Methoden? :: Hundeerziehung + Soziales

Methoden?

von Boxer(YCH) am 11. Februar 2003 06:38

Hallo zusammen,

habe den ein oder anderen Beitrag gelesen und fühle mich angesprochen, da ich mit dieser Problematik seit etlichen Jahren umgehe.

Einen geeigneten Hund für diese recht stressbeladene Aufgabe zu finden ist schon recht schwierig. Ein Diensthund sollte nach unseren Wunschvorstellungen neutral sein und auf unsere Anweisung hin einsatzfähig sein.

Die Punkte Erziehung und Ausbildung trenne ich für meinen Teil schon seit einigen Jahren und ich finde, dass sich eine private Person solche unerzogenen und bis auf das schlimmste verdorbenen Hunde nicht antuen wird. Warum wird ein Hund den zum Verkauf angeboten? Doch nur dann wenn ein Mangel vorliegt. Ausführen möchte ich es nicht, da es die verschiedensten Möglichkeiten gibt. Eine einzige möchte ich herausgreifen. Da gibt es Menschen, die kaufen einen Hund und wissen im Grunde genomen nichts über dieses Lebewesen. Er wird wie ein Mensch behandelt und alle notwendigen Erziehungsmaßnahmen werden im Grunde genommen falsch angewendet. Der Hund entartet aufs schlimmste und beißt gnadenlos um sich.

Vielleicht ist er für unsere Zwecke geeignet, nur heißt dies nicht, dass er mit Samthandschuhen angefasst wird. Viele Fehler zeigen sich erst während einer Ausbildung und dann müssen in sehr schneller Abfolge viele Dinge geregelt werden. Der Hund wird dazuausgebildet Menschen aufzufinden, zu stellen und bei bedrohlichen Aktionshandlungen, diese mit einem Biss die Person festzuhalten. Klingt alles recht nett, erfordert aber eine Menge an Wissen und ausbilderischem Können um den Hund auch klar in ein Verhalten gliedern zu können.

Mit Leine und eventuell Starkzwang erarbeiten wir dann bei diesen durch Menschenhand verdorbenen Hunden unseren Teampartner und wer dies noch nicht erlebt hat, sollte sich erstmal einen solchen Hund zulegen.

Seit etlichen Jahren beginne ich mit Welpen in dieser Arbeitsform und selbst da ist es nicht möglich zu sagen, dass der Hund geeignet ist. Zum heutigen Zeitpunkt habe ich einen 10 Monate alten Herder, der bis jetzt noch keinen Stachel, Reizstrom, Kettenhalsband, etc gesehen hat.

Ich erarbeite viele Dinge über den Spiel- und Beutetrieb. Soziales Verhalten übe ich nur in den seltensten Notfällen, wenn ich bei den Welpen einen Fehler(Meiden, Angst) erkennen kann. Bis jetzt habe ich kein ziehen an der Leine und auch kein aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden feststellen können. Selbst bei meiner jetzigen Diensthündin nicht und diese hat mehr als einmal Kontakt mit anderen Hunden und verträgt sich mit diesen ausgesprochen gut.

Nur so mancher andere Hundehalter neigt gerne dazu seinen missratenen Hund an meine heranzulassen und leider mussten ich mit meinen Hunden zum Tierarzt um die Bisswunden versorgen zu lassen.

Die Theamtik gewaltfrei gibt es. Ich erarbeite das Verbellen frei ohne Leine und kann selbst mit dem ausgebildeten und triebigen Hund nach Vermißten suchen ohne das diese beim Auffinden weiteren Schaden durch den Hund erlangen.

Mancher Hundeplatz arbeitet da recht vorsintflutlich und die Arbeiten dort sind mehr als tierschutzrechtlich zu würdigen.

Die Diskussion über die Richtigkeit von Ausbildungsmethodiken an dieser Stelle sehe ich als nicht real, da in diesem Forum wohl recht wenige anwesend sind die einen wirklichen Problemhund versucht haben umzuerziehen.

Grüße

Boxer


von Boxer(YCH) am 11. Februar 2003 06:44

Hallo zusammen,

ein Diensthund hat auf einem Hundeplatz nichts verloren. Innerhalb der Sport- und Diensthundausbilung gibt es Unterschiede, die recht gravierend sind. Das Beutespiel des Sporthundes mit dem Ersatz Ärmel ist bei den Diensthunden nicht gewünscht. Auch halte ich diese Ausbildung nicht für den passenden Weg um Hunde auf die Arbeit an aggressiven Personen einzustellen. Es sind ständig Reizmittel zu gegen die dem Hund im Weg stehen und von der eigentlichen Arbeit abhalten. Ablenkungen in dieser Form möchten wir im dienstlichen Bereich nicht haben.

Gruß

Boxer

von P.H(YCH) am 11. Februar 2003 08:29

Hallo Boxer


:ein Diensthund hat auf einem Hundeplatz nichts verloren.

Jetzt würde ich mal ein bisschen bremsen, wenn ich dich wäre. Ich habe selber Dienst- und Sporthunde und das lässt sich gut unter einen Hut bringen. Die Entschuldigung, die viele Kollegen bringen, dass es ein Diensthund sei, wenn eine Prüfung nicht läuft, ist fehl am Platz und ist etwa die gleiche wie die, mein Hund kommt halt aus dem Tierheim. Wenn es 3 jährige Diensthunde gibt, die knapp eine BH-1 Prüfung bestehen, dann schäme ich mich auch. Wenn ich Hunde sehe, die mit 6 Jahren immer noch damit kämpfen, eine SCH1-Prüfung in der SCHWEIZ zu bestehen, dann lange ich mir auch an den Kopf.


:Innerhalb der Sport- und Diensthundausbilung gibt es Unterschiede,
:die recht gravierend sind. Das Beutespiel des Sporthundes mit dem
:Ersatz Ärmel ist bei den Diensthunden nicht gewünscht.


Da wiederspreche ich Dir total, ersten ist das Beutespiel beim Diensthund auch gefragt und zweitens ist der Wehr auch beim Sporthund gefragt. Ein guter Sporthund, ist immer auch ein guter Diensthund. Natürlich versucht man es zu koordinieren, dass gewisse Prüfungen nicht zu nahe aufeinander fallen (Griff). Der Hund wird problemlos umschalten können, auf jeweilige Prüfung und sollte tatsächlich mal ein Pünktchen verloren gehen aus diesem Grund, so kann man auch mit dem leben. Es gibt genügend Beweise, die im Sport- und in den Diensthundeprüfungen abgeräumt haben.

:Mancher Hundeplatz arbeitet da recht vorsintflutlich und die Arbeiten
:dort sind mehr als tierschutzrechtlich zu würdigen.

Mein lieber Boxer, solche Aussagen solltest Du lieber sein lassen. Es bringt nichts, wenn ich jetzt in die gleiche Kerbe schlage wie Du, deshalb lasse ich es sein. Aber nur weil ein paar Kollegen einen guten Dienst- und Sporthund haben, einen eigenen Kopf haben und wissen wie sie ausbilden wollen, solltest Du denen nicht eines auswischen wollen, weil Du mit deren Erfolgen nicht zurecht kommst.



Gruss P.H





von Antje(YCH) am 11. Februar 2003 08:22

Hallo Boxer,

: ein Diensthund hat auf einem Hundeplatz nichts verloren.

Dann hälst Du nix davon, einen Diensthund neben seiner Arbeit auch im Sportbereich zu führen? Wenn man bereit ist, im Sportbereich Abstriche zu machen (z.B. in der Fährtenarbeit), denke ich, daß es der eigentlichen Arbeit im Dienst nicht abträglich ist. Wird bei uns im Landesverband von einigen Diensthundeführern so praktiziert und ich denke kaum, daß man sie von der zuständigen Diensthundeschule lassen würde, würde es der dienstlichen Ausbildung schaden. Zudem kommen ja viele Diensthundeführer und Diensthunde aus dem Sportbereich, und nicht wenige Diensthundeführer ziehen einen Welpen auf, beginnen mit ihm erst eine sportliche Laufbahn und übernehmen diesen Hund dann im entsprechenden Alter in den Dienst.

Was sicherlich richtig ist, ist daß man keine Diensthundeausbildung (Schutzdienst)im Verlauf der üblichen Übungsstunden abhalten sollte...


: Das Beutespiel des Sporthundes mit dem Ersatz Ärmel ist bei den
: Diensthunden nicht gewünscht. Auch halte ich diese Ausbildung nicht
: für den passenden Weg um Hunde auf die Arbeit an aggressiven Personen
: einzustellen. Es sind ständig Reizmittel zu gegen die dem Hund im Weg
: stehen und von der eigentlichen Arbeit abhalten. Ablenkungen in
: dieser Form möchten wir im dienstlichen Bereich nicht haben.

Ich denke mal, daß es hier auch sehr von der Qualität des Hundes abhängt, ob er die Arbeit im Sport auf seine Arbeit im Dienst überträgt oder ob es sich für ihn von vorne herein um zwei Paar verschiedene Schuhe handelt, die er gut zu trennen weiß. 'N Guter wird damit keinen Probleme haben. Womit wir dann bei dem Problem wären, daß den Behöden inzwischen zu wenig "Gute" zum Kauf angeboten werden.... :-))

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 11. Februar 2003 08:35

Hallo Susanne,

: Ja da hast du schon recht, das wäre die Idealsituation.
: Aber unser Verein war nicht so weltoffen und ich bin vom Typus wohl
: auch vereinsungeeignet.

Ein Verein ist immer nur so "gut" wie es seine Mitglieder sind, also auch Du. Und in den Vereinen, die Du als "ideal" bezeichnen würdest, ist längst nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Diese Idealsituation ist nämlich nur dadurch entstanden, daß die Leute, wenn ihnen mal der Wind ins Gesicht geblasen hat, nicht gleich ausgetreten sind bzw. ins Meckern verfallen, sondern etwas getan haben dafür, daß sie heute ihre Idealsituation haben. Vereinsarbeit ist harte Arbeit und bezieht sich nicht nur auf das Üben mit dem Hund. Wenn man von vorne herein nicht gewillt ist einen Verein aktiv zu gestalten, kann man sich natürlich auch damit herausreden, daß man "kein Vereinsmensch" ist. Mit der Einstellung wird man aber ein ewig Reisender bleiben auf den Hundeplätzen, weil es einem andere Leute nie 100%ig recht machen können und man selbst ja nix zu seiner Idealsituation beiträgt...


: Verein ist prima, wenn man den richtigen erwischt und Zeit hat.
: Letzteres habe ich auch nicht soviel, also muss ich die Zeit im Sinne
: dmeines Hundes effektiv gestalten.

S.o. Den "richtigen Verein" muß man sich selbst machen... Und dazu gehört halt auch, daß man Zeit investieren muß. Wenn man die nicht hat sollte man besser auf das kommerzielle Angebot diverser Hundeschulen zurückgreifen.


: Aber es ging doch darum, wie ein Hund, der Probleme mit Artgenossen
: hat "behandelt" wurde. Das ist doch keine Schutzdienstspezielle
: Aktion, sondern ein Problem, mit dem in der einen oder anderen Form
: auch jeder Halter in Verbindung kommt.
: Und da kann ich sehr wohl mitreden, da ich verschiedene Möglichkeiten
: in so einer Situation einzuwirken kenne und auch schon praktiziert
: habe.
: Und ich bin immer noch der meinung, dass an dem Problem " der kann
: nicht gut mit anderen Hunden" nicht bzw. schlecht gearbeitet wurde.

Diese Meinung kannst Du haben. Du kannst auch Deine erfahrungen in solchen Situationen schildern. Aber Du mußt dann genau so die Frage gelten lassen, ob Du schon mit dem gleichen Typ Hund in einer ähnlichen Situation Erfahrungen gemacht hast (jetzt mal abgesehen davon, daß man im betreffenden Fall den Typ Hund nur einschätzen kann und über die Sitaution an sich rein gar nix weiß...). Und so wie ich Dir Deine erfahrungen mit deinen Hunden nicht abstreite, solltest Du die Erfahrungen anderer auch nicht anzweifeln. Auf diesem Grundsatz beruht letztendlich auch gute Vereinsarbeit!

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 11. Februar 2003 08:45

Hallo Boxer,

kann Dir nur beipflichten. Möchte nix mit so manchem Vierbeiner zu tun haben, den Ihr als Diensthund hinbügeln müßt, da wären mir einige davon "zu viel Hund" und/oder zu schlimm vorbelastet. Wenn man dann sieht, daß aus solchen Hunden gebrauchstüchtige und vor allem ausgeglichene Diensthunde geworden sind, kann man nur den Kopf schütteln über so Aussagen, daß die Leute in den Diensthundeschulen nur nach Schema F ausbilden würden bzw. nicht individuell auf jeden Hund eingehen. Dann wären die Resultate anders...

Viele Grüße

Antje

Viele Grüße

Antje

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