Problem mit Zweithund :: Hundeerziehung + Soziales

Problem mit Zweithund

von Ralf(YCH) am 25. September 1999 00:22


Hallo!

Ich habe vor kurzem schon mal eine Frage gestellt zum Thema "Erste
Begegnung mit Zweithund". Nun ist es soweit- der Welpe (ein Rüde) ist da,
und meine zehnjährige Mischlingshündin reagiert ziemlich aggressiv auf
ihn. Und zwar:
- sie betritt kein Zimmer der Wohnung, in dem er sich befindet (auch nicht
nach Locken und Rufen)
- sie versucht, sich vor ihm zu verstecken
- sie knurrt ihn jedesmal an, wenn er an ihr vorbeigeht
- zweimal ist sie auf ihn losgegangen. Einmal hat sie im letztem Moment gestoppt,
einmal hat sie versucht, ihn zu beißen (dabei trug sie einen Maulkorb)
- jetzt wird es immer schlimmer: sie knurrt ihn immer häufiger an
Im Freien dagegen ist sie zwar sehr nervös, aber akzeptiert es, wenn er hinter ihr herläuft,
an ihr schnuppert,oder sogar, daß er am gleichen Mauseloch buddelt.
Hat vielleicht jemand eine Idee, was man in so einem Fall unternimmt?
Ich möchte auf keinen Fall riskieren, daß der Welpe schlechte
Erfahrungen macht, sprich: von der Hündin gebissen wird.
Andererseits frage ich mich, ob nicht auch die Hündin unter dieser
Situation zu stark leidet.
Also- ich freue mich über jeden Tip!
Ralf

von Gabi(YCH) am 25. September 1999 10:25


Hallo!

Ich habe erst einmal zwei Fragen:
1. Ziehst Du der Hündin im Haus immer einen Maulkorb an, oder erst seit dem der Welpe da ist?
2. Wie verhältst Du Dich gegenüber dem Welpen, wenn er attakiert wird, wie gegenüber der Hündin, wenn sie ihn angreift?

Gruß
Gabi

von Ralf(YCH) am 25. September 1999 14:11

:
: Hallo Gabi!

:
: Ich habe erst einmal zwei Fragen:
: 1. Ziehst Du der Hündin im Haus immer einen Maulkorb an, oder erst seit dem der Welpe da ist?

Nein, vorher trug sie keinen Maulkorb. Allerdings habe ich sie vor Ankunft des Welpen
schrittweise an den Maulkorb gewöhnt.

: 2. Wie verhältst Du Dich gegenüber dem Welpen, wenn er attakiert wird, wie gegenüber der Hündin, wenn sie ihn angreift?
:

Die Hündin habe ich so schnell es ging von dem Welpen weggeholt, dabei
"Nein" gesagt. Dann habe ich sie erstmal in ein anderes Zimmer gebracht-
das ist wahrscheinlich nicht richtig, aber ich wollte erstmal in Ruhe nach dem Welpen sehen (der
die Sache übrigens gut weggesteckt hat und meine Hündin genauso interessant findet wie vorher).

Ralf

von Gabi(YCH) am 25. September 1999 15:25

Hallo,

: Nein, vorher trug sie keinen Maulkorb. Allerdings habe ich sie vor Ankunft des Welpen
: schrittweise an den Maulkorb gewöhnt.

Glaubst Du denn, daß sie ernsthaft zubeißen würde?
Wenn nicht, laß den Maulkorb weg, denn sie muß dem Welpen schon irgendwie zeigen, daß sie die Chefin ist. Das sieht manchmal sehr brutal aus, ist aber völlig normal.

: Die Hündin habe ich so schnell es ging von dem Welpen weggeholt, dabei
: "Nein" gesagt. Dann habe ich sie erstmal in ein anderes Zimmer gebracht-
: das ist wahrscheinlich nicht richtig,

ja sogar falsch! Du machst es damit nur schlimmer.

(der
: die Sache übrigens gut weggesteckt hat und meine Hündin genauso interessant findet wie vorher).

Welpen stecken so manches weg. Nur keine Panik, das wird schon.

Gruß
Gabi

von Iris und ERIC(YCH) am 25. September 1999 18:04

Hallo Ralf!
Ich weiß nicht, ob ich Dir helfen kann, aber ich will es wenigstens versuchen.
Vielleicht kann ich Dir ein paar Denkanstöße geben.
Aus meiner Erfahrung akzeptiert ein Rüde eher einen Welpen als eine Hündin.
Ich weiß von mehreren Rüden, die hervorragende Babysitter sind und mit Begeisterung einen Welpen adoptieren und erziehen im allerbesten Sinn.
Mein Rüde hat im Alter von ca 11 Monaten bei der Züchterin einen Wurf Welpen, der gerade von der Mutter entwöhnt wurde, äußerst liebevoll betreut.
Die Kleinen hingen an ihm und "vergötterten" ihn.
Auch heute noch adoptiert er jeden Welpen, gleich welchen Alters.
Auch andere Rüden betreuen Welpen nach der Geburt und später.

Bei Hündinnen sieht die Sache häufig anders aus.
Als ich meine erste eigene Bobtailhündin bekam, war meine Pflegebobtailhündin
alles andere als erfreut.
Sie lehnte den Welpen ab, war unfreundlich und drehte sich auch von mir weg.
Gottseidank lebte sie damals nicht bei mir, als mein Welpe neu war.
Es hat lange gedauert, bis sie meine Kleine akzeptierte.
Da mag Eifersucht auf den Menschen eine Rolle gespielt haben.
Später spielten sie miteinander, bis "meine" voll erwachsen war.
Da ließ "Meine" die andere nicht mehr ohne weiteres in die Wohnung herein, obwohl sie sich mochten.

Von einem schockierenden Erlebnis las ich in einer Hundefachzeitschrift, wo eine Jungzüchterin davon berichtete,
daß ihre ältere Hündin die Welpen der Jüngeren totbiß, als sie gerade einmal Gassi war.
Auch die Ältere hatte gleichzeitig Welpen, und sie waren im gleichen Zimmer untergebracht.
Hinterher hatte man der Dame gesagt, daß das durchaus vorkommen könnte.
Leider war es da zu spät.

Etwas Vorsicht ist sicher angebracht, ich glaube allerdings,
daß man mit Geduld und gemeinsamem Spiel mehr erreichen kann als mit Wegsperren und Maulkorb.
Vielleicht fühlt sich ja Eure alte Hündin durch den Neuankömmling zurückgesetzt.
Meiner Meinung nach müßte sie die "Allerbeste" bleiben, dann wird sie wohl auch langsam den Welpen akzeptieren.

Ich wünsche Euch, daß alles gut wird mit den beiden!!!

Viele liebe Grüße von
Iris und ERIC, Babysitter-Bobtail.

: Andererseits frage ich mich, ob nicht auch die Hündin unter dieser
: Situation zu stark leidet.

Ich glaube das schon - siehe oben!




von HEike, Kimba & Aaron(YCH) am 25. September 1999 18:36

Hallo Ralf,

: Nein, vorher trug sie keinen Maulkorb. Allerdings habe ich sie vor Ankunft des Welpen
: schrittweise an den Maulkorb gewöhnt.

Ich denke damit konnte die Hündin überhaupt nichts anfangen. Wie soll sie verknüpfen das sie plötzlich so ein Ding ums Maul hat, da sie selbst bestimmt nur als störend empfindet. Dann kommt plötzlich ein neuer Kamerad ins Haus und damit ist sie dann wohl vollkommen überfordert gewesen.

Wie haben zu unserem damals 3 1/2 jährigen Rüden einen Welpen hinzugeholt. Ebenfalls einen Rüden. An dem Tag als wir ihn abgeholt haben war Kimba dabei. Er roch an ihm drehte sich um und sah uns nicht mehr an. Er war total gestresst, bekam Durchfall und bangte wohl um unsere Zuneigung. Aber wir haben ihn mehr bevorzugt als je. Dann kam der Abend und die beiden bekamen ihr Futter (WICHTIG ein Welpe bekommt ja mehrmals am Tag Futter, gib der Hündin immer was in den Napf, auch ein wenig vom Futter des Welpen und sie darf zuerst anfangen, nicht der kleine)und dann kam es wie es kommen mußte, der kleine Aaron ging zu Kimba während der fraß und erhielt die Packung seines Lebens. Kimba knuffte ihn mehrfach von einer Ecke in die andere und schubste ihn quer durch die Küche. Das sah furchtbar brutal aus, aber ich habe mich beherrscht. Ich habe NICHT eingegriffen weil ich ihm auch vertrauen konnte das er nicht zubeißt. Aaron lag dann wimmernd unterm Küchentisch und Kimba wollte nichts mehr fressen. Ich habe mich um Kimba zuerst gekümmert auch wenn der kleine so herzerweichend gejammert hat, und dann erst um den kleinen. Seitdem sind sie unzertrennlich, aber Aaron mußte seine Grenzen kennenlernen und die bekam er mehrfach aufgezeigt.

Bitte bitte kümmere Dich gerade jetzt intensivst um Deine Hündin. Sie braucht es ganz bestimmt nötiger als der kleine. Es ist schwer beiden gerecht zu werden, aber mit der Zeit lebt man sich ein und dann gelingt es auch.

ich wünsche Euch noch viel Spaß zusammen.

Liebe Grüße, Heike Kimba & Aaron

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