bleiben" verlernt. : " :: Hundeerziehung + Soziales

bleiben" verlernt. : "

von Nina + Milka(YCH) am 10. Oktober 2002 20:11

Hallo,
hab ein Problem mit Milka, bzw. sie hat wohl eher eins mit mir. Bis vor einer Woche konnte sie problemlos "sitz - bleib" und "platz - bleib", also letzeres bis zu 12 Minuten, ohne aufzustehen oder sonst unruhig rumzuzappeln.
War also wirklich zufrieden.
Irgendwie hab ich es aber geschafft, das ganze zu "versauen", hab wohl zu oft geübt, oder irgendwas anderes falsch gemacht, war dann zu gereizt, wenn sie es falsch gemacht hat...
Naja, Resultat:
Inzwischen bleibt sie nicht mal mehr die berühmten 30 Schritte liegen, sie steht sobald ich ihr den Rücken zudrehe auf, setzt sich hin, oder wenn sie liegen bleibt, schnüffelt sie ganz nervös am Boden rum und wirkt völlig unkonzentriert. sad smiley
Oder ihr fällt es auf einmal ein, dass sie sich kratzen muss. Sie hat nichts an der Stelle, und auch sonst kratzt sie sich den ganzen Tag NIE dort, nur halt, wenn es langweilig wird bzw. sie liegen bleiben soll.
Ich habe wirklich das gefühl, dass sie sich langweilt oder halt den Ablauf kennt, weil sie ja liegen BLEIBEN muss. Schon klar, dass das langweilig ist, mir persönlich würde was anderes auch besser gefallen, aber wenn wir unsere BH schaffen wollen, sollte das wohl klappen.
Hinzu kommt noch die Situation mit Bleib unter Ablenkung, das hingegen findet sie immer noch spannend. Wenn ich also einen Ball habe und ihr "sitz" (oder auch "platz"winking smiley sage, dann bleibt sie wie angewurzelt dort, auch wenn ich den Ball werfe, oder Hunde um sie rumtollen, dann ist das kein Problem.
Nur halt das "langweilige" Ablegen.
sad smiley

Hat da jemand Tipps für mich??

Vielen, vielen Dank,
nina

von Wiebke(YCH) am 11. Oktober 2002 06:07

Hi, ihr beiden,

was hier beschrieben wird, sind Calming Signals bzw. Stress-Zeichen.

So könnte hier auch eher weniger von Langeweile, als mehr von Stress ein Problem herrühren. Wenn 'viel üben' und 'bis zu 12 Minuten' erwähnt wird, könnte das ja immerhin sein, oder?

Bei uns am Platz heist es als Spielregel: 'bleib' ist ein Ratespiel, DU rätst, wie lange dein Hund jetzt gerade in dieser Situation völlig ruhig bleiben kann und verlangst immer nur soviel, dass ihr beide 'im grünen Bereich' bleibt. So sammelt der Hund Sicherheit ohne Ende.
Wenn der Hundekörper sich bewegt hat (von Aufstehen reden wir gar nicht), hast DU als Mensch verloren: Du hast ihn verkehrt eingeschätzt und er wurde damit überfordert.

So also gehts bei uns - und es scheint zu klappen: alle Hunde lernen es rasch nach dieser Spielregel.

Zurückbleiben kann ziemlich stressig werden für Hunde. (Wenn es nicht aus 'Lauern auf Beute' besteht - was sie ja dzt. noch macht!). Aufstehen dabei erleichtert momentan den Hund ungeheuer - das belohnt diese Aktion, so wird sie positiv in seinem Gehirn verankert.
Das gilt leider auch dann, wenn der Hund dann gleich Ärger bekommt damit. Je mehr Theater folgt, je öfter das passiert, desto unruhiger wird der Hund in Gesamten werden - desto schwieriger wird das entspannte Liegenbleiben für ihn. Mag er wohl denken: ich halt es nicht aus, Liegenzubleiben! ich halt es einfach nicht aus... ich geh', dann kommt Frauchen wenigstens - stressig nur, dass sie da immer so schlechte Laune hat dabei...so steigt Pseudo-Erfolg beim Aufstehen und Stress dadurch immer mehr an.

Wichtig bei Korrekturen daher: kein Wort verlieren, nur Hund stumm und flott zurückbringen, wo er her kam, dort ohne Blick auf ihn ein erneutes Kommando: und beim folgenden Weggehen gar nicht erst soviel verlangen, dass noch ein weiterer Fehler passieren kann.

Generell gilt beim Training:
a) nie testen, was schon geht, sondern nur soweit 'fordern', dass es ein 'Fördern' ist: dass der Hund immer noch mit dem von uns gewünschten Verhalten Erfolg haben wird, demnach gar keinen Fehler machen kann.
Once is an accident - twice gets a habit - three times wrong and you have a problem... (Zitat eines genialen Trainers)

b) alte Pawlowsche Regel: 'kaputtes' Verhalten erholt sich in Pausen.
Was bei unangenehmen Dingen, die man gerade glaubt abgewöhnt zu haben und die doch wieder auftauchen nach einiger Zeit, unangenehm ist, davon profitiert man bei Trainingsmissständen: nach einer längeren Pause hat sich das einmal gekonnte Verhalten dann auch wieder etwas erholt.
Darauf könnte man auch hier hoffen, wenn man einige Wochen(!) pausiert und dann anschließend deutlich weniger verlangt. Wenn Sie xy Male 5-20 Sekunden erfolgreich unbeweglich gewartet hat, ist der Prozess in ihrem Gehirn schon wieder besser coloriert... dann kann man ihr Vertrauen mit dann beginnenden gelegentlichen längeren Warte-Phasen nicht so leicht überlasten.

Hilft das?

Schönes Üben - vielleicht einstweilen mal an anderen Dingen...
wünscht Euch

Wiebke

www.hunde-erziehung.at

von ashi(YCH) am 11. Oktober 2002 07:34

: Bei uns am Platz heist es als Spielregel: 'bleib' ist ein Ratespiel, DU rätst, wie lange dein Hund jetzt gerade in dieser Situation völlig ruhig bleiben kann und verlangst immer nur soviel, dass ihr beide 'im grünen Bereich' bleibt. So sammelt der Hund Sicherheit ohne Ende.
: Wenn der Hundekörper sich bewegt hat (von Aufstehen reden wir gar nicht), hast DU als Mensch verloren: Du hast ihn verkehrt eingeschätzt und er wurde damit überfordert.

Das Beispiel find ich furchtbar gut, denn nichts anderes versuch ich bei meiner Kleinen: abschätzen, wie lang sie geduldig bleibt und bei drohender Unruhe auflösen.
Und gerade dabei die Geduld und Ruhe zu behalten fällt mir auch sehr schwer - daher bei schlechter oder gereizter Laune wenig oder gar nicht üben.

gruß
ashi

von Nina + Milka(YCH) am 11. Oktober 2002 08:36

Danke für deine Tipps, ich werde es ausprobieren, heute hab ich das "bleib" nur für ganz, ganz kurz verlangt und mit viel Spiel belohnt, hat auch super geklappt, sie war ganz begeistert bei der Sache, aber vielleicht sollte ich wirklich mal ein wenig "pausieren".

Melde mich, wenn wir Erfolg haben.
Nina

von Wiebke(YCH) am 11. Oktober 2002 11:11

Hi, Nina,

Wenn sie so rasch begeistert reagiert, brauchst Du die große Pause vielleicht gar nicht so... sondern einfach nur 'back to Kindergarten', wie Du es mit der starken Verkürzung der verlangten Zeit ja heute schon gemacht hast.

Es gibt ja viele Arten, einen Hund zu belohnen, Spiel ist sicher eine der wirksamsten.

Bei uns wählen wir allerdings Spiel eher als Belohnung für 'rasche Aktion' während wir 'Dauerübungen', wie z.B. 'bleib' eher mehrmals innerhalb des gleichen 'Bleibens' mit einem nur mittelattraktiven Futter belohnen.

Warum? Weil wir sonst einen Hund erzeugen, der unter Hochspannung liegt, also auch recht störungsanfällig wird, z.B. wenn er mal eine gEste von uns missversteht oder wenn woanders ein Ball fliegt.
Belohnt mit normalem Trockenfutter, was wir im im Vorbeigehen in unberechenbaren Abständen immer mal wieder 'in den Schoss' - sprich zwischen die Vorderpfoten - des Hundes fallen lassen, ohne das er gleich 'frei' kann, wird das 'Platz-Liegen' recht ruhig-erwartungsvoll.

Irgendwann bleibt er da cool, dann zunehmend auch, wenn wir herankommen und wieder gehen, neben ihn gehen und was es sonst noch für Variationen gibt, die man gut brauchen kann. Jedesmal könnte ja ein Brückchen für ihn abfallen, solange er nur noch in Position verharrt...

Ziel? Das man Indianertänze um seinen Hund aufführen kann, ohne das er ein 'Ohrwaschl rührt', wie man in good old Austria sagt.
Zuerst kommen die Gutsis so im Sekundenabstand, immer wenn er gerade runtergekaut hat, dann in immer längerem Abstand unregelmässig, so dass er ständig 'in der Hoffnung' lebt. Es kann sie auch mal jemand anderes fallen lassen, treffen sollte man halt...

viel Spaß weiter, mail mal, ob's klappt!?!

von Nina + Milka(YCH) am 11. Oktober 2002 18:34

Hi Wiebke,

das blöde ist halt, dass wir das für diese BH-Prüfung brauchen, daher haben wir das in letzter Zeit auch verstärkt geübt. (und wohl übertrieben)
Es war keinesfalls so, wie es vielleicht in meiner ersten Mail klang, dass wir tagtäglich 12 Minuten Platz-Bleib geübt haben, aber jeden zweiten oder dritten Tag mal fünf Minuten, und auf dem Spaziergang halt immer mal wieder eine Minute, manchmal Sitz, manchmal Platz.
Bei täglich 12 Minuten würde ich mich ja schon richtig langweilen. winking smiley


:
: Wenn sie so rasch begeistert reagiert, brauchst Du die große Pause vielleicht gar nicht so... sondern einfach nur 'back to Kindergarten', wie Du es mit der starken Verkürzung der verlangten Zeit ja heute schon gemacht hast.
Also soll ich viel mit anschließendem Spiel arbeiten? Weil dann liegt sie, wie du schon geschrieben hast, richtig angespannt da, denkt aber auch nicht daran, zu schnuppern oder aufzustehen. Sie liegt wohl, aber ich glaube nicht, dass sie 10 Minuten so bleiben würde.
Oder was meinst du?



:
: Bei uns wählen wir allerdings Spiel eher als Belohnung für 'rasche Aktion' während wir 'Dauerübungen', wie z.B. 'bleib' eher mehrmals innerhalb des gleichen 'Bleibens' mit einem nur mittelattraktiven Futter belohnen.
Ja, so machen wir das auch immer. Ist ja auch nur logisch. smiling smiley


: Ziel? Das man Indianertänze um seinen Hund aufführen kann, ohne das er ein 'Ohrwaschl rührt', wie man in good old Austria sagt.
Genau das macht sie ja auch, es ist halt was anderes, nicth dieses "langweilige" Liegenbleiben ohne jegliche Ablenkung. Heute auf dem Hundeplatz war es wieder das selbe, die Hunde tobten durch die Gegend, ich konnte sie zuverlässig liegen lassen, nur wenn es halt zu langweilig wird, dann wird erst mal wieder rumgeschnuppert. sad smiley
Sollte ich sie beim Schnuppern noch mal neu hinlegen? Oder das ignorieren?


Danke noch mal für deine Hilfe,
ich glaube das größte Problem bin ich, weil ich so ungeduldig bin (es ist ja nicht so, dass sie das Kommando nicht kennt und wir es nicth über Monate aufgebaut haben oder ich plötzlich zu schnell vorgegangen bin, es war wohl (meiner Meinung nach) nur das häufige Wiederholen. sad smiley

VG,
Nina

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