Knurren bei Kleinkindbesuch - was tun? :: Hundeerziehung + Soziales

Knurren bei Kleinkindbesuch - was tun?

von Barbara(YCH) am 12. September 2002 06:20

Unsere 4-jährige Hündin (Hütehundmischling) macht in letzter Zeit Probleme, wenn mein Bruder mit seinem acht Monate alten Sohn zu Besuch kommt. Wir haben die Hündin nicht von Anfang an und wissen relativ wenig über ihre Vorgeschichte. Mein Mann und ich haben keine Kinder, so dass sie die Situation "Kleinkind-im-Haus" auch nicht kennt. Ansich ist sie ein superlieber und auch folgsamer Hund und bei Erwachsenen (auch Fremden) der Hundetyp "ich-tu-keiner-fliege-was".

Wenn der Kleine jetzt ins Haus kommt kann es schon mal sein, dass sie ihn anknurrt - und das möchte ich auf keinen Fall dulden. Ich denke aber eher, dass sie unsicher ist und dem kleinen Mann einfach nicht traut - sie kann das kleine Menschlein wohl irgendwie nicht einordnen. Ich bin nicht der Superexperte, da sie unser erster Hund ist. Sicher habe ich den einen oder anderen Fehler bei ihr gemacht - mindestens genausoviel, wenn nicht mehr, habe ich aber richtig gemacht - sonst wäre sie wohl kein so Superhund geworden (hört sich jetzt überheblich an, aber alle beneiden uns um sie, und das freut mich natürlich).

Bei dieser Kindergeschichte möchte ich aber keinesfalls etwas falsch machen und wäre deshalb für Ratschläge dankbar. Anmerken möchte ich noch, dass sie mit größeren Kindern keinerlei Probleme hat. Und solange der Kleine noch nicht krabbelte und auf dem Arm gehalten wurde war alles in Ordnung. Ab und an ist mein Bruder wie gesagt zu Besuch und der Kleine rutscht auf dem Boden umher. Was tun, wenn mein Hund ihn jetzt anknurrt? Da ich von Unsicherheit ausgehe, wäre Strafe wohl das genau Falsche. Was aber tun? Ich habe einfach einfach Angst, dass aus Knurren vielleicht eines Tages mehr wird und möchte daher mit aller Konsequenz meinem Hund klarmachen, dass sie den Kleinen zu akzeptieren hat und ihr gleichzeitig von ihm keine "Gefahr" droht.

Mein Gedanke war, sie konsequent auf ihre Decke im Wohnzimmer abzulegen wenn Kinderbesuch kommt (oder z. B. Besucher, die evtl. Angst vor Hunden haben, oder Handwerker, oder...). Mit Lob und Leckerchen könnte ich ihren "Deckenaufenthalt" bei Besuch belohnen. Gleichzeitig würde ich erwachsene Besucher bitten, sie auf ihrer Decke in Ruhe zu lassen, da ich dies dann für den Hund als ihre "geschützte Zone" kenntlich machen will. So dass sie weiß - auf ihrer Decke ist alles in Ordnung, Frauchen passt auf, dass mir hier keiner zu nahe kommt, gleichzeitig darf ich aber bei Kommando (z. B. "Decke"winking smiley, diese nicht verlassen. Bei dem krabbelnden Kleinen würde ich dann halt so verfahren, dass wir Erwachsenen aufpassen müssen, dass er nicht zur Decke krabbelt.

Wäre das eine Lösung? Oder birgt meine Idee irgendwelche Risiken? Oder vielleicht habt Ihr auch andere Vorschläge? Den Hund bei Besuch ganz wegsperren möchte ich möglichst nicht. Ich wäre für Tipps echt dankbar!

Vielen Dank!!

Barbara

von josh(YCH) am 12. September 2002 09:10

Hi,
Deine Idee finde ich klasse. Ich würde parallel dazu noch versuchen, ihr den Kleinen schmackhaft zu machen, indem Du Dich mit Baby auf dem Schoß auf den Boden setzt, sie zu Dir rufst und dann beide gleichzeitig knuddelst oder den Hund mit Leckerchen oder sonstwie belohnst. Einfach möglichst oft das Kleinkind auf Hundehöhe bringen (unter Aufsicht) und den Hund dabei heftig belohnen. Und natürlich drauf achten, daß der Kleine vorerst nicht um sie rumkrabbelt. Das ist wohl einfach noch zuviel...

Grüße
josh

von Silke(YCH) am 12. September 2002 09:28

Hi!

Meine Aussie-Hündin hat auch gerade auf Kinder, die noch etwas wackelig laufen und "komische Geräusche" machen, sehr stark mit Knurren, Bürste und sogar Scheinangriffen reagiert (zum Glück nichts passiert), weil sie sie wohl sehr unheimlich fand. Außerdem neigt sie dazu, rennende Kinder "einzufangen", indem sie hinter ihnen herläuft, sie überholt und sich quer vor sie stellt. Die Kid´s landen dabei meist auf der Nase.

Ich nehme sie daher, wenn Kinder in der Nähe sind, grundsätzlich an die Leine und behalte sie bei mir. Ein Kind zusammen mit ihr zu knuddeln und evtl. sogar dabei noch Leckerlis zu geben würde ich nicht tun, da sie dann schwer eifersüchtig und futterneidisch wird. Dann geht das Ganze nämlich nach hinten los und das Kind wird ihr noch viel unsymphatischer, fürchte ich.

Ich hoffe, daß sie sich auf Distanz irgendwann an Kinder gewöhnt und sie ignoriert, wenn sie bemerkt, daß diese ihr nicht zu nahe kommen und sie in Ruhe lassen. Mehr verlange ich auch nicht von ihr.

Gruß, Silke

von Leonore(YCH) am 12. September 2002 10:40

Hallo Barbara,

ich kann mich da Josh´s Meinung anschließen. Wir hatten zwar unseren Hund schon als Welpen bekommen und unser Kind war schon da.
Aber ich würde mich auch mit dem Kind auf den Boden setzen, gemeinsam den Hund streicheln, dem Kind besondere Leckerlies auf die Hand legen.
Das alles unter Aufsicht!!!! (Versteht sich von selbst, aber ich sage es trotzdem)
Der Hund soll lernen, daß Kinder positiv sind! Kind plus Leckeries = positive Verknüpfung!
Deshalb schön aufpassen, daß der kleine Neffe, wie kleine Kinder nun einmal sind, den Hund niemals (sicher unbeabsichtigt) ärgert.
Es wird bestimmt bald alles klappen, Kopf hoch! Da bin ich ganz sicher.
eines Tages freut sich Hund, wenn Kindchen kommt.

Gruß

Leonore

von sabine(YCH) am 12. September 2002 20:09

Hallo Barbara,
kauf Dir doch einfach einen Soft-Maulkorb. Find ich eigentlich bei jedem größerem Hund sinnvoll wenn Kinderbesuch kommt!!!
Der Hund wird davon nicht sterben und nicht aggressiver. Wenn er sich an das "KLEINE LAUTE ETWAS" gewöhnt hat wird´s schon gehen. Auf jeden Fall muss Dein Hund den Besuch beschnüffeln können.

von josh(YCH) am 13. September 2002 09:30

Ehrlich gesagt finde ich diesen Tip wirklich gefährlich - sollte das Knurren aus Unsicherheit resultieren - und das scheint hier ja offenbar der Fall zu sein - macht man mit einem Maulkorb den Hund wehrlos; der wird dadurch sicher nicht friedlicher. Im Gegenteil, seine Angst wird u.U. größer, seine Verteidigungshaltung nimmt zu. Außerdem ist das doch keine Lösung des Problems - an Problemen muß man arbeiten.

Grüße
josh

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