von P.H(YCH) am 17. Juli 2003 20:32
Tschau Susanne
:d. h. der Hund zeigt dieses Verhalten nicht mehr. Egal ob der HF
:dabei ist oder nicht.
Das Glaube ich eher weniger, bei einem Hund der 5 jährig ist und seit drei Jahren dieses Verhalten zeigt.
:Kann der Hundeführer den verstörten Hund nicht wieder aus diesem Loch
:herausholen, hast du ein noch viel massiveres Problem.
Nicht massiver, ein anderes. Wenn der Hund im Fuss nicht schön läuft, sondern tief geht, dann sieht das nicht schön aus. Bei einer Korrektur wie bei diesem Problem, Leute anbellen, macht ein Meideverhalten nicht so viel aus, er wird sich neu antasten und das schlechte kam vom Hundeführer nicht von einer fremden Person. Ich sehe die Problematik grösser, wenn man wie vorgeschlagen wurde, über dritte den Hund korrigiert, mit z.B. Wasser anspritzen.
:ein Definitionsproblem. Du spricht immer von Motivationsarbeit, ich
:spreche von positiver Bestärkung.
Ich weiss schon von was Du schreibst, ich bestärke ihn ja auch positiv, mit Lob und Berührung, erst am Schluss der Arbeit, wenn alles fertig ist, spiele ich mit ihm. Er sucht das Lob und er reagiert auch darauf, ich kann so bestimmt wirken, beruhigend, aufmunternd usw. mit der Berührung kann ich freundlich beruhigend wirken, oder freundlich aufstellend usw. Zudem lerne ich, was bei meinem Hund wie wirkt, da nicht alle gleich reagieren. So lernt der Hund zu kommunizieren und ich auch.
:Wenn der Hund erst einmal gelernt hat, das es für richtiges Verhalten
:etwas gutes gibt (egal ob nun Leckerchen oder Ball) und Fehler eben
:nicht bestraft werden, bietet er dir soviel verschiedenes an, dass du
:gar nicht viel Motivieren musst.
Ich muss ihn ja nicht motivieren, er sucht das Lob und das biete ich ihm, wenn er erwünschtes Verhalten zeigt. Nicht immer gleich, manchmal muss er länger warten, manchmal Lobe ich ziemlich schnell.
:Hast du nun so einen HF und der wendet jetzt Zwang an, bricht für
:den Hund eine Welt zusammen.
Das glaube ich weniger, natürlich reagiert er das erste mal heftiger, aber das wäre ja bei diesem Problem erwünscht. Ein Hund kann lernen, mit dem umzugehen, es nicht persönlich zu nehmen, wenn der HF es emotionslos macht. Ich bestrafe ja nicht den Hund, sondern das Verhalten, Loben darf man mit Emotionen, denn ich Lobe den Hund.
Es braucht gar nicht viel Zwang, wenn der Hund lernte, was Zwang ist. Dann reicht ein kleines Signal und er versucht sofort wieder die Phase, wo er gelobt wird.
:Wie du bei deiner Ausführung eures Tierarztbesuches geschildert hast,
:weiß der Hund nicht per se, dass er den TA nicht anknurren soll,
:sondern er hört auf damit, wenn du dabei bist und ihm befehlen
:kannst, dass er es lassen soll.
Ja das ist so, das weil er am Ohr schmerzen hatte und er nicht wollte, dass er da berührt wird. Nun ich finde es normal, dass er da ein Zeichen setzt und nicht einfach drauf los schnappt. Ein Hund darf ruhig auch mal sagen, das möchte ich nicht.
Es sieht aber anders aus, wenn der Hund sich jemandem nähert und dann anfängt Terror zu machen. Dieses Verhalten dulde ich nicht.
:Genau das ist das Problem mit Verboten und dem "Wissen der Hunde, was
:passiert, wenn sie es doch machen".
Das sehe ich anders, denn der Hund lernt vernünftig Kontakt aufzunehmen. Der Hund benimmt sich wie der von Wilma. Dann spult sich im Hund ein Programm ab, das immer gleich abläuft. Nun durchbreche ich das, nehme ihn aber in kein Kommando, nur Nein oder Fertig und dann die Korrektur. Der Hund ist paff, kann von neuem anfangen sich zu ordnen und hat den Spielraum, es besser zu machen oder den gleichen Fehler wieder. Macht er es besser, so lobe ich kurz, „esch en gute“, fertig. In der ganzen Zeit, konnte er entscheiden, was er machen will und bekam dann fürs richtige Verhalten das Lob. Wenn ich den Hund aber ablenken will, so gehört das schon zur Belohnung und der Hund lernt nicht das was ich will. So wie ich es mache, lässt es Kontakt zu und der Hund merkt dann, die Aufregung war vergebens. Oftmals ist bei diesem Problem, eine falsche Leinenhandhabung mitschuldig, in der der Hund fast ein solches Verhalten zeigen muss.
:Arbeitest du aber über Aufbau eines lohnenden Alternativverhaltens und lohnt sich das
:unerwünschte Verhalten nicht, wird es irgendwann gelöscht, d. h. der Hund zeigt dieses
:Verhalten nicht mehr.
Das könnte ja noch sein, aber nicht in diesem Fall. Denn Aggression hat kein Triebziel und spult selber ab, es bestätigt sich selber und deshalb wird es immer wie heftiger.Ein Hund kann richtig Spass daran bekommen. Wird der Hund nicht mehr bestärkt, so verfällt er ins ursprüngliche Verhalten, denn in diesem wurde er bestätigt. Jetzt ist es wichtig, dass er das gar nicht auslöst, weil er über Kontakt gelernt hat, dass es keinen Grund dazu gibt.
Gruss P.H