Aggressiv bei Kleinkindern? :: Hundeerziehung + Soziales

Aggressiv bei Kleinkindern?

von Sabine+K(YCH) am 04. Mai 2003 18:59

Hallo Andrea,

bei eigenen Kindern kann das Verhalten Deines Hundes ganz anders sein als bei fremden (natürlich nach entsprechender Gewöhnung unter Aufsicht).
Meine eigenen Kinder sind schon größer, aber ich nehme jetzt mal den Familienkater zum Vergleich: Der wird von unserer Hündin als Rudelmitglied akzeptiert, nicht gejagt und darf sich dem Hund gegenüber einiges rausnehmen, was bei fremden Katzen undenkbar wäre. Die sind nichts anderes als ein potentielles Jagdobjekt, wenn Frauchen nicht einschreitet. ;-)

Unbeaufsichtigt würde ich aber auch die eigenen Kleinkinder niemals mit einem Hund lassen, auch wenn er noch so gutmütig ist.
Meinen Kindern habe ich auch klare Regeln beigebracht, was den Umgang mit dem Hund betrifft. (Nicht anfassen beim Fressen oder Knochenknabbern, auf dem Ruheplatz in Frieden lassen, "Lasst-mich-in-Ruhe-Signale" erkennen und akzeptieren...)
Aber wie gesagt, sie sind keine Kleinkinder mehr.

Was die Rettungshundearbeit betrifft:
Wir haben nie mit Kleinkindern trainiert.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass sie bei der Anzeige unwirsch auf ein Kleinkind reagiert hätte, das schreit, strampelt, wegrennt oder sie gar anfassen will. In einen Einsatz mit vermisstem Kleinkind wäre ich mit ihr nicht gegangen.
Kinder ab ca. 4 oder 5 Jahren sind kein Problem für sie, das haben wir auch geübt und damit gab's keinerlei Schwierigkeiten.

Grüße
Sabine+K

von tessa(YCH) am 04. Mai 2003 18:50

Hallo Andrea.

Kennt Dein Hund einen Maulkorb?

Mal eben so einen Maulkorb anlegen ist für den Hund absoluter Stress und eine Strafe!

An einen Maulkorb muss man einen Hund langsam und langwierig gewöhnen!

Nein! Lege ihr keinen Maulkorb an.
Dein Hund hat sich ganz normal verhalten, er hat gewarnt und dann verwarnt.
Dass ein Kleinkind das nicht versteht, ist normal - und da bist Du als Hundehalter gefragt.

Sorge dafür, dass Dein Hund seine Ruhe hat und auch behält und bitte notfalls darum, dass das Kleinkind dem Hund auf dem Ruhelager nicht zu nahe kommt.

Mehr musst Du nicht tun, dann hast Du nichts zu befürchten.

Gruß
tessa

von tessa(YCH) am 04. Mai 2003 19:02

Das stimmt nur zu sehr.

Mit Kleinkindern kommen eigentlich nur Hunde klar, die oft mit denen in Kontakt sind, quasi mit ihnen aufwachsen.

Für einen Hund, der keine Kleinkinder kennt, sind die einfach furchterregend und schrecklich.
Sie sind nicht einzuschätzen.
Sie bewegen sich unkoordiniert.
Sie brüllen und rennen plötzlich los, sie fuchteln mit den Armen oder mit Gegenständen.

Mein Rüde ist mit Kleinkindern aufgewachsen, der hat Nerven wie Drahtseile, mit dem können auch kleine Kinder fast alles machen.

Meine Hündin kennt absolut keine Kinder - Kinder bis ca. 12 Jahre sind ihr absolut unheimlich und furchterregend.

Sie sucht in ihrer Unsicherheit Schutz bei mir - und den bekommt sie.
Klar, ich versuche, sie an Kinder heranzuführen - positive Kontakte herzustellen.
Aber ich sorge auch dafür, dass sie Ruhe und Abstand bekommt, wenn sie signalisiert, dass es ihr zuviel wird.

Trotzdem hat sie Angst, wenn die Kinder sich nicht "normal" benehmen, sondern eben wie Kinder. Brüllen, Quietschen, Fuchteln. Sie weicht aus und beschwichtigt. Aber wenn sie nicht mehr ausweichen kann - dann schnappt sie auch (verwarnen, nicht beißen!). So geschehen, als meine Hündin eingeklemmt zwischen Couch und Couchtisch stand - hinter ihr der Hund der Familie und von vorn kam in höchsten Tönen brüllend, mit den Armen wedelnd und ein Handtuch schwenkend mein Patenkind (seinerzeit 5 Jahre) angestolpert, direkt auf sie zu.

Ich mache ihr das bestimmt nicht zum Vorwurf.
Mein Hund ist ein Hund. Klar, er darf keinen Menschen beißen.
Aber er darf sich artikulieren und dazu gehören Gestik, Mimik und auch akustische Signale.

Gruß
tessa

von Maren(YCH) am 04. Mai 2003 20:11

Hallo Andrea,

klar, Kleinkinder können für Hunde (oder Erwachsene), die das nicht gewohnt sind durchaus zur „Begegnung der dritten Art“ werden. Wir hatten das Glück unser aller Nerven an einem dreiwöchigen Kinderbesuch (2, 4 + 6 Jahre) zu messen, als unsere Kicki gerade 5 Monate war. Nun weiß die Hündin wie Kinder sich verhalten, und mag sie immer noch :-)

Bei einer zweijährigen Hündin würde ich unbedingt versuchen, sie an das spezielle Verhalten der Kleenen heranzuführen, und zwar so, dass sie die Begegnungen positiv verknüpfen kann.
Am besten wäre ein hundeerfahrenes Kind, das anfangs etwas älter sein kann und seine „pädagogische Aufgabe“ ernst nimmt. Vielleicht trefft ihr euch zunächst zu kurzen Spaziergängen, auf denen das Kind Leckerchen gibt und vielleicht Stöckchen wirft. (noch keine Zerrspiele und nicht das Spielzeug der Hündin nehmen) Wenn das klappt und der Hündin gefällt, kann man auch mal zusammen rennen, da müsstest du natürlich mitlaufen.
Das würde ich mit jüngeren Kindern weitermachen, kurze Begegnungen mit vielen Leckerchen aus Kinderhand, Ruhe beim Fressen und IMMER Rückzugsmöglichkeit für den Hund.

Aus Hundesicht ist ein kreischendes, zappelndes, quietschendes, schwanzziehendes, fallendes Kleinkind nur solange fürchterlich, bis die Vorteile überwiegen.
Und da gibt es einige:
Kleinkinder verlieren dauernd Essbares,
machen wunderbar klebrige Fingerabdrücke auf alle Möbel
und hinterlassen Leibnitzkrümelfährten.
Einem Labbi müsste das doch eigentlich erfreuen ;-)

Schöne Grüße und viel Glück
Maren

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