Problem mit Husky-Mix evtl. Ex-Streuner :: Hundeerziehung + Soziales

Problem mit Husky-Mix evtl. Ex-Streuner

von Anett(YCH) am 04. September 1998 23:38

Ich schreibe im Namen einer Kollegin, sie hat vor 7 Monaten eine Husky-Windhund??(das weiss keiner so richtig) Mischlings-Hündin aus dem Tierheim (ursprünglich aus Tierheim Italien) geholt.
Ich vermute, dass der Hund ein Streuner war, sie ist jetzt ca. 1 1/2 Jahre alt. Sie war auch schon in der Schweiz bei 3-4 Familien, die sie aber nach wenigen Wochen zurückgegeben haben.
Nun zu dem Problem: Sobald man sie von der Leine lässt (sie kommt übrigens auch aus dem Bauchgurt raus, einfach rückwärts laufen und tschüss) haut sie im gestreckten Galopp ab. D.h. sie sieht nichts (wie z.B. Wild oder ähnliches) sondern einfach so. Sie jagt Schafe und ähnliches und soviel ich weiss, hat sie auch schon mal Hühner gerupft. Verstecken und Co. hat bei ihr ebensoviel Erfolg, als ich versuchen könnte meine Fische zum Synchron-schwimmen zu bringen. D. h. rufen, verstecken, Leckerli usw. keine Chance! Sie hat meiner Meinung nach auch keinerlei Rudeldrang (oder resp. nicht mehr) Am Anfang ist sie nach ihren Ausflügen nach ca. 1-2 Stunden zurückgekehrt, nun hat sie aber erlickt, dass sie einfach draufzulaufen kann, und sobald sie Hunger oder ähnliches verspürt zu jemandem (egal wem) zulaufen kann und dann kommen plötzlich ihre "Herrchen" und holen sie wieder. Auch ist ihr im Prinzip egal, wer gerade bei ihr ist, oder ob überhaupt, sie ist im Verhalten ähnlich wie Katzen. Egal von wem, hauptsache ich bekomme mein Futter.
Meine Kollegin hat dann vor ca. 3 Monaten noch einen jungen Schäfer-Husky-Rüden, mittlerweile 9 Monate aus dem Tierheim geholt, aber auch das hat ihr Rudelinstinkt in keinster Weise geweckt.
Letztens hat sie den Freund meiner Kollegin geschnappt, weil er sie zurechtweisen wollte.
Obwohl ich seit Kindesalter mit Hunden aufgewachsen bin, weiss ich selbst keinen Rat mehr! Wie kann man einem Hund, der keinerlei Rudelinstinkt (über den ja eigentlich alles beim Hund läuft) einen solchen wieder beibringen. Meine Kollegin wird ihn abgeben, d.h. notfalls einschläfern, (weil er bei allen Familien das gleiche Schicksal erleiden wird, d.h. nach ein paar Wochen wieder in Tierheim zurückgegeben wird, sie möchte ihr das ersparen) Ich finde aber eine Chance sollte man dem Tier noch geben, wer weiss mir resp. meiner Kollegein einen brauchbaren Rat?

Danke und viele Grüsse Anett & Joya (die ein richtiges Rudeltier ist)

von Anja(YCH) am 05. September 1998 07:32

Liebe Anett,

nachdem was der Hund mitgemacht hat, wundert es mich nicht, daß er immer wieder abhaut. Nachdem er in so vielen Familien und Tierheimen war, wird er wahrscheinlich das Vertrauen zum Menschen endgültig verloren haben, wenn er das überhaut jemals hatte. Ich denke mal bei einem Hund, den man erst sieben Monate hat und der durch so viele Hände gegangen ist, hat verstecken und rufen keinen Zweck. Das hat nur Sinn bei einem Hund, der an Herrchen/Frauchen hängt und ihn schmerzlich vermißt, wenn er ihn nicht mehr sieht. Ein Hund, dem es eigentlich egal ist, bei wem er ist, wird bestimmt nicht in Panik ausbrechen, wenn er Herrchen/Frauchen nicht mehr sieht.

Hinzu kommt ja noch, daß Huskys (oder Husky-Mix) ja sowieso sehr stark zum jagen und streunen neigen. Ich frage mich, warum Deine Kollegin den Hund überhaupt von der Leine läßt, es gibt doch auch mit Sicherheit Leinen, aus denen sich der Hund nicht befreien kann. Normalerweise plädiere ich immer dafür, daß Hunde ohne Leine laufen dürfen, aber es gibt auch Ausnahmen. Hier ist z.B. jemand im Board, die auch einen Husky besitzt, die meiner Meinung nach auch gut erzogen ist. Sie hat den Husky vom Welpenalter an und läßt ihn trotzdem nur in ganz bestimmten Gebieten von der Leine. Ansonsten hat sie den Husky an einer ganz langen Longierleine, mit der er auch zumindest einige Meter Lauffreiheit hat.

Leider kann ich Dir jetzt keine tollen Tips geben, aber wie ich Deine Zeilen gelesen habe kam mir das Gefühl, daß Deine Kollegin erst einmal eine Beziehung zu dem Hund aufbauen muß und das wird sicherlich lange dauern. Viel Beschäftigung und immer wieder kleine Übungen, aber nicht ohne Leine. Ich würde dem Hund nicht mehr die Chance geben weg zu laufen. Erst wenn ich das Gefühl hätte, daß der Hund Vertrauen zu mir gefasst hat, würde ich es vielleicht einmal ohne Leine laufen lassen. Ob das überhaupt jemals möglich sein wird weiß ich nicht, dafür kenne ich mich zu wenig mit Huskys aus. Aber einen 1 1/2 jährigen Hund einzuschläfern, nur weil er sein Rudel nicht als Rudel ansieht und abhaut, finde ich eigentlich nicht ganz fair.

Ich hoffe, daß vielleicht jemand anderes hier Dir noch etwas besser helfen kann.

Viel Glück, Anja

von Petra Führmann(YCH) am 05. September 1998 17:55

Hi!
Eine konsequente Handfütterung könnte evtl. die Bindung langsam aufbauen. D.h., den Hund nur aus der Hand (Hand für Hand Trockenfutter aus Napf nehmen und Hund hinhalten) füttern.
Außerdem natürlich nie von der Leine lassen (an Schleppleine nehmen, damit er wenigstens etwas freie Bewegung bekommt) und verstärkt Suchspiele mit Futter machen (futterbrocken ins Gras werfen oder über Boden rollen).
Es dauert wahrscheinlich Monate, bis der Hund so etwas Bindung aufbaut.
Eine gute Gehorsamsausbildung baut auch Bindung auf!
Liebe Grüße und viel Erfolg!
Petra

von mecki(YCH) am 08. September 1998 07:48

Hallo Anett

:Ich schreibe im Namen einer Kollegin, sie hat vor 7 Monaten eine Husky-Windhund?? Mischlings-Hündin aus dem Tierheim geholt.

Nachdem ich eine inzwischen fast 3jährige Husky-Hündin habe, kann ich die Probleme Deiner Kollegin in etwa nachvollziehen. Auch meine Hündin "nutzt" die Gelegenheit zur Jagdt, wenn sie kann. Dazu muss ich auch sagen, daß ich viel in ihrer Erziehung verkehrt gemacht habe. Trotzdem würde ich sie deswegen nie wieder hergeben. Ich habe gelernt, mit den Umständen zu leben und ihr soviel Auslauf zu geben, wie es unter den Umständen möglich ist. Ich kann sie nur auf großen weit übersichtlichen Wiesen ohne Leine laufen lassen. Nachdem wir in einem Waldgebiet wohnen, kann ich dort nur mit langer Leine (ich benutze dazu eine Pferdelonge) in Verbindung mit einen Geschirr mit ihr laufen.
Gut ich sollte noch erwähnen, daß die Hündin bis auf 3 Stunden täglich immer bei meinem Mann (er arbeitet in einem Reitstall und kann sie dorthin mitnehmen) bzw. bei mir dabei ist, so daß sie kein aufgestautes Laufpensum hat. So kann ich Deiner Kollegin nur raten, der Hündin Ersatzbeschäftigungsmöglichkeiten (Fahrradfahren, Joggen, Agility, Hundeschule- oder Platz) anzubieten, damit sie ihr lauffreudiges Naturell ausleben kann. Ein Hundeleben an langer Leine muss keine Qual sein und einen Hund deswegen töten zu lassen ist bestimmt nicht der richtige Weg.

:Meine Kollegin hat dann vor ca. 3 Monaten noch einen jungen Schäfer-Husky-Rüden, mittlerweile 9 Monate aus dem Tierheim geholt.

Nachdem die Husky-Mischung schon im ersten Falle ihre Probleme offenbart, wundere ich mich, daß Deine Kollegin noch einen Husky-Mix dazuholt. Wie verhält sich denn dieser Hund zum Thema Freilauf ?
Dabei fällt mir gerade ein, daß unsere Hündin sich auch im Wald von der Leine gelassen "davonmacht", obwohl unser Zweithund (ein Border-Mix) an meiner Seite bleibt.

Grundsätzlich bin ich der Ansicht, einen zweiten Hund zu holen, um den ersten zu erziehen ist auch nicht der richtige Weg. Aber jetzt sollte sie auch die Konsequenz ziehen und mit beiden versuchen klarzukommen, schließlich ist ein Hund doch kein Wegwerfartikel...

nachdenkliche Grüße sendet mecki


von Ingrid(YCH) am 09. September 1998 09:55

:Ich schreibe im Namen einer Kollegin, sie hat vor 7 Monaten eine Husky-Windhund??(das weiss keiner so richtig) Mischlings-Hündin aus dem Tierheim (ursprünglich aus Tierheim Italien) geholt.
Hallo Anett,
durch Zufall habe ich Deine Mitteilung gefunden. Auch ich bin stolze Besitzerin eines "Streuners". Mein Anko ist ein Afgahne-Pharaou Hound - Mix; also ein "reiner" Windhund-Mix. (übrigens auch aus dem Tierheim)Da Huskies passionierte Langstreckenläufer und Windhunde passionierte Renner sind, glaube ich nicht, daß es sich bei Deinem Problem um Streunen handelt. Diese Hunde laufen und rennen aus reiner Lebensfreude. Wenn ich meinen Anko (im Nov. 2 J.) von der Leine lasse, was natürlich auch nur auf möglichst übersichtlicher großer Fläche möglich ist, dreht er erst 1 - 2 große Runden und verschwindet dann für lange Zeit im Unterholz zum Jagen.
Ich habe einige Male in Tränen aufgelöst 4-5 Stunden gewartet.... Aus diesem Grunde ist bei uns hauptsächlich die Leine angesagt (10 m)- auch hier sind die "jagdlichen" Erfolge leider noch beachtlich. Einen Ausgleich versuchen wir durch Fahrradfahren zu schaffen, was für meinen Mann ein ziemlicher Kraftakt ist, da Anko bei diesen "Schneckentempo" (37 kmh) immer noch versucht, jedes Kaninchen oder Katze zu jagen.
Wir haben uns mit dieser Eigenart abgefunden und werden demnächst die Hunde-Rennbahnen aufsuchen, um ihm eventuell die Teilnahme an Trainingsläufen zu ermöglichen.
Vielleicht wäre das auch etwas für Deine Freundin?
Die Überlegung einen so jungen Hund einzuschläfern, nur weil er gern weite Strecken läuft, ist für mich erschreckend. Außerdem bin ich davon überzeugt, daß man nicht von fehlendem Rudelinstinkt ausgehen sollte,denn meiner Meinung nach sind 7 Monate in einer neuen Familie bei dieser Vorgeschichte keine so lange Zeit.
Ich weiß zwar, daß ich Dein Problem nicht lösen konnte... aber vielleicht ein wenig Mut zur Geduld?

Liebe Grüße von Ingrid und Anko, der zwar auch selten hört, immer rennt, von Unterordnung gar nichts hält aber doch ein wichtiges Mitglied unseres "Rudels" ist

von Matthias(YCH) am 09. September 1998 16:25

Hallo Anett,bin stolzer Besitzer eines nahezu 2 jährigen Husky-Rüden und war des öfterenauch schon der Verzweiflung nahe, weil ich dachte jetzt isser wieder ausgebüxt.Eine starke Neugierde kann man ihm schon attestieren (die hatte meine damals 5 jährige Schäferhünding aber auch als ich sie aus dem Tierheim holte) und er muß halt dann immer erst mal "die Lage peilen" ;-)) und dazu kommt der extrem starke Laufdrang,von daher glaube ich auch nicht, daß es "streunen" ist sondern eher die Lust am der Bewegung.Da hilft nur eins, verschaffen, so oft es geht und ansonsten Geduld, denn Aimo kehrt immer öfter zielstrebigwenn er "gesehen hat" was er wollte.An bestimmten Stellen zischt er immer wieder ab um an bestimmte Stellen zu laufen undzu beschnuppern, oder eine Hündin im Aussiedlerhof die dort im Zwinger lebt zu besuchen.Früher mußt ich ihn dort mit dem Auto wieder abholen, inwzischen kommt ernach mehrmaligem Pfeifen wieder im gestreckten Galopp zurück.Ein Tier einschläfern zu lassen, weil es tut wozu es "geboren" wurde (im übertregenen Sinne) halte ich für äußerst bedenklich.Geduld, viel Einfühlungsvermögen in den Charakter der jeweiligen Hunderasseund die Bereitschaft sich konsquent damit auseinanderzusetzen ist mein Rat.(meine o. erwähnte Schäferhündin kostete mich anfangs auch den letzten Nerv, weil sie auf alles und jedenagressiv war und auch alles jagte was sich bewegte. nach ca. 1 jahr hatte ich es geschafftohne daß ich ihren "charakter zerbrach (durch teletakt oder dergleichen, wie vom hundeverein empfohlen)mit aimo dauert es wohl ein wenig länger, aber dafür hat es so wunderschöne blaue augen und isthalt ein husky, also mehr katze als hund.gruß matthias

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