Angst bei Gewitter :: Hundeerziehung + Soziales

Angst bei Gewitter

von Anka(YCH) am 17. August 1999 09:27

Mein 6jähriger Mischlingsrüde hat panische Angst vor Gewitter(Sylvester).
Er verkriecht sich dann immer in der Dusche .Man bekommt ihn auch nicht mehr rausgelockt.

Viele Grüße

Anka

von Rainer(YCH) am 17. August 1999 16:12

Hallo Anka
Die meisten Tiere, die meist draußen leben, empfinden elektrische Ladungen, es kann sie nervös machen. Das sind Herdentiere wie Pferde oder Schafe, aber auch Bienen. Auch von Vögeln weiss man, daß sie ankündigen, wenn es derartige Umweltveränderungen gibt. Erfahrene Hundeausbilder vermeiden angesichts eines Gewitters das Training.
Was nun Deinen Hund angeht, so hast Du nichts über seine Erfahrung - seine Geschichte in Bezug auf Gewitter und andere Ängste - gesagt. Es ist nur eine Erfahrung, in seinem Fall eine schlechte. Und diese Erfahrung hat er sich vermutlich durch Angst-Übertragung angeeignet. Bei meiner Mutter zum Beispiel - die auch Angst vor Gewittern hatte - hat sich deren Terrier erstmal von zu Hause entfernt und kam später wieder. Meine Hunde - auch schon als Welpen - hingegen hatte nie Angst davor. Sie fanden es natürlich für ungewöhnlich. Es ist eine Bedrohung für sie, die sie nicht kennen. Aber wenn ich sie bei den ersten paar Gewittern beruhige, mit Stimme, dann bleiben sie ruhig. Meine junge Akbash-Hündin war mal draußen, als es blitze und danach kracht. Zuerst erschrak sie, das ist ja natürlich, dann, beim zweiten Donner, fraß sie gemütlich weiter an einem Apfel.
Ängste werden angelernt. Es ist aber schwer, sie wieder abzutrainieren.
Das geht nur mit vorsätzlich beruhigender Stimme und Ablenkung. Notfalls helfen Psychopharmaka vom Tierarzt. Hunde übernehmen jede Haltungsspannung, das fängt schon an der Straffung der Leine an. Ist die Leine angespannt, weil der Halter angespannt ist, spannt sich auch der Hund. Grob gesagt.
Ich bin Verhaltensforscher und Hunde-Halter-Ausbilder.
Versuch mal, Deinen Hund betont zu beruhigen. Aber glaube nicht, daß diese Angst bei ihm nach zwei, drei Versuchen - womöglich halbherzig, gleich verschwindet. Du brauchst sehr viel Geduld.
Gruß
Rainer

von Juliane mit Emmi(YCH) am 17. August 1999 19:27

Hallo, Rainer,
: Ich bin Verhaltensforscher und Hunde-Halter-Ausbilder.
: Versuch mal, Deinen Hund betont zu beruhigen. Aber glaube nicht, daß diese Angst bei ihm nach zwei, drei Versuchen - womöglich halbherzig, gleich verschwindet. Du brauchst sehr viel Geduld.

Wenn Du Verhaltensforscher und Hunde-Ausbilder bist, verstehe ich nicht, wie Du empfehlen kannst, daß die Hundehalterin ihren Hund beruhigen soll. Hat der Hund nämlich die Panik schon, macht das beruhigende Einreden auf diesen das ganze nur noch schlimmer.
Schon in unsere Welpenstunde wird den Leuten gesagt, daß sie eventuelle Angst der Welpen nicht beachten sollen, weil sie die Angst nur verstärken.

Gerade bei Angst vor Gewitter oder Silvester-Knallerei ist es angezeigt, den Hund langsam an die Geräusche zu gewöhnen. Man könnte z.B. den Donner vom Gewitter, oder die Knallerei von Silvesterraketen auf Tonband aufnehmen und dieses Band ganz leise beginnend abspielen, während der Hund eine angenehme Beschäftigung hat, durch die er abgelenkt ist. Diese Lautstärke wird langsam verstärkt, je nachdem wie entspannt das Tier ist. Dadurch lernt der Hund, daß die Geräusche nichts schreckliches sind.
Das einzige, wo ich Dir zustimmen kann ist, daß man sehr viel Geduld braucht.
Gruss, Juliane

von Rainer(YCH) am 17. August 1999 19:45


Hallo Juliane
Was soll denn diese Ansicht, daß man einen Hund nicht mit Stimme beruhigen soll, oder gar, daß man mit der Stimme die Angst nur verstärken würde?
Da lacht jeder Schäfer drüber. Dass man Angst nicht insofern "beachten" soll, weil man sie damit erst "wichtig" macht, quasi vestärkt, ist selbstverständlich. Aber damit ist die Angst nicht besiegt.
Wie gewöhnst Du einen Hund an einen Knall, den Du nicht vorausahnen kannst wie Silvester? Auch durch Tonband-Simulation? Ich brauche keine technischen Hilfsmittel.
Nicht Symptome mit Ursachen verwechseln, bitte.
Gruß Rainer

von Juliane mit Emmi(YCH) am 17. August 1999 20:24

Hallo, Rainer,

: Was soll denn diese Ansicht, daß man einen Hund nicht mit Stimme beruhigen soll, oder gar, daß man mit der Stimme die Angst nur verstärken würde?

Ich habe nicht behauptet, dass die Stimme die Angst verstärkt, sondern überhaupt die Zuwendung in dieser Situation.

grinning smileya lacht jeder Schäfer drüber. Dass man Angst nicht insofern "beachten" soll, weil man sie damit erst "wichtig" macht, quasi vestärkt, ist selbstverständlich. Aber damit ist die Angst nicht besiegt.
Auch das habe ich nicht behauptet.

: Wie gewöhnst Du einen Hund an einen Knall, den Du nicht vorausahnen kannst wie Silvester?

Ein Welpe kann von klein auf an Lärm und Knallerei gewöhnt werden, eben in dem ich in diesen Situationen gelassen und ruhig bin. Der Hund orientiert sich an mir und merkt, ich gebe nichts auf den Lärm, also muß da was ganz normales sein.

Ein erwachsener Hund, der schreckhaft ist, kann nur langsam an Geräusche herangeführt werden. Er wird auch später immer noch Geräusche kennenlernen, vor denen er erschrickt, aber da hilft ihm garantiert nicht, wenn ich ihn anspreche und streichle und damit seine Angst noch belohne und verstärke.

: Nicht Symptome mit Ursachen verwechseln, bitte.

Das kannst Du mir ja mal genauer erklären.

Gruss, Juliane

von Rainer(YCH) am 17. August 1999 21:04


Juliane, mir mußt Du doch nicht mehr erklären, daß man junge Hunde an ihre Umwelt gewöhnen muß. Ich arbeite erst seit 35 Jahren mit den unterschiedlichsten Hunden - und Hundehaltern wie Ausbildern. Eine beruhigende Stimme heißt noch lange nicht "loben", was natürlich in diesem Moment falsch wäre. Es wäre freilich besser gewesen, Du hättest Deine Vorschläge direkt an die hilfesuchende Anka gerichtet, nicht an mich, der darum nicht nachgesucht hat.
Gruß Rainer



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