen. Begegnungen an der Leine sind IMMER problematischer, als ohne Leine. Ich würde aber mit Fingerspitzengefühl vorgehen und auf die Signale Deines Hundes achten: wenn Du ihn überforderst, wird er von solchen Erlebnissen nicht profitieren (wie das im Park mit dem anderen Hund - wieso hat übrigens dessen Herrchen/Frauchen nicht eingegriffen?) Wenn er zuviel Angst zeigt, dann fahr nach wenigen Minuten heim und versuche es am nächsten Tag wieder, bis er sich an das Gebiet gewöhnt.

Wenn er ein oder zwei positive Hundebegegnungen hat, fahre ebenfalls wieder heim und beende das Ganze mit einer positiven Erfahrung. Ob Du ihn ableinst hängt aber auch von seiner Verfassung ab: vielleicht rennt er in seiner Panik weit weg, dann hast Du nichts gewonnen. Wenn Du ihn angeleint lässt, dann achte darauf, dass die Leine NIE gespannt ist, dass er den Kontakt durch die Leine möglichst wenig spürt.

Du musst es selbst ausprobieren und auf Deinen Hund und die Situation hören. Vielleicht kannst Du es auch mal in einer Welpengruppe versuchen, er ist ja noch ziemlich jung.

Viel Glück
Petra B.

von Yna(YCH) am 26. Februar 2002 23:15

Hi Kerstin!

Hier jetzt die nächste Variante! ;-)
Erstmal fragt euch wie nervös ihr selber seid. Seid ihr wirklich gelassen, dann ist das mehr als die halbe Miete. wenn nicht, dann erstmal Sparprogramm. Lasst den Hund ankommen und euch kennenlernen. Informiert euch über die hundlichen Ausdrucksformen und beobachtet euren 4Beiner genau. Das wird euch helfen zu verstehen, was in ihm vorgeht. Es wird euch auch helfen mit ihm solche Begegnungen so zu üben, dass ihr ihm Sicherheit vermitteln könnt. Eine weitere gute Möglichkeit ist ihm gute Hundekontakte zu organisieren, damit meine ich zum Beispiel einen Bekannten, der auch einen Hund hat (vertäglich!!) und mit dem ihr einfach mal gehen könnt. Sowas wirkt oft ungemein beruhigend auf die Hunde, natürlich erst nachdem der andere Hund etwas vertraut ist. :-) Wenn ihr keinen kennt, dann versucht nach Möglichkeit Hundekontakte erst dann zu beenden, wenn euer Hund sich etwas entspannt hat. Da müsst ihr die anderen Hundehalter vielleicht mal fragen, ob sie noch ein, zwei Minuten Zeit haben. :-)
Wichtig ist vor allem: Macht euch selber keinen Stress, dann ist auch das allermeiste für den Hund in Ordnung. Wenn er Angst hat vermittelt Ruhe, aber fangt nicht an ihn zu trösten oder vor anderen Hunde fern zu halten.
Sowas ist immer etwas oberflächlich, aber wenn ihr euch Körpersprache/Calming Signals informieren wollt, dann findet ihr sicher einiges hier im Archiv oder auch in Büchern (z.B. Turid Rugaas "Calming Signals"winking smiley

Keine Sorge das wird schon! Hatte letztens auch noch so eine Riesenschissbüchs aus Spanien hier! :-D Der ist jetzt ganz mutig!

Liebe Gruß,
Yna

von Wiebke(YCH) am 27. Februar 2002 07:31

Guten Morgen!

Für's erste Gassi heute ist es ja wohl schon etwas spät, aber hier nochmals ein paar Ideen zum Nachdenken für die nächsten Tage:

Wovor hat Euer 'Ausländer' denn überhaupt Angst?
Es würde mich sehr wundern, wenn das 'vor Hunde' wäre - so unterschiedliche Dialekte sprechen die weltweit nicht! Und 'frei' augfgewachsene Hunde zeichnen sich zumeist durch sehr große soziale Fähigkeiten und große Verträglichkeit aus!!!

Vermutlich aber fürchtet er sich vor vielem (allem?) anderen:
vor lauten Menschen, vor Verkehr, vor der veränderten Umwelt als solcher, vor raschelnder Plastik in der Nähe von Menschen (wegen der Tritte in die Rippen beim Müllsackplündern, wenn ihn dabei einer erwischt hat)
UND vor allem vor dem Angebunden-sein!!!

Wenn ich in der Japanischen U-Bahn ausgesetzt würde, würde eine Bewegungseinschränkung nicht gerade zu meinem Wohlbefinden beitragen.
Andererseits: wenn ich diese nicht hätte und gleich bis Singapur weiterrennen würde - würde ich nichts lernen außer flüchten!
Und das würde vermutlich bald unter LKW-Rädern enden...

Man könnte vermuten, dass es in seiner Heimat noch nicht ausreichend gelungen ist, ihn an die Einschränkung durch eine Leine zu gewöhnen...In dieser Situation fühlt er sich ungewohnt hilflos und reagiert dann auch auf sonst Akzeptiertes ängstlich, besonders dann, wenn sich diverse Außenreize zusammen addieren und dadurch seine Reaktionslage ohnehin schon 'auf Sturm' steht.

Mit einigen meiner Vorschreiber wäre ich der Meinung, dass das Anlernen von Fluchtreaktionen daraus keinen gangbaren Ausweg bieten würde.
Was tun?

Von vornherein mit einen ruhigen zweiten Hund spazieren zu gehen, an dem er sich sozusagen 'anhalten' könnte, wäre evt. eine Lösung.
Sich in der Übergangszeit von tierarzt (ideal von einem verhaltenstherapeutisch tätigen) ein geeignetes Beruhigungsmittel verschreiben zu lassen eine weitere.

Spaziergänge an der Leine mit dem gesamten Tagesfutter in der Tasche in einsamer Gegend (möglichst ähnlich seiner Heimat) zu verlegen, falls er die Autofahrten dorthin akzeptieren kann, zumindest bis er sich besser an Euch und an die Einschränkung durch die Leine gewöhnt hat, wäre eine weitere.
Dann habt ihr dort auch eine Chance, ihn durch 'hundliche' Calming Signals' zu beruhigen und Euch immer besser mit ihm zu verständigen, z.B. in Ruhe herankommen zu belohnen und damit zu üben!

Jedes Futterstückchen an der Leine zu verabreichen und keines ohne Leine und diese eher am Brustgeschirr zu befestigen, damit diese 'Fesselung' möglichst rasch positiv besetzt wird, wäre m.M. nach wünschenswert. Am Halsband würde ich einen zu Panik neigenden Hund nicht gerne führen müssen - Druck im Halsbereich macht die meisten Hunde nicht gerade gelassener...

Bei Panikattacken die Leine Loszulassen ist zum Verhindern von 'Schock durch Festgehalten werden' sicher eine Möglichkeit - sie sollte dann schleppleinenartig gestaltet sein, damit man ihn in Ruhe wieder einholen kann. Aber welche Schocks er dann beim Wegrennen mit nachschleppender Leine noch erleiden mag??? Und was er daraus lernt???

Das Eingewöhnen eines auf die betreffende Umgebung nicht als Welpe sozialisierten Hundes bietet oft große - und meist unvorhergesehene - Probleme und Panik wird mit einem(!!) Erlebnis gelernt - also in kürzester Zeit immer schlimmer
- und als nächstes lernt er dann die Vorbereitungen zu solchen Schrecknissen als Ankündigung dafür ebenfalls panisch zu fürchten!

toitoitoi also, dass es Euch gelingt, die Umwelterlebnisse für euern 'Fremdling' anfänglich so zu dosieren, dass er sich in der Fremde allmählich zurechtfinden kann, ohne sich in nächster Zeit noch zusätzliche Ängste dazu zu erwerben!!!

Wiebke

www.hunde-erziehung.at

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