Auf den Rücken drehen/Alphawurf"" :: Hundeerziehung + Soziales

Auf den Rücken drehen/Alphawurf""

von Wiebke(YCH) am 06. Juni 2002 10:04

Du möchtest also Deinen Hund auf den Rücken legen?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:
a) bei 'richtigen' Hunden oder ängstlichen Hunden oder 'dominanten' Hunde oder...oder....: Laß es einfach!!
a) Beim anderen Hunden: Laß Dir vom Tierarzt zeigen, wie das geht - die lernen das.
b) Beim eigenen Hund: Kraul Deinem Hund den Bauch wenn er liegt, wenn er (z.B. dank unterlassenen Alphawürfen) Vertrauen zu Dir hat, wird er sich dann schon auf den Rücken legen.
c) Bei Beiden, wenn Du ein bißchen Zeit hast: eine nette 'handling'-Übung: bring ihm bei, es auf (D)ein Zeichen hin freiwillig zu tun!

Du möchtest Alpha werden?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
a) der 'Aphawurf' ist dafür nicht notwendig und wird vom Hund auch nicht als Dich vollautomatisch dominant über ihn machende Geste verstanden.
b) Er könnte beim Hund, der das mißversteht, zu Notwehrreaktionen führen, die Dich nicht sehr glücklich machen.

Wie machen das 'gute' Hunde denn untereinander?
a) wer genau genug beobachtet, sieht eine Unterwerfungsgeste des auf den Rückenlegens sehr selten, oft nur im Spiel oder als Ausweichgeste.
b) Geworfen wird da nichts, sondern der sich Legende tut dies freiwillig, um irgendwas zu signalisieren - was nicht einmal immer 'Unterwerfung' oder Anerkennung der momentanen Stärke/ Überlegenheit/ Wichtigkeit des anderen sein muss, die hätte er schon anerkannt, wenn er einfach konfliktvermeidend wegschaut (worauf man ihn bitte NICHT am Kragen packen sollte, um ihm ins Gesicht zu brüllen: schau mich an, blödes Vieh!).
c) Als Dominanzgesten dienen Hunden ganz andere Dinge, viel leisere, viel dezentere - vom uns plumben Menschen daher oft übersehene.
d) das soziale Konfliktlösungspotential von Hunden ist zwar schon deutlich geringer, als das von Wölfen - trotzdem gelingt es ihnen immer noch, mit uns zusammenzuleben:
sogar mit den Alphawerfern unter uns schaffen das noch viele von ihnen. (Die, die nicht, triffst Du leider meist nur mehr im Tierheim oder in der TKV, schade, waren viele großartige und so gar nicht 'dominante' Hunde darunter).

Wir analysieren kurz dieses Wort:
Alpha-: der erste Buchstabe im Alphabet (soll uns dran erinnern, dass das erste ist, was du nicht mehr brauchst - wenn der Hund dich als solchen anerkennt und wenn nicht, hilftst Dir auch nichts.
-wurf: von werfen (sagt dir, was Du damit tun kannst: schmeiß weg den alten Zopf!)

auha- nicht mir an den Kopf
P.S. spielst Du Football, wegen dem Interesse für Würfe?
mit herzlichem Dank für die nette Diskussion
Wiebke

PP.S.
Dominanz- und Unterlegenheits-Gesten: Um optimal zu wirken, werden sie in eine Unmenge von Beschwichtigungs-Signalen von allen Seiten eingepackt, um unnötige Konflikte zu vermeiden - was man tunlichst machen sollte, wenn man über Zähne verfügt, die den Partner töten könnten - und man auf ein Zusammenleben angewiesen ist.
Das 'Nichteinsetzen der Zähne' sitzt Hunden so tief verankert, daß uns als Mensch sogar ein Umwerfen gelingen kann und wir uns solche Dinge straflos ausdenken und ausprobieren können - wenn es mal nicht klappt damit, ist das auch eine Möglchkeit, Deinen Hund und Dich in die Zeitungsnews zu bringen!

von Ingo(YCH) am 06. Juni 2002 09:49

:
: : Woher weißt Du das? Warum töten sie dann nicht, wenn das ihre Absicht ist?
:
: Also, wenn du oder sonst irgendjemand mal eingegriffen habt, wenn die Hunde geschüttelt haben, wissen sie, dass sie es eigentlich nicht sollen. Ich glaube kaum, dass du daneben stehen würdest und nicht eingreifst, oder?

So schnell kann man manchmal gar nicht eingreifen. Und wenn man dann vor Ort ist hat sich das meiste schon erledigt.

: Ich denke schon, dass deine Hunde "wissen", dass sie nicht töten "dürfen".

Ja, ich habe ihnen das mal in einer ruhigen Stunden erklärt und sie haben das auch eingesehen.

: In einem normalen Rudel werden Beschwichtigungssignale eingesetzt (was man bei normal sozialisieren Hunden sehr gut beobachten kann). Ein ranghöherer Hund muss in den seltesten Fällen aggressiv gegenüber einem rangniedrigeren Hund vorgehen. In solchen Fällen ist ein Schütteln von den Verhaltensforscher nicht erkannt worden.

Selten stimmt aber es kommt vor und von mir ist es schon des öfteren beobachtet worden und nicht nur bei einem Hund.

: Das Schütteln signalisiert eine Tötungsabsicht.

Hat irgend ein schlauer Autor geschrieben und alle plappern es nach.
:
: Deshalb ist es auch z.B. fatal, wenn ein Hundehalter seinen Hund als Bestrafung schüttelt. Für den Hund bedeutet das nur, eh, der will mich töten, schafft es aber nicht. Klar, wenn ein Hund nur mit Härte erzogen wird, verpackt der das. Es handelt sich dann aber meistens um Hunde, die anschließend mit eingezogenem Schwanz hinter ihrem Besitzern "herkrauchen".

Körperlicher Zwang (emotionslos) wird von Hunden meist besser verkraftet als mentaler Zwang unabhängig davon, ob ein Hund sensibel ist oder nicht. Das habe ich beobachtet.

Gruß Ingo

von Ingo(YCH) am 06. Juni 2002 09:55

Hallo,
:
: Ebenso würde ein normal sozialisierter Hund nicht versuchen, dass z.B. Futter einem anderen Hund wegzunehmen.
:
Schon wieder quatsch. Natürlich nehmen ranghöhere Tiere den rangniedrigeren das Futter weg. Mein ranghöherer Rüde wechselt die Näpfe wie es ihm passt und die rangniedrigere Hündin muß ausweichen und zusehen, daß sie dann aus dem übriggbliebenen Napf frißt. Allerdings läßt er sich durchaus auch mal einen Kauknochen von der Hündin klauen, wenn er keine Lust mehr drauf hat.

Mein Hund ist übrigens normal sozialisiert....kann auch problemlos mit fremden Rüden und Hündinnen laufen...nicht das da Zweifel aufkommen.

Gruß Ingo

von Kaya(YCH) am 06. Juni 2002 09:57

Hallo!

: Also, wenn du oder sonst irgendjemand mal eingegriffen habt, wenn die Hunde geschüttelt haben, wissen sie, dass sie es eigentlich nicht sollen. Ich glaube kaum, dass du daneben stehen würdest und nicht eingreifst, oder?
: Ich denke schon, dass deine Hunde "wissen", dass sie nicht töten "dürfen".
: In einem normalen Rudel werden Beschwichtigungssignale eingesetzt (was man bei normal sozialisieren Hunden sehr gut beobachten kann). Ein ranghöherer Hund muss in den seltesten Fällen aggressiv gegenüber einem rangniedrigeren Hund vorgehen. In solchen Fällen ist ein Schütteln von den Verhaltensforscher nicht erkannt worden.

Da hab ich immer ein bißchen Probleme damit: "In einem normalen Rudel". Was für ein Rudel? Wölfe? Davon reden wir hier nicht. Hunde? Ein freilebendes Hunderudel, wo kein Mensch in die Rangordnung reinpfuscht? Ich glaube, ich bin noch keinem Rudel Goldies begegnet. Irgendwie hinken die Vergleiche immer ein bißchen.

Abgesehen davon hat mein Rüde beim Spiel (!) mit seiner Lieblingsfreundin sich auch schon von ihr schütteln lassen. Und das war definitiv weder Tötungsabsicht noch "Ich darf es nicht zu Ende führen", sondern einfach Teil des Spiels. Wurde auch so aufgenommen.

Grüße, Kaya

von Tanja D.J. Djebby(YCH) am 06. Juni 2002 10:19

Hallo Horst,

, wenn der Hund mich z.B. anknurrt sobald ich in die Nähe des Futternapfes komme,
: dann stimmt etwas Grundsätzliches nicht !
: Da muss man Ansetzen !
: Ignorieren eines sochen Verhaltens würde das nur verstärken.

Ich beobachte bei meinen Hunden aber genau dieses Verhalten. Ranghoher Hund geht an Rangniederem vorbei, dieser knurrt (weil Knochen zwischen den Pfoten) und der Ranghöhere ignoriert dies entweder komplett und geht seiner Wege oder komentiert es mit einem kurzen Blick und Rute hochnehmen, geht dann aber auch seiner Wege.

Trotzdem ist er unantastbar Chef!

Wieso sollte das dann beim Menschen nicht funktionieren?? (ehrliche unwissende Frage)

Grüße
Tanja

von Tanja D.J. Djebby(YCH) am 06. Juni 2002 10:33

Hallo Flocke


: Deshalb ist es auch z.B. fatal, wenn ein Hundehalter seinen Hund als Bestrafung schüttelt. Es handelt sich dann aber meistens um Hunde, die anschließend mit eingezogenem Schwanz hinter ihrem Besitzern "herkrauchen".

Ich habe meine Hündin (gerade im Welpenalter) sehr oft am Nacken gepackt und geschüttelt, aber sie hat heute trotzdem ein super und v.a. sehr sehr vertrauensvolles Verhältnis zu mir und "kraucht" kein bißchen hinter mir her!
Und ich kann nicht behaupten, dass sie ein besonders "harter " (was auch immer das bedeuten soll) Hund ist!

Viele Grüße
Tanja

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