Knurren und Schnappen! :: Hundeerziehung + Soziales

Knurren und Schnappen!

von Christine(YCH) am 06. August 1998 11:57

Hallo Susan,

danke nochmals für Deine Hilfe!

Liebe sonnige Grüße aus Kärnten senden
Christine, Bonna & Bessy

von Martin + Mirko(YCH) am 06. August 1998 13:26


Grüß Dich Christine

Dein Problem kenne ich nur zu gut. Wenn man mit einem unbekannten Hund aus dem Tierheim loszieht, kann man nicht davon ausgehen, daß man ihn anfassen kann wann und wo man will. Viele haben über Knurren und Schnappen das Reglementieren des Menschen GELERNT, d.h. sie streben nicht nach höherem, erkennen jeden an, der in ihren Augen Boß ist, aber denken im Traum nicht daran, sich beliebig manipulieren zu lassen.

:: Ein Hund testet immer, wie weit er gehen kann. Hat er das Gefühl, daß Du nicht in der Lage bist, das "Rudel" anzuführen, wird er es tun. Das ist völlig normal. In der Natur ist es bei den Wölfen ja auch so, daß der Wolf das Rudel anführt, der sich bei den anderen auch als Rudelführer durchgesetzt hat.:

Die Frage wird sein, wie man sich als Mensch durchsetzt.

grinning smileyas bedeutet also auch, daß ich irgendwas falsch gemacht habe, oder?

Sicher, aber das ist noch reparabel. Etwas, was am häufigsten übersehen wird: wenn der Hund kommt und gestreichelt werden will, wird er nicht gestreichelt. Wenn er kommt und spielen will, wird nicht gespielt. Der Überlegene bestimmt, wann gespielt wird.Das ist weitaus wichtiger, als zuerst durch jede Tür zu gehen.

::Wenn Du einem Hund nicht eindeutig seine Grenzen steckst, wirst Du immer wieder Ärger mit ihm haben. Ich habe bei meinem Hund jegliche Versuche in dieser Richtung im Keim erstickt, indem ich ihn sofort lauter und härter angesprochen habe und ihn irgendwelche Befehle habe ausführen lassen, damit er merkt wer das sagen hat. Ein oder zwei mal war es auch nötig, daß ich ihn mir schnappen und auf den Rücken legen mußte. Das war nicht einfach, aber ich habe es durchgezogen und ihn so lange liegen lassen, bis er nicht mehr versucht hat aufzustehen. Das war allerdings auch in der sogenannten Rüpelzeit von 10 Monaten, wo der Hund erst einmal lernen muß, daß er an letzter Stelle im Rudel steht.:

Das geht mit einem Hund, der bei uns groß geworden ist. Wenn ich das mit den entsprechenden Hunden im Tierheim machen würde, kann ich gleich zu Chirurgischen Ambulanz weiterwandern.

::Wenn Du jetzt knurren und schnappen durchläßt, wird er Dich im schlimmsten Falle irgendwann beißen.

Das ist zutreffend. Und mit dem Erfolg, wird dieses Verhalten bestärkt.

:Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät und ich kann das noch irgendwie ändern - obwohl ich ehrlich gesagt jetzt schon Angst habe, daß sie wirklich mal zubeißt!

Mein Weg ist ganz einfach. Ich nehme meinen Clicker lasse einige gut belohnte Übungen machen und fasse den Hund dann so an, daß er gerade anfängt zu warnen. Tut er das, gibt es eine Pause mit völliger Inaktivität. Dann nochmals anfassen. Läßt er sich das gefallen (schaut auf den ausgestreckten Zeigefinger der anderen Hand), C&B. Fester anfassen, länger anfassen ..... usw.
Schließlich hatte ich meinen Kandidaten soweit, daß ich ihm die Schnauze umfassen konnte (guter Test), daß er sich vor mir auf den Rücken legte. Submissive Haltungen werden nicht erzwungen, sie werden dargeboten!
Zur Vorbereitung auf den Tierarztbesuch begann ich, ihn zu zwicken, bis er es duldete, ohne sich zurückzudrehen und zu schnappen. Die Tierärztin war sehr angetan von seinem Benehmen.

Wenn mich ein Hund warnt, respektiere ich das. Ein sicherer Hund fällt nicht über den ängstlichen Kandidaten her, der ihn anknurrt. Bei Gegenhalten stellt man sich mit dem Hund auf eine Stufe (Feltmann -v.Schroeder), und das ist nicht gut. Ignorieren ist die beste Reaktion. Dazu aber wenn irgendmöglich, selbständige Aktivitäten des Hundes unterbinden (Leine festhalten, stehen bleiben.)
Das nur mal als Denkanstoß.

viel Glück wünschen Martin & Mirko








von Christine(YCH) am 07. August 1998 10:33

Hallo Martin,

vielen Dank für Deine Antwort!

grinning smileyie Frage wird sein, wie man sich als Mensch durchsetzt.:

Das allerdings. Es ist ja für mich etwas anders, da ich die Hunde noch keine
drei Monate habe. Ich habe aber wirklich immer versucht, daß sich die Hunde
bei mir wohlfühlen und es ihnen an nichts fehlt.

confused smileyicher, aber das ist noch reparabel. Etwas, was am häufigsten
übersehen wird: wenn der Hund kommt und gestreichelt werden will, wird
er nicht gestreichelt. Wenn er kommt und spielen will, wird nicht
gespielt. Der Überlegene bestimmt, wann gespielt wird.Das ist weitaus
wichtiger, als zuerst durch jede Tür zu gehen.

Das klingt ganz interessant. Bei uns ist es meist so, daß Bonna sich vordrängt
(laut Nachfrage bei der Besitzerin, sollte Bonna immer bevorzugt werden, d.h.
zuerst Fressen bekommen, zuerst gebürstet werden, zuerst gestreichelt usw.), d.h.
wenn man zu den Hunden kommt und mal Bessy ruft, dann kommt Bonna und läßt Bessy
nicht vorbei, die dann aber schon meist von alleine wieder zurückgeht und wartet,
bis Bonna "genug" hat - dann ist sie an der Reihe.

Meist ist es doch so, daß wir zu zweit sind, d.h. jeder einen Hund begrüßen kann - doch
sicher, es kommt auch mal vor, daß ich ganz alleine bin, dann tu' ich mir recht schwer,
denn beide zu gleich begrüßen geht auf keinen Fall, denn die zwei sind total eifersüchtig - und
dann kommt es sofort zu Meinungsverschiedenheiten.

Bessy ist dann als erste drann, wenn's um's Laufen geht, sie ist diejenige, die bei den
Rennen dann vorn dabei ist.

confused smileychließlich hatte ich meinen Kandidaten soweit, daß ich ihm die
Schnauze umfassen konnte (guter Test), daß er sich vor mir auf den
Rücken legte. Submissive Haltungen werden nicht erzwungen, sie werden
dargeboten!
:Zur Vorbereitung auf den Tierarztbesuch begann ich, ihn zu zwicken,
bis er es duldete, ohne sich zurückzudrehen und zu schnappen. Die
Tierärztin war sehr angetan von seinem Benehmen.

Das glaube ich gern, daß die Tierärztin ganz angetan war - ist ja echt toll,
was Du mit dem Clickern alles erreichen kannst.

Bei Bessy ist es ja echt merkwürdig - so wie gestern z.B. - da ließen wir ab-
wechselnd mal Bonna und mal Bessy laufen. Es klappte alles wunderbar - Bessy
kam immer wieder zu mir zurück, setzte sich vor mich hin usw. - ich konnte sie
streicheln, ihre Pfoten berühren, ihr sogar ins Maul greifen.

Vielleicht will sie einfach nicht gestört werden, wenn wir gehen.....

Vielen Dank nochmal für Deine Tips und liebe Grüße
Christine, Bonna & Bessy

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