Angst- Rückfall ! :: Hundeerziehung + Soziales

Angst- Rückfall !

von Kerstin & Skipper(YCH) am 06. September 2002 16:14

Hallo,

Wenn man mit einem extrem-ängstlichen Hund zusammenlebt, ist man Rückfälle ja gewohnt, aber im Momment habe ich das Gefühl, das sich die Situation KONTINUIERLICH verschlechtert.

Skippers Hauptproblem ist: vertrauen

Geräusche, Bewegeungen vor denen er Angst hat, bezieht er auf sich und zwar so, als wäre es eine Strafe vom jeweils anwesenden Menschen. Menschen scheinen für ihn unberechenbar und der Ausgang jeglichen Übels zu sein. Wenn es nur fremde Menschen betreffen würde, könnte ich damit leben, aber bei uns ist es genauso.

Ich schreib jetzt mal ein paar Beispiele:

Spielen: nach kurzer Eingewöhnungsphase, hat sich getraut Zerrspiele zu spielen. Jetzt verkriecht er sich wieder unter'm Tisch, wenn ich mit Socken/Lappen in der Hand auf ihn zukomme.

Fressen aus dem Napf in der Küche tut er erst, wenn wir die Küche verlassen haben. eher traut er sich nicht. War vorher auch nicht so ausgeprägt.

Meinem Freund geht Skippy mittlerweile komplett aus dem Weg, er meidet teilweise sogar den Raum. Manchmal brauch er nur eine Bewegung machen oder ein Geräusch (Flasche öffnen) skipper fixiert ihn mit großen augen und verkriecht sich. Danach geht er ihm aus dem Weg. War früher nicht so. Skipper hat zwar meine Anwesenheit vorgezogen, aber auch mit meinem Freund auf dem sofa gekuschelt. Früher sind sie zusammen joggen gegangen (mit clicker) hat super funktioniert, jetzt rennt er auf einmal im 5-10 meter abstand hinter seinem Herrchen her und läßt ihn nicht mehr an sich ran. usw.....

Wer noch mehr Beipspiele hören will....ich hab genügend gesammelt die letzten Tage.

Ich weiss einfach nicht, warum es schlimmer wird???? Draussen (mit mir) ist eigentlich alle o.k. Das ist ja das verrückte!! Als wir ihn bekommen haben war es genau umgekehrt, Draussen hatte er vor allem Angst und drinnen war er sehr vertrauenselig, ich versteh's nimmer....

vielleicht kann mir ja hier jemand die Augen öffnen....

Danke und ratlose Grüße, Kerstin & Skipper


von Wiebke(YCH) am 06. September 2002 17:09

Hi, Kerstin,

: Geräusche, Bewegeungen vor denen er Angst hat, bezieht er auf sich und zwar so, als wäre es eine Strafe vom jeweils anwesenden Menschen. Menschen scheinen für ihn unberechenbar und der Ausgang jeglichen Übels zu sein. Wenn es nur fremde Menschen betreffen würde, könnte ich damit leben, aber bei uns ist es genauso.
Ungewohnt ängstlicher werdendes Verhalten kann u.U. auf eine leichte (!) Schilddrüsenunterfunktion zurückzuführen sein.
Nur so als Idee mal - falls sonst nichts hilft, kann man ja mal untersuchen lassen.

Sonst: wenn ein Verhalten deutlicher wird, wird es in irgend einer Weise belohnt - so absurd das klingt.
Der Hund, der bei Gewitter in den Schrank kriecht fühlt sich dort zumindest um einen Hauch wohler - deshalb tut er das. Dass er dadurch erst so richtig ängstlich wirkt auf uns - unser Problem.
Schaaun wir mal:

: Spielen: nach kurzer Eingewöhnungsphase, hat sich getraut Zerrspiele zu spielen. Jetzt verkriecht er sich wieder unter'm Tisch, wenn ich mit Socken/Lappen in der Hand auf ihn zukomme.
Zerrspiel sind Beutestreitspiele oder Beutespiele.

a) Streiten um Beute tun verspielte (nicht ängstliche) oder sehr junge oder sehr freche Hunde... also ist er derzeit wohl entschuldigt.
Außerdem: eine 'einem angetragene Beute', was soll daran gut sein? Eher wird das interessant, mit dem der Chef so begeistert spielt, es immer wieder anriecht, trägt und herumwirft zum eigenen Vergnügen-

b) Beutespiele (siehe Lindt und Co.) - dafür gibt es einen schönen Tipp: Beute läuft weg!! Einer tollwütigen Maus, die einem in die Pupille starrt oder einem vor der Nase herumspringt geht der kluge Hund lieber aus dem Weg - oder?

Belohnung durch ängstliches Verhalten? Wie reagiert der zuständige Mensch den jeweils? Nett und freundlich? Gut Zuredend? Lockend und balzend? - Bingo! das belohnt ja denn wohl, oder?
Abdrehen und Hund Ignorieren ist eine Möglichkeit stattdessen, Hund ignorieren, aber erst als Belohnung ihm mehr Ruhe/Raum geben, wenn er sich zumindest minimal forscher verhält eine zweite.

: Fressen aus dem Napf in der Küche tut er erst, wenn wir die Küche verlassen haben. eher traut er sich nicht. War vorher auch nicht so ausgeprägt.
Frißt er aus der Hand, wenn er Hunger hat - oder wenigstens sanft hingerollte Leckerlis, wenn man sich bemüht, ihn dabei nicht anzuschauen?
Ja?
Fein, dann könnte man ja den Napf erstmal wegräumen, wenn er nicht promptest zu fressen beginnt.

: Meinem Freund geht Skippy mittlerweile komplett aus dem Weg, er meidet teilweise sogar den Raum. Manchmal brauch er nur eine Bewegung machen oder ein Geräusch (Flasche öffnen) skipper fixiert ihn mit großen augen und verkriecht sich. Danach geht er ihm aus dem Weg. War früher nicht so. Skipper hat zwar meine Anwesenheit vorgezogen, aber auch mit meinem Freund auf dem sofa gekuschelt. Früher sind sie zusammen joggen gegangen (mit clicker) hat super funktioniert, jetzt rennt er auf einmal im 5-10 meter abstand hinter seinem Herrchen her und läßt ihn nicht mehr an sich ran. usw.....
Was könnte er da als ihn belohnende Reaktion deuten?
Was passiert, wenn er sich so verhält, was er als Zuwendung auslegen könnte?
Verträgt er intensiveres 'gut Zureden' denn überhaupt schon?

: Ich weiss einfach nicht, warum es schlimmer wird????
Jetzt eine Idee?
: Draussen (mit mir) ist eigentlich alle o.k.
Freu Dich!!! Vielleicht doch keine Schilddrüse!

: Das ist ja das verrückte!! Als wir ihn bekommen haben war es genau umgekehrt, Draussen hatte er vor allem Angst und drinnen war er sehr vertrauenselig, ich versteh's nimmer....
Er glaubte also shon öfter in seinem Leben, dass er nur noch lebt, weil er so schön mißtrauisch gewesen ist... nachdem er wirklich noch lebt, ist es nicht einfach, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, nicht wahr?
Wenn ein Lebewesen einmal eine Strategie richtig klasse fand, wird es sie in jeder Krise wieder ausprobieren. Könnte doch hier auch seine Idee sein, nicht wahr?

Schönes Ignorieren des ängstlich agierenden Skippers und aus dem Augenwinkel sehen und belohnen des sicherer wirkenden.
Denk vielleicht dran, dass auch der entmutigte Rückzug des gemiedenen Menschen manchmal belohnen kann. Anderseits wird man ein ängstliches Hundzi natürlich nicht in die Enge treiben mit seiner Anwesenheit - viel Fingerspitzengefühl ist da also angesagt! Und die in jeder neuen Situation angesagte Analyse: was lohnt für ihn gerade am meisten - und das gibt es eben für irgendwas Mutiges: ein Ohr ein wenig aufstellen, das Auge weniger verdrehen, ein Calming Signal erwiedern... was immer Euch einfällt dazu...

toitoi - melde Dich doch mal, was das Nachdenken über Ursache und Wirkung bein 'Erlernen' seines neuen Verhaltens für Dich heraus brachte und wie es weiter geht

Liebe Grüsse
Wiebke

www.hunde-erziehung.at

von kerstin & skipper(YCH) am 07. September 2002 10:36

Hallo Wiebke,
danke für deine ausführliche Antwort.

Ich habe über dein Posting nachgedacht und möchte folgende Angstsituationen noch differenzieren:

1. Skipper & ich
Wen Skipper vor mir Angst hat (das ist sehr selten), weiss ich warum und kann auch dementsprechend entgegenwirken. Ansonsten bin ich sein Beschützer, wenn er Angst hat, kommt er zu mir.

2. Skipper & herrchen
Hier beginnt unser Problem. ich finde keinen Auslöser und kaum bestätigendes Verhalten seiner Angst. Wenn er vor meinem Freund wegläuft, ihn meidet wird er von uns beiden ignoriert bzw. wir verhalten uns so, als wäre nix besonderes los. Das hat draussen immer super geklappt, aber hier drinnen zur Zeit, bringt es nicht viel. Es ist als würde jemand bei skipper den Knopf "angst" drücken nur wissen wir halt nicht was der Asulöser ist.

Ich beschreibe mal eine typische Situation (gestern).

Herrchen kommt nach Hause und wird freudig & aktiv & beschwichtigend von skipper begrüßt. Nach ca. 20 min. kippt die stimmung auf einmal um. Herrchen wird ängstlich beäugt, er braucht sich nur durch den Raum bewegen und schwups unser Hund kriecht unter dem Tisch auf dem Balkon. Dann ist Sven hintrhergegangen und hat ihn vorsichtig "zwangsgestreichelt" (da ignorieren nix gebracht hatte die letzten Tage, dachten wir, das wir ihm so zeigen, dass er ihm ja nicht weh tut oder ähnliches). Dann war es noch schlimmer, er fing an zu zittern und sven hat sich wieder zurückgezogen.

?War das jetzt schon eine Belohnung für skipper? Wahrscheinlich oder?

Da wir spazieren gehen wollten musste ich ihn anleinen, da er sich alleine nicht mehr ins wohnzimmer traute. Auf dem gemeinsam Spaziergang war wieder alles o.k. Skipper hat die Belohnungen nur von meinem Freund bekommen und sogar mit ihm gespielt. Keine Angst. Im Auto sogar Kopf in seine richtung gelegt, wieder keine Angst.

Zu Hause wieder angst. Ich sitz mit skipper auf dem Sofa, sven kommt dazu, skipper springt sofort weg. Selbst bei jedem Geräusch aus dem angrenzenden Zimmer guckt er ängstlich Richtung Flur. Erscheint dort sein Herrchen, verkriecht er sich sofort und zeigt beschwichtigungssignale.

Im Prinzip verhält er sich so, als wenn sven ein sehr dominanter, unberechenbarer Altrüde wäre, dem er auf engem Raum (in der wohnung) nicht in die Quere kommen will.

Zur Zeit machen wir es so, dass Sven die Tasche immer voller Leckerli hat und immer wenn Skipper sich ihm von sich aus nähert, oder nicht wegläuft bekommt er ein Lerckerli. Oder sven setzt sich ruhig irgendwo hin, zeigt skipper das leckerli und füttert ihn aus der Hand.

Ist der letzte Punkt vielleicht nicht so produktiv, weil skipper dort ja "gelockt" wird??



: : Spielen: nach kurzer Eingewöhnungsphase, hat sich getraut
: a) Streiten um Beute tun verspielte (nicht ängstliche) oder sehr junge oder sehr freche Hunde... also ist er derzeit wohl entschuldigt.
: Außerdem: eine 'einem angetragene Beute', was soll daran gut sein? Eher wird das interessant, mit dem der Chef so begeistert spielt, es immer wieder anriecht, trägt und herumwirft zum eigenen Vergnügen-
:

Wir haben aber schon sehr "heftig" miteinander gespielt, konnte ihn dabei richtig durch die Gegend kugeln und anheizen, mein Freund auch, er WAR ja richtig aufgetaut!

: b) Beutespiele (siehe Lindt und Co.) - dafür gibt es einen schönen Tipp: Beute läuft weg!! Einer tollwütigen Maus, die einem in die Pupille starrt oder einem vor der Nase herumspringt geht der kluge Hund lieber aus dem Weg - oder?

Machen wir ja, der Lappen fliegt duch die luft, hüpft und verschwindet langsam hinter meinem Rücken, das hat skipper immer ganz wild gemacht und er hat sich richtig drauf gestürzt.
:
: Belohnung durch ängstliches Verhalten? Wie reagiert der zuständige Mensch den jeweils? Nett und freundlich? Gut Zuredend? Lockend und balzend? - Bingo! das belohnt ja denn wohl, oder?

Nein, das ist es ja, wir ignorieren es!!!


: Frißt er aus der Hand, wenn er Hunger hat - oder wenigstens sanft hingerollte Leckerlis, wenn man sich bemüht, ihn dabei nicht anzuschauen?
: Ja?

Bei mir immer, bei sven auch, aber sehr angespannt, jeder Zeit zum Rückzug bereit.

: Fein, dann könnte man ja den Napf erstmal wegräumen, wenn er nicht promptest zu fressen beginnt.

Wir haben den Napf gestern dirket neben Sven plaziert und skipper dann nicht weiter beachtet (selber am Tisch gesessen und gegessen). Das hat auch geklappt, wie gesagt unter großer Anspannung, danach ist er aber freiwillig zu seinen Füßen liegen geblieben, in der Hoffnung das noch was abfällt.

:
: Schönes Ignorieren des ängstlich agierenden Skippers und aus dem Augenwinkel sehen und belohnen des sicherer wirkenden.

Das Problem ist, das er sich dafür aber im gleichen Raum wie skipper aufhalten müsste, da wird es schon schwierig. Hab schon überlegt, ob uns langsam heranclickern. Jeder Schritt richtung Herrchen wird belohnt. Nur wenn wir nicht wissen was seine Angst auslöst.....hmh.

Meinst du es wäre eine Möglichkeit die beiden mal 'ne woche alleine zu lassen, so das skipper sich mit sven arrangieren muss? so kann hat er ja immer mich in der Hinterhand *pfote*...oder würde es noch viel schlimmer werden dadurch?

Vieleicht ist dir ja noch was zu meinen Ausführungen eingefallen.....
dnake schon mal für's lesen, ist ja doch sehr lang geworden.

liebe Grüße kerstin & skipper, unser "Großstadtneurotiker" *gg*

von Wiebke(YCH) am 07. September 2002 16:14

Hi, Kerstin - also auf zum Romane lesen und schreiben!

: Ich habe über dein Posting nachgedacht und möchte folgende Angstsituationen noch differenzieren:
Danke

: 1. Skipper & ich
: Wen Skipper vor mir Angst hat (das ist sehr selten), weiss ich warum und kann auch dementsprechend entgegenwirken. Ansonsten bin ich sein Beschützer, wenn er Angst hat, kommt er zu mir.
Bestens! Allerdings derzeit evt. ignorieren - wie ihr es ja ohnehin tut.
:
: 2. Skipper & herrchen
: Hier beginnt unser Problem. ich finde keinen Auslöser
Den zu kennen ist uns Menschen zwar ein Bedürfnis, aber eigentlich verhaltenstherapeutisch völlig Wurst - Angst allein wird 'gelernt' und löst Angst aus... wer mit Flugangst oder Spinnenangst oder so hat schon eine Ahnung warum das losging...

: und kaum bestätigendes Verhalten seiner Angst. Wenn er vor meinem Freund wegläuft, ihn meidet wird er von uns beiden ignoriert bzw. wir verhalten uns so, als wäre nix besonderes los.
Klingt mir gut. - nur irgendwas bestätigt ihn ja doch - evt. eben nur das Sicherheitsgefühl beim Weglaufen und das zu verringern - s. unten.

: Herrchen kommt nach Hause und wird freudig & aktiv & beschwichtigend von skipper begrüßt.
Super! und dann füttern und gleich wieder ignorieren, ja!? Step by Step!!

: Dann ist Sven hintrhergegangen und hat ihn vorsichtig "zwangsgestreichelt" (da ignorieren nix gebracht hatte die letzten Tage, dachten wir, das wir ihm so zeigen, dass er ihm ja nicht weh tut oder ähnliches). Dann war es noch schlimmer, er fing an zu zittern und sven hat sich wieder zurückgezogen.
------
: ?War das jetzt schon eine Belohnung für skipper? Wahrscheinlich oder?
Würde ich meinen. Die Nachgeh-Geschichte ist sogenanntes 'flooding': Das wird bei Tieren nicht empfohlen - man muss es nämlich bis zur Beruhigung (oft erst nach stundenlangem Ausharren und völliger Erschöpfung der Adrenalinvorräte des Opfers durchhalten, sonst verschlimmert es die Angst), obwohl ich Euern Gedankengang schon verstehe - ist eben nur ordentlich riskant, was das Ergebnis betrifft.
Wenn Streicheln: ein sehr flüchtiger Tellington Touch: ein Kreis und Hand wieder weg usw. wird manchmal besser aktzeptiert - und C&T wenn er stillhält - solange er da noch irgendwas annimmt an Futter.

: Auf dem gemeinsam Spaziergang war wieder alles o.k.
Also irgendwas in der Wohnung - ist ja auch egal...- muss ich mir auch immer wieder sagen!

: Skipper hat die Belohnungen nur von meinem Freund bekommen und sogar mit ihm gespielt. Keine Angst. Im Auto sogar Kopf in seine richtung gelegt, wieder keine Angst.
Super!! Genauso gehts!

: Zu Hause wieder angst. Ich sitz mit skipper auf dem Sofa,
Tschuldigung:Wieso?
IGNORIER IHN!! Raus und Tür zu!!

:sven kommt dazu, skipper springt sofort weg. Selbst bei jedem Geräusch aus dem angrenzenden Zimmer guckt er ängstlich Richtung Flur.
Drehs Radio lauter!

: Erscheint dort sein Herrchen, verkriecht er sich sofort und zeigt beschwichtigungssignale.
Die kann man ja zurückgeben, ohne Angst zu bestärken!! Wegschauen als erstes, weiter entfernt hinsetzen und ihm mit abgewendeten Kopf was vorgähnen dann weiter.

: Zur Zeit machen wir es so, dass Sven die Tasche immer voller Leckerli hat und immer wenn Skipper sich ihm von sich aus nähert, oder nicht wegläuft bekommt er ein Leckerli. Oder sven setzt sich ruhig irgendwo hin, zeigt skipper das leckerli und füttert ihn aus der Hand.
Super!

: Ist der letzte Punkt vielleicht nicht so produktiv, weil skipper dort ja "gelockt" wird??
Ist ja eine 'emotionale' Übung, kein Clickertraining nach strengen Regeln - und selbst da: wenn bei einer einzelnen Übung Luring was bringt, warum nicht? Nur generell lernt der Hund besser denken und Verhalten anbieten mit freiem Shaping.
Also lock nur, lieber Sven! und wegschauen dabei, ja?

Spiel ist wohl derzeit nicht so möglich - egal, was vorher schon ging. Unser menschliches Problem ist es m.E. oft, dass wir 'an Vergangenem' hängen, uns schwertun mit dem Zurückschalten, wenn es doch schon so schön war, geht mir auch immer mal so...das gibt Krampf und der beruhigt Hunde am allerwenigsten, m.M. nach.

: Bei mir immer, bei sven auch, aber sehr angespannt, jeder Zeit zum Rückzug bereit.
Wunderbar: sein neuer Name - 'Richard Kimble' (alter Film, Untertitel: auf der Flucht):
kriegt er eben Leckerlis und Futter ABSOLUT nur mehr von Sven.

: Wir haben den Napf gestern dirket neben Sven plaziert und skipper dann nicht weiter beachtet (selber am Tisch gesessen und gegessen). Das hat auch geklappt, wie gesagt unter großer Anspannung, danach ist er aber freiwillig zu seinen Füßen liegen geblieben, in der Hoffnung das noch was abfällt.
Super - Klasse Idee, besonders das selber Essen wirkt m.M. nach oft besonders animierend und beruhigend!
Könnte es ja ausnahmsweise mal was vom Tisch geben - und einzelne Bissen des normalen Futters einzelnd über den Tag verteilt aus der Hand oder vom Hosenbein oder vom Langstieligen Löffel gefüttert geben noch viel mehr Gelegenheit für netten Kontakt bzw. wissenschaftlich gesagt: einzelne Lerneinheiten für die Gegenkonditionierung.

: Das Problem ist, das er sich dafür aber im gleichen Raum wie skipper aufhalten müsste, da wird es schon schwierig. Hab schon überlegt, ob uns langsam heranclickern. Jeder Schritt richtung Herrchen wird belohnt. Nur wenn wir nicht wissen was seine Angst auslöst.....hmh.
Finde ich eine Gute Idee mit Clicker - der ist bei den meisten Clickerhunden so voll positiver Erlebnisse, dass daneben Angst kaum Platz hat.
Bitte daran denken: nur jeweils 2 Minuten und mit ganz wenig zufrieden sein, sonst macht man sich den Clicker rasch kaputt in solchen Angstsituationen.
Vielleicht nimmst Du auch erst mal nur 'Entspannung' als zu beclickendes, statt direkt die Annäherung - da kann viel weniger schief gehen bezüglich Überforderung. ie Treats sollten aber in jedem Fall auch dabei nur von Sven kommen, ja?!

: Meinst du es wäre eine Möglichkeit die beiden mal 'ne woche alleine zu lassen, so das skipper sich mit sven arrangieren muss? so kann hat er ja immer mich in der Hinterhand *pfote*...oder würde es noch viel schlimmer werden dadurch?
Keine Ahnung, aber der arme Freund!!
Glaube auch nicht, dass es viel Unterschied macht, wenn Du eben keinen Rückhalt abgibst, sondern einfach nur da bist, ohne Interaktion mit Hund, dafür viel dicht neben Herrchen aufhalten und relaxt wirken dabei.
Wenn er dann zu Dir will, muss er Dich erst auf/neben/unter Herrchen rausklauben sozusagen...gibt es Euch eben für ein paar Tage nur mehr im Doppelpack - außer ihr haltet die Isolationsversion besser aus ;-)

Liebe Grüsse an Euch drei - hab Geduld!
und trauer nicht um Vergangenes - take him from where he is now...

Wiebke

von Susanne(YCH) am 08. September 2002 08:27

Hallo Kerstin,

außer den sehr guten Ratschlägen von Wiebke würde ich dir empfehlen, einen guten Tier-Homöopathen aufzusuchen. Bei meinem Hund haben Bachblüten sehr gut geholfen. Ob es die Blüten selbst waren oder vielleicht meine Erwartung darin, dass sie helfen sollen, weiß ich nicht. Ist letztlich auch egal, Hauptsache es hilft. Auf jeden Fall ist bei meiner Hündin eine deutliche Änderung zu spüren. Sie ist jetzt nicht "angstfrei", aber deutlich besser in der Lage, ihre Angst zu überwinden - und das ist ja auch schon mal was.

Viel Erfolg

Susanne

von Kerstin & skipper(YCH) am 08. September 2002 13:50

Hallo wiebke,

diesmal ein halber Roman und eine erfreuliche Tendenz als Feeback.

Das clickertraining leistet mal wieder volle Arbeit! Skipper stupst Sven mittlerweile mit der Nase an, sogar ziemlich fordernd. Wir machen das mehrmals am Tag in kurzen Einheiten. Skipper sucht durch diese positive Verknüpfung nun öfter mal Svens nähe (probestupsen*gg*).
Ansonsten habe ich meinem Freund geraten sich ganz normal durch die Wohnung zu bewegen, wenn skipper Meideverhalten zeigt, wirklich KOMPLETT ignorieren und bestätigen, wenn skipper seine Nähe aushält. und ihn auf keinen Fall ansprechen, wenn er Angst zeigt.


: : Würde ich meinen. Die Nachgeh-Geschichte ist sogenanntes 'flooding': Das wird bei Tieren nicht empfohlen - man muss es nämlich bis zur Beruhigung (oft erst nach stundenlangem Ausharren und völliger Erschöpfung der Adrenalinvorräte des Opfers durchhalten, sonst verschlimmert es die Angst), obwohl ich Euern Gedankengang schon verstehe - ist eben nur ordentlich riskant, was das Ergebnis betrifft.

Ich habe das einmal gemacht, da hat es geklappt. Beim Bootfahren. Wir haben das Boot erst verlassen, als skipper sich vor Erschöpfung hingelegt und sich entspannt hat. aber das war ja auch eine Ausnahme situation und erfordert gute Nerven (wenn man so wie ich, mit seinen Tieren im Stillen mitleidet).

:
: : Zu Hause wieder angst. Ich sitz mit skipper auf dem Sofa,
: Tschuldigung:Wieso?
: IGNORIER IHN!! Raus und Tür zu!!

Ich war mit ihm alleine in Wohnzimmer und vor mir hatte er ja keine Angst. Sofa ist sein Lieblingsplatz. Er hat da einfach nur gelegen....ist das auch falsch?

: : Meinst du es wäre eine Möglichkeit die beiden mal 'ne woche alleine zu lassen, so das skipper sich mit sven arrangieren muss? so kann hat er ja immer mich in der Hinterhand *pfote*...oder würde es noch viel schlimmer werden dadurch?
: Keine Ahnung, aber der arme Freund!!

Er tut mir wirklich leid, alle anderen Hunde die wir kennen hängen ihm immer am Schlappen, nur sein eigener nicht. Aber da muss er wohl durch.
Außerdem haben wir bald wieder einen hund für ein paar Tage zur pflege. Da wird skipper richtig eifersüchitg!! Und drängelt sich plötzlich an sein sonst "gefährliches" Herrchen.

: Glaube auch nicht, dass es viel Unterschied macht, wenn Du eben keinen Rückhalt abgibst, sondern einfach nur da bist, ohne Interaktion mit Hund, dafür viel dicht neben Herrchen aufhalten und relaxt wirken dabei.
: Wenn er dann zu Dir will, muss er Dich erst auf/neben/unter Herrchen rausklauben sozusagen...gibt es Euch eben für ein paar Tage nur mehr im Doppelpack - außer ihr haltet die Isolationsversion besser aus ;-)

Ja das funktioniert auch wieder besser (seit dem clickern). Ich zeige skipper wie schööön es ist mit herrchen zu kuscheln und in seiner nähe zu sein. Wenn ich dabei bin, fühlt skipper sich sicherer.

so das war es erst mal, jetzt ist wohl Geduld gefragt. Aber unser jetziges Problem ist ja nix im Vergleich mit unseren Startschwierigkeiten. ich bin also optimistisch.

Viele Grüße aus dem sonnigen Hamburg, Kerstin & skipper

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