Rüde, 2 Jahre, Kastration oder nicht? :: Hundeerziehung + Soziales

Rüde, 2 Jahre, Kastration oder nicht?

von Diana&Quax(YCH) am 24. Februar 2003 10:09

Hallo zusammen!

Ich habe einen gut 2-jährigen Rüden, der sich eigentlich prima benimmt und auch mit anderen Rüden ganz gut zurecht kommt. Sogar bei Begegnungen mit läufigen Hündinnen bleibt es im Rahmen. Nach meinem Umzug vor gut einem halben Jahr kommen aber jetzt Probleme auf. Hier gibt es zwei Rüden, die nicht verträglich mit anderen Rüden sind. Gespräche mit den Besitzern bringen aber nix. Es gab schon einen sehr heftigen Vorfall, bei dem mein Rüde angegriffen wurde und schlimmeres nur verhindert werden konnte, weil ich dazwischen ging (was ich sonst nicht tue, weil ich denke, daß Hunde das schon allein regeln!). Nun überlege ich halt, ob ich deswegen meinen Rüden kastrieren lasse, in der Hoffnung, daß die beiden ihn dann in Ruhe lassen.
Was habt ihr so für Erfahrungen mit Kastrationen? Gibt es eigentlich auch gesundheitlich gesehen Vorteile?
Würde mich über Antworten sehr freuen!

Grüße! Diana und Quax

von Ma & Russell´s(YCH) am 24. Februar 2003 20:15

Hallo Diana
nur wegen den anderen Rüden würde ich ihn nicht kastrieren lassen, mein Tipp, steck ein Pfefferspray ein und sprühe den Angreifer damit ein.
Mein zweiter Hund Rocky wurde kastriert als wir uns damals noch eine Hündin kauften, Rocky wurde dann von Rüden als Sexobjekt betrachtet, sie wollten aufsteigen das hat ihm natürlich auch nicht so gefallen, von fremden Hündinnen wurde er öfters als ihresgleichen angesehen und auch angegangen.
Gruss Ma & Russell´s


von Bobby(YCH) am 24. Februar 2003 21:27

Hallo Diana,
bevor ich Quax, der wie Du sagst, gut sozialisiert ist, kastieren lassen würde, würde ich die Besitzer der unverträglichen Rüden, wenn die nicht einsichtig sind, beim zuständigen OA anzeigen, damit Du wieder in Ruhe spazieren gehen kannst. Es kann ja nicht sein, dass die beiden anderen Hunde ungehindert andere tyranisieren können.
Ich habe das mal gemacht, hat wunderbar geholfen.
LG Maria

von Inge + BC(YCH) am 25. Februar 2003 02:43

Hallo Diana,

grundsätzlich bin ich zwar eine Befürworterin von Kastrationen - aber die Gründe sollten dafür schon andere sein!

Zunächst einmal: mit hoher Wahrscheinlichkeit würde Quax KEINEN Frieden vor diesen beiden Rüden haben. Denn so, wie Du es geschildert hast - ich war ja nicht dabei und kann daher nur Vermutungen anstellen - handelt es sich um Hunde, die NICHT gut sozialisiert sind. Zwar ist richtig, dass gleichgeschlechtliche Hunde mal aneinander geraten können, aber gerade bei Rüden ist das in 99% der Fälle eine zwar lautstarke und für uns bedrohlich wirkende Sache, jedoch i.d.R. ziemlich harmlos. Oft begnügen sie sich mit Imponiergehabe, und wenn's einen Kampf gibt, ist es ein Kommentkampf - also viel heiße Luft um nix. So wie Du es schilderst, ging's hier aber richtig zur Sache. Und das läßt mich an der Sozialisierung der beiden Rüden zweifeln. Wie gesagt - ist reine Vermutung, man müsste es gesehen haben. Jedenfalls würde da eine Kastration eher nichts bringen, denn mit 2 Jahren ist auch die Hormonproduktion der Nebennieren schon in vollem Gange, so dass in den meisten Fällen noch ein wenig "Rüdengeruch" zurückbleibt. Quax würde also nicht unbedingt als "Neutrum" von den Rüden angesehen werden. Ganz abgesehen davon merken sich Hunde auch recht gut, mit wem sie sich schon mal bekämpft haben. Wenn nicht SOFORT gegengesteuert wurde, dann bleibt meist eine Feindschaft fürs Leben. Eine Kastration bringt also eher was, wenn man den EIGENEN Rüden davon abhalten möchte, von sich aus Ärger anzufangen. Aber auch das macht nur Sinn, wenn die Kastration relativ früh erfolgt - denn ist erst mal das typische Rüdenverhalten etabliert, ändert auch eine spätere Kastration nichts mehr daran (vom Interesse an läufigen Hündinnen mal abgesehen, dass bekommt man auch später noch damit in den Griff).

Gesundheitliche Nachteile hat eine Kastration beim Rüden nicht. Allenfalls bei langhaarigen Hunden kann es zu Fellveränderungen kommen in Richtung wuscheligem Babyfell. Manche werden auch im Verhalten ruhiger, was ja oftmals auch erwünscht ist (obwohl ich da vorziehen würde, dass die Leute ihren Hund ERZIEHEN und nicht kastrieren...) Aber das ist ja kein gesundheitlicher Nachteil im eigentlichen Sinne.

TROTZDEM würde ich es immer sehr gut überlegen, GERADE beim Rüden. Denn EIN Nachteil KANN auftreten, zwar selten, aber wenn, dann ist er sehr lästig. Nämlich dass der Rüde feminisiert, d.h. für andere Rüden sexuell attraktiv wird. Die wollen ihn dann besteigen, wogegen sich der Kastrat natürlich wehrt - und schwupps, hat man die schönste Keilerei!

Fazit: nein, Du solltest Quax NICHT kastrieren lassen, jedenfalls nicht, um ihn vor diesen beiden Raufern zu schützen. Das würde nichts bringen! Wenn die Besitzer nicht einsichtig sind, dann bleiben Dir nur zwei Möglichkeiten: entweder gehst Du ihnen aus dem Weg oder Du zeigst sie an. Es ist DEREN Aufgabe dafür zu sorgen, dass ihre Hunde andere nicht angreifen - aber nicht DEINE Aufgabe, Geld auszugeben und Deinen Hund mit einer unnötigen OP zu belasten.

Liebe Grüße
Inge + BC

von tessa(YCH) am 25. Februar 2003 08:16

Hallo Diana.

Ich kann mich den Ausführungen von Inge nur anschließen.

Ich habe momentan einen (im Alter von 2 Jahren) kastrierten Rüden in Ausbildung.

Er wird genauso von Hunden angemacht wie andere Hunde auch - da gibts keine Unterschiede. Er selbst kann auch nicht jeden Hund leiden und fängt auch ganz gerne mal eine Rauferei an.
Er wird zudem oft (wie von Inge beschrieben) von Hündinnen attackiert, weil die wohl nicht einordnen können, was das da jetzt ist.

Er ist kurzhaarig (Dobermann, braun) und da Dobermänner keine Unterwolle haben, kann er auch kein Welpenfell bekommen. Ich kenne aber einige Irish Setter und einige Kleine Münsterländer, die nach der Kastration aussehen, als wäre denen der Fön explodiert ;-)

Allerdings hat seine Haarqualität nach der Kastration sehr gelitten, sein Fell ist sehr dünn geworden und die Haut scheint durch.
Vor der Kastration hatte er schönes, dichtes, glänzendes Fell und am Futter oder sonstiges wurde nichts geändert.

Im Gegensatz zu vorher neigt er jetzt auch deutlich zum Fettansatz. Da muss man mit dem Füttern ganz vorsichtig sein, der braucht Fressen nur zu riechen und nimmt zu.

Er wurde übrigens kastriert, damit er nicht immer mit anderen Hunden rauft - tja, da hat sich durch die OP nur leider nix geändert.

Jetzt arbeite ich seit einigen Monaten mit ihm und siehe da - er geht inzwischen problemlos an anderen Hunden vorbei, ignoriert Widersacher beim Freilauf und wir werden bald die Begleithundprüfung ablegen.

Gesundheitlich verändert hat sich bei ihm nur, dass er Schwierigkeiten beim Pinkeln hat. Er pinkelt nur ein, maximal zwei Mal während eines Spaziergangs, dabei läuft es nur ganz langsam aus ihm raus - es ist kein Druck dahinter. Er hockt dann ca. 2, 3 Minuten und lässt laufen. Und nach spätestens 2, 3 Stunden muss er wieder raus.

Gruß
tessa

von Robi(YCH) am 25. Februar 2003 08:55

: Hallo zusammen!
Hier gibt es zwei Rüden, die nicht verträglich mit anderen Rüden sind.

Nun überlege ich halt, ob ich deswegen meinen Rüden kastrieren lasse, in der Hoffnung, daß die beiden ihn dann in Ruhe lassen.


Hallo Diana

auf Schweizerdeutsch würde ich sagen "Spinnsch!!"
Gut ein Mann ist nicht der Massstab, denn wir meinen ja
immer wir selbst würden kastriert.
Aber unter solchen Umständen würde ich meinen Hund nie, nie,
nie, nie, kastrieren.
Gruss
Robi

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