Leicht ablenkbar/völlig unkonzentriert :: Hundeerziehung + Soziales

Leicht ablenkbar/völlig unkonzentriert

von Anna(YCH) am 17. März 2002 21:01

Liebe Yorkie-Gemeinde,

unser Kurzhaarcollie-Rüde ist 1 1/2 Jahre alt und seit seiner Kastration (er war auf dem besten Weg, ein gefürchteter Raufer zu werden) vor 2 Monaten ein höchst umgänglicher und lieber Hund. Ein Problem bekommen wir jedoch nicht in den Griff:

Sobald wir in die Hundeschule kommen, legt er die Ohren an, beginnt zu kläffen, jaulen, winseln und hängt ständig an der Leine. Es ist mittlerweile die zweite Hundeschule. Anfangs waren wir in einer 'herkömlichen', in der zwar viel mit Belohnung gearbeitet wurde, jedoch auch mit Leinenruck. Die Folge war, dass er sich gar nicht mehr konzentrieren konnte und der Schulbesuch zur Qual wurde. Mittlerweile - nach einem Turid Rugaas-Seminar - wissen wir, dass sein ständiges Wegdrehen und Schnüffeln auf dem Boden der Ausdruck von Stress war.
Dann fanden wir eine Clicker-Hundeschule. Dort hat er erstmals Blickkontakt aufgenommen - was für uns ein schon ein großer Erfolg war. Dennoch scheint jetzt nichts mehr weiterzugehen, denn er kann sich weiterhin nicht richtig konzentrieren. Zu Beginn jeder Schulstunde brauchen wir ca. 10 Minuten bis er sich halbwegs beruhigt hat und in der Lage ist, den Anordnungen zu folgen. Beinahe jede Bewegung auf dem Nebenplatz, in der Luft oder sonst wo wird verfolgt und er vergisst seine Aufgaben. Sollte vielleicht auch noch einer der anderen Rüden (mit denen er keinerlei Streit- oder Rauferfahrung hat) bellen, dann zuckt er aus. Rennt in die Leine, springt im Zick-Zack-Kurs, hört auf keinen Befehl. Das ist der Moment, wo wir - speziell ich - die Nerven wegschmeissen könnten. Es ist schon vorgekommen, dass wir nach 10 Minuten Beruhigungsversuchen den Platz verlassen mussten, da an kein weiteres Arbeiten zu denken war. Eine Pause mit Laufen und Spielen geniesst er, der Unterricht danach wird meist wieder zur Hölle.
Ein ähnliches Verhalten zeigt er auch, wenn er sich angeleint in einer Gruppe von Hunden befindet. Wenn wir mit ihm in der Hundefreilaufzone sind, ist er ausgelassen, fröhlich und unproblematisch. Kommt, wenn er gerufen wird; kontrolliert uns als sein Rudel; spielt mit den meisten Hunden, mit Welpen und Hündinnen besonders liebevoll; hat kein Problem sich zu unterwerfen. Kurzum, es gibt da kein Konzentrationsproblem (wird dort auch nicht wirklich gefordert). Lediglich bei Knallern, Schüssen und ungewohnten, lauten Geräuschen reagiert er panisch (uns wurde erklärt, dass Collies besonders geräuschempfindlich sind).
Nun sind wir am Überlegen, ob wir die Hundeschule weiter besuchen sollen, da er wie wir danach ziemlich geschafft sind.
Nach Lektüre einiger Hundebücher sind wir überzeugt, dass die Welpenprägung bei der Züchterin sehr schlecht war, da sie eine Zwingerzüchterin (5 Rassen, Welpen haben nur Kontakt zu 2 Personen etc.)ist. Bestätigt wurden wir in unserer Ansicht durch die Besitzerin eines Hunde-Bruders, der ebenfalls sehr unkonzentriert ist und daher seine Ausbildung zum Service-Hund nicht machen kann. Ein zweiter Bruder öffnet Kastentüren (ohne Schloss) und zerbeisst alle Kinderschuhe.
Leider konnte ich unser Problem nicht kürzer darstellen, aber für Tipps bzw. Erfahrungsberichte Eurerseits solltet Ihr doch möglichst viele Informationen haben.
Vorab vielen Dank für Eure Antworten!
Anna


von Karli(YCH) am 17. März 2002 22:25


Anna ist doch ein lieber hund, ihr habt ihn doch schon kastriert!

Lass ihn doch so wie er ist.

Er will nicht arbeiten.

Gibt es bei hunden.
Sie zeigen es dir durch ihre möglichkeiten an, dass das nichts für sie ist. lach
So wie er z.b.

Lass ihn doch so wie er ist.
Du sparst dir nerven, und GELD und der hund ist glücklich.

Gruss
Karli

von Edith(YCH) am 17. März 2002 23:03

:Hallo!

ich denke, es ist sicher ein schwieriger Fall, ABER es gibt immer Hoffnung. Was sagt denn Turid Rugaas dazu? Wahrt ihr schon mal auf einem Seminar von ihr?

Einfach nicht aufgeben, und die Ablenkungen gaaaanz langsam steigern.

Grße
Edith

von Gabi + Sheila(YCH) am 18. März 2002 09:17

Hi,

was macht Ihr denn BEVOR Ihr zur Hundeschule fahrt ?? Geht Ihr mit ihm ?
Ich würde ihn mal richtig müde machen vorher. Also keine Übungen, aber richtig auspowern.
Und dann die MEGALECKERCHEN mitnehmen und ihm NUR was geben wenn er sich benimmt.
Und auch ausserhalb der Hundeschule ÜBEN, ÜBEN,ÜBEN - jeden Tag ein paar Minuten (villeicht auch 2x) - irgendwo unterwegs, nicht an bestimmten Punkten, einfach so. Das muß für ihn einfach Routine werden.
Immer selber mit guter Laune und nicht zu lange, wenn Du merkst er "schwächelt" konzentrationsmäßig, dann laß ihn noch was machen was er gut kann und dann spielen !!

Und in der Hundeschule VERSUCHEN nicht die Nerven zu verlieren, desto "hibbeliger" Du wirst, desto schlimmer wird es.
Noch ne Frage: Geht Ihr zu zweit zur Hundeschule ?? Kann der Hund den sehen, der NICHT mit ihm arbeitet ?? Wenn ja, dann stellt das mal ab, 2. Bezugsperson AUSSER Sicht.

Ist bestimmt noch ein langer Weg, aber Ihr werdet es schaffen.

Viel Erfolg
Gabi

von Martina(YCH) am 18. März 2002 11:59

Hallo Anna,
ich habe selbst 3 Kurzhaarcollies und habe von Deinem Problem allgemein bei Collies schon gehört.
Bitte verzweifle nicht!

Collies, auch kurzhaarige, generalisieren sehr schnell. Wenn 1 x etwas auf dem Hundeplatz nicht "sein Ding" war, erwartet er es immer und immer wieder von einem Hundeplatz und ist durch fast nichts vom Gegenteil zu überzeugen. Collies "denken" zuviel, das kann zum Problem werden ;-)
Ich würde mit ihm Körperarbeit machen, denn das was Du schreibst, liest sich sehr wie ein Angstproblem. Das würde bedeuten: Bandagieren nach Tellington Touch. Auch Konzentrationsübungen über Körperarbeit können hier sinnvoll sein. Z.B. den Hund über Balken traben lassen. Er muß so sehr konzentriert arbeiten, damit er nicht auf die Balken tritt und übt auch, sich selbst besser zu spüren (Kennt man von der Arbeit mit Pferden).
Packtaschen können bei ängstlichen Hunden zu gutem Erfolg führen. Fülle sie eher schwer. Zieh sie nach Eingewöhnungszeit auf dem Hundeplatz Deinem KHC an. Das kann ihn sicherer machen, weil er sich selbst besser spürt.

Bitte mail mich an, wenn Du magst. "Meine" Rasse liegt mir immer besonders am Herz! Eigentlich sind es ganz leichtführige Hunde und ich fürchte, er hat - ohne das Du es mitbekommen hast - seine Erfahrungen gemacht, die ihn zu diesem Verhalten provoziert haben.

Viele Grüße
Martina

von Anna(YCH) am 18. März 2002 16:09

Hallo Edith,

ja ich war auf einem Seminar von Turid Rugaas. Es war sehr aufschlussreich. Anfangs beobachtet man seinen Hund besonders aufmerksam in Bezug auf seine Gesten, später werden auch die fremden Hunde beäugt, ob sie die 'Calming Signals' anwenden. Zu meinem Problem konnte sie nichts sagen, dazu müsste sie den Hund sehen (leider waren Hunde - mit Ausnahme von Vorführhunden - nicht zugelassen).

Liebe Grüsse und danke für die Aufmunterung
Anna

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