Multivit :: Hundefutter & Hunde Ernährung

Multivit

von Attila(YCH) am 19. Januar 2003 09:56

Hallo Herbert,

Du scheinst ja die Popularisierung von K1 zu Deinem Lebenswerk gemacht zu haben :-). Es ist doch immer wieder amüsant, wenn sich eigentlich ganz vernünftige Menschen "monistisch" auf ein Einzelgebiet oder den Teilbereich eines Einzelgebietes stürzen und so tun, als läge in diesem der Schlüssel zu sämtlichen "Welträtseln" verborgen. So las ich von einem Gelehrten, der sein ganzes Leben dem Studium des Dativs widmete. Ja ja, das soll es alles geben... Oder arbeitest Du für einen Herstellungsbetrieb sythetischer K1-Vitamingaben?

Aber zurück zur Sache. Es mag ja richtig sein, daß die Vorzüge von K1 Gold sind gegenüber den Eigenschaften von K3. Jedenfalls liest es sich so. Allein einen Beweis für die sozusagen unmittelbare Toxizität von K3 auf unsere lieben Hunde in dem Sinne, daß wir sie mit den im Fertigfutter enthaltenen Dosierungen krank füttern (und das müßte sich ja zumindest innerhalb einiger Jahre beobachten lassen), vermag ich auf Euren Seiten nicht zu entdecken. Die immer wiederkehrende Formel "in hohen Dosierungen" läßt mich, ehrlich gesagt, im Gegenteil zweifeln, daß K3 im üblichen Standard von 3-5 mg wirklich so verheerend wirkt. "K3 wirkt in hoher Dosierung toxisch (u. a. Erbrechen, Albuminurie = Ausscheiden von in Leber hergestellten Proteinen)", "Als giftige Erscheinungen bei hoher Menadion-Dosierung stellen sich Erbrechen und Albuminurie (Ausscheiden von in Leber hergestellten Eiweißen) ein" heißt es z. B. auf Euren Seiten. Diese Erscheinung müßte man ja bei den Hunden beobachten können - oder, wenn sie nicht auftritt, könnte man daraus schließen, daß die Dosierung eben nicht "hoch genug" war? Von toxischer Wirkung bei Pferden ab einer Dosis von 200 mg ist ferner die Rede, von der Veränderung des Kalziumspiegels bei Ratten (aber auch von weitgehender Zerstreuung und Exkretierung) usw. Über Hunde gibt’s rein gar nichts zu lesen. Die Zitate des Herstellers Roche "Beide Darreichungsformen (Anmerkung: gemeint sind Konakion N und MM) enthalten Hilfsstoffe, die in hohen Dosen potentiell toxisch wirken", "Menadion weist in hohen Dosen eine Toxizität auf" sind schier ohne jede Aussagekraft, denn es gibt unzählige Substanzen, die in niedriger Dosierung nützlich sind, in hoher aber toxisch wirken. Insofern mögen Eure Seiten uns Hinweise geben, daß es eventuell sinnvoll wäre, K3 mittelfristig durch K1 ablösen zu lassen - gut, daß soll mir wurscht sein, da ich K3 weder wirtschaftlich noch weltanschaulich verbunden bin und ohnehin sterben muß. Der Kreuzzug gegen K3 jedoch, der in diesem Forum ständig von neuem angezettelt wird, als ob schon Millionen Hunde an diesem gefährlichen Gift verendet wären, könnte sich als bedenkliche Dramatisierung erweisen.

Gruß, Attila

von Herbert(YCH) am 19. Januar 2003 10:54


Lieber Attila,
unsere Informationen über Menadion K3 haben zunächst dazu geführt, dass Firmen (für Tierfutter und Tierergänzungsfutter) die Dosierungen zurückgenommen haben, dann wurde Menadion K3 schon von einer Reihe von Firmen ganz entfernt und inzwischen gibt es Firmen, die sich zu Vitamin K1 bekennen.
Zum Beispiel die WDT (Wirtschaftgenossenschaft Deutscher Tierärzte).

Bei Menschen war es ähnlich - allerdings geht das schon auf die 50-er und 60-er Jahre des letzten Jarhhunderts zurück.

Erst gab es Arbeiten über Schäden, die natürlich zuerst angezweifelt wurden, dann wurden die Schäden unwiderlegbar und das führte dann - leider erst rd. 30 Jahre später - dazu, dass Menadion K3 negativ bewertet wurde (Nach Nutzen-, Risikoverhältnis nicht vertretbar! Anwendungsgebiete laut Aufbereitungsmonographie: K e i n e !) und für den Bereich der menschlichen Ernährung ist Menadion K3 nie zugelassen worden. De facto ist es v e r b o t e n .

Nachdem man inzwischen doch auch bei Tieren "kontrolliert" kommen jetzt auch hier nach und nach mehr Informationen über Schadwirkungen von Menadion K3 zur Veröffentlichung. Natürlich sind dabei die "Nutztiere" zunächst wichtiger.

Ein Problem ist, dass selbst Vitamin K1 in den Wirkungen kaum bekannt ist. Man kennt nur Blutgerinnung und vielleicht noch positive Wirkungen bei der Wundheilung. Bei Osteoporose ist es inzwischen auch als wichtig erkannt und hier haben wir durchaus Verdienste (zumindest in Deutschland, aber auch in anderen Länder- eigentlich sogar weltweit!), dass Vitamin K1 bekannt oder bekannter ist.

Durch Ferland (1998) sind in einer Übersichtsarbeit die inzwischen Vitamin-K-abhängigen Proteine zusammengefaßt worden. Wenn Du unseren Beitrag "Vitamin-K-abhängige" Proteine und ihre Wirkungsorte" liest findest Du ein ganz aktuelle Zusammenstellung aller bisher bekannten Proteine, die - um aktiv (gamma-carboxylierung) für den Organismus werden zu können - Vitamin K (K1/K2) benötigen.

Selbst die Firma Roche (Autor Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Kolb) hat in einer Broschüre die koagulative und antikoagulative Wirkung und die Wirkungen der Vitamin-K-abhängigen Proteine auch außerhalb der Blutgerinnungs r e g u l a t i o n beschrieben und führt auch an, dass Vitamin K1 die natürliche Fibrinolyse (Auflösung von Blutgerinnseln, also Thromboseverhinderung) fördert.
Für die Firma Roche ist das deshalb so bemerkenswert, weil sie auch "Blutverdünner" vom Typ der Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Marcumar) anbietet, obwohl der Firma die antikoagulative Wirkung und die Wirkung auf die Förderung der natürliche Fibrinolyse von Vitamin K1 bekannt sind.

Dabei sind sicher noch nicht einmal alle Vitamin-K-abhängigen Proteine erforscht, so dass das Thema weitere Überraschungen bringen wird.

Prof. Jakob von der Uni Würzburg beschreibt die Wirkungen von Vitamin K1 auf Osteoporose und Arteriosklerose z.B. in einer Arbeit von 2002 in gleicher Weise wie wir und dies zeigt, dass die Forschung weitergeht und Ergebnisse bringt, die wir großteils schon veröffenlicht haben.

Es ist in Literatur also ALLES zumindest SEHR VIELES bekannt und es ist nur eine Frage der Zeit wann Menadion K3 g e n e r e l l durch Vitamin K1 auch im Tierfutter ersetzt wird.

Selbst die Fa. Roche hat 2002 und auch in diesem Jahr (2003) schon wieder fleißig bei uns im Internet gelesen. Das ist z.B. unter der Homepagestatistik unter "Provider" zu finden.

Insofern sind Beiträge wie von Dir auch sehr hilfreich Vitamin K1 positiv bekannt zu machen und auf Menadion K3 als "Stoff" mit toxischen Wirkungen hinzuweisen.

Viele Grüße
Herbert

von Herbert(YCH) am 19. Januar 2003 11:24


Lieber Attila,
wie erklärst Du Dir dann die Zunahme der "empfindlichen" Menschen, bei denen z.B. Allergien auch ständig zunehmen ?
Auch durch "Züchtung empfindlicher Menschen" ?
So einfach, wie Du das mit "Züchtung empfindlicher Hunde" darstellen willst, ist es nun wirklich nicht !!!
Gruß
Herbert

von Heike H.(YCH) am 19. Januar 2003 14:29

..... und die werden wir nicht mit Hilfe des Futternapfs lösen.


Hi Atilla,
nein, alles löst der Napf nicht.
Das beste Futter und null Bewegung ist sicher schlechter als Chappie und ein gutes Leben.
Wir sprechen hier aber über das BESTMÖGLICHSTE.
Und ich glaube, man kann die Schädlichkeit von V K3 nun nicht mehr leugnen.
und deshalb finde ich es konsequent, auf Futter mit K3 zu verzichten.
Und die Firmen werden reagieren,manche haben es ja schon.
LG Heike

von P.H(YCH) am 19. Januar 2003 23:10

Tschau Michael

:
Gift ist Gift! In kleinen Dosen führt es nicht zum Tod, in hohen Dosen stirbt das Tier. In kleinen Dosen bekommt es Schäden, ist aber noch lebensfähig.
:

Gift ist nicht Gift. Salz ist in hohen Dosen tödlich und trotzdem brauchen wir es zum Leben.

Merke Dir:

Nichts ist Giftig, nur die Dosierung entscheidet.

Viele Sachen, die ihn hohen Dosen giftig sind, sind in kleinen Dosen gesund.

Gruss P.H

von Herbert(YCH) am 20. Januar 2003 07:51

Gift ist nicht Gift. Salz ist in hohen Dosen tödlich und trotzdem brauchen wir es zum Leben.
Nichts ist Giftig, nur die Dosierung entscheidet.

Lieber P.H.,
dieser Spruch von Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert gehört zu den Anfängen der Giftlehre, ist aber von Dir nicht ganz richtig zitiert.
Er heißt: "Was ist das nit gifft ist, alle ding sind gifft, und nichts ohn gifft. Allein die Dosis macht, daß ein ding kein gifft ist."

Der Gegenstand des Faches das Gift, war nach Zedlers Universallexikon (1735) dasjenige, "was dem menschlichen Leibe, wenn desselben Theile innerlich oder äußerlich damit berührt werden wo nicht gleich tödlich, dennoch sehr schädlich ist."

Louis Lewin, ein bedeutender Chronist des Faches, unterschied 1907 vier große Giftarten:
1. Entzündugns- beziehungsweise Ätzgifte,
2. Stoffwechselgifte,
3. Nervengifte,
4. Blutgifte.

Unter den Eindrücken der Chlorgaseinsätze im Ersten Weltkrieg forderte der Züricher Toxikologe und Gerichtsmediziner Heinrich Zangger im Jahr 1920 erreichbare und geschützte Sicherheit durch kausales naturwissenschaftliches Erkennen wie durch statistische Betrachtung: "Die Gefährlichkeit und ihre wissenschaftliche Beherrschbarkeit müssen parallel gehen."
Dann könne die Medizin den technischen Fortschritt ohne besondere Gefahren, speziell ohne "wissenschaftlich festzustellende, chronische, dauernd unvermerkt wirkende, degenerative Schädigung der Menschen", fördern und begleiten.

In dieser Herausforderung hat die Toxikologie ihren Platz in dem modernen Gebäude der Wissenschaften eingenommen.

Menadion K3 ist als "Stoff" mit toxischen Wirkungen beschrieben und eingestuft und ich würde K3 in erster Linie als Zell- und/bzw. Stoffwechselgift sehen.

Ich stufe Salz grundsätzlich nicht als Gift ein, zumal es sogar von Kindern "beherrschbar" ist, sonst müßte man es "wie Gift" oder Medikamente vor Kindeshand schützen.

Viele Grüße
Herbert


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