aggressiv gegenüber einer Person :: Hundeerziehung + Soziales

aggressiv gegenüber einer Person

von Volker(YCH) am 23. August 2002 07:20

Hallo,
ich brauche mal einen Ratschlag. Ich besitze einen 5,5 Jahre alten Airedalerüden. Gut sozialisiert gegenüber Menschen und Tieren. Mein Hund zeigt kein aggressives Verhalten gegenüber Mensch oder Tier. Wir können unseren Hund überall mit hinnehmen und hatten nie ein Problem mit fremden Menschen. Nun fällt mir seit längerem auf, das George bei einer bestimmten Frau etwas auffällig reagiert. Wenn wir vor unserem Haus aus dem Auto steigen und diese Frau vorbei kommt, geht George (angeleint) ruckartig einen Schritt auf die Frau zu(sonst nichts). Vor zwei Wochen war ich es leid und habe die Frau angesprochen und gefragt ob Sie Angst vor Hunden hat. Sie antwortete nein, sie hätten selber einen Hund gehabt. Ich bin dann langsam mit George (angeleint) auf die Frau zugegangen um die zwei bekannt zu machen. Die Frau hat sich zwar nicht getraut George anzufassen, aber George hat sich auch nicht auffällig verhalten. Heute treffe ich die Frau wieder mit einem kleinem Mädchen dabei. Als George angeleint aus dem Auto springt bemerke ich sofort seine angespannte Haltung und bin vom Bürgersteig zurückgetreten. Die Frau bemerkt daraufhin sinngemäß "Dem ist aber doch nicht zu trauen" worauf George tief brummt. Gleichzeitig geht das Mädchen (kennt George genauso wie die Frau) auf George zu und hält Ihre Hand hin, worauf George mit der Rute wedelt.
Eigentlich habe ich meinen Hund bis heute blind vertraut was die Begegnung mit Menschen angeht, doch diese Situation hat mich stark verunsichert. Ich hätte nie gedacht das George so reagieren kann.
Meine Vermutung ist, daß die Frau entgegen Ihre Aussage George nicht vertraut, warum auch immer. Sie hat starke Angst und geht auffällig verkrampft, worauf George dann mit brummen reagiert. Aber das ist nur eine Vermutung. Hat jemand ähnliche Erfahrungen, oder kann dieses Verhalten erklären ? Bin für jeden Kommentar dankbar.
Volker

von Claudia aus Buchholz(YCH) am 23. August 2002 08:06

Hallo Volker,
mein Ben ist gegenüber Fremden immer etwas "angespannt". Bei uns im Mehrfamilienhaus verhält er sich aber gegenüber den meisten ziemlich friedfertig. Bis auf eine Frau, der er, wenn er könnte wohl auch mal in die Haxen zwacken würde (zwacken nicht beissen). Diese Frau hat mit Sicherheit Angst vor Ben und wird leicht agressiv.
Also meine Vermutung (wie auch Deine): "Eure" Frau HAT ANGST oder ist zumindest skeptisch, denn ansonsten hätte sie ihn doch schon bei erster Möglichkeit / Angebot gestreichelt.
Ich bin sicher, dass Hunde da ein besonderes Gespür haben...
Viele Grüße
Claudia

von Ewald(YCH) am 23. August 2002 08:20

Hallo Volker

Die Frau hat ganz sicher Angst vor Deinem Hund. An sich noch kein Problem, ein gut sozialisierter Hund geht da drüber hinweg. Der Hacken an der Sache ist immer derselbe. Die Frau gesteht sich ihr unterschwellige Angst nicht ein, sie möchte sich selbst beweisen, dass sie keine Angst vor diesem Hund hat. Somit verkrampft sich ihre ganze Ausstrahlung in Richtung : Von dir lasse ich mich nicht beeindrucken.

Da dies der Hund sehr schnell merkt, fasst er diesen Sichselberetwasbeweisenwollen als Bedrohung auf. Der Hund kann gar nichts dafür, er reagiert nur auf Schwingungen, Gerüche und Gesten.

Freundliche Grüsse

Ewald

von Volker(YCH) am 23. August 2002 08:24

Hallo Claudia,
danke für Deinen Kommentar.
Was mir noch einfällt, vielleicht macht der Ort auch noch etwas aus, nämlich direkt vor unserer Haustür. Und es könnte sein das die Frau George regelrecht anstarrt, um eben zu beobachten wie er sich verhält.
Man schätzt sich als Mensch auch meistens nicht richtig ein. Mein Bruder hat auch einen "Ben" (Bouvier), der wenn man das Haus betritt schon mal brummt. Ich sage auch immer, "Habe keine Angst". Aber ein wenig unwohl ist einem dann doch schon. Der Puls ein wenig schneller, ein wenig Angst. Hunde sind uns Menschen in der Wahrnehmung solcher Verhaltensmerkmale haushoch überlegen.
Ich habe bei George dann noch daß Problem daß man bei Ihm durch sein Fell weder seine Lefzen, noch aufgestellte Nackenhaare sehen kann.
Das vereinfacht die Beobachtung und Einschätzung eines Hundes nicht gerade.
Schönen Gruß
Volker

von Volker(YCH) am 23. August 2002 08:30

Hallo Ewald,
danke für Deinen Kommentar.

So in etwa habe ich mir das auch erklärt. Ich vermute auch das es vielleicht noch etwas ausmacht das die Begegnung immer direkt vor der Haustür stattfindet.

Mfg
Volker

von josh(YCH) am 23. August 2002 08:54

Hat jemand ähnliche Erfahrungen, oder kann dieses Verhalten erklären ? Bin für jeden Kommentar dankbar.

Na, die Erklärung ist einfach: die Frau mißtraut Deinem Hund und hat Angst, er bekommt das mit, und reagiert entsprechend, signalisiert: Faß mich nicht an. Bis hier hin ist das völlig okay. Er hält die Vorwarnstufen ein und packt nicht einfach zu, zeigt also ein völlig normales Verhalten. Ich würde gar nichts machen, wenn ihr diese Frau nicht oft seht. Keiner mag jeden, Du ja auch nicht, oder?! Ich hatte auch mal einen Labbi zur Arbeit, mit dem ich gar nicht erst angefangen habe, weil ich dem Hund mißtraute - er mir dann auch. Manchmal kann man einfach nicht miteinander.

Ansonsten verliere nicht das Vertrauen in Deinen Hund - denn das überrägt sich GARANTIERT auf ihn. Wenn Du bei Annäherung einer Person denkst "Oh Gott, hoffentlich schnappt er jetzt nicht" o.ä., kannste ziemlich sicher sein, daß genau das passiert, was Du nicht erleben wolltest. Bsp.: Meine alte Hündin (sehr unsicher generell) geht mit meinen Eltern an der Leine freiwillig auf andere Tiere/Leute nicht zu und beginnt zu brummen, wenn ihr diese zu nahe kommmen. Bei mir zeigt sie dieses Verhalten nie. Grund: Meine Eltern haben ANGST, daß der Hund schnappt. Ich weiß, daß sie das nicht macht, also passiert auch nichts.

Also: Bleib ruhig, vertraue Deinem Vierbeiner (viele Leute bekommen verlorenes Vertrauen in ihren Hund zurück, wenn sie an seiner Kommandosicherheit arbeiten; ein sicher abzurufender Hund ist vertrauenswerter als ein unkontrollierbarer).

Und falls Du die Frau nicht meiden willst/kannst: Plaudere öfter mit ihr, während Du den Hund an der Leine hast und ihr beide ihn vollkommen ignoriert. Es gilt, den Aufbau von "Spannung" in der Situation zu vermeiden - Spannung entsteht schon, wenn die Frau ängstlich beherrscht versucht, dem Hund Leckerchen zu geben oder so. Laß sowas sein und zeige Deinem Vierbeiner (und der Frau!) daß gemeinsames Zusammensein einfach nichts weltbewegendes ist. Vielleicht normalisiert sich dann das ganze.


Liebe Grüße
josh

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