Rüden, Rangordnung und Co :: Hundeerziehung + Soziales

Rüden, Rangordnung und Co

von Anke + Rico(YCH) am 25. Oktober 2002 13:29

Hi tomtom,

:...versuch doch mal ungezwungen einen bogen um andere rüden zu gehen, wenn er hier nicht dankbar mitläuft wenn der rudelführer ausweicht sondern den konflikt sucht, deutet das nicht auf ängstliches verhalten hin.

Kommt auf die Vorerfahrungen an, mein Rüde hat aus Angst jeden Hund attackiert, der nur in Sicht kam - egal ob ich Bogen lief oder ganz abdrehte - er hat nämlich vorher mehrmals die Erfahrung gemacht, dass mit Frauchen ausweichen leider keine 100% sichere Alternative ist, zu oft kamen "der tut nichts, der will nur spielen, das hat er noch nie getan" hinterhergefegt und haben ihn platt gemacht...glücklicherweise konnten wir das alles wieder einigermaßen hinbiegen.

Und ein Wesen, das wahllos Konflikte sucht und somit seine Gesundheit riskiert, ist für mich alles andere als dominant...

Grüßlis
Anke

von Sonja(YCH) am 25. Oktober 2002 23:57

Hallo Zusammen,

Manch einer mag mich für "spinnert" halten, doch ich denke das ich auf einem ziemlich richtigen Weg bin. Deswegen eine stelle ich meine Ansicht hier offen, die ich auch in einem mail-Kontakt dargelegt habe.
Hier ein Auszug aus meiner Mail.

Liebe Grüsse
Sonja

Ich habe vor ein paar Tagen einen Bericht im TV gesehen. Es ging um 2 junge Bären die für Dreharbeiten 3 Monate von ihrer gewohnten Umgebung weg waren. Als sie zurück kamen, hatte die Tochter des Tiertrainers Probleme mit den ihr inzwischen körperlich klar überlegenen Bären fertig zu werden. Sie sagte zu ihrem Vater "ich kann mein Territorium nicht halten" und er sagte zu ihr "sei psychisch präsent".
Der Satz hat mit sehr zu denken gegeben.

Am nächsten Tag hatten mein Hund ich eine Rüdenbegegnung. Es war ein steinalter Irish Setter. Im ersten Moment wollte ich meinen Hund ranrufen (so wie ich es immer mache wenn wir Rüden treffen) doch dann entschied ich mich dagegen. Ich habe mich völlig zurückgehalten und meinen Hund auf den anderen zugehen lassen. In meinem inneren habe ich die Einstellung manifestiert " Hund, Du packst das. Du kommst klar mit der Situation. Ich vertraue Dir voll und ganz. Ich weiss und ich bin ABSOLUT davon überzeugt das Du kein böser Hund bist und das es keinen Grund gibt, den anderen anzugreifen. Ich vertraue Dir das Du alles im Griff hast".
Mein Hund ist auf den anderen zugegangen und ich habe mich von den beiden entfernt, immer in dem festen Bewusstsein, dass mein Hund nicht überreagieren wird.
Beide haben sich beschnuppert und.. mein Hund war das Lamm in Person. Er hat kurz Blickkontakt zu mir gesucht und ich habe mit meinem Blick gesagt "alles ist gut, du machst das prima". Dann kam er zu mir und ich habe ihn sehr gelobt. Dann kam auch der andere Hund zu mir. Mein Hund hat sich zwar unsicher dazugesellt, aber mein Bewusstsein hat immer noch das "alles ist ok" ausgestrahlt. Ich konnte den anderen Hund kurz an mir schnuppern lassen, dann haben sich unsere Wege getrennt.
Ich muss schon dazu sagen, dass der andere Rüde sehr abgeklärt war. Ein "alter Herr" der es nicht mehr nötig hat sich aufzuregen. Aber diese Idee von der "psychischen Präsenz" lässt mich nicht mehr los.
Ich habe das schon früher festgestellt als mein Hund noch ein Welpe war. Mein damaliger Mann hatte schon mal Probleme mit dem Gehorsam und er hatte auch bedenken den Hund von der Leine zu lassen. Einmal ist er ihm sogar abgehauen und ist über eine Hauptstrasse nach Hause gerannt, weil er einen Schreck bekommen hat. Ich war schon damals fest davon überzeugt das es daran liegt, dass er dem Hund nicht genug zutraut. Ich habe den Welpen mit 10 Wochen bekommen und ihn schon am zweiten Tag ohne Leine laufen lassen (natürlich nur in Wald und Wiesen und nicht an der Hauptstrasse!) Niemals ist er ausgerückt oder abgehauen. Ich war einfach fest davon überzeugt, dass mein Hund nicht so dämlich ist und von seinem Rudel wegläuft.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe meinen Hund immer von Rüden ferngehalten seit es zu den ersten Zwischenfällen kam. Ich werde jetzt versuchen mein volles Vertrauen in ihn zu setzten. Wir werden klein anfangen, mit Rüden die nicht gerade auch auf Prügelei aus sind.

von Maya(YCH) am 26. Oktober 2002 10:55

: hi,
habe ähnliches mit einem "gastrüden", der von seinen besitzern (wegen diesem problem) nur noch am stachler geführt wird, gut mit einem halti in den griff brkommen. leider sind die besitzer uneinsichtig, bei mir ist der hund superlieb.habe bei der korrektur sonst ähnlich wie tomtom gearbeitet, halti war nötig, weil der hund sehr stark ist und ich stachler grundsätzlich nicht verwende.

von tomtom(YCH) am 26. Oktober 2002 17:58

hallo sabine

: Von einwirkungen am Halsband halte ich überhaupt nichts. Noch
: problematischer finde ich, solche Ratschläge zu geben, wenn man den Hund nicht sehen kann. Auch halte ich nichts davon, den Hund ständig in die Situationen reinlaufen zu lassen, um ihn dann körperlich zu korrigieren.

das stimmt, den hund kenne ich nicht. allerdings sind dann bald alle ratschläge über ein forum bedenklich, wenn es ans eingemachte geht.
ich habe jedenfalls mit dieser methode den hund in kürzester zeit klargemacht das dieses verhalten "mir" missfällt. zudem gibt es auf der anderen seite immer das stück fleischwurst wenn der hund freundlich blieb. ich meine auch nicht das der hund zum anderen hingezwungen wird, aber wenn er selber die richtung zu einem mobbingopfer einschlägt, dann bitte nur wenn er freundliche absichten hat. ansonsten korrektur...wenns denn passiert ist, musste unsere dame aber nochmals friedlich kontakt aufnehmen, das half ihr schnell das prinzip zu begreifen.

:
: Es ist aber nützlich ein konditioniertes Abbruchsignal zu haben, gerade wenn es sich um Mobbig handelt.
: Aber da sollte ein konditioniertes "Nein" schlussendlich ausreichen.

damit kannst du vielleicht das annähern unterbinden, aber nicht z.b. das blitzschnelle zupacken aus dem nichts und ohne sichtbare vorzeichen. hier ist mir tatsächlich der stachel lieber, da ich hier mit schneller reaktion genau den punkt treffe wo es darauf ankommt. das "stechen" in den anderen hund wird unterbunden, es gibt keinen erfolg sondern schmerz und zwar bevor der hund zum ziel kommt. hier ist der entscheidende punkt, der sich durch viele gebiete der erziehung zieht. nämlich vor dem erfolg etwas unterbinden. hinterher nämlich pellen sich z.b. stärkere hunde ein ei darauf, will sagen sie nehmen die strafe hinterher in kauf und machen es beim nächsten mal mit dem erfolg vor auge genauso wieder.

ich denke, das immer viele wege nach rom führen, du hast deinen hund im griff und ich meinen. der leser im forum sollte versuchen die für sich am besten geeignete methode für sein problem anzuwenden...

von Maya(YCH) am 26. Oktober 2002 19:28

: hi tomtom,
habe ich das richtig verstanden, du benutzt einen stachler?!?
vrstehe mich nicht falsch, aber findest du das den tierfreundlich???
ich meine, der hund hat doch schmerzen!!! (und bekommt bei längerer anwendung eine hornhaut, sodass er die "erziehungshilfe" gar nicht mehr spürt!) haltis halte ich für wesentlich effizienter, der hund kann hecheln, bällchen spielen und sogar bellen. Was er, wenn er die leine u.a. am halti befestigt ist, nicht kann ist: an der leine ziehen. dann zieht sich die schlaufe um die hundeschnauze zusammen und der dominanzgriff wird ausgeübt, außerdem senkt sich der kopf des hundes (für ihn sehr unangenehm) und er hört auf, an der leine zu ziehen.
ein hund, der auf einen anderen losgeht (und an der leine ist), zerrt dabei normalerweise auch wie verrückt an der selbigen. ein angenehmer nebeneffekt des oben beschriebenen "mechanismus" ist, das der hund auch nicht mehr bellen und beißen kann. er fixiert den "gegnerischen" hund auch nicht mehr, sonder kämpft um den schnauzengriff loszuwerden. das habe ich jedenfalls bei dem erwähnten rüden beobachtet. nach 2"haltikämpfen" ging er brav bei fuß an einem anderen rüden vorbei. er ist 2jahre alt und wiegt ca.30kg bei einer größe von etwa 50cm
:
: damit kannst du vielleicht das annähern unterbinden, aber nicht z.b. das blitzschnelle zupacken aus dem nichts und ohne sichtbare vorzeichen.

von Sandra(YCH) am 28. Oktober 2002 07:40

Hallo Nele,

ich belohne immer alle, nicht nur den ersten, weil mir das Fördern der "Konkurrenz" momentan zu gefährlich erscheint. Das Rudel ist im Moment nicht gefestigt genug und Eifersüchteleiein habe ich eh schon ausreichend...Wenn ich nur einen belohnen dürfte, dann im Moment den Ranghöchsten und nicht den ersten, der bei mir ist... Hauptsache ist aber, dass sie alle bei mir sind, wenn ich rufe. Im Grunde stört es mich auch nicht, dass ich rufen muß, aber ich bin immer sehr stolz, wenn ich bei einem Spaziergang mit nur einem Hund nicht rufen muß...

Übrigens ist Nele ein sehr schöner Name: so heißt eine meiner Hündinnen!

Liebe Grüße

Sandra mit Nele, Emma und Aaron

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