Hunde hören nicht :: Hundeerziehung + Soziales

Hunde hören nicht

von Michaela(YCH) am 04. Januar 2003 17:08

:
: Hallo Simone,
: das war ja ganz schön mutig von Dir, wenn Du keine Hundeerfahrung hast, gleich einen Zweithund anzuschaffen
-- ja, ich weiß, aber ich wollte für Jake eine Freundin, da ich auch ein Katzenpaar habe. Außerdem war sie so krank. Sie sollte an einen Alleinstehenden Vater mit Kleinkind vermittelt werden. Irgendwie hatte ich das Gefühl, daß sie zu uns kommen sollte, so habe ich alles versucht, um sie dann auch zu bekommen. Sie hat sich ja eigentlich auch gut entwickelt, aber ich weiß leider nicht, was ihr schon alles passiert ist, wahrscheinlich einiges, sie hat auch vor Männern große Angst. Du kennst das bestimmt auch, Liebe auf den ersten Blick!

: Wie hast Du denn Deinen Ersthund bisher erzogen?
: Hat das gut geklappt? Ist er sonst folgsam gewesen?
--ja, eigentlich schon. Er ist aber ein wirklicher Dickopf (Ostfriese, hi hi, aber man kann ihm einfach nicht böse sein). Er wurde damals mit 7 Wochen abgegeben, leider etwas zu früh, aber die Leute wollten die Welpen nicht länger haben. Habe natürlich auch den Fehler gemacht, ihn damals mit ins Bett zu nehmen, er war ja noch so klein. Außerdem hat er viel von den Katzen angenommen, so stand er dann auch schon mitten auf dem Tisch od. versuchte, den Kratzbaum hochzuklettern und noch so einiges mehr

: Ich würde Dir dringend raten, dich doch so schnell wie möglich an eine gute Hundeschule zu wenden.
--Das werde ich auf jeden Fall machen

: Mir drängt sich der Eindruck auf, daß Dein Zweithund bereits die Chefpostion eingenommen hat.
--Das glaube ich auch

: Dein Ersthund hat das scheinbar schon begriffen, deshalb reagiert er nicht mehr auf Dein Rufen, sondern folgt dem anderen Hund.
--Wahrscheinlich, deshalb reagiert Jake manchmal auch nicht.


: Es könnt sein, daß Du schon zu oft auf das Bellen reagiert hast, Dein Hund hat gelernt, daß Du reagierst, wenn er sich lautstark bemerkbar macht.
--Hier habe ich schon den ersten Fehler, ich reagiere mit schimpfen, werde es jetzt mal ignorieren.

Aber wahrscheinlich ist es nur ein Begrüßungsbellen und hat nichts mit Agressivität zu tun.
--Sie bekommt einen Kamm!

: Wenn er Dich zwickt könntest Du den Schnauzgriff anwenden und "Aus" sagen. Pass aber auf, daß es zu keiner ernsthaften Auseinandersetzung zwischen Euch kommt. Falls Du nämlich den Kürzeren ziehst, würde es sein Verhalten noch verstärken.
-- nein, das macht sie nicht

Dazu müßte man den Hund auch mal erleben, inwieweit er denn eigentlich wirklich dominat ist oder einfach nur schlecht erzogen und jetzt im "Flegelalter".
-- wahrscheinlich liegt es nur an der Erziehung. Es wird Zeit, daß ich zur Hundeschule komme und wie Du schon sagst, eine Menge gute Literatur lesen.

Vielen Dank für Deine hilfreichen Tips und liebe Grüße
Michaela

von tessa(YCH) am 04. Januar 2003 17:22

Liebe Michaela.

Wenn ich solche Schilderungen wie von Dir lese, sträuben sich mir die Nackenhaare!

Deine Hunde gehören an die Leine, wenn sie nicht gehorchen. Punkt. Basta!

Ich an Stelle des anderen Hundebesitzers hätte Dir verbal ordentlich den Kopf gewaschen und nicht nur böse geguckt!

Deine Hunde haben keineswegs das Recht, andere Menschen und deren Hunde zu belästigen, nur weil sie süße, kleine "Meinertutnix" sind!
Es gibt durchaus Hunde, die mit anderen Hunden nicht verträglich sind aus welchen Gründen auch immer. Es gibt Hunde, die ansteckende Krankheiten haben, es gibt läufige Hündinnen. Es gibt viele Gründe, warum man seine Hunde angeleint führt aber es gibt nicht einen einzigen Grund, warum Hunde die nicht gehorchen unkontrolliert herumlaufen.

Meine Hunde wurden schon oft von gerade solchen süßen, lieben, kleinen Hundchen gebissen, die das dann natürlich "noch niiieee gemacht" haben!

Wenn meiner Hündin ein solcher "Meinertutnix" ungefragt und mit "Ohren auf Durchzug" zu nahe kommt, dann werde ich die geeigneten Maßnahmen ergreifen, notfalls per Tritt in die Rippen!

Ich hab schon 5 x wegen sowas ungeplante Tierarztbesuche gehabt, weil liebe kleine "Derwillnurspielen" herzhaft zugebissen haben und sich die netten Halter der kleinen Handtaschenwauwis natürlich schnell vom Acker gemacht haben. Auf den Tierarztkosten bin ich sitzengeblieben und ehrlich gesagt, mir reichts. Ich hab die Schnauze voll.

Das sagt einem doch schon der gesunde Verstand: Ein Hund der nicht zuverlässig gehorcht, gehört angeleint!
Was machst Du denn, wenn die beiden einen Vogel jagen, und der Vogel hat nix besseres zu tun, als in Richtung der nächsten gut befahrenen Straße zu fahren?
Aber das macht ja nix, wenn ein Hund einen Massenunfall verursacht, er ist ja nur 38 cm groß und will nur spielen!

Sorry, aber ich musste meine Wut einfach mal rauslassen.
Gerade Leute wie Du sind es, die aus Unwissenheit und Naivität alle anderen Hundebesitzer in Verruf bringen.

Jetzt zu Deinen Problemen:
Eine Schleppleine zu kaufen wird Deine Probleme nicht lösen.
Schleppleinentraining ist mühsam und Zeitaufwändig und bei zwei Hunden gleichzeitig nicht anwendbar.
Das wäre aber bei Deinen Hunden notwendig, da der eine auf Vögel, der andere auf Hunde reagiert.

Da hilft also nur: Lass beide Hunde an der Leine wenn Du mit beiden gehst. Übe konsequent mit der Schleppleine, und zwar einzeln. Ein Hund bleibt zuhause, mit dem anderen übst Du.

Ohne eine gute Anleitung zum Schleppleinentraining wird Dir das Ganze nicht viel bringen, kauf Dir das Buch von Hoefs/Führmann, was schon angesprochen wurde.

Schleppleinentraining kann Monate dauern, bis ein Erfolg spürbar wird.

Zum nächsten Punkt: Niemals, niemals einen Hund bestrafen, der zu Dir zurückkommt. Weder schimpfen noch sonstwas.

Ein Hund lebt im Hier und jetzt. Er verknüpft die Strafe nicht mit dem Weglaufen oder dem nicht Hören! Er verknüpft die Strafe mit dem Zurückkommen.

Du musst den Hund _immer_ und zwar wirklich _immer_ wenn er zu Dir kommt loben!

Mach Dich interessant für Deine Hunde. Hab immer Leckerlies dabei oder ein Lieblingsspielzeug.
Rufe sie oft zu Dir und lass sie dann wieder rennen.
Ein Hund merkt schnell, wenn er nur dann gerufen wird, wenn irgendwas besonderes da ist (anderer Hund, Vogel, Anleinen), dann ist die Motivation zum Kommen nicht so groß.

Wie gesagt, eine Schleppleine allein löst Deine Probleme nicht, wenn Du beiden eine Schleppleine dranmachst, sind die Hunde verwirrt, weil sie das nicht kennen und Du bist mit dem sich ständig verknotenden Leinengewusel überfordert.

Gruß
tessa

von Rosmarie(YCH) am 04. Januar 2003 18:04

:
: Hat jemand einen Tip für mich, wie ich die zwei Hunde dazu bringe, auf mich zu hören?
:
Hallo Michaela!

Ich hatte am Anfang mit meinem Hund auch dasselbe Problem des "Nicht-hörens", und wenn ich nicht aufpasse, habe ich es auch heute noch.

Also, ich habe mir als erstes eine 6m Flexileine gekauft, an der mein Hund dann immer gehen mußte. Ich habe an dieser Leine die Kommandos "Komm her", "steh", "warten,", "dableiben", "Fuß", "langsam" geübt. Das hat recht gut funktioniert. Sie befolgt diese Kommandos nun auch schon ohne Leine recht gut. Ich lasse Biggy heute schon frei, aber nur, wenn ich zu 99% sicher bin, daß es nichts zum Nachlaufen in der Umgebung gibt. Außerdem passe ich sehr gut auf, was sie treibt und wenn ich sehe, daß sie die Nase in die Höhe hebt und in die Ferne schaut, oder wenn sie mit erhobener Nase zu laufen beginnt, dann rufe ich sie ganz schnell zu mir, oder sage "steh, oder warten". Wenn ich sie rechtzeitig erwische, dann funktioniert das sehr gut, und sie kommt auch her. Aber ich muß immer sehr aufpassen, damit ich den Zeitpunkt nicht übersehe, denn sonst ist sie weg.
Ich lasse sie auch manchmal neben mir herlaufen und werfe ihr Gutis auf den Weg oder in die Luft, dann läuft sie ganz begeistert neben her und kommt nicht auf blöde Ideen.
Wenn ich mich aber nicht auf sie konzentrieren kann, wenn ich mich z.B. mit jemandem unterhalte, dann lasse ich sie nicht von der Leine. Wir haben uns inzwischen so arrangiert und kommen sehr gut zurecht. Sie kommt auch zuverlässig - das war am Anfang nicht der Fall.

Das sollte nur ein Vorschlag sein, vielleicht könntest du ja mit deinen Hunden auch auf diese Art und Weise irgendwie vorgehen. Ich würde aber mit ihnen getrennt üben, denn mit beiden gleichzeitig glaube ich, ist das etwas schwierig.

Liebe Grüße, Rosmarie

von SigridM(YCH) am 04. Januar 2003 21:40

Hallöchen,
wenn meiner mal abzischt dann nehme ich ihn an die Leine eine zeit lang,aber ich glaunbe eigentlich nicht daß das etwas nützt.Aber schimpfen darf man auf keinen Fall.Ich habe einen Hund aus dem Tierheim,bei dem war es offensichtlich,daß er beim herkommen geschimpft oder bestraft wurde.Wenn der abgehauen war hat er sich nachher nicht mehr hergetraut.Er war dann zwar in der Nähe,aber ist so weit weggeblieben daß man ihn nicht anleinen konnte.ich habe gesäuselt und gelockt und Leckerchen angeboten bis er dann mal langsam gekommen ist.Inzwischen ist das Problem behoben aber es hat einige Monate gedauert bis er dieses vertrauen hatte,wieder herzukommen auch wenn er unsinn gemacht hat.Deshalb auch die Schleppleine,dann kann er nicht abhauen.Wichtig ist aber,daß du sie nicht sporadisch einsetzt sondern konsequent über längere Zeit immer.
was machst du eigentlich wenn sie abhauen?Rufen und hinterherrennen?Wenn ja,das ist falsch besser ist einmal rufen und dann wegrennen und verstecken.Das macht zwar auf unwissende einen blöden Eindruck,aber der Hund,ist dann plötzlich allein und verlassen,sieht dich nicht mehr und wird dich im Normalfall suchen.das ist vielleicht nicht bei allen Hunden so,das muß man ausprobieren aber bei sehr vielen hilft das gut.Da ist natürlich wieder der Nachteil,daß du zwei Hunde hast,da fühlen sie sich evtl.nicht ganz so verlassen.Deshalb auch der rat übe möglichst oft einzeln mit den hunden.Verbessert auch die Bindung zu dir.Es ist sowieso sehr schwierig zwei gleichaltrige Hunde zu erziehen.Die stiften sich natürlich gegenseitig zu allerhand Unsinn an.
tschüss,
Sigrid und Co

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