Ganztagsarbeit und Hund ? :: Hundeerziehung + Soziales

Ganztagsarbeit und Hund ?

von Andrea und Sara(YCH) am 29. September 1998 13:49

Hallo Andrea

(Wirklich seltsam, dieser Name...)

Nein, nein so war das nicht gemeint. Das war jetzt wirklich so krass geschrieben für diesen (oft vorkommenden) Fall, den da Maritta angesprochen hat. Sie arbeitet den ganzen Tag und möchte jetzt trotzdem einen Hund haben. Meine Antwort basiert auf der Befürchtung, dass sie sich einfach so einen Hund anschafft und ihn nicht mit zur Arbeit nehmen kann. Da bin ich wirklich der Meinung, dass das nicht die richtigen Voraussetzungen sind und man dem Hund das nicht antun darf. Sich in diesem Fall einen Hund anzuschaffen finde ich in der Tat sehr egoistisch.

Natürlich gibt es Fälle in denen es mal über hoffentlich nur begrenzte Zeit nicht anders geht als den Hund halt mal alleine zu lassen. In Deinem Fall klingt es nach der besten Lösung. Gottseidank verschläft Dein Hund ja auch fast die ganze Zeit, in der Du nicht da bist. In einem anderen, auch in dieser Diskussion, angesprochenen Fall sehe ich das aber schon wieder anders. Ich meine den Fall "Jobwechsel". Wenn jemand, aus welchen Gründen auch immer, zu einem Jobwechsel gezwungen wird, dann bin ich der Meinung, dass sich da immer eine Lösung finden lässt. Sei es ein Hundefreund dem man den Hausschlüssel anvertraut und der dann den Hund zum Spaziergang abholt oder ein Bekannter der den Hund wärend der Arbeitszeit zu sich nimmt. Die Sprüche "ich kenne niemand solches" sind, entschuldige bitte, totaler Humbug. Eine Bekannte von mir hatte das Problem vor kurzem, jedoch nicht mit einem Hund sondern mit einem Pferd. Das Pferd ist krank und kann nur noch 2 bis 3 mal die Woche geritten werden. Sie brauchte also jemand der herkommt um jeden Tag zu misten, zu füttern und eben ab und zu im Schritt zu reiten. Zudem wünschte sie eine Kostenbeteiligung. Und siehe da, nach nur einem Inserat war die Person gefunden und das klappt hervorragend. Also bitte, wenn das mit einem kranken Pferd machbar ist, wird's doch wohl auch mit einem Hund möglich sein. Ich jendenfalls biete allen Bekannten (auch die, die ich nur vom Spaziergang her kenne) an sich bei mir zu melden, wenn sie mal einen Betreuer für ihren Hund suchen. Ein Hund mehr oder weniger ist zu Hause und im Büro egal. Abgesehen davon wäre Sara richtig entzückt von einem Spielpartner. Noch was zum Thema Jobwechsel: Wenn ich jetzt einen anderen Job annehmen müsste, dann würde ich jemanden suchen der in meiner Abwesenheit zu Sara schaut. Mal angenommen ich finde niemanden der mir zusagt, dann würde ich diesen Job nur als Zwischenlösung betrachten und sofort was neues suchen. Als ich Sara zu mir genommen habe, habe ich die Verantwortung für dieses Geschöpf übernommen. Um mit meinem Mann zusammensein zu können würden ich doch auch den Job, die Stadt oder was auch immer wechseln. Und das obwohl auch mein Mann mir entgegenkommen könnte. Der Hund ist aber in der Situation überhaupt nichts ändern zu können. Es ist unsere Pflich die 10 oder 15 Jahre, in denen unsere Hunde auf dieser Welt sind, für sie toll zu gestalten. 15 Jahre sind eine wirklich kurze Zeit. Wenn ich mir vorstelle ich würde nur 10 Jahre alt und 10 Stunden täglich soll ich schlafen und 10 Stunden bin ich alleine, nein danke!

Nachdenkliche Grüsse senden
Andrea und Sara

von Michaela(YCH) am 29. September 1998 13:50

Hallo Jim,

sorry, aber den Vergleich mit Kindern finde ich unpassend. Ich finde, der Hund ist weder ein Kind(ersatz), noch der beste Freund, er ist eben ein Hund, ein Rudeltier und total von uns abhaengig. Das Kind will relativ bald alleine spielen, laedt Freunde zu sich ein und zieht sich mit ihnen zurueck und ab einem gewissen Alter ist es ohnehin am liebsten selbstaendig und moechte von den Eltern in Ruhe gelassen werden. Der beste Freund wiederum fuehrt ein voellig eigenstaendiges Leben, man ruft ihn an, verabredet sich mit ihm, freut sich ueber das Zusammensein und dann geht man wieder getrennter Wege. Damit moechte ich nur sagen, dass es nicht moeglich ist die Beziehung Mensch-Hund mit irgendeiner anderen Beziehung zu vergleichen (Eltern-Kind, Freund-Freundin, etc..) Ein Hund der von seinem Rudel isoliert lebt, leidet. Das Rudel sichert sein Ueberleben. Nur wenn er nicht bellt, heisst es doch nicht, dass er die Situation gut findet. Hunde haben nun einmal verschiedene Charaktere, sie reagieren nicht immer gleich (also mit Zerstoerungswut, bzw. Dauerbellen, wenn sie mit einer Situation nicht zurechtkommen). Ich glaube, Dein Hund steht in der Zeit in der Du nicht da bist, unter Stress, denn er ist hochsozial und auf sein Rudel angewiesen. Auch ist nachgewiesenermassen der Hundeschlaf total anders, wenn er alleine ist, als wie wenn er in der Gewissheit schlaeft, mein Rudel ist in der Naehe. Dass er natuerlich seinen Bereich fuer sich braucht, seine Intimsphaere und in Ruhe schlafen moechte, ist ja wohl eine andere Sache und kann nicht so ausgelegt werden, dass er gerne mal alleine ist. Diese Auslegung finde ich ein wenig kurios.

Gruesse,

Michaela


von Michaela(YCH) am 29. September 1998 13:54

Hallo mecki und Andrea,

es ging ja wohl eher darum diesen von euch beschriebenen "Notfall" nicht unbedingt zum Standard zu machen. Natuerlich, wenn etwas passiert, dann ist dies manchmal besser, als den Hund vom Rudel zu trennen, aber wenn man schon vorher entscheiden kann (was ja bei der Anfragenden der Fall ist), dann sollte man wohl davon absehen, einen Hund so lange alleine zu lassen.

Michaela

von mecki(YCH) am 29. September 1998 14:14

Hallo Michaela,

:aber wenn man schon vorher entscheiden kann (was ja bei der Anfragenden der Fall ist), dann sollte man wohl davon absehen, einen Hund so lange alleine zu lassen.

Ja, der Ansicht bin ich auch. Ich musste ebenfalls 29 Jahre "warten" bis sich mir als Ganztagsbeschäftigte die Möglichkeit der Hundehaltung bot.
Trotzdem finde ich es traurig, wenn man als Ganztagsbeschäftigte mit Hund immer wieder angegriffen wird und sich regelrecht rechtfertigen muss, warum der Hund so lange allein zu hause bleiben muss.
Ich denke nun mal, daß niemand der ganztags Beschäftigt ist und einen Hund hat, ihn leichtfertig und gerne zu Hause lässt.

mecki



von Jim(YCH) am 29. September 1998 14:36

Hallo Michaela

Sorry, der Vergleich Kinder mit Hunden sollte hier auch nicht sein.
Das einzige, was ich damit ausdrücken wollte, verschiedene Menschen machen sich weniger
Sorgen um Kinder als um ihren Hund in dem Punkt Alleinsein. (Ich kenne
einige Leute, die ihr Kind einige Stunden allein lassen, wenn sie aus der
Schule kommen und die Eltern noch zur Arbeit sind. Daß die Kinder Angst allein
zuhause haben, spielen die ab: Hab die doch nicht so)
Hier wird dauernd von Rudelverhalten geredet. Klar, daß das Tier sich im Rudel beschützt
fühlt. Es wird aber auch abgestossen, wenn es krank oder verletzt ist.
Das tun wir ja nicht. Es muß sich sein Fressen erkämpfen, der Schwächere
bekommt das was übrigbleibt. Das tun wir auch nicht. Es will jagen, Tiere
reissen. Das lassen wir es nicht. Reviere besetzen und markieren dürfen sie in unserer
Gesellschaft auch nicht. Darüber regen wir uns nicht auf. Hunden werden
Schwänze und Ohren weggeschnitten, gequält, Haare weg- und Falten hinzugezüchtet.
Darüber reden wir aber nicht.
Nur dieser eine Punkt, indem wir einer Arbeit nachgehen und uns in unserer
Freizeit doppelt freuen mit dem Hund zu spielen und zu raufen, wobei er
leider einige Stunden auf seinen Rudelführer verzichten muß, der wird so hoch
gespielt.
Wir haben den Tieren doch praktisch alles von seinem Rudelverhalten weg-
genommen, ohne jemals darüber nachgedacht zu haben.
Ich behaupte auch, daß nicht der Mensch sich den Hund als Freund geholt hat,
sondern der Hund hat den Menschen ausgewählt.
Was wir aber falsch gemacht haben, (wie das übrigends der Mensch bei allem macht)
wir haben den Hund nicht als Freund behandelt, sondern die Liebe und Treue
des Hundes zum Menschen ausgenutzt und an ihm herumexperimentiert, bis wir
ein salonfähiges Modeobjekt hatten, ohne Rücksicht auf Verluste (siehe Stephan
in diesem Forum: Kupieren soll legal bleiben)

Gruß
Jim

von mecki(YCH) am 29. September 1998 15:11

Hallo Andrea

:Ich meine den Fall "Jobwechsel". Wenn jemand zu einem Jobwechsel gezwungen wird, dann bin ich der Meinung, dass sich da immer eine Lösung finden lässt. Sei es ein Hundefreund dem man den Hausschlüssel anvertraut und der dann den Hund zum Spaziergang abholt oder ein Bekannter der den Hund wärend der Arbeitszeit zu sich nimmt. Die Sprüche "ich kenne niemand solches" sind, entschuldige bitte, totaler Humbug.

Einer meiner beiden Hunde wäre im "Falle des Falles" ein solcher "Humbug".
Es gibt halt nicht überall nur Hundefreunde und hilfsbereiche Menschen so wie in diesem Forum und vorallem es gibt auch Hunde, bei denen man gerade mal froh ist, daß man sie soweit hingebogen hat, daß sie "einem" Menschen Vertrauen. Mein zweiter Hund z.B. war ein Angstbeisser als er zu uns kam. Nach langer und intensiver Arbeit vertraut er gerademal mir und meinem Mann, aber für jeden anderen (und sei es noch ein so guter Hundebekannter) "könnte" er ohne unsere Aufsicht zur Gefahr (auf glaubhafte Beispiele verzichte ich jetzt hier mal, meine damals erprobte Hundefreundin könnt hierzu einige unschöne Geschichten erzählen) werden.
Und jetzt ???

:Eine Bekannte von mir hatte das Problem vor kurzem, jedoch nicht mit einem Hund sondern mit einem Pferd. Das Pferd ist krank und kann nur noch 2 bis 3 mal die Woche geritten werden. Sie brauchte also jemand der herkommt um jeden Tag zu misten, zu füttern und eben ab und zu im Schritt zu reiten. Zudem wünschte sie eine Kostenbeteiligung. Und siehe da, nach nur einem Inserat war die Person gefunden und das klappt hervorragend.

Ich kenne nach 22 Jahren Reiterei mehr als eine Bekannte, die ihr Pferd schlachten lassen musste, weil sie keine akzeptabele Form der Gnadenpferdhaltung fand und sich auch kein Schwein der Welt mit dem alten Tier abgeben, geschweige denn sich an den Kosten hierfür beteiligen, wollte. Und nun ???

:Ich jendenfalls biete allen Bekannten (auch die, die ich nur vom Spaziergang her kenne) an sich bei mir zu melden, wenn sie mal einen Betreuer für ihren Hund suchen.

Toll ! "Ich" finde nach 2 Jahren noch nichteinmal eine gescheite Person in meiner unmittelbaren Nähe, der ich meinen Rüden ohne Angst, daß was passieren könnte, einfach kurzzeitig überlassen kann.

:Wenn ich jetzt einen anderen Job annehmen müsste, dann würde ich jemanden suchen der in meiner Abwesenheit zu Sara schaut. Mal angenommen ich finde niemanden der mir zusagt, dann würde ich diesen Job nur als Zwischenlösung betrachten und sofort was neues suchen.

Oh schön, bei Euch scheinen die freien Hundearbeitsplätze ja auf der Straße zu liegen. Es kommt ja wohl immer noch darauf an, welchen Beruf man hat und auch das Geldverdienen dabei, spielt ja auch wohl noch ne klitzekleine Rolle oder ??? Oder arbeitest Du aus Langeweile, ich jedenfalls nicht! Bei uns hier (wir haben 5000 Beschäftigte) sind z.B. Hunde am Arbeitsplatz verboten.

: Als ich Sara zu mir genommen habe, habe ich die Verantwortung für dieses Geschöpf übernommen.

Kein Mensch spricht hier davon, daß Ganztagsberufstätige keine Verantwortung für ihre Hunde übernehmen können und wollen.

:Um mit meinem Mann zusammensein zu können würden ich doch auch den Job, die Stadt oder was auch immer wechseln.

Aber doch nur, wenn ihr es euch "leisten" könnt, jetzt sei doch bitte mal ehrlich zu Dir selbst.

:Wenn ich mir vorstelle ich würde nur 10 Jahre alt und 10 Stunden täglich soll ich schlafen und 10 Stunden bin ich alleine, nein danke!

Jetzt projezierst Du Dein menschliches Denken auf den Hund, schließlich können für einen Hund doch schon nur wenige Minuten der Trennung zu seinem Menschen, eine Ewigkeit bedeuten...er trägt doch keine Armbanduhr !!!

kritische Grüße sendet mecki




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