Methoden? :: Hundeerziehung + Soziales

Methoden?

von Elke Rücker(YCH) am 07. Februar 2003 09:52


Wollte einmal kurz mitteilen, was ich vor kurzem erlebt habe.
Sind mit 3 Hunden unterwegs beim Spaziergang. Rüde Briard 5 Jahre, Rüde Rhodesianridgeback 4 Monate, Hündin Bouvier 1 jahr. Unser WEg führt an einem Schäferhundeplatz vorbei an dem einmal wöchentlich die Polizei mit ihrem Hunden trainiert.
Wir nähern uns dem Platz. Mehrere uniformierte Beamte sehen zu uns hin und beginnen hektisch herumzulaufen. Ich sage zu meiner Begleiterin, lass uns umdrehen, vieleicht ist denen ein Hund weggelaufen. Wir wollen abdrehen. Da ruft uns ein Polizist zu "bleiben Sie bitte stehen". Wir gehen zur Seite und lassen alle Hunde sitzen. Da kommt ein Beamter mit einem DSH an der Leine und Stachelhalsband. Ein zweiter Mann (wohl der Trainer) hinterher. Der DSH ist mit einem langen Seil um den Bauch kurz vor der Hüfte "gesichert". Das Ende der Leine trägt der Trainer. Sie rufen nur"der kann nicht mit anderen Hunden".
Schon geht das spektakel los. Der DSH sieht uns, fixiert uns und will auf uns los. Beide Männer ziehen an. Der Hund hängt in der Luft und kämpft. Dabei sieht er immer wieder zu uns her. Der Trainer sagt zum Hundeführer" nicht lockerlassen bis er aufgibt und den Blick abwendet"...der Hund gibt aber so schnell nicht auf. Unsere Hude scharren sich ängstlich hinter uns. Da schaut der DSH kurz weg, die Männer lassen die Leinen nach. Der Hund steht wieder auf dem Boden und drängt zu seinem Herrn. "Nicht loben" ruft der Trainer. Kaum ist der DSH am Bein seines Führers dtreht er sich auch schon wieder z uns um und will los. Das gleiche Spiel beginnt. So geht das 4 mal. Bis der Hund am Ende im Fuß mit seinem Führer an uns vorbei geht uns und ig´noriert.....
Uff.... wir haben doch ein bischen Angst gehabt
Elke

von Antje(YCH) am 07. Februar 2003 10:30

Hallo Elke,

das Problem bei der Polizei ist folgendes: Die Staatskassen sind leer, bei allem muß gespart werden, auch beim Ankauf von Diensthunden. Geeignete Hunde gibt es genügend, nur sind die so teuer, daß die Diensthundeschulen ihr Jahresbudget Ostern schon ausgeschöpft hätten, würden sie diese kaufen. Die Anforderungen an einen Diensthund sind aber vom gesundheitlichen Aspekt und von seinen Triebveranlagung und mentalen Belastbarkeit her sehr hoch. Folglich kaufen sie halt oft auch "verkorkste" Hunde an, bei denen der Vorbesitzer meistens einige Sünden in der Ausbildung und auch Sozialisierung begangen hat. Da muß dann einiges ausgebügelt werden, und daß solche mental starken Hunde dabei auch mal "zur Sache gehen", sprich ernsthaft gegen den Hundeführer, ist gar nicht so selten. Die müssen aber nun mal lernen, daß sie nicht der Chef sind, schließlich müssen diese Hunde später im Einsatz von ihren Hundeführern beherrschbar sein, und möglichtt auf eine Art und Weise, daß dadurch niemand zu Schaden kommt, der Hund nicht und auch nicht der bzw. die Ausbilder.

Die Art und Weise der Leinenarbeit hast Du sehr gut beobachtet, sie ist völlig korrekt. Der Hund war durch zwei Hundeführer abgesichert, dadurch konnte er Euch und Euren Hunden nicht gefährlich werden. Der zweite Hundeführer mit der langen Leine dient dazu, den anderen Hundeführer zu schützen. Wahrscheinlich ist dieser Hund im Verlauf der normalen Ausbildung an seinen Hundeführer gegangen (was dann wahrscheinlich auch der Grund war, warum der Vorbesitzer ihn verkauft hat), wenn dieser sich unfreundliches Benehmen anderen Hunden gegenüber verbittet hat. Geht der Hund gegen andere Hunde und/oder den Hundeführer (mancher Hund sucht sich einen Ersatz, wenn er nicht zum Ziel kommt), wird die zweite Leine um den Bauch herum angezogen und, das ist jetzt eine psychologische Wirkung, der Hund merkt zum ersten Mal in seinem Leben, daß er nicht zum Erfolg kommt, wenn er gegen seinen Hundeführer geht, er kommt ja nicht so ran wie er denkt (und auch die Situation, wenn er einen anderen hund angreifen will, ist plötzlich völlig fremd für ihn). Der Hundeführer kann dabei relativ gelassen bleiben und reagiert gar nicht großartig auf die Hampeleien (Beißen etc.) des Hundes, außer daß er die Leine zurücknimmt. Der Hund ist dadurch zwischen den Leinen fixiert. Das verunsichert einen Hund, der zuvor mit Einschüchterungsversuchen seinem Hundeführer gegenüber Erfolg gehabt hat, in Bezug auf die soziale Stellung ungemein, die angekauften Hunde müssen sich ja erst über die soziale Rangfolge klar werden. Kann sich ein Hundeführer in solch einer Situation dem Hund gegenüber cool zeigen, ist die Chance groß, daß er als Alpha akzeptiert wird, auch von einem relativ verkorksten und dabei mental starken Hund. Daß der Hund dabei nicht gelobt werden sollte ist eigentlich logisch, man will ihm ja bewust machen wo er rangmäßig steht, in dem Loch soll er ja für 'ne Weile drin bleiben und nicht sofoer twieder Oberwasser gewinnen. Und sollte er zudem in ein Meideverhalten fallen, wäre Loben doppelt falsch, denn niemals sollte ein Hund im Meiden gelobt werden, dadurch wird das Meiden verstärkt.

Sieh es mal von der Seite, daß das Ganze für diesen Hund vielleicht eine letzte Chance ist, er durchaus ein guter und verlässlicher Diensthund werden kann, während es früher oder später bei seinem Vorbesitzer für ihn vielleicht nur eine Möglichkeit gegeben hätte...

Viele Grüße

Antje

von Pat1(YCH) am 07. Februar 2003 12:22

hei antje
abgesehen von deiner erklärung,die schön sachlich und gut verständlich ist.
wenn ich jetzt davon ausgehe,daß das ein armer,schlecht gehaltener hund aus privathand war,der bei der staffel seine allerletzte chance bekommt-dann könnte ich dir fast recht geben.
man kann aber auch davon ausgehen,daß es ein armer,schlechtgehaltener angehender diensthund war,dessen hundefüher da so einiges verkorkst hat.
wie dem auch sei,spaziergänger ohne erklärung durch ein "stopp,bleiben sie stehen,hier spricht ein polizeilicher hundeführer:_)
als erziehungsauslöser zu mißbrauchen,was sowohl eindruck in deren hirn als auch iin ihren hunden hinterlässt,das kann pos oder neg sein,finde ich gelinde gesagt eine frechheit.und wenn die herren 10x auf gestrichenen mitteln hocken.
denn:wenn es keine 3 gesittete junge damen gewesen wären,die ihre hunde,wie es scheint ,im griff hatten.............das hätte ins auge gehen können.
und dann wars wieder keiner.die staatlichen sowieso nicht.

gruss pat

von Antje(YCH) am 07. Februar 2003 12:31

Hallo Pat,

ich denke mal, hier von uns kann keiner die Lage richtig einschätzen, da nicht dabei gewesen. Die Sache mit der Leine um den Bauch läßt mich aber vermuten, daß Hund und Leute noch nicht lange zusammen arbeiten. Der Effekt beruht letzendlich darauf, daß die Sache den Hund überrascht, ungewohnt für ihn ist. Funktioniert vor allem in Verbindung mit einem Halter-/Ausbilderwechsel sehr gut.

So wie die Sache geschildert wurde denke ich, daß keinerlei Gefahr für vorbeikommende Passanten bestanden hat, der Hund war ja doppelt gesichert. Und daß die beiden Hundeführer evtl. etwas wortkarg waren kann ich auch nachvollziehen, in solch einer Situation kann man keine langen Redenschwingen, sondern muß sich auf den Hund und den anderen Hundeführer konzentrieren. Sicherlich wäre es wünschenswert, wenn verdutzt aussehende Passanten in so einem Moment darüber aufgeklärt werden, was da eigentlich passiert und vor allem warum. Müßte dann aber ein Dritter tun, da die beiden anderen mit dem Hund beschäftigt sind. Zudem besteht ja auch die Möglichkeit, daß man von sich aus mal fragt, was da gerade so passiert. Ich zumindest würd's tun...

Viele Grüße

Antje

von Elke R.(YCH) am 07. Februar 2003 12:41

Hi

Da sich aus dem Posting nicht entnehmen läßt, woher HF, Ausbildner und Hund gekommen sind, gibts 2 Möglichkeiten:

1. Das Trio war auf dem Weg zurück auf den Platz, dann war es wohl besser, die Leute zum Stehenbleiben aufzufordern, damit sie ihnen nicht unvorbereitet über den Weg laufen.

2. Das Trio hat eigens, um diese Situation zu trainieren den Platz verlassen, dann war es eine absolut ignorante Vorgehensweise, die Zivilpersonen nicht vorher aufzuklären und um ihre Mithilfe zu bitten. Denn in diesem Fall wäre dazu Zeit und Gelegenheit gewesen.

Was jetzt zutrifft, können nur die Beteiligten beantworten.

Liebe Grüße

Elke

von Pat1(YCH) am 07. Februar 2003 15:54

: Hallo Pat,
:
: ich denke mal, hier von uns kann keiner die Lage richtig einschätzen,

richtig.


:
: So wie die Sache geschildert wurde denke ich, daß keinerlei Gefahr für vorbeikommende Passanten bestanden hat, der Hund war ja doppelt gesichert.

war ja auch nur ne anmerkung.ausgehend von der idee,passanten,die ihre hunde viell. nicht so gut unter kontrolle gehabt hätten,hund/e wären zb auf die aggress. des dsh eingegangen,da kann er dann gesichert sein wie er will,wenn leinenlose hunde agieren.zumal das dann nicht mehr unbedingt mit dem anvisierten ziel in einklang stünde.
grundlegend bin ich einfach der meinung,sofern man alles positiv voraussetzt,ist gg das ganze nix zu sagen-aber kann man einfach nur positives für fremde hunde,fremde leute,deren reaktionen und dann wiederum deren einfluss auf das weitere geschehen voraussetzen??????
leicht fahrlässig.

daß man von sich aus mal fragt, was da gerade so passiert. Ich zumindest würd's tun...

wann?:-))))
mitten in der erzieh.aktion?da gibts keine antwort.entweder erziehen u kontrollieren oder auf fragen antworten:-)))

lg pat
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