Rauferei :: Hundeerziehung + Soziales

Rauferei

von Silvia(YCH) am 31. Januar 2003 12:43


Hallo,

heute kam es zwischen meiner Hündin und einer befreundeten Hündin (wieder einmal) zu einer Rauferei. Die bisherigen Situationen entzünden sich meistens an warnendem Knurren meiner Hündin wenn sie das jeweilige Verhalten der anderen Hündin nicht möchte. Beispiele hierfür sind z.B. als die andere meinem Freund zu nahe kam, unsere Hündin knurrte und die andere relativ ohne Umschweife auf sie losging. Ein anderes Mal spielte meine mit einem uns bekannten Rüden, die beiden gingen wie immer recht lebhaft zur Sache. Irgendwann begann sich die Hündin meiner Schwester mit reinzuhängen und als es meiner zu heftig wurde und sie versuchte durch Bellen und Knurren die beiden zu vertreiben stürzte sie sich auf sie. Heute ging es um einen am Boden liegenden Stock den meine im Maul gehabt hatte, sie knurrte wieder kurz und eine extreme Raufer- und Beisserei ging los. Problem ist, meine Hündin ist die Ältere aber die körperlich unterlegene. Seit sie bei uns ist (knappes Jahr, sie ist 2,5 Jahre alt) hat sie sich noch NIE unterworfen. So eben auch in diesen Situationen nicht. Sie beginnt von sich aus keine beissenden Auseinandersetzungen, aber sie unterwirft sich eben auch nicht wenn es dazu kommt. Dumm heute war dass sie kein Halsband anhatte, weil sich das beim vorherigen Spielen gelöst hatte. Wir hatten große Mühe die beiden zu trennen. Ich bin da sowieso immer unsicher, denn wenn ich sie nicht an den Hinterbeinen zu packen kriegen hat das ganze sehr viel Risiko in sich. In diesen Situationen kann keine der beiden mehr zwischen Hund und Menschenhand unterscheiden. Meine Schwester (die Besitzerin der anderen Hündin) kam auf die dumme Idee meiner die Schnauze zuzuhalten (wie irrwitzig, ich weiss) und wurde natürlich prompt leicht in die Hand gebissen. Irgendwann schafften wir es dann die beiden zu trennen.

Nun an Euch erfahrene Hundebesitzer einige Fragen:

woran bemißt sich die Notwendigkeit sich zu unterwerfen? Am Alter? An der Größe? Oder ausschließlich an der sozialen Kompetenz nach dem Motto "Der Klügere gibt nach".

Bei Hündinnen sind die Raufereien ja angeblich massiver als bei Rüden. Bei den beiden habe ich dieses Gefühl definitiv, denn das ganze geht von null auf Hundert. Muß man also in jedem Fall trennen auch wenn man unter Umständen Gefahr läuft selbst gebissen zu werden? Mir liegt noch der Rat unserer Hundetrainers im Ohr wenn man die Hunde nicht per Ziehen an den Hinterbeinen trennen kann es lieber sein zu lassen und keinesfalls ins Getümmel zu greifen. Andererseits muß man dann natürlich Schlimmere Verletzungen befürchten. Wie sind da Eure Erfahrungen?

Große Frage ist auch wie es jetzt weitergehen soll. Wir gehen jeden zweiten Tag zusammen spazieren, meine Schwester und ich. Die letzten Wochen ist auch nichts mehr passiert, schlimm war es als die Hündin meiner Schwester läufig war. Meine hat sich schon auf bestimmte Sachen eingerichtet, bspw. sind die Zeiten vorbei in denen sie gleichzeitig mit der anderen Hündin hinter einem Stock hergerannt ist. Das traut sie sich scheinbar überhaupt nicht mehr. Wenn wir jetzt allerdings auf noch mehr Dinge Rücksicht nehmen müssen und trotzdem wegen neuer Anlässe solche Attacken befürchten müssen frage ich mich ob die gemeinsamen Spaziergänge überhaupt noch sinnvoll sind.

Mehr fällt mir jetzt nicht ein, aber das kommt sicher noch. Ich bin grade ziemlich durch den Wind.

Liebe Grüße und vielen Dank!!!!!

von P.H(YCH) am 31. Januar 2003 14:14

Tschau Silvia

Der Ratschlag deiner Trainerin hat was, denn man kann sich schnell eine Beissverletzung einfassen. Den Führer beissen tut normalerweise der Hund der unterlegen ist. Der hat das Gefühl, dass noch jemand dazu stösst und ihm auch noch eines auf die Kappe gibt. Das stresst den unterlegenen ungemein. Das sollte man wissen, damit man weiss, woher die Gefahr kommt. Der stärkere nimmt das zustossen einer Person nicht im gleichen Mass als Gefahr war. Das Trennen an den Hinterbeinen geht gut, wenn der andere Hundeführer auch mit macht. Aber auch da Vorsicht, man muss ein wenig schnell sein, wenn sie gerade nachbeissen wollen, dann würde ich trennen. Oftmals gibt’s die grössten Verletzungen, während dem Trennen.

Ich trenne meine Hunde mit einem kräftigen Aus, oder Platz, das langt, sie haben genügend Respekt. Meine Frau hat da schon mehr Probleme, die greift dann so ein, wie es Pat nicht so gut findet. Aber ich finde es gut, denn ich bin froh, wenn sie noch alle Ohren haben, wenn ich nach Hause kommen. Das wäre mit einem Tritt HINTER die Rippen. Das nimmt dem Hund den Schnauf, er braucht eine Weile bis er wieder Luft bekommt. Weh macht ihm das nicht, denn er steht in der Rauferei zu hoch im Trieb.

Ich aber verhindere am liebsten jede Rauferei. Spielen mit Hunden, bei denen eine Gefahr besteht, lasse ich sie nicht, oder sonst ist immer ein Auge auf den Hunden. Aus dem Spiel heraus, knallt es selten sofort. Du müsstest die Vorzeichen erkennen und den Hund eher abrufen. Wenn ich mit einer Meute gehe, meine und die des Kollegen, dann sind das 8-10 Hunde. Wenn es da knallt, dann geht alles auf einander los und der schwächste wird sinnlos zusammen gebissen. Also muss ich vorher eingreifen. Ich beobachte das Rudel, rufe sie bei Spannung sofort zu mir, es gibt für jeden ein Guti, dann noch Sitz und Platz und weiter geht’s. Danach hat sich die Spannung gelöst, sonst nehme ich den Übeltäter an die Leine für ein paar Minuten. Kracht es trotzdem, so versuche ich, den schwächsten zu holen. Wenn es sein muss, grüble ich ihn unter einem anderen Hund hervor, mit dem wissen, dass er mich beissen könnte. Somit nehme ich dem Rudel den schwächsten Punkt weg und es muss sich neu orientieren und dann habe ich wieder eine Chance, sie in eine Unterordnung zu bringen. Aber ich habe nie Probleme, eben wenn ich was sehe, dann rufe ich sie, und dann kommen sie schnell zu mir. Denn die ersten bekommen normal ein Guti. Nicht kommen, gibt es nicht.

Ist jetzt ein wenig viel gewesen. Aber lass die Hündin nicht mit jedem Hund spielen. Denn Raufereien enthemmen die Beisshemmung und mit der Zeit, wird sie zum Raufer. Lieber einmal zu wenig, als zu viel. Wenn sie spielen, dann würde ich immer ab und zu einen Hund abrufen. Ein kontrolliertes Spielen. Dazu eben immer den Hund beobachten, wie er sich gerade verhält.

Gruss P.H

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