Anti - Jagd - Training :: Hundeerziehung + Soziales

Anti - Jagd - Training

von Roxi(YCH) am 31. Dezember 2002 14:24

Hallo!

Ich habe ein immer grösser werdendes Jagdproblem mit meiner Hündin. Sie ist ein Labi-Mischling (Rest unbekannt), nun etwa 13 Monate alt und seit 9 Monaten bei mir. Da sie ein Fundhund aus dem Tierheim ist, weiss ich nichts über ihre Vorgeschichte.

Anfangs hat sich das Jagen nicht gezeigt. Mit der Zeit hat sie angefangen in Mäuselöchern zu graben (das habe ich toleriert), später rannte sie ab und zu einem Vogel nach, liess sich aber abrufen und somit kontrollieren.

Seit einigen Wochen wird das Spazierengehen mehr zur Qual (jedenfalls für uns). Meine Mutter hält sie nur an der Leine, ich lasse sie nur unter absoluter Kontrolle, d.h. ich lasse sie keine Sekunde aus den Augen und beschäftige sie mit Gehorsam / Spiel, von der Leine.

Leider ist sie uns trotzdem des öfteren entwischt. Sie jagt nicht die Tiere direkt, sondern verfolgt viel mehr ein Spur. Wir waren vor kurzem im Wildpark und die Rehe / Hirsche / Wildschweine haben sie nicht im geringsten interessiert.

Gerade gestern hatte ich sie abgeleint neben dem Fahrrad laufen lassen. Am Robidog liess ich sie absitzen um das Säckchen zu entsorgen. Ich schau also eine Sekunden nicht hin (welch Fehler von mir!) und da war sie weg. Wir waren gut einen Kilometer vom Wald entfernt, sie rennt über die Wiese, Kopf am Boden und rein in den Wald. Jegliche Kommados (ihr Grundgehorsam wird auch unter Ablenkung immer besser) haben keine Wirkung mehr.

Nun geht sie selbstverständlich an der Schleppleine!
Kann mir jemand Tipps geben, wie ich sie am besten vom Jagen abhalte, d.h. wie ich mich verhalten soll, wenn sie los will, wie ich dem ev. Vorbeugen kann etc. Dass ich unter allem Umständen einen Jagderfolg (das ist ja in ihrem Fall kein erlegtes Tier, sondern einfach ein "Ausflug"winking smiley verhindern muss, ist mir klar..

Liebe Grüsse
Roxi + Yussi

von Marianne(YCH) am 31. Dezember 2002 14:54

Hallo Roxi,

wie wäre es damit, dass Deine junge Dame fährten lernt und so unter Deiner Anleitung Menschenspuren ausarbeiten darf? Wäre doch eine artgerechte Beschäftigung.

Meine Dame war auch an Wildspuren interessiert. Wir haben das folgendermassen in den Griff gekriegt: Nach einer 3-4 stündigen Wanderung durfte/musste sie noch Wildspuren im Schnee ausarbeiten, soooolange und soooo oft, bis sie das gar nicht mehr lustig fand und dann noch erst recht. Natürlich an Geschirr und Fährtenleine. Die wollte schon lange nicht mehr, aber sie MUSSTE. Irgenwann war sie dann "geheilt".
LG und einen guten Rutsch
Marianne

von Grizzly(YCH) am 31. Dezember 2002 15:26

Hallo Roxi,

ich habe auch so ein Exemplar, leider hatte meine schon Jagderfolg, und sie musste dafür noch nicht einmal fährten bzw. hetzen.

Somit ist für Grizzly seit ca. 8 Monaten Schleppleine angesagt, und es wird !
Schleppleinen-Ausflüge sind Konzentrations-Spaziergänge. 150%-tige Aufmerksamkeit für den Hund und seiner Körpersprache, mal eben 2 Minuten eigenen Gedankengängen nachhängen ist nicht.
Grizzly (bzw. ich) hat mit Rehen, Wildschweinen und Hirschen kein Problem. Wir haben auch ein Wildgehege in der Nähe, sie ist interessiert, setzt sich auch mal 5 Minuten ganz entspannt an den Zaun und beobachtet sie gelassen. Aber wehe am nächsten Baum klettert ein Eichhörnchen, da wird fixiert, der ganze Hundekörper steht unter Spannung, und ab und an versucht sie dann doch, ob sie vielleicht nicht doch klettern kann :-(
Hasen, Fasane und Wasser-Ratten stehen ganz oben auf der Speisekarte, und ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass sie diese Tiere irgend wann einmal gänzlich ignorieren wird.
Sehe ich also einen solchen Jagdansatz, (fixieren, starre Körperhaltung, eine Pfote heben), dann kommt erst einmal ein scharfes "Nein". Dann wird mit dem Kommentar "nicht jagen" "weitergegangen, dabei muss sie sich aber noch mal umsehen, ob sie auch ja nix verpasst :-(
Inzwischen sind wir soweit, das sie Kaninchen & Co "anzeigt". Sie setzt sich dann und schaut ganz angestrengt in die Richtung. Dann kommt von mir ein "feiiiiin aufgepasst", sie hebt den Blickkontakt auf, kommt in meine Richtung und freut sich auf ihr Leckerchen. Für uns sind das grandiose Fortschritte, zumal sie ab dem Zeitpunkt das Tier überhaupt nicht mehr interessiert.
Wir sind noch lange nicht fertig, aber die Verbesserung sind es, die mir zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

LG
Astrid & Grizzly

von Roxi(YCH) am 31. Dezember 2002 15:37

Hi Marianne

: wie wäre es damit, dass Deine junge Dame fährten lernt und so unter
grinning smileyeiner Anleitung Menschenspuren ausarbeiten darf? Wäre doch eine
:artgerechte Beschäftigung.

Danke für den Tipp.. vor lauter Jagdproblem habe ich vergessen, dass ich ja noch ein Fährten - Buch zu Weihnachten bekommen habe. Na dann werde ich mich ans Lesen und danach ans Üben machen!

Liebe Grüsse und ein frohes neues Jahr
Roxi + Yussi

von Roxi(YCH) am 31. Dezember 2002 15:44

Hi Marianne

Danke für deine Erfahrungen! Das tönt nach einem langen Weg, aber das werden wir sicher irgendwie schaffen..

Das Problem bei Yussi ist ja, dass sie nicht direkt Tiere jagt.. ausser ich sehe wirklich so schlecht, dass ich das Tier nicht erkennen würde. Solangen sie mich "warnt" (starr dastehen, Pfote heben) kann ich sie ja noch bremsen, aber leider ist sie nun ein paar Mal ohne Vorwarnung losgerannt.

Aber sie zu belohnen, dass sie etwas gesehen hat, das werde ich auf jeden Fall versuchen. Die Schleppleine alleine hilft ja noch nicht, dass sie aufhört zu jagen. Wenn sie es anzeigen würde und ich sie dann belohne (z.B. durch Beutespiel als Alternative), wäre das wohl nicht schlecht!

Danke für die Tipps und ein frohes neues Jahr
Roxi + Yussi

von Sandra(YCH) am 31. Dezember 2002 16:20

Hallo Roxi

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kenne mich mit dem Fährten nicht so gut aus. Ich habe es nur selbst einmal in Erwägung gezogen, da ich auch so eine Jagddame habe. Daraufhin hat mir aber ein Kollege, der im Hundesport einen Kurs leitet davon abgeraten, da es angeblich bisher nicht ganz klar ist, ob das Fährtenlegen nicht erst recht das Jagen interessant macht. Seiner Meinung nach gibt es zwei Theorien. Die eine besagt, dass das Fährten eine Ersatzlösung ist und der Hund somit nicht mehr zu jagen braucht. Die andere besagt hingegen, dass der Hund durch Fährten erst auf den Geschmack kommt und die Fähigkeiten von weitem eine Spur zu riechen nur noch verstärkt werden.
Nun, ich weiss auch nicht was stimmt. Ich wollte nur, dass Du die andere Seite auch kennst. Ich hab mich deswegen bisher noch nicht ans Fährten gewagt.

Liebe Grüsse und einen guten Rutsch!
Sandra

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