Auto-und Fahrradhasser :: Hundeerziehung + Soziales

Auto-und Fahrradhasser

von Carola(YCH) am 09. März 2002 19:06

Hallo Leute,
ich habe einen 9 Monate alten Jack Russel der leider jedem Auto,Fahrrad,Jogger usw. hinterherkläfft. Wenn er nicht an der Leine wäre würde er auch hinterherhetzen. Ich habe schon alles mögliche probiert, z.B. Ablenkung durch Lieblingsspielzeug, Schimpfen, habe ihn auch schon auf den Rücken geworfen um ihm meine Dominanz zu beweisen. Es hilft leider alles nichts. Es ist als ob er sein Hirn ausschaltet. Manchmal kann ich ihn bei langsamen Fahrzeugen unter Kontrolle behalten(eher selten). Ich halte diesen Wesenszug für absolut gefährlich und möchte das unbedingt abstellen. Aber wie ?????????
Dazu muß ich noch sagen, dass ich einen zweiten Hund habe, welcher auch nie im Ansatz dieses Verhalten gezeigt hat. Der Kleine hat sich viel von dem Grossen abgeschaut. Dessen Gleichgültigkeit gegenüber Fahrzeugen leider nicht.
Vielleicht hat jemand dieses Problem schon erfolgreich abgestellt und kann mir Tips geben.
Carola

von Steffen(YCH) am 10. März 2002 09:35

Hi Carola,
In der Theorie ist es ganz einfach in der Praxis etwas kompliziert.
Du benötigst: Mehrere Autos von Bekannten, mehrere Jogger / Fahrradfahrer, einen Parkplatz o.ä.

1. Training beginnt indem der Hund auf den Parkplatz kommt wo das Auto steht. Hund auf die Distanz absitzen lassen bei der er noch nicht reagiert. Dann annähern. Jedesmal wenn er ruhig bleibt belohnen.
2. Motor anlassen ebenso wieder annähern wie oben.
3. Auto fährt in maximaler Distanz in langsamstem Tempo vorbei. Wichtig Hund muß ruhig bleiben. Wieder Annäherung wie oben.
4. Tempo erhöhen.
5. Verschieden Autos einsetzen.
6. Auto alle typischen Situationen durchführen lassen: Bremsen/ Kavalierstart etc.

Das Gleiche macht man in gleicher Weise mit Joggern und anderen Jagdobjekten.
Zeitdauer: mehr als 2 Wochen bei intensivem Training.
Jetzt das Schwierige: In dieser Zeit sollte er keine Chance haben seinem alten Verhalten wieder zu folgen.
Viel Glück,
Steffen

von Dani(YCH) am 10. März 2002 17:02

Hallo Carola,

ich habe auch so ein Autojagdmonster, dem zum Glück Radfahrer und Jogger egal sind. Da er Straßenhund war ist es schwer über Ursachenforschung etwas zu erreichen. Dein Hund ist noch jung und da sollte es einfacher sein. Vielleicht läßt sich ja schon etwas klären, wenn man Anfangszeitpunkt des Verhaltens überdenkt.

Also Radar griff so ca. jedes 2.-3. Auto an als er zu uns kam. Regelrechte Angriffe nicht nur hinterherrennen. Es war nicht zu ermitteln weshalb das eine und das andere Auto nicht. Wir haben ihm erstmal Leinenzwang auferlegt zu seiner Sicherheit und die der Verkehrsteilnehmer (und das bei einem Hund, der keine Leine gewohnt war). An ruhigen rechts-vor-links-Kreuzungen übte ich - nachdem er Stop, Platz, Sitz und Fuß konnte - Stop an der Bordsteinkante und Sitz. Dann warteten wir in Ruhe auf Autos. Lob und Leckerli wenn er nicht reagierte und weiter zur nächsten Kreuzung. Ich habe festgestellt, daß es nicht erfolgreich war auf Negative Reaktion zu reagieren. Wenn er heute ein Auto verbellt bzw. angreift sage ich nur "Nein" oder "Fuß" und wir gehen zügig weiter. Wobei ich nicht überzeugt bin ob das Nein nicht schon zuviel ist. Desweiteren habe ich unsere Rangfolge überprüft, machst Du ja auch.

Iststand heute: Er kann 99% der Autos links liegen lassen. Allerdings sind wir gegen Autos mit Anhängern, einige Mofas und Motorrädern mit speziellen Sounds und dem Bäckerauto, daß immer beim Nachbarn hupt bis heute machtlos. Er liebt Leckerlis über alles, aber in diesen Situationen nicht.

Wir üben weiter. Seit einiger Zeit habe ich "Schau" und "Lecker Käse" eingeführt um auf der Straße mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn ich schnell bin und ruhig reagiere klappt "Schau", "Platz" und Käse vor die Nase halten schon bei Mofas. Autos mit Anhänger auf ca. 100 m Entfernung lassen ihn inzwischen auch schon kalt. (Wir wohnen in einem Gebiet mit viel Auto mit Anhänger Verkehr)

Ich halte nichts von Stachelhalsbandmethoden usw. Letztens sprach ich mit jemandem, der meint sich mit Hundeerziehung auszukennen. Sein Vorschlag war sehr lange Leine, Zughalsband ihn losrennen lassen und abrupt abstoppen. Solche und ähnliche Vorschläge bekam ich schon zur genüge. Aber ich persönlich lehne diese ab!!! Meine Methode mag länger dauern, aber wir kommen voran.

Grundsätzlich ruhig reagieren, Ablenkung und Lob bei richtigem Verhalten haben uns bisher am besten voran gebracht. Und für mich ganz wichtig, ich kann erst ein straßensicheren Hund von der Leine lassen.

Ach so zur Leine. Ich benutze eine stabile Flexileine, die ich je nach Sicherheitsabstand zur Straße auf 2m, 3m, 5m oder 10m feststelle und schleifen lasse. Sozusagen wie eine Schleppleine aber immer mit der Sicherheit Radar abzustoppen. Zu normalen Straßen-Übungsrunden verwende ich aber auch gerne mal die normale 2m Leine. Jeder Spaziergang ist Übung.

Ich denke, daß Du sehr konsequent aber geduldig gut an Dein Ziel kommen wirst, da Dein Jack Russel noch jung ist. Übe an ruhigen Kreuzungen an denen die Autos langsam sind. Kleine Erfolge, riesige Freude und Belohnung (Spielzeug oder Leckerli). Und ruhig auch mal mit Jack Russel alleine gehen. Eine gute Hundeschule kann Dir da sicher auch weiterhelfen, ich weiß nicht in wieweit Du das in Erwägung gezogen hast.

Liebe Grüße von
Straßenraudy Radar (der eigentlich ein absolutes Schmusemonster ist)
+ Dani




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