Gruppenarbeit :: Hundeerziehung + Soziales

Gruppenarbeit

von Attila(YCH) am 14. Mai 2003 08:09

Hi Stefan,

: Schade nur für die (wenigen), die diesen Sport vernünftig im Sinne des Hundes betreiben.

ja, das ist wirklich schade, denn was kann man mit dem Hund alles Großartiges anstellen auf Grund der Vielseitigkeit dieses Sports. Aber nix... Fast in jeder Unterordnung ist Meideverhalten zu erkennen - wenn man's denn erkennt.

Gruß, Attila

von Stefan(YCH) am 14. Mai 2003 08:16

: Hi Attila,

wenn man's denn erkennt.

Oder erkennen will...schließlich funktioniert der Hund auch im Meideverhalten mehr oder weniger gut.

Und wie die 95 Punkte und der feste Biss im Schutzdienst zustandekommen
ist dann zweitrangig.
:
: Gruß, Stefan

von Francis(YCH) am 14. Mai 2003 08:35

Hallo,
es ist wirklich traurig, wie vielerorts die "Arbeit" mit Hunden aussieht (sollte eigentlich doch für beide Seiten eher Spass sein!). Ich mache mit meinem Labbi Dummyarbeit und das ist glücklicherweise eine Betätigung, die auf eine gute und freudige Zusammenarbeit des Hundes mit seinem Menschen angewiesen ist, so dass sich solche Brachialmethoden von vornherein verbieten. Mein Hund ist ausschließlich mit positiver Verstärkung erzogen, und ich bin - bis auf wenige Knackpunkte, an denen wir noch arbeiten - mit dem Ergebnis recht zufrieden (wir haben BHP und Hundeführerschein). Vor allem im Vergleich mit bekannten Hunden, die mit Leinenruck, etc. ausgebildet wurden, stehen wir gut da, von der besseren Beziehung zwischen Hund und Halter gar nicht zu reden. Aber die Vertreter der antiquierten Methode sind leider auch dadurch nicht wirklich zum Nachdenken zu bringen. Den Preis zahlt der Hund mit dem Verlust an Lebensqualität!
Gruß Francis

von Konny(YCH) am 14. Mai 2003 08:45

: Hallo Attila:
ob es am Phlegma der Hundehalter liegt, die zwar ein liebes, bepelztes Wesen zu Hause haben möchten, jegliche Arbeit mit diesem Tier aber scheuen,

Dem gebe ich Recht .Man schafft sich einen Hund an weil er ja sooooo süüüüüßßßß ist aber das JEDER Hund Arbeit braucht wissen die wenigsten(oder wollen es nicht wissen).
Ich erkläre immer wieder:"Würde es euch gefallen zu essen zu bekommen und 2-3 mal am Tag spazieren zu gehen?MEhr aber auch nicht."

: Ich wurde eingeladen, meinen Junghund (8 Monate) in die "Gruppenarbeit" zu integrieren, welche jeweils die Übungsstunden einleitet. Dieses Angebot lehnte ich freundlich, aber bestimmt ab mit der Begründung, der Hund beherrsche noch keine Kommandos wirklich sicher, geschweige denn unter Ablenkung; er würde in der Gruppe immer nur zu den anderen Hunden hinstreben, anstatt sich auf "fuß", "sitz" und "platz" zu konzentrieren - ist ja auch verständlich bei einem Junior.

Nur in der Gruppe mitlaufen,ohne bestimmte Kommandos und versuchen den Hund mit Leckerle bzw Ball auf mich zu fixieren finde ich OK.
Allerdings muß die Bindung zum Hund stimmen.

Die Gruppenarbeit, wurde mir erklärt, diene doch nur dazu, daß der Hund sich mit anderen Hunden zu sozialisieren lerne. Falsch! Ein Hund muß sozialisiert sein, um sinnvollerweise an einer Gruppenarbeit teilnehmen zu können.

Sozialisation in Gruppe ist nur sinnvoll und zweckmäßig,wenn der Invidualabstand vom Hund eingehalten wird und auf die Calming signals geachtet wird.
Dazu gehört aber ein Ausbilder,der sich damit auskennt und Beschwichtigungssignale erkennt und auch selber einsetzen kann.

Minuten später wurde dann ein knurrender, zähnefletschender und kläffender Schäferhundrüde von zwei Jahren auf den Platz geführt, um durch "Gruppenarbeit" Benehmen zu lernen. Er strebte ebenfalls zu den anderen Hunden, aber nicht um mit ihnen zu spielen, sondern um sie anzugreifen - selbst Hündinnen ging er aggressiv an. Dieser Hund ist ein Fall für einen erfahrenen Hundetrainer oder einen Tierpsychologen, aber nicht für den Gebrauchshundeplatz. Jedesmal also, wenn der Rüde wieder einmal zu einem der anderen Hunde hinzerrte - und das war ständig der Fall - bekam er von seinem Besitzer einen Leinenruck, daß er sich fast überschlug, obwohl er "natürlich" ein Stachelhalsband trug.

Über diese Ausbildungsmethode kann man streiten.
Ich sehe es so, das dieser Hund absolut keine Bindung zum Besitzer hat und daran sollte zuerst gearbeitet werden.
Meine Hündin eine "soziale Sau",läuft in der Gruppenarbeit absolut ruhigneben ihrer Erzfeindin . Man kann sie nebeneinander ablegen,es passiert nichts!!!!Sie hat gelernt,das auf dem HP gearbeitet wird.
In freier Wildbahn mit Freilauf gehen wir uns großzügig aus dem Weg.
An der Leine kein Problem.

Das nenn ich mir doch einen ordnungsgemäßen und effektiven Gebrauch des Stachels! Der Ausbildungswart unterstützte die Aktion jeweils durch die Anweisung "einwirken, einwirken", woraufhin es dann zu den beschriebenen Flugversuchen des Rüden kam.


Und so wurde der arme Rüde (ein schöner Hund übrigens) eben hin- und hergeschleudert, bis das Martyrium für diesen Tag beendet war.

Armer Hund

:
: Hat man denn da noch Töne? Ein Hundesportverein ist doch keine allgemeine Beratungspraxis für verhaltensgestörte Tiere! Der Schäferhund war wohlbekannt, und die Besitzer hatten eingangs der Stunde ihre Probleme mit diesem "schwierigen und anstrengenden Tier" eingehend geschildert. Die Frau sagte schließlich: "Ich habe auch schon daran gedacht, mit ihm in eine Hundeschule zu gehen..." Ach was! Daß ihr doch tatsächlich dieser Gedanke kommt! Mitleidiger Kommentar einer "erfahrenen Hundeführerin": "Ich glaub, dat bringt aber gar nix, dem Hund muß man zeigen, wer der Chef ist."

Ich hätte diese Hundeführerin gefragt:"Wie bringe ich einem Hund bei wer der Chef ist???"
Möglicherweise. Aber ein Chef, der sich so gebärdet wie beschrieben, hat seine Aufgabe ganz entschieden verfehlt. :
: Ein Einzelfall? Keineswegs. Ein Trauerspiel: Aber ganz gewiß.
:
: Gruß, Konny:
:

von Martin + Mirko(YCH) am 14. Mai 2003 08:41

Grüß Dich Attila,

du legst den finger auf die wunde:

:... vom fehlenden methodischen Zugang zu einem Verhalten wie dem beschriebenen gar nicht zu reden? Und eben das wird's sein, was viele Hundefreunde von Gebrauchshundeplätzen fernhält: eine eindimensionale, gewalttätige Arbeitsweise, die dem Lebewesen Hund und seinem Lernverhalten in keiner Weise gerecht wird.

Ein beispiel aus meinem erfahrungsbereich: Ein junger Briard wird wegen flegelhaftigkeit erst aus der welpen- dann aus der junghundegruppe verwiesen. Endlich wird konstatiert, dass mal jemand dem hund richtig zeigen muss, wo es langgeht. Mit erfolg. Derjenige wird herzhaft gebissen. Da nicht mehr zu verlieren war, landete er dann in unserer THS-gruppe. Dort nimmt er nun ohne knurren und murren am gemeinsamen training teil, liegt mit ab, wenn wir aufwärmgymnastik machen (er versucht schon mal aufzustehen, aber das ist kein problem.) Na klar ist er ein aufgedrehter junger rüde, aber der lernt sehr schnell die vorteile eines auf den menschen bezogenen verhaltens kennen und er hat eine prima bindung zu deiner HF.
Glaubst du das interessiert jetzt irgendjemanden von denen, die meinten "den muss man mal richten!" ? Nicht die bohne.

tschüß Martin & Mirko



von Jettie(YCH) am 14. Mai 2003 10:06


: es bleibt ja immerhin jedem selbst überlassen, wie er mit seinen Hunden arbeiten möchte. Aber in vielen Vereinen wird erwartet, daß die allgemeine Linie durchgehalten wird ("hart und kompromißlos"winking smiley, da hat man gerade als Neuling keine Chance. Und Interessenten werden in jedem Fall abgeschreckt.

Hallo Attila,

ja, es bleibt jedem selber überlassen wie er/sie mit seinem Hund arbeitet. Aber wenn man selber unsicher ist wie man denn seine Ideen am besten umsetzt, dann möchte man sich schon gerne einem Verein oder einer Gruppe anschliessen.

Als wir unseren ersten Hund bekommen haben, da hätte ich schon gerne jemanden gehabt der mich ein bisschen an die Hand nimmt. Unser erster Hund war eine reinrassige Schäferhündin (rote Papiere), ein Jahr alt und auf dem Weg ins Tierheim. Sie sollte eine Disco bewachen, hat aber versagt - obwohl sie nach den "gängigen" Methoden "ausgebildet" worden ist. Dass sie versagt hat glaube ich gerne, denn sie war total verängstigt, verschüchtert, unsicher, ein mitleiderweckendes Bündel Hund. Wir haben sie dann zu uns genommen und natürlich war das alles andere als einfach. Hat man sie nicht angeschrien oder massiv gezwungen, dann lief sie nur unsicher von einer Ecke in die andere, geduckte Haltung, angelegte Ohren, zitternd. Einmal ist sie während eines Spaziergangs in den ersten Tagen vor uns davongelaufen und liess sich nicht einfangen, nicht heranschmeicheln, nicht locken. Erst als ich ganz herrisch "Sitz" befahl setzte sie sich tatsächlich und ich konnte sie einfangen.

Auf Anfrage beim Hundeverein wurde mir gesagt, ich dürfe nicht zu gut zu einem Hund sein, das würde ihn verunsichern und ich solle der Hündin auf jeden Fall zeigen was eine "Harke" ist, denn sonst würde sie nicht folgen. Wie hätte ich denen klarmachen sollen dass ich genau das nicht mit der Hündin machen möchte?? Ob die wohl Verständnis für den Hund gehabt hätten? Wohl kaum.....

Ich habe das nicht auf diese Art gemacht, denn eine Maschine als Hund wollte ich nicht. Ich habe ganz unten angefangen und Vertrauen aufgebaut, Sicherheit gegeben und dann unter grossen Schwierigkeiten eine Beziehung zu diesem Hund aufgebaut. Leider hat sie niemals ihre Befangenheit verloren, war immer in Deckung, duckte sich bei jeder neuen Situation und verlor ihre Angst niemals vollkommen.

Ich habe mich hier schon nach Alternativen umgeschaut, aber keine gefunden. Der Tonfall und die Methoden der Vereine und Gruppen die ich hier fand waren alle in etwa gleich. Die Arbeit durch positive Bestärkung kenne ich nur aus Büchern oder durchs Internet. Praktiziert wird sie hier in meiner Umgebung nicht. Ich lese mich durch alles was ich in dieser Richtung finde und hoffe, ich mache nicht allzuviel falsch.

Ich bin total vom Thema abgekommen *gggg*.......

Liebe Grüsse,

Jettie

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