Auf den Rücken drehen/Alphawurf"" :: Hundeerziehung + Soziales

Auf den Rücken drehen/Alphawurf""

von Flocke(YCH) am 06. Juni 2002 18:45

Hallo Cindy,

: Das bezweifle ich. Das Problem ist doch meist eher, dass diese Menschen eher unsicheres Verhalten zeigen. Vielleicht nicht bewusst, aber für den Hund spürbar.
: Die von Dir vorgeschlagenen Massnahmen würden nur etwas bringen, wenn Mensch selbstbewusst auftritt, im Wissen der Boss zu sein. Und dann sind wir wieder soweit, dass diese ganzen Massnahmen nicht gebraucht werden. Verstehst Du, was ich meine?

Ich denke schon, dass ich dich verstehe. Jedoch würde ein Hund z.B. von sich aus, dem Menschen aus dem Weg gehen, wenn er ihn als ranghöher anerkennt. Anders verhält es sich natürlich, wenn er gesagt bekommt, dass er bleiben soll. Natürlich sollte man im Umgang mit seinem Hund immer selbstbewusst auftreten. Wie du schon sagst, machen das nicht alle Hundebesitzer. Aber was nützt ein selbstbewusstes Auftreten, wenn der Hund trotzdem alles darf und nicht in seine Schranken verwiesen wird. Ich wollte eigentlich klar machen, dass man gar nicht erst bis zum Äußersten gehen, also körperliche Gewalt an wenden muss, wenn man sich etwas mit dem Wesen der Hunde beschäftigt. Halte ich die Spielregeln ein, kennt der Hund seinem Platz im Mensch-Hund-Rudel. Als Maßnahmen würde ich meine Beispiele nicht unbedingt bezeichnen, eher als Verhaltensregeln (von denen es natürlich noch viel mehr gibt).

Ich hoffe ebenfalls, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe. Wenn nicht, frag ruhig noch einmal nach.

Viele Grüße von
Flocke & Rasselbande

von Flocke(YCH) am 06. Juni 2002 19:34

Kann mich nur den anderen anschließen :-)))

Liebe Grüße
Flocke

von Luzie(YCH) am 06. Juni 2002 20:06


: Also, ich werde diesen Wurf niemals mehr bei meinen Hunden anwenden, da ich heute weiß, dass ein Alpha diesen Wurf nicht anwenden würde. Der rangniedrigere Hund würde dieses Beschwichtigungssignal anwenden - wenn überhaupt, denn die Hunde kennen schließlich noch andere Signale, um Konflikte zu vermeiden.


HÄÄÄ???

von Annette(YCH) am 06. Juni 2002 22:06

: Hallo Tanja, Hallo Jenny

Eure Diskussion habt ihr ja schon beendet, aber meine Erfahrungen möchte ich Euch trotzdem mitteilen. Ich halte ebenfalls nicht viel vom "Alphawurf". Wenn ich meine Hunde auf den Rücken drehe, dann wissen sie ganz genau, dass jetzt eine Untersuchung auf Zecken, wunde Pfoten, Pflegemassnahmen und dergleichen in Gang ist und man sich entspannt zurücklehnen darf. Wenn ich wütend bin, dann legen sich meine Hunde von allein auf den Rücken und damit ist es dann auch gut. Das Wütend-sein meiner bzw. unsererseits läuft auf dem Lauterwerden der Stimme ab. Hunde im Nackenfell zu schütteln lehne ich ab, weil es nichts bringt. Welpen werden allerdings, so wie von meinen älteren Hunden auch, auch mal weggeschubst,wenn sie etwas anstellen und vor allem mit lauter Stimme ermahnt, bzw. es wird geknurrt. Wenn ihr Welpen und erwachsene Hunde anschaut, die miteinander leben, so habe ich das Schütteln von Welpen noch nie beobachtet, aber dafür öfters das Umschubsen und anschliessende schnelle "Fell durcharbeiten" mit den Vorderzähnen. Der oder die Kleine lässt sich das auch in aller Ruhe gefallen. Hätten meine Hunde einmal einen Welpen wirklich geschüttelt, so würde mir das ziemliche Sorgen machen, denn diese Bewegung kenne ich ausschliesslich von Spielzeugen und habe sie nur erlebt, im Bezug auf ein anderes Tier, und das waren Mäuse, die sie draussen gejagt haben. Dieses Schütteln hatte natürlich stets die Absicht, zu töten. Wir haben auch noch Zwergkaninchen, Wellensittiche usw. und meine Hunde sind Staffordshire Bull Terrier, also Hunde, die das Jagen und Totschütteln von Nagern usw. jahrzehntelang mit in die Wiege gelegt bekommen haben. Umso mehr würde es mir Sorgen machen, wenn sie dieses Verhalten einem Welpen gegenüber zeigen würden. Wir haben übrigens auch gerade wieder einen Welpen, aber keiner der Hunde hat dieses Verhalten gezeigt. Für viele Tiere bedeutet das Nackenschütteln eine ernsthafte Bedrohung und die Hilflosigkeit des "auf dem Rücken liegens" vor allem dann, wenn es dem Menschen ernst ist, mit seiner Wut sollte man nicht unterschätzen. Und im übrigen ergeben sich viele Unarten im Lauf vom Welpen zum erwachsenen Hund auch von allein, ebenso wie bei uns Menschen. Oder gibt es noch einen von Euch, der seinen Nachbarn mit Sand aus dem Sandkasten bewirft oder es ganz immer noch ganz toll findet, wenn er heimlich unter der Bettdecke liest?

Viele Grüsse

Annette

von Inge +n BC(YCH) am 07. Juni 2002 00:00

grinning smileyenken wir Menschen nicht viel zu sehr daran, dass wir Alpha sein "müssen" und bleiben "müssen", um wirklich der souveräne Alpha zu sein? Machen uns unsere Gedanken von wegen Rangordnung erhalten, nicht viel zu unsicher, so dass dann erst wirklich Signale zum Hund gehen, dass wir eben nicht souveränes Alphatier sind?
:

Hallo Cindy,

das Problem läßt sich eigentlich ganz einfach umschreiben: "Viele fühlen sich berufen, aber nur wenige sind es." Weniger poetisch ausgedrückt: so, wie es nur wenige wirklich dominante Hunde gibt, die sich in einem richtigen Rudel als Rudelführer bewähren und behaupten würden, genauso wenig gibt es auch unter uns Mensch echte "Alpahtiere". Darunter verstehe ich Menschen/Tiere, die über etwas verfügen, was ich mal als "natürliche Autorität und Souverenität" bezeichnen möchte. Diese Menschen/Tiere strahlen eine Autorität aus, die keinerlei künstlich geschaffene Unterstützung durch ständiges Imponiergehabe braucht. Es sind im Gegenteil die ruhigen Typen vom Schlage eines Monty Roberts (der Pferdeflüsterer).

DIESE Menschen brauchen keine Ratschläge, wie sie zum Ranghöchsten im Mensch-Hund-Gefüge werden. DIESE Menschen sind durch ihre natürliche Art automatisch in Augen ihres Hundes der Rudelführer, auch ohne, dass sie bei jeder Gelegenheit ihre Überlegenheit beweisen müssen.

Die meisten von uns aber sind eigentlich keine geborenen "Alphatiere" - und das merken so sensible Tiere wie Hunde sofort! Wir möchten aber trotzdem gerne einen Hund halten - und wir möchten trotzdem der Rudelführer sein, weil es für ein reibungsfreies Zusammenleben notwendig ist, dass WIR bestimmen, was Hund machen darf und was nicht. Und genau an diesem Punkt wird es eben notwendig, den Hundehaltern Tips zu geben, wie sie - auch wenn ihnen "natürliche Autorität" fehlt - es schaffen können, in der Rangfolge ganz oben zu stehen. Nur dafür sind all die vielen Ratschläge gedacht. Aber selbstverständlich gibt es auch zahlreiche Hundehalter, welche diese nicht nötig haben - ja, die sogar scheinbar gegen jede ach so wichtige Regel verstoßen und dennoch keinerlei Rangordnungsprobleme haben. Weil sie eben zu den Mitmenschen gehören, die über "natürliche Autorität" verfügen.

Gruß
Inge + BC

von Inge + BC(YCH) am 07. Juni 2002 00:19

Hallo Kaya,

: Da hab ich immer ein bißchen Probleme damit: "In einem normalen Rudel". Was für ein Rudel? Wölfe? Davon reden wir hier nicht. Hunde? Ein freilebendes Hunderudel, wo kein Mensch in die Rangordnung reinpfuscht? Ich glaube, ich bin noch keinem Rudel Goldies begegnet. Irgendwie hinken die Vergleiche immer ein bißchen.

Es gibt aber sehr wohl "normale Hunderudel", die auch sehr genau erforscht sind. Zum einen sind das Rudel, die zu eben diesem Zweck in Forschungseinrichtungen gehalten werden (Beispiel: Trumler-Station), zum anderen gibt es festgefügte Rudel streunender Hunde in nicht-urbanen Lebenssituationen. Soll heißen: Streuner, die in Städten u.ä. leben, sind meist einzeln lebend. Dagegen schließen sich Streuner in ländlichen Gegenden mit noch vorhandenem intakten Wildbesatz nach Möglichkeit zu Rudeln zusammen, weil dies schlicht und einfach den Jagderfolg erhöht. Von vielen Ländern sind solche verwilderten Haushund-Rudel bekannt und auch gut erforscht. Aus dem Vergleich des Verhaltens dieser Hunderudel mit dem von Wolfsrudeln bzw. von Wolf-Hund-Mischlings-Rudeln (wie sie in Kiel erforscht werden) kann man sehr gute Rückschlüsse auf das natürliche Rudelverhalten von Hunden schließen.


: Abgesehen davon hat mein Rüde beim Spiel (!) mit seiner Lieblingsfreundin sich auch schon von ihr schütteln lassen. Und das war definitiv weder Tötungsabsicht noch "Ich darf es nicht zu Ende führen", sondern einfach Teil des Spiels. Wurde auch so aufgenommen.
:
Hunde können aber sehr genau zwischen Spiel und Ernst unterscheiden! Ein Hund, der im Rahmen einer ernsthaften Auseinandersetzung das Schütteln zeigt, hat eindeutige Verletzungs- wenn nicht gar Tötungsabsichten! Das aber ist nur in Extremfällen "normal". Zeigt ein Hund dieses Verhalten bei innerartlichen Auseinandersetzungen häufiger oder gar regelmäßig, dann stimmt etwas mit ihm nicht!

Gruß
Inge + BC

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