Gehorsam :: Hundeerziehung + Soziales

Gehorsam

von Josef Mayr(YCH) am 31. März 1997 05:07


Hallo Hundefreunde!
Ich habe folgendes Problem. Jedesmal wenn ich mit meinen zwei Hunden, einem 2jährigen Schäferhund und einem 4jährigen
Schäferhundmischling Gassi gehe ist der Schäferhund problemlos
von der Leine zu lassen. Er kommt auf das Kommando hier zuver-
lässig zu mir zurück und ist auch immer bedacht in meiner Nähe
zu bleiben. Ganz anders der Mischling. Unsere Spaziergänge
führen uns meist über Wald- und Feldwege. Ich suche dann immer
Gelände aus die man weit übersehen kann. Aber trotzdem, sollte
selbst in größerer Entfernung irgend etwas sich rühren, daß ihn
interessiert (andere Hunde, Spaziergänger,Radfahrer) begibt er sich
schnurstracks dorthin. Selbst das Kommando "hier" kann ihn meist
nur kurz zum einhalten bewegen, dann stutzt er als wägt er ab was
ihm wichtiger ist und rennt weiter. Obwohl er nur aus Neugier hinrennt
ist er allein durch seine Größe wohl schon einschüchternd.
Dies veranlaßt mich die Hunde meist an der Leine zu halten.
Meine FrageWie bringe ich ihm bei auf meine Befehle zuver-
lässiger zu reagieren? Auf zu großen Druck reagiert er verängstigt,
ohne Erziehungsdruck geht es aber auch nicht. Ich bin ihm schon
nachgerannt und habe ihn geschüttelt weil er mal wieder nicht kam.
Das wirkte eine halbe Stunde danach war alles beim alten. Wer
kann mir Tips geben wie man einen sonst lieben aber sehr weichen
Hund dahin erzieht das man auch ihn von der Leine lassen kann
ohne ständig sich Gedanken machen zu müssen was er jetzt wieder
so interessant findet das er unbedingt hin muß?

von Jennifer(YCH) am 01. April 1997 17:14

Hallo Josef,
das Wichtigste ist, dass der Hund versteht, dass du der Rudelführer bist. Ein Rudelführer ist nicht aggressiv und unterdrückend, sondern vor allem liebevoll und fantasievoll. Es sollten also viele interessante Sachen von Dir ausgehen. Wenn du den Hund auf den Spaziergängen mit spielerischen Übungen beschäftigst, ihn nicht selbst die Initiative ergreifen lässt, bist du ein guter Rudelführer.
Du solltest auch das Kommen oft üben und ihn immer mit etwas Positivem begrüssen, auch wenn er mal erst nach zehn Minuten kommt. Noch besser ist es, wenn du ihm nie die Chance gibst, ungehorsam zu sein, also immer einen Schritt voraus bist.
Folgende Übung hat sich bei vielen Hunden bewährt:
Wenn der Hund sich während des Spazierganges nach dir umdreht, rufst du seinen Namen, so wie du ihn immer rufst, wenn er kommen soll. Gleichzeitig steckst du die Hand in die Jackentasche und holst einen Leckerbissen heraus. Dadurch bekommt der Hund zwei Signale zum kommenDas Rufen und die Handbewegung. Wenn der Hund kommt, gibst du ihm den Leckerbissen und wiederholst den Namen, so lobend und liebevoll wie du nur kannst. Das wiederholst du am Anfang fünf-sechsmal jedesmal wenn er zu dir guckt. Dann machst du es nur jedes zweites Mal, jedes drittes Mal usw. bis du es auf jedem Spaziergang noch fünf-sechsmal machst.
Da du zwei Hunde hast, musst du dran denken, immer nur "den richtigen" zu belohnen. Der andere kommt am Anfang vermutlich auch, aber wenn du konsekvent immer nur den belohnst, den du gerufen hast, lernen die beiden bald, wer gemeint ist.
Ich würde auch versuchen, so oft wie möglich mit den beiden getrennt rauszugehen, damit sie mehr an dir als aneinander hängen.
Erst wenn die Hunde "zuverlässig" wissen, was du meinst wenn du ruft, kannst du sie auch rufen wenn etwas Interessantes auftauchst. Bedenke bitte auch, dass wenn du den Hund rufst, und er nicht kommt, dann lernt er "Herrchen ruft mich und ich renne weg" und so bedeutet "hier" bald "wegrennen"! Deshalb sollte man nie rufen, wenn man nicht ziemlich sicher ist, dass der Hund gehorcht.
Du kannst ja auch versuchen, mit einer sehr langen Leine (ein Seil von fünfzehn-zwanzig Metern) spazierenzugehen. Der Hund darf nie weiter weg sein, als dass du das Seil noch erreichen kannst. Wenn der Hund dann versucht wegzurennen, kannst Du ihn noch erwischen. So lernt er bald, dass es sich nicht lohnt - du kannst ihn immer erreichen.
Auf zu großen Druck reagiert er verängstigt,
ohne Erziehungsdruck geht es aber auch nicht. Ich bin ihm schon
nachgerannt und habe ihn geschüttelt weil er mal wieder nicht kam.
Das wirkte eine halbe Stunde danach war alles beim alten.
Wenn er verängstigt wird, dann hast du ihn zu sehr geschimpft. Man muss zwar auch mal schimpfen, aber man muss es immer dem Hund anpassen. Da er eine halbe Stunde lang "verängstigt" war, hat er halt doch nicht verstanden, was du wolltest, sondern hatte nur Angst vor dir - und das willst du bestimmt nicht. Es ist wichtig, dass du ihn absolut nicht schimpfst, wenn er auch nur einen Schritt auf dich zu macht, oder auch nur etwas langsamer rennt (wenn du ihn erreichen konntest, müsste er eins von den beiden gemacht haben). Dadurch schimpfst Du ihn für die falsche Sache aus, und er lernt das Kommen trotzdem nicht. Wenn du ihn z.B. mit Hilfe der langen Leine einholst (Achtung! Nicht zu dir hin ziehen, sondern wirklich einholen!) dann kannst du ihn ausschimpfen, zwei Schritte von ihm weggehen und ihn rufen, und dann sehr viel loben, wenn er kommt. So gibst du ihm eine faire Chance zu verstehen, was du meinst.
Viel Glück!
Jennifer

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