Aggression gegen angeleinte Rüden?! :: Hundeerziehung + Soziales

Aggression gegen angeleinte Rüden?!

von moni(YCH) am 02. November 1999 22:01


Hallo,

ich hab ein großes Problem mit meinem 20 Monate alten Dalmatiner.

Er haßt angeleinte Rüden!! Wenn er sie kennt und vorher mit ihnen spielen durfte ist es egal wenn einer angeleint wird.
Wenn wir aber einem angeleinten Begegnen reagiert er meistens agressiv:

Bei großen knurrt er (nur) und bei kleineren stürzt er sich mit Riesen- Gegrummel drauf. Zwar hat er bisher keinen verletzt,
aber es ist einfach fürchterlich wenn ich ständig Ausschau halten muß, ob da ein angeleinter kommen könnte.

Klar ruf ich ihn immer ab, was auch meist klappt aber das Verhalten an sich ist doch nicht normal?

Wenn er selbst an der Leine ist kann kommen wer will, hauptsache ohne Leine!!!, da bleibt er total cool, auch wenn der andere
knurrt.

Wie kann man so ein Verhalten in den Griff bekommen? Das NEIN, was sonst immer besser hilft überhört er in solchen Situationen
schlichtweg.

Hat jemand mit seinem Rüden ähnliche Erfahrungen?

Viele Grüße
Moni

von Franziska(YCH) am 03. November 1999 18:36

Hi Moni,

: Klar ruf ich ihn immer ab, was auch meist klappt aber das Verhalten an sich ist doch nicht normal?

Doch, das ist toal normal. Ehrlich gesagt, ich kenne keinen Rüden, der freundlich reagiert, wenn ein anderer Rüde entweder direkt am Halsband oder an der Leine gezerrt wird. Entweder er ignoriert das Theater, oder er stürzt sich drauf. Du solltest mal beobachten, ob dein Hund das auch macht, wenn bei dem anderen die Leine locker durchhängt...das wäre dann nicht normal, aber ich denke mal, dem ist nicht so.

Ich denke mal, das liegt ganz einfach daran, daß der angeleinte Hund (aus Sicht des anderen) nicht normal verhält (halt die Rituale durchziehen kann, die bei Rüdenbegegnungen nunmal normalerweise ablaufen müssten), und daß der angeleinte natürlich auch schon erste Zeichen der Aggression oder Angst zeigt (auch, wenn wir Menschen das oft gar nicht so wahrnehmen). Schließlich weiß der unangeleinte Hund ja nicht, daß der andere Hund an einer Leine hängt und sich nur so benimmt, weil sein Besitzer meint, durch das Rumgezerre irgendwas zu erreichen (gut...manchmal zerrt ja auch der Hund...ich als Besitzer würde aber nicht gegenhalten, sobald ein anderer Hund ankommt).

Wenn dein Hund sich abrufen lässt, ist das doch super...was willst du mehr. Ich lass meinen zu angeleinten gar nicht erst hin, egal, ob Rüde, Hündin oder Welpe. Einfach um eben solche Sachen zu verhindern...bei angeleinten Hunden kommt es öfter zu ernsthaften (...oder tödlichen) Verletzungen, zu Rangeleien sowieso.

Bis dann

Franziska

von moni(YCH) am 03. November 1999 19:48

: Hi Franziska,
:
: Ehrlich gesagt, ich kenne keinen Rüden, der freundlich reagiert, wenn ein anderer Rüde entweder direkt am Halsband oder an der Leine gezerrt wird. Entweder er ignoriert das Theater, oder er stürzt sich drauf.

Es wär halt wünschenswert, wenn ich Balu dazu erziehen könnte es zu ignorieren. Ich kenn viele Rüden, die das können. Nur die Besitzer wissen keinen Eriehungstip weils angeblich nie Probleme gab und Bello immer
brav war.

Nur manche meinen, das würde sich bald legen und sei in der Flegelphase so?!

Du solltest mal beobachten, ob dein Hund das auch macht, wenn bei dem anderen die Leine locker durchhängt...das wäre dann nicht normal, aber ich denke mal, dem ist nicht so.
:

Es ist bisher nur was passiert, wenn der andere Hund zurück oder hochgerissen wurde...
Das waren aber bisher nur Besitzer von kleineren Hunden die so reagiert haben.
Ein wenig vermute ich auch, daß er sich bei den großen nicht traut.
: Ich denke mal, das liegt ganz einfach daran, daß der angeleinte Hund (aus Sicht des anderen) nicht normal verhält (halt die Rituale durchziehen kann, die bei Rüdenbegegnungen nunmal normalerweise ablaufen müssten), und daß der angeleinte natürlich auch schon erste Zeichen der Aggression oder Angst zeigt (auch, wenn wir Menschen das oft gar nicht so wahrnehmen). Schließlich weiß der unangeleinte Hund ja nicht, daß der andere Hund an einer Leine hängt und sich nur so benimmt, weil sein Besitzer meint, durch das Rumgezerre irgendwas zu erreichen (gut...manchmal zerrt ja auch der Hund...ich als Besitzer würde aber nicht gegenhalten, sobald ein anderer Hund ankommt).
:
: Wenn dein Hund sich abrufen lässt, ist das doch super...was willst du mehr.

Da hab ich wohl etwas übertrieben....
Wenn ich ihn nicht rechtzeitig stoppe, weil ich das Ziel (Hase/Hund) überseh und er mir quasi durchgeht gibts kein Halten mehr:-((


Ich lass meinen zu angeleinten gar nicht erst hin, egal, ob Rüde, Hündin oder Welpe. Einfach um eben solche Sachen zu verhindern...bei angeleinten Hunden kommt es öfter zu ernsthaften (...oder tödlichen) Verletzungen, zu Rangeleien sowieso.
:

Deine Einstellung find ich richtig, bei uns ist das aber kaum durchführbar. In der Stadt, schmale Bürgersteige, da hat man keine Lust ständig die Straßenseite zu wechseln wenn ein anderer entgegenkommt mit Hund. Wenn ich ihn jetzt jedesmal
fortreiße (selbst bei Welpen und Hündinnen) würd er vielleicht wirklich irgendwann alle angeleinten "verdächtig" finden. Oder meinst Du mit meinem "Desinteresse" könnt ich ihn dazu bewegen angeleinte Hunde für ihn uninteressant zu machen?
:
Servus
Moni

PS. Hab mir jetzt endlich Clicker bestellt (Geld noch nicht überwiesen, mach ich morgen), mal sehen in welche neuen Erziehungsmöglichkeiten wir dann vorstoßen:-))

von Franziska(YCH) am 03. November 1999 20:33

Hallo Moni,


: Nur manche meinen, das würde sich bald legen und sei in der Flegelphase so?!

Ich denke, in der Flegelphase mag es vielleicht schlimmer sein, aber davon würd ich nicht ausgehen. Gerade in der Felegphase muss man unerwünschtes Verhalten konsequent unterbinden, massregeln, bzw. versuchen, unter Kontrolle zu bringen (auch wenns im ersten Moment scheint, als würde das alles nichst nutzen ;o))).

: Es ist bisher nur was passiert, wenn der andere Hund zurück oder hochgerissen wurde...
: Das waren aber bisher nur Besitzer von kleineren Hunden die so reagiert haben.
: Ein wenig vermute ich auch, daß er sich bei den großen nicht traut.

Ganz einfach: kleine Hunde werden schneller gerrissen...wirkt hektischer, dadurch stärkere Reaktion. Ich nenn sie immer "die fliegenden Yorkies" ;o))). ...Bitte an alle anderen: Nicht falsch verstehen, ich hab nix gegen Yorkies...

: Da hab ich wohl etwas übertrieben....
: Wenn ich ihn nicht rechtzeitig stoppe, weil ich das Ziel (Hase/Hund) überseh und er mir quasi durchgeht gibts kein Halten mehr:-((

Kenn ich auch...mittlerweile hab ichs hinbekommen, daß meiner sich sogar von Rüden abrufen lässt, die erst festgehalten und gezerrt werden, wenn er ihnen schon direkt gegenüber steht.

: Deine Einstellung find ich richtig, bei uns ist das aber kaum durchführbar. In der Stadt, schmale Bürgersteige, da hat man keine Lust ständig die Straßenseite zu wechseln wenn ein anderer entgegenkommt mit Hund.

Ich wohne in Berlin, die Stadt mit der deutschlandweit mit Abstand höchsten Hundedichte ;o))). Und es geht trotzdem...auch ohne Straßenseite wechseln.

Wenn ich ihn jetzt jedesmal
: fortreiße (selbst bei Welpen und Hündinnen) würd er vielleicht wirklich irgendwann alle angeleinten "verdächtig" finden.

Klar...sollst ihn ja auch nicht fortreissen (das wäre ja genau dasselbe, was die anderen falsch machen). Optimal wäre: Ranrufen, im Fuss (ohne oder mit locker durchhängender Leine) vorbeilaufen. Hört sich schwer zu realisieren an...klappt aber, wenn man den richtigen Weg, dem Hund das beizubringen, gefunden hat (was an sich das eigentliche Problem bei den meisten ist...hat bei mir auch ne Weile gedauert).


Oder meinst Du mit meinem "Desinteresse" könnt ich ihn dazu bewegen angeleinte Hunde für ihn uninteressant zu machen?

Mit Desinteresse allein sicher nicht.
Kann ja mal in Kurzform schildern, wie ich meinem Hund den "Abruf" beigebracht habe. Womit ich schon ganz früh angefangen habe, ist meinem Hund beizubringen, daß er MIR zu folgen hat. Durch Verstecken, plötzliches Rennen in entgegengesetzte Richtung. Nachdem er das eigentlich schon lange kapiert hatte, bin ich auf die Idee gekommen, die Trennungsangst für ein Abbruchkommando auszunutzen. Habs also sozusagen konditioniert. Ich hab gepfiffen, bin danach weggerannt oder hab mich versteckt. Nach ein paar Mal hatte Ganda kapiert, daß ich halt verschwinde, wenn ich pfeife, also ist er nach jedem Pfiff automatisch zu mir gekommen, um mir halt folgen zu können (nicht, daß er mich dann wieder suchen muss). Das hab ich dann bei den verschiedensten Dingen gemacht...anderer Hund, ich pfeife, kommt er nicht, bin ich weg. Das klappt jetzt wunderbar in fast allen Situationen.


Bis dann

Franziska

: PS. Hab mir jetzt endlich Clicker bestellt (Geld noch nicht überwiesen, mach ich morgen), mal sehen in welche neuen Erziehungsmöglichkeiten wir dann vorstoßen:-))
:
PS: Na dann viel Glück...ich bin übrigens nicht Franziska mit Wonda...ich bin Franziska mit Ganda und gehöre nicht zur Clickergemeinde ;o))))))

von moni(YCH) am 03. November 1999 20:54

: Hallo Franziska,
:
:
: : Es ist bisher nur was passiert, wenn der andere Hund zurück oder hochgerissen wurde...
: : Das waren aber bisher nur Besitzer von kleineren Hunden die so reagiert haben.
: : Ein wenig vermute ich auch, daß er sich bei den großen nicht traut.
:
: Ganz einfach: kleine Hunde werden schneller gerrissen...wirkt hektischer, dadurch stärkere Reaktion. Ich nenn sie immer "die fliegenden Yorkies" ;o))). ...Bitte an alle anderen: Nicht falsch verstehen, ich hab nix gegen Yorkies...

Ich auch nicht, warscheinlich würde man mit Kleinhund auch eher zu einer solchen Reaktion neigen, auch wenns dem kleinen Kerl den Kragen kosten kann:-((

:
: : Da hab ich wohl etwas übertrieben....
: : Wenn ich ihn nicht rechtzeitig stoppe, weil ich das Ziel (Hase/Hund) überseh und er mir quasi durchgeht gibts kein Halten mehr:-((
:
: Kenn ich auch...mittlerweile hab ichs hinbekommen, daß meiner sich sogar von Rüden abrufen lässt, die erst festgehalten und gezerrt werden, wenn er ihnen schon direkt gegenüber steht.

Hab ich auch schon geschafft, aber nicht wenn sie klein sind und sich aufführen wie Harry, da kommt Balu der feige Held durch und ab gehts:-((
:
: : Deine Einstellung find ich richtig, bei uns ist das aber kaum durchführbar. In der Stadt, schmale Bürgersteige, da hat man keine Lust ständig die Straßenseite zu wechseln wenn ein anderer entgegenkommt mit Hund.
:
: Ich wohne in Berlin, die Stadt mit der deutschlandweit mit Abstand höchsten Hundedichte ;o))). Und es geht trotzdem...auch ohne Straßenseite wechseln.
:
Ohne Rücksicht auf irgendwelche Kommunikationsversuche der anderen Hundebesitzer? Wenn man erst mal stehen bleibt um sich über die Hunde zu unterhalten wollen die sich natürlich auch "kennenlernen"?



: Mit Desinteresse allein sicher nicht.
: Kann ja mal in Kurzform schildern, wie ich meinem Hund den "Abruf" beigebracht habe. Womit ich schon ganz früh angefangen habe, ist meinem Hund beizubringen, daß er MIR zu folgen hat. Durch Verstecken, plötzliches Rennen in entgegengesetzte Richtung. Nachdem er das eigentlich schon lange kapiert hatte, bin ich auf die Idee gekommen, die Trennungsangst für ein Abbruchkommando auszunutzen. Habs also sozusagen konditioniert. Ich hab gepfiffen, bin danach weggerannt oder hab mich versteckt. Nach ein paar Mal hatte Ganda kapiert, daß ich halt verschwinde, wenn ich pfeife, also ist er nach jedem Pfiff automatisch zu mir gekommen, um mir halt folgen zu können (nicht, daß er mich dann wieder suchen muss). Das hab ich dann bei den verschiedensten Dingen gemacht...anderer Hund, ich pfeife, kommt er nicht, bin ich weg. Das klappt jetzt wunderbar in fast allen Situationen.

Klingt gut. Mit früh anfangen meinst Du wohl, daß Du ihn schon als Welpen bekommen hast?

Balu kam mit 12 Monaten zu uns, und wir waren anfangs viel zu nachlässig mit ihm. Mittlerweile klappt das Abrufen etc. schon sehr gut, nur momentan (Flegelphase) stellt er gern auf taub.
:
: Tschüs
Moni
:
: : PS. Hab mir jetzt endlich Clicker bestellt (Geld noch nicht überwiesen, mach ich morgen), mal sehen in welche neuen Erziehungsmöglichkeiten wir dann vorstoßen:-))
: :
: PS: Na dann viel Glück...ich bin übrigens nicht Franziska mit Wonda...ich bin Franziska mit Ganda und gehöre nicht zur Clickergemeinde ;o))))))
:
PPS. OK, hab ich auch gemerkt. Trotzdem: Mir ist das Clickern den Versuch wert!

von Franziska(YCH) am 03. November 1999 22:05

hallo Moni,

: Hab ich auch schon geschafft, aber nicht wenn sie klein sind und sich aufführen wie Harry, da kommt Balu der feige Held durch und ab gehts:-((

Das das schwer ist, hab ich auch mitbekommenyawning smiley((((. Da hilft nur eins: erstmal mit Adleraugen durch die Gegend latschen, bis auch das klappt.

: Ohne Rücksicht auf irgendwelche Kommunikationsversuche der anderen Hundebesitzer? Wenn man erst mal stehen bleibt um sich über die Hunde zu unterhalten wollen die sich natürlich auch "kennenlernen"?

Ich unterhalte mich liebend gerne mit anderen Hundebesitzern...aber halt nur mit Leinen los.

: Klingt gut. Mit früh anfangen meinst Du wohl, daß Du ihn schon als Welpen bekommen hast?

Ich hab ihn schon als Welpen gehabt, war aber absoluter Hundeneuling und hab mehr versaut, als ich gut gemacht habe. Mit der "Nachfolgetriebsförderung" hab ich angefangen, als Ganda ca. 1 1/2 Jahre alt war. Ich wollte mir früh angefangen sagen, daß er das halt schon längst kapiert hatte, bevor ich auf die Idee kam, die ganze Sache für ein "Kommando" auszunutzen. Im Prinzip kann man es von Anfang an verbinden.

: Balu kam mit 12 Monaten zu uns, und wir waren anfangs viel zu nachlässig mit ihm. Mittlerweile klappt das Abrufen etc. schon sehr gut, nur momentan (Flegelphase) stellt er gern auf taub.

Die Flegelphase war bei meinem Hund die Phase, wo ich überhaupt erst gemerkt habe, daß ich irgendwas grundlegend falsch mache. Aber man bekommt das alles hin, wenn ,man nur will, egal, wie alt der Hund ist. Um was für nen Hund gehts eigentlich? Rasse, Alter...?

Bis dann

Franziska

: PPS. OK, hab ich auch gemerkt. Trotzdem: Mir ist das Clickern den Versuch wert!

PPPPPPPS: Nur zu ;o))))

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