Teletakt :: Hundeerziehung + Soziales

Teletakt

von Eli(YCH) am 17. März 2003 08:00

Suche Argumente gegen den Einsatz eines Teletakt-Gerätes sowie Alternativen um Hund das Jagen abzugewöhnen.


von marika(YCH) am 17. März 2003 08:31

ich habe einmal das teletakt ausprobiert....mein rottweiler war in jungen jahren nur noch ein kleiner punkt am horizont, wenn ein anderer hund auftauchte ( ich bekam meinen hund erst mit 1 1/2 jahren..absolut unerzogen ).
NIE WIEDER.
mein dicker war total verstört! nach dem einsatz ( obwohl ich es auf niedrigster stufe hielt ) hatte er zeitweise angst vor der wiese, auf der ich das teletakt einsetzte.
ich nahm als ersatz und zur besseren alternative zum teletakt eine 10m leine und ließ ihn nur noch damit laufen. nach einigen wochen war es kein thema mehr. er hörte noch auf entfernung auf `steh` und `sitz`. und er blieb, bis ich ihn abrief, oder laufen ließ.ohne leine.
viel erfolg!

von Antje(YCH) am 17. März 2003 09:55

Hallo Eli,

führe einfach an, wie langwierig die Vorbereitung für eine sinnvolle E-Gerätarbeit ist. Obwohl für mich das E-Reizgerät das Mittel der Wahl wäre bei einem wildernden Hund, ist ja bereits beschrieben worden, was passiert, wenn man das Gerät nicht sachgerecht einsetzt. Die Gefahr einer Fehlverknüpfung ist um ein vielfaches größer als die Möglichkeit, daß der Hund einen Impuls, wenn er nicht oder nicht richtig darauf vorbereitet wurde, richtig verknüpft. Voraussetzung für die Anwendung des E-Reizgerätes beim wildernden Hund ist, daß dieser a) bereits eine abgeschlossene Grundausbildung besitzt (also das Wildern nicht ein Symptom dafür ist, daß der Hund einfach nur nie richtig ausgebildet wurde), und b) der Einsatz des Gerätes über Wochen und Monate vorbereitet wurde (Arbeit mit der langen Leine, Arbeit in gestellten Situationen etc.).

Wenn dieses nicht beachtet wird, können beim Einsatz des E-Reizgerätes vier Dinge passieren:

1. Der "harter" Hund interpretiert einen Impuls u.U. so, daß dieser vom jagenden Wild kommt. Er wird sich noch mehr anstrengen, das Wild zu erreichen, vom Impuls, selbst auf höchster Stufe, im Hetzten angestachelt werden. Zum einen ist damit das Ziel (Hund wildert nicht) in keinster Weise erreicht, zum anderen landen Wild und Hund u.U. vor einem Auto etc.

2. Ein "weicher" setzt den Impuls u.U. so um, daß er die Situation schlagartig meidet und völlig kopflos zu seinem Fluchtpunkt (Wohnung, Auto etc.) rast. Die Möglichkeit, daß er dabei vor einem Auto, der Eisenbahn etc. landet, ist extrem groß. Die Gefahr, daß er anschließend einen seelischen Knacks weg hat ist, den Ort meidet, seinen Besitzer meidet etc. (je nachdem, was ihm während des Impulses durch den Kopf geschossen ist), ist extrem groß, wobei aber die Möglichkeit, daß er den Impuls auf das Wild bezogen hat, relativ gering ist. Fazit: Ziel nicht erreicht...

3. Der Hund kann den Impuls völlig ignorieren, das E-Reizgerät zeigt keinerlei Wirkung, auch hier wird das Ziel nicht erreicht.

4. Der Hund verknüpft durch Zufall (müssen mehrere Zufälle sein: Impuls im richtigen Moment, und auch Reaktion des Hundeführers vor und nach dem Impuls gerade richtig) den Impuls mit dem Jagen des Wildes und ist anschließend kuriert, sofern der Hundeebsitzer auch anschließend alles richtig macht (d.h. so clever ist, daß der Hund nicht weiß, daß er heute ein E-Reizgerät trägt und morgen nicht).

Die Chance, daß die letztere Möglichkeit eintritt, ist relativ niedrig... Ganz abgesehen davon ist die Arbeit mit der langen Leine eine Voraussetzung für die Arbeit mit dem E-Reizgerät. In Verbindung mit dem Ausgleichen von Defiziten in der Grundausbildung reicht sie häufig aus, einen Hund vom Wildern abzubringen. Ansonsten stellt sie eine notwendige Vorarbeit für den Einsatz des E-Reizgerätes dar (der allerdings nur von "sachkundigen" Personen vorgenommen werden darf).

Viele Grüße

Antje

von Sascha(YCH) am 18. März 2003 09:13

Hallo Marika,

ich bin ja ein wenig fassunglos. Ich gehöre zwar nicht zu denjenigen die jedes Wort hier zerpflücken aber wenn ich lese das der Hund danach angst vor der Wiese hatte, anstatt zu gehorchen, hat hier ja wohl eine gehörige Fehlverknüpfung statt gefunden.
Genau das passiert wenn solche Geräte von laien verwendet werden. Ich halte zwar generell nix von solchen Geräten aber wenn sie noch durch laien verwendet werden, ist die katasrophe vorprogrammiert.

Sascha

von marika(YCH) am 18. März 2003 09:24

hi, sascha!!!!
du hast absolut recht!!!! ich war damals echt blöd. deshalb hab ich ja auch davor gewarnt, dies einfach so leichtfertig, ohne training vorher, einzusetzen. viele denken eben ( wie ich ja vor jahren auch ), dass es DAS wundermittel schlechthin ist. und davor will ich eben warnen....dass es dies nicht ist und der hund eine wochenlange vorbereitungszeit benötigt.
hab nen fehler gemacht, der aber in kürzester zeit wieder revidiert werden konnte ( jake ist super wohlauf und liebt die wiese heiss und innig ).
bin eben auch nur ein dummer mensch. aber ich hoffe auf fehlerfreies handeln.... :-)

von Martin + Mirko(YCH) am 18. März 2003 10:07

Grüß Dich Antje,

es ist für die neugierigen sehr hilfreich, sich deine ausführungen einmal genau durchzulesen und zu herzen zunehmen (Es ist wirklich gut, dass du das mal so klar ausgesprochen hast.) :

: Wenn dieses nicht beachtet wird, können beim Einsatz des E-Reizgerätes vier Dinge passieren:
:
: 1. ... im Hetzten angestachelt werden. ... zum anderen landen Wild und Hund u.U. vor einem Auto etc.
:
: 2. ... völlig kopflos zu seinem Fluchtpunkt ... rast. ... dabei vor einem Auto ... meidet, je nachdem, was ihm während des Impulses durch den Kopf geschossen ist...
:
: 3. Der Hund kann den Impuls völlig ignorieren,...
:
: 4. Der Hund verknüpft durch Zufall ... den Impuls mit dem Jagen des Wildes ...

: Die Chance, daß die letztere Möglichkeit eintritt, ist relativ niedrig...

Und wenn man dann schon bereit und willens ist, aufwand mit verstand zu betreiben, erübrigt sich die frage nach dem gerät wohl in den allermeisten fällen.

tschüß Martin & Mirko


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