Leinenaggression mal anders :: Hundeerziehung + Soziales

Leinenaggression mal anders

von Yvonne und Luna(YCH) am 02. März 2003 18:41


Hallo Katharina

Ich schätze das auch mit dem Freilaufen. An der Leine ist meine auch verträglich zumal wir viel an Military's sind und da die Hunde an der Leine sind. Nicht auszudenken wenn mind. 350 Hunde frei sein würden.
Ich finde es gut wenn Hunde sich ohne und an der Leine vertragen oder aus dem Weg gehen.
Leinenzwang ist einfach Artfremd.

Grüsse
Yvonne und Luna

von josh(YCH) am 02. März 2003 21:11

Hi PH,
klar ist "Bemitleiden" und Beruhigen der falsche Weg, da der Hund das nur als "Ja fein hast Du Angst" versteht. Aber deshalb bietet sich als Ausweg ja nicht gleich nur Druck an - wenn das bei Dir funktioniert, finde ich es immer noch nicht nett, daß man einen eh schon ängstlichen Hund mit noch mehr Druck (noch mehr Angst) zum gewünschten Verhalten bringt und außerdem ist DAS SEHR SCHWIERIG. Für einen nicht sehr erfahrenen HF führt das i.a. (meine Erfahrung) dazu, daß der Hund die "Einwirkungen" seines HF auf den anderen Hund rückrechnet und erst recht in die angstbedingte Aggression geht, denn jetzt hat er ja erst recht Grund, Angst vor dem anderen Hund zu haben: Immer wenn der kommt, tut es weh (Herrchen tut mir weh...). Soll dieser Effekt vermieden werden,muß man das schon sehr gut können. Es kann verdammt schnell schief gehen.-

Stattdessen würe ich wie gesagt die Leine fallen lassen und frü´öhlich flott lockend (nicht bemitleidend!), einfach nur kurzes, nettes "Komm" oder "Bei mir" oder was man sonst so sagt (natürlich immer dasselbe) und Hund folgt Dir dann sehr schnell - denn Du bist Sicherheit, der andere Hund macht Angst etc. Wenn man das in fingierten Situationen ein paar mal macht und gleichzeitig sicherstellt, daß der "Übungshund" nicht zum eigenen hingeht (unser Hund also für seine Orientierung an uns und das Nachkommen zu uns durch Wegnahme des Angst/Streßauslösers belohnt wird) - dann sollte sich das ganze bessern, nach ner Weile auch ganz geben. So hab ich es ein paarmal mit Tierheimern (die aus Unsicherheit pöbelten) gemacht smiling smiley. Druck war nicht nötig! Parallel dazu haben wir natürlich möglichst viel auch an der Leine Hunde, die der Pöbler leiden konnte, getroffen, um die Verknüpfung Leine-gefährlicher Hund zu löschen. Und außerdem immer beim Anblick eines anderen Hundes VOR dem Meiden/Pöbeln Kaustreifen (kauen entspannt ganz ungemein). Hund lernt: Fremder Hund = Entspannung. Kombiniert funktioniert das ganz gut. Man muß dem Hund nicht weh tun, um Erfolge zu sehn. Schon gar nicht, wenn er aus Unsicherheit und nicht aus "Dominanz" agiert.

Grüße
josh

von b.bialas(YCH) am 02. März 2003 21:21

Hallo Josh!
Nach dem Beclickern der Calming signals sind wir vom Leinenterror jetzt so weit gekommen:
:Langsam, gaaaanz langsam kann man dann den Abstand zum fremden Hund verkleinern und irgendwann als Fernziel kannst Du dann auch mit angeleintem Hund (Leine irgendwann nicht mehr fallen lassen, sondern betont lang lassen etc.) an Artgenossen vorbei ohne Theater.
Dieses Fernziel haben wir in relativ kurzer Zeit (3 Monate) erreicht. Das Problem bleiben weiterhin die Kontakte. Manchmal reicht ein Stehenbleiben aus, dann fängt Bruno (Schäfer-Collie-Mix, 2 1/2 Jahre) an zu knurren, selten lasse ich es mit fremden Rüden zu Kontakten kommen. Denn dann ist es wie bei Joes Hund: In sekundenschnelle schlagen die Calming signals in Aggression um und ich kann ihn nur noch zurückreißen. Ohne Leine möchte ich das erst gar nicht ausprobieren. Ich habe mich fast schon damit abgefunden, dass er so gut wie nie Leinenkontakte haben wird. Erschwerend kommt hinzu, dass er es seit seiner Kastration mit 16 Monaten nur schlecht ertragen kann, wenn ein anderer Hund an seimen Hinterteil schnüffeln will. Ich bin schon stolz, dass wir mit lockerer Leine ohne irgendein Theater an fremden Hunden vorbeikommen. Das war mein eigentliches Ziel. Und auch bei Bruno ist es Unsicherheit. Es gibt einige Rüden, mit denen er gut klarkommt, aber da ist er auch eindeutig der Unterlegene. Er warnt auch nicht vor. Knurren und sich draufstürzen wollen ist eins. Zur Zeit versuche ich, betont langsam an anderen Hunden vorbeizugehen und beclicker seine Calming signals. Aber wie ich Kontakte langsam aufbauen soll, wüsste ich echt nicht. Vielleicht hast Du ja eine Idee?
Gruß Birgit

von josh(YCH) am 02. März 2003 21:20

Hi Katharina,
ich denke, das kommt auf den Hund an. Meine alte Hündin z.B. pöbelt bei mir an der Leine nie; bei meiner Mutter immer. Das liegt eindeutig daran, daß meine Mam unsicher ist (sie meint, den Hund nicht halten zu können) und der Hund (eh schon eine Ängstliche) das merkt und sich beides hochschaukelt bis der Hund ins Meiden geht/pöbelt (je nach anderem Hund). Ohne Leine geht sie mit meiner Mutter immer ins Meiden. Das deutet für mich drauf hin, daß sie sich an der Leine schon "stärker" fühlt als ohne. Insofern "starker Maker". Für eh schon selbstbewußte Hunde gilt das sowieso - vorausgesetzt, ihr Mensch hat sie nicht im Griff und verspannt sich deshalb, weshalb der Hund "verteidigt" etc.
Insofern hast Du natürlich recht, wie der Mensch, so der Hund...

Liebe Grüße
josh

von josh(YCH) am 02. März 2003 21:26

Hi Birgit,
ehrlich gesagt: wenn Du ihn auch irgendwann mal ohne Leine soweit im Griff hast, daß er mit Dir zwischen anderem Hund und ihm (niemals die Hunde direkt aneinander vorbei, immer Menschenbein als Puffer dazwischen) ohne größeres Pöbeln oder gar Angriff vorbei geht, dann würde ich es dabei belassen. Er muß ja nicht mit jedem Spielen - das ist eigentlich eine sehr moderne Erwartung, die wir da an unsere Hunde rantragen. Alle sollen sich mögen und nett miteinander toben - naja, für ein Rudeltier ist das ziemlich schwer zu akzeptieren... Wölfe sind zu rudelfremden Artgenossen nicht eben nett.-
Insofern finde ich, man sollte die Abneigungen des eigenen Hundes tolerieren; wenn man ihn im Griff hat (und daran arbeitet ihr ja offenbar) und er nicht mehr offen pöbelt oder gar angreift - dann laßt es doch dabei. hat er gar keine anderen Hunde, mit denen er gern spielt?

Grüße
josh

von b.bialas(YCH) am 02. März 2003 21:44

Hallo Josh!
Doch, er hat Freunde. Sein bester Kumpel ist ein kastrierter Rüde, drei Wochen jünger als er. Er gehört meiner besten Freundin, die beiden sind quasi zusammen groß geworden. Da sie nicht so viel Zeit für den Hund hat, verbringt er oft ganze Wochenenden (mit Übernachtung) bei mir. Alles völlig problemlos, die beiden fressen sogar aus einem Napf.
Vielleicht denke ich auch einfach zu menschlich. Da kommt ein netter älterer Goldie fröhlich auf uns zu, beschwichtigt schon von weitem, Bruno ebenso, und sobald er ran ist, braucht meiner eine zehntel Sekunde, um ihm ins Ohr zu beißen. Da frag ich mich echt: Warum??? Der Hund hat auf 30 Meter Abstand schon gezeigt, dass er in guter Absicht kommt, und mein Stinkstiefel hat ihn bis zuletzt in dem Glauben gelassen, dass sei bei ihm auch so. Wenn man freundlich angesprochen wird, könnte man auch freundlich antworten, oder? (Zu menschlich gedacht, ich weiß!!!) Aber wenn ich unsicher bin, müsste doch so ein freundliches Gegenüber entspannend wirken, oder nicht? Ständ da ein Rüde mit erhobener Rute, könnte ich das Ganze ja noch verstehen. Bruno hat sich mal auf einen anderen gestürzt (er hat übrigens noch nie gebissen, sondern sie nur knurrend am Boden festgenagelt - aber ich möchte es nicht drauf ankommen lassen), da hat mich die Besitzerin total zusammengeschissen, was ich denn für eine Bestie hätte und ihrer wäre schon vier mal böse gebissen worden. Als ich das meiner Trainerin (Tierpsychologin) erzählte, meinte sie, genau das würde der Hund ausstrahlen: Mit mir kann man es machen.
Trotzdem kein schönes Verhalten und bei uns war es genau wie bei Joe: Welpenstunden, täglichen Hundekontakt, Junghundgruppe usw.
Ich komm nicht so gut mit Brunos Verhalten klar, weil ich es mir einfach nicht erklären kann. Aber wir geben nicht auf und werden weiter arbeiten.
Liebe Grüße
Birgit

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