Methoden? :: Hundeerziehung + Soziales

Methoden?

von Antje(YCH) am 09. Februar 2003 13:13

Hallo Martin,

bisher habe ich über alle Diensthundeschulen, wo ich betreffende HF danach gefragt habe, erfahren, daß sie dort auch schon mit dem Clicker gearbeitet haben. Es gibt auch Diensthundeführer, die weiterhin mit dem Clicker arbeiten, ander haben die Sache ausprobiert und wieder verworfen. Generell die Ausbildung in den Diensthundeschulen als veraltet abzutun bzw. zu behaupten, daß neue Wege nicht gegangen würden, trifft nicht den Kern der Sache. Die Diensthundeschule NRW/Stukkenbrock z.B. hat bei der Verbellarbeit eine völlig neue Methode entwickelt, darüber ist sogar ein Buch erschienen ("Der gewaltfreie Weg zum verbellen"/Klaus Glöckner). Es bleibt aber jedem HF überlassen, ob er nach dieser Methode arbeiten möchte oder nach einer anderen. Und wie bei vielem wird wohl letztendlich der Typ des Hundes bestimmen, welcher Weg der Ausbildung für ihn der richtige ist.

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 09. Februar 2003 13:22

Hallo Klaus,

: Das kann ich nicht beurteilen. Allerdings bin ich in Kontakt mit
: einigen Diensthundeführern bzw. Ausbildern von Diensthundeführern,
: die nach wie vor mit Clicker arbeiten. Beim Zoll hat sich der Clicker
: längst etabliert.

Sag ich doch... :-)))

Hab gestern und heute mal nachgefragt und einhellig die Antwort bekommen, daß das Clickern bei den "weicheren" Hunden teilweise gut funktioniert. Das würde vor allem die Ausbildung der reinen Spezialhunde (z.B. reine Rauschgifthunde) betreffen.

Viele Grüße

Antje

von Birgit & Suja(YCH) am 09. Februar 2003 14:40

Hallo Antje,

ich finde Deine Ausführungen hier immer besonders einleuchtend und interessant, deshalb würdest Du mir einen großen Gefallen tun, wenn Du auch kurz meine Situation bewertest.

Mein Hund ist eine knapp zweijährige Hündin, die Rasse ist "Berger Picard" -- sie wurde als Hüte- aber auch als Wachhund eingesetzt und man sagt ihr eine gewisse "Naturschärfe" nach. Wie typisch für die Rasse, ist meine Hünde fremdenscheu, besonders auf eigenem Territorium (das kann auch ein Picknickplatz sein) werden fremde Menschen unweigerlich angeknurrt und angebellt. Vom Typ her ist sie eher ängstlich. Es gibt keinerlei Dominanz- oder Gehorsamsprobleme -- sie hört bei allem aufs Wort, nur mit der Ausnahme des Fremde-Anknurrens -- da beiße ich auf Granit.

Um das Anknurren von Fremden zu unterbinden habe ich sie lange Zeit durch tiefes Nein, manchmal auch durch einen Schnauzengriff korrigiert. Das Nein funktioniert bei allen anderen Gelegenheiten als Abruchsignal perfekt (sie besitzt eine Riesenportion "will to please"winking smiley, aber in diesem Fall immer nur für kurze Zeit, im Endeffekt wurde das Problem deutlich schlimmer. Einige Male habe ich auch die Geduld verloren, habe sie etwas heftiger gemaßregelt (anschreien), danach wurde es noch schlimmer.

Zur Zeit mache ich es so: Wenn sie jemand anknurrt, sage ich zuerst mahnend "nein", rufe sie dann zu mir und lobe und streichle sie dann ausgiebig. Das klappt deutlich besser als die erste Methode, aber ganz abgestellt ist das Verhalten noch lange nicht.

Mache ich es immer noch falsch? Hättest Du einen besseren Vorschlag?

Über Deine Meinung würde ich mich sehr freuen!

Herzliche Grüße
Birgit

von Attila(YCH) am 09. Februar 2003 15:50

Hi P. H.,

nö, ich durchlebe keine Veränderung im Umgang mit dem Hund. Ich stelle mir halt vieles vor, wie man es machen könnte, lese auch vieles, und so male ich mir das eine oder andere aus, ohne es dann selbst so zu machen. Persönlich setze ich auf eine Kombination aus Körpersprache, Zwang und Bestätigung = Trieb machen; ich baue nie mit Spielzeug und Futter auf, weil ich dann abhängig werde von meinen Hilfsmitteln, und das wollen wir ja gerade nicht. Und ich halte es, und da werden wir konform gehen, für blödsinnig, ein Verhalten, das ich durch Zwang erzeugt habe, mit Futter oder Spiel zu bestätigen, und hier liegt der Haken; das war auch der Aufhänger meiner Antwort an Josh.

Wenn der Hund von sich aus das Richtige tut, bestätige ich das. Wenn ich ihn zwingen muß, bestätige ich das nicht, denn Zwingen wird - zumindest kurz - ein Meiden erzeugen. Ich sehe das ja so schön bei meinem Welpen, wie er dies oder das tut, und oft genug genau das Richtige, das ich dann loben und bestätigen und gelegentlich mit einem Hörzeichen belegen kann, so daß er gleichsam nebenher, ohne daß ich ein bestimmtes Ziel verfolge, allerlei lernt.

: Ich schreibe nochmals ein Beispiel, ein Hundeführer, den ich kenne, der könnte alleine mit dem Kong im Zirkus auftreten, es ist interessant ihm zuzusehen. Das ist jetzt das extremste Beispiel das ich kenne. Obwohl er den Hund nur positiv bestätigt, läuft dieser sehr tief. Es fing mit dem Spiel an, das funktionierte sehr gut.

Es funktioniert ja am Anfang immer gut, es funktioniert auch bei Lind gut, aber auf Kosten der Präzision. Wenn ich nun einen Hund durch Spiel so in den Trieb jage, daß er mir ins Gesicht springt, kaum daß er das Kong sieht, kann ich mit ihm nicht mehr präzise arbeiten. Das sehe ich an meiner Hündin, leider wurde sie vom Vorbesitzer so gearbeitet; man darf ihr in der UO keinen Ball zeigen, sonst kann man mit ihr nicht mehr trainieren. Also muß man ohne Spielzeug zurechtkommen - was macht der Kong-Fanatiker dann?

: Dann erst kam der Hundeführer und fragte was man machen kann und meine Antwort passte ihm natürlich nicht. Kong weg, Spiel weg, Zwang.

Genau das habe ich auch gemacht, obwohl die Hündin nicht im Loch war. Sie zeigte großen Eifer, überdrehte aber dermaßen, daß der Vorbesitzer mit ihr nicht mehr klar kam: sie machte, was sie wollte. Noch heute bricht dieses Verhalten immer mal wieder durch.

: Dann kamen Erklärungen wie, ich mache es halt umgekehrt, ich arbeite über die positive Schiene usw. Aber ein Hund geht dabei kaputt und das finde ich ehrlich gesagt schade und das nur, weil man sich keine Gedanken über den Zwang machen will. Zwang ist tabu.

Die "Positiven" arbeiten mit einer anderen Art des Zwangs, nämlich mit subtilem psychischem Druck, wie Ignorieren, Spielzeug entziehen, Spiel abbrechen usw., und hängen dem Ganzen den Mantel der Verhaltensforschung um. Muß ich mich denn benehmen wie ein Hund, wenn ich einen Hund ausbilden will (kennst Du das Lind-Video, wo E. L. den Hund durch "hundliche" Körpersdprache auf sich aufmerksam macht)? Lernt nicht der Hund meine Ausdrucksformen durch das Zusammenleben mit mir?

Gruß, Attila

von Antje(YCH) am 09. Februar 2003 15:44

Hallo Birgit,

hmm, so einen Hund hatte ich noch nie... Letzendlich sieht sie ihre Ressourcen irgendwie gefährdet durch "Eindringlinge". Ich würde die Kuh von hinten aufzäumen. Kann sie auf Kommando bellen? Wenn nicht, dann bring es ihr bei. Denke mal, sie wird den Unterschied zwischen Bellen und Nichtbellen besser unterscheiden können, wenn sie es auf Kommando kann. Laß sie auf Kommando so lange bellen wie Du es für richtig hälst und dann gibst Du ein Kommando, auf welches sie ruhig sein soll. Anschließend wird gelobt/belohnt. Wenn sie das kann, wird sie, wenn sie selbstständig bellt, auch besser auf ein das Bellen unterbindendes Kommando hören. So arbeitet man ja im Schutzdienst, man stellt den Hund im Bellen "an" und "aus". Und fängt mein Hund selbstständig an zu bellen kann ich ihn ohne Probleme mit einem Wort "abstellen". Aber das geht nur wenn der Hund den unterschied zwischen Bellen und Nichtbellen wirklich kennt...

Viele Grüße

Antje

von Birgit & Suja(YCH) am 09. Februar 2003 18:26

Hallo Antje,

Das klingt nach einer guten Idee, ich sehe nur in der praktischen Durchführung Schwierigkeiten. Um ihr das Bellen beizubringen müsste ich wohl, so wie ich informiert bin, Situationen abwarten, in denen sie bellt, oder diese provizieren, und die dann mit einem Kommando verknüpfen und loben. Ich würde ihr das prinzipiell sowieso gerne beibringen, aber alle Situationen, in denen sie bellt sind immer höchst unpassend, solche, in denen ich das unmöglich noch bestärken kan. Und sie selbst zu provozieren, da weiß ich nicht so recht, wie ich das anstellen soll, um ehrlich zu sein. Sie bellt sowieso nur in den selteneren Fällen, meistens beschränkt sie sich auf ein Knurren (ist auch nicht nett für manche Leute).

Würdest Du wirklich den Hund bestärken/loben, wenn er gerade fremde Menschen anknurrt oder anbellt? Ich glaube, das kriege ich nicht fertig ... Na vielleicht fällt mir noch etwas ein, wie ich es provozieren und so beibringen kann. Wäre ja sowieso eine nützliche Fähigkeit.

Herzlichen Dank und viele Grüße
Birgit

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