Mobbing :: Hundeerziehung + Soziales

Mobbing

von Reni(YCH) am 16. Januar 2003 21:35


Hallo,
ich habe folgendes Problem mit meiner Hündin. Sie ist sehr aufgeregt und unsicher, wenn sie fremde Hunde trifft. Sie stürtzt dann laut darauf zu und ist auch nicht mehr abrufbar. Wenn der fremde Hund sich Selbstbewusst gibt, wird sie wieder unsicher, zeigt sich unterwürfig und sieht zu, dass sie wieder zu mir zurückkehrt. Ist der andere Hund aber ängstlich und flieht, nimmt sie die Verfolgung auf. Sie hat bisher noch nie richtig gebissen, aber ein Kneifen in das Hinterteil des Verfolgten konnte ich schon mal beobachten. Ich will auch nicht riskieren, dass es zu ernsten Verletzungen kommt, daher leine ich sie bei jedem Hund an. Ihre Aufgeregtheit wird allerdings immer schlimmer, wie kann ich nur, ohne andere Hunde zu gefähren, ruhiges Verhalten mit ihr üben? Für Ideen und Tipps wäre ich sehr dankbar.

Gruß Reni

von Grizzly(YCH) am 17. Januar 2003 06:54

Hallo Reni,

bist du sicher, dass dein Hund mobbt ?

Grizzly hat ein sehr gutes Sozialverhalten und spielt absolut gerne.
Eine ihrer Lieblingsspiele ist das gegenseitige Jagen und der Versuch in das Hinterbein zu "beissen". Aus meinen Erfahrungen hat das noch kein Hund als Mobbing gesehen, im Gegenteil sie konnten von diesem Spiel nie genug bekommen.
Hast du das Gefühl, dass sich die anderen Hunde dadurch bedrängt fühlen ?
Wenn ja, dann empfehle ich dir eine Schleppleine, da kannst du u.a. die Geschwindigkeit deines Hundes und den Abstand zum anderen Hund etwas steuern, evtl. bremsen.

LG
Astrid & Grizzly

von Astrid/Prinz/Anka(YCH) am 17. Januar 2003 09:56

Hallo Reni!
Also, so wie Du das Verhalten Deiner Maus beschreibst, habe ich das Gefühl, Du beschreibst meinen Hund! Exakt das gleiche Verhalten zeigt
meine 2,5 jährige Schäfermix-Hündin auch! Auch Anka ist eher eine ängst-
liche, unsichere Hündin.
Du brauchst Geduld und ein dickes Fell, um das in den Griff zu kriegen,
aber es geht!!!
Ich habe eine Freundin, die Hundeerfahrung hat und mir sehr geholfen hat, bis ich alleine fit genug war.

1. Haben meine Freundin und ich geguckt: Mobbt sie alle Hunde, weil sie einfach gerne mobbt oder mobbt sie nur bestimmte Hunde? Wenn nur be- stimmte Hunde gemobbt werden, was haben diese gemeinsam?
Ergebnis: Sie mobbt nur bei Hündinnen und diese auch nur, wenn noch unsicherer und ängstlicher als Anka selbst schon, kleiner oder jünger.

2. Um Anka`s Unsicherheit so weit als möglich abzubauen, habe ich fast
ein ganzes Jahr drauf geachtet, dass sie, wenn irgendwie möglich, nur
Kontakt zu ausgeglichenen, sicheren, ruhigen und gut sozialisierten Hunden hat, die sie schon kennt und wo ich auch weiß, die spielen gut zusammen und die anderen mobben nicht.
(Anka ist als Welpe von einer erwachsenen Hündin öfter gemobbt worden und konnte sich das Verhalten auch prima abgucken, wenn andere von dieser gemobbt wurden. Ist leider von mir aus Unwissenheit nicht unterbunden worden, da Anka mein 1. Hund ist und ich somit null Erfahrung hatte. LEIDER!!!)

3. Ich habe mir darüber klar werden müssen, daß ich eine unsichere,
ängstliche aber hoch intelligente Hündin habe, die auch noch mächtig fix
im Kopf und auf den Beinen ist und mir leider damit beschieden ist, dass
ich meine Gedanken, Augen und Ohren immer bei ihr haben muss, wenn wir
draußen unterwegs sind. Ich beobachte bei jedem Gang ständig die Umge-
bung und gucke wo ein anderer Hund kommt, damit sicher ist, dass ich die
anderen Hunde sehe, BEVOR Anka sie sieht!!!
Waren es fremde Hunde, habe ich zu Anfang beobachtet was sie macht und sobald sie nur leise ansetzte zum mobben, bin ich dazwischen, habe sie
laut und energisch zurückgerufen, angeleint und es war essig mit weiter-
mobben oder spielen. Wichtig ist, dass Du deinen Hund genau beobachtest, Dich von nichts und niemand ablenken läßt und dazwischen
gehst, BEVOR sie mobbt!!! (Bitte nicht böse sein, ich unterstelle Dir nicht, dass Du nicht auf Deine Hündin achtest, aber ich weiß aus eigener
Erfahrung, dass ich meine immer beobachtet habe, aber leider erst lernen musste, dass ich reagieren muss, bevor sie agiert. Mobbing ist
leider eine selbstbelohnende Tätigkeit und Du hast verloren, sobald der
Hund losstürmt! Also musst Du fixer sein als sie!)
Inzwischen sind wir nach über 1 Jahr soweit, dass, wenn ein anderer Hund in Sicht kommt, ich sie zu mir ranrufe und ich ihr das Kommando "Sitz-Ruhe" gebe. Sie macht das seit einem halben Jahr schon
recht gut. Sicher haben wir auch noch unsere Rückfälle, aber die halten
sich inzwischen sehr in Grenzen! Ich mache mir jedoch keine Illusionen
darüber, dass es noch lange dauern wird, bis wir das auch unangeleint
hinkriegen! Aber es wird!
Um zu verhindern, dass sie ranrufen mit "Ah, ein Hund kommt" verbindet,
über ich das heranrufen und kommen immer zwischendurch. Aus dem Spiel
mit anderen Hunden, einfach mal so für ein Leckerli oder zum knuddeln, so dass sie eigentlich nie weiss, warum ich sie ranrufe.

Das laut (bellend) auf andere Hunde zurennen entsteht aus der Unsicher-
heit unserer Hunde. Nach dem Motto: Erst mal Angst machen und warnen, bevor mir Angst gemacht wird oder ich eins drauf kriegen könnte.
Dadurch, dass ich sie zu mir rufe, bevor sie den anderen Hund gesehen
hat, gebe ich ihr die Sicherheit, dass sie bei, ihrer Rudelführerin ist
und auch die Gewissheit, dass ich die Situation im Griff habe und sie
nicht für mich agieren muss, was sie wohl früher auch überfordert hat.

Die Antwort von "Grizzly" ist auch gut und auch richtig.
Da ich persönlich jedoch ein Mensch bin, der es sich nicht gerne noch
komplizierter macht als nötig, habe ich die Schleppleine ausprobiert und
war gleich beim 1. Gang von der ständigen Wickelei so abgenervt, dass ich mir gedacht habe, es muss auch anders gehen. Meine Maus ist ausser-
dem alles andere als blöd in der Birne. Sie merkt sofort, wann sie Leine
(egal welche) dran hat oder nicht. Bei "dran" ist sie brav, bei "ab" muss ich dann auch wieder aufpassen wie ein Luchs und aufpassen und gucken musst Du bei Schleppleinen-Arbeit ja trotzdem auch.

So, dass ist jetzt ziemlich lang geworden.
Ich hoffe, ich habe mich verständlich und nicht zu verquer ausgedrückt.
Leider kannst Du mir nicht antworten außer über ein Posting hier im
Forum, da ich zuhause zwar inzwischen einen PC aber diesen noch nicht
aufgebaut und auch kein Internet habe. (Leider!)Ich maile jetzt vom
Arbeitsplatz und das kommt nicht so gut, wenn ich das zu oft mache oder
hier Antworten bekomme. (Noch mehr leider!)

Ach, dass dicke Fell benötigst DU, weil Du bestimmt immer wieder auf die
Hundehalter triffst, die keine Ahnung habe und haben wollen, weil sie
ja ihrer Meinung nach eh alles wissen und ein Hund, der mobbt in deren
Augen eben aggressiv ist. Ich habe mir da schon einige Sprüche und schräge Blicke gefallen lassen müssen! Ein Ehepaar mit einer kleinen Rauhhaar-Dackeline in der Nachbarschaft sagt nicht mal mehr guten Tag, seit ihre 1x von meiner gemobbt wurde. Das ist jetzt 1,5 Jahre her!!!

Ich hoffe, meine eigenen Erfahrungen können Dir ein wenig helfen.

Ich wünsche Dir viel Glück, Geduld, Durchhaltevermögen und vor allem
Erfolg!

Liebe Grüße,
Astrid mit Anka dem Köter und Prinz dem Kater




von Sonja und Benny(YCH) am 17. Januar 2003 08:22

Hallo Reni,

ich würde an deiner Stelle eine gute Hundeschule bzw. Hundetrainer aufsuchen.

www.ig-hundeschulen.de

Nebenbei wäre es hilfreich ein absolut ausführbares Kom. zu üben zb. Stopp. Ansonsten würde ich mit Schleppleine laufen.

von Elke(YCH) am 17. Januar 2003 11:55

Hallo Reni!
Da gebe ich Astrid recht. Ich würde da noch folgende Fachliteratur und Video empfehlen:

Calmings Signals (beschwichtigungssignale der Hunde-Buch + Video- von T. Rugaas Verlag Animals Learn

Gemeinsam Unterwegs von Reinhardt -Video- Verlag Animals Learn

( Diese beiden Videos und das Buch, gehen auf die einzelnen Ausdrucksformen eines Hundes ein)

Gruß
Elke



von kerstin & skipper(YCH) am 17. Januar 2003 12:01


Hallo Astrid,

: Grizzly hat ein sehr gutes Sozialverhalten und spielt absolut gerne.
: Eine ihrer Lieblingsspiele ist das gegenseitige Jagen und der Versuch in das Hinterbein zu "beissen". Aus meinen Erfahrungen hat das noch kein Hund als Mobbing gesehen, im Gegenteil sie konnten von diesem Spiel nie genug bekommen.
: Hast du das Gefühl, dass sich die anderen Hunde dadurch bedrängt fühlen ?

Mobbing erkennt man schon sehr gut in der Anfangsphase und nicht so gut beim Spiel, da ist es mitunter sehr schwierig zu unterscheiden (ich sprech da aus leidvoller Erfahrung, skipper war ein erstklassiges Mobbing-Opfer).

****Reni schreibt: Sie stürzt dann laut darauf zu und ist auch nicht mehr abrufbar. Wenn der fremde Hund sich Selbstbewusst gibt, wird sie wieder unsicher, zeigt sich unterwürfig und sieht zu, dass sie wieder zu mir zurückkehrt. Ist der andere Hund aber ängstlich und flieht, nimmt sie die Verfolgung auf.

Das ist eigentlich ein klassisches Mobbing-Verhalten, denn sie traut sich nur den *fliehenden hund* zu jagen und typisch für unsichere Hunde.Das in den *Hinternbeissen* hat an sich mit Mobbing nix zu tun, das machen viele, da muss man halt gucken, ob es ein ausgewogenes Spiel (z.B. fordern beide zum Spiel auf)ist und die Körpersprache des Gejagten lesen können.

Viele Grüße Kerstin & Skipper

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